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StaatsoberhÀupter · Filmjahr · Sportjahr

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Überblick

Harry S. Truman

Standen in den ersten Monaten nach Kriegsende die Gemeinsamkeiten der vier SiegermĂ€chte bei der Regelung der Nachkriegsordnung noch im Vordergrund, so werden 1947 die ideologischen Unterschiede deutlicher und der Kalte Krieg trennt zunehmend die bisher vereinte Kriegskoalition der Alliierten. Besonders deutlich wird dies in der Truman-Doktrin, in der der US-PrĂ€sident vor der „direkten oder indirekten Aggression“ durch „totalitĂ€re Regime“ warnt – die Sowjetunion wird nicht mit Namen genannt, der Bezug ist aber offensichtlich.

Die kommunistische Partei war in den Staaten Osteuropas zunĂ€chst nur eine politische Kraft unter mehreren, das Amt des Regierungschefs lag in der Hand eines bĂŒrgerlichen Politikers, der eine Volksfrontregierung fĂŒhrte, in der die Kommunisten meist fĂŒr die innere Sicherheit zustĂ€ndig waren. Mit Hilfe der sowjetischen Besatzungsmacht gelingt es nunmehr der KP in Polen, Ungarn, RumĂ€nien und Bulgarien die politische Macht zu ergreifen, wobei eine Mischung aus legalen Mitteln und Drohungen angewandt wird; nicht selten wird der politische Gegner als faschistisch verunglimpft und Repressalien ausgesetzt. In der Tschechoslowakei hat der Kommunist Klement Gottwald zwar den Posten des Regierungschefs inne, muss aber zunĂ€chst noch auf die zwölf bĂŒrgerlichen Minister seiner Regierung RĂŒcksicht nehmen. Tito in Jugoslawien hingegen fĂŒhrt eine sozialistische Volksrepublik, die die Befreiung von deutscher Besatzungsherrschaft weitgehend alleine bewĂ€ltigt hat und dadurch gegenĂŒber der Sowjetunion und dem entstehenden Ostblock selbstbewusst auftreten kann.

Marshallplanhilfe in West-Berlin

In der Sowjetischen Besatzungszone schreitet die Entwicklung zu einer kommunistischen Umgestaltung der Gesellschaft ebenfalls voran; nachdem im Vorjahr die SPD als bedeutendster Konkurrent durch die Zwangsvereinigung ausgeschaltet und nunmehr die kommunistisch ausgerichtete SED die dominierende Kraft im Land ist, werden 1947 auch auf wirtschaftlichem Gebiet wichtige Weichen gestellt; so wird die Deutsche Wirtschaftskommission eingerichtet, die das Wirtschaftsleben der SBZ zentral von Ost-Berlin aus steuert, so genannte Sowjetische Aktiengesellschaften werden gegrĂŒndet, denen spĂ€ter Volkseigene Betriebe folgen. Da unterdessen in den Westzonen Deutschlands das Wirtschaftsleben auf kapitalistischer Grundlage wiederaufgebaut wird, gestaltet sich eine einheitliche Wirtschaftspolitik fĂŒr Deutschland zunehmend als unmöglich. Angebote der USA, mit der Marshallplan-Hilfe auch osteuropĂ€ische Staaten und die SBZ zu unterstĂŒtzen werden von der Sowjetunion als westliche Propaganda gewertet; die Tschechoslowakei sieht sich auf sowjetischen Druck genötigt, ihr ursprĂŒngliches Angebot, die Hilfe anzunehmen, zurĂŒckzuziehen. Die Differenzen werden in Deutschland deutlich, als die Konferenz der MinisterprĂ€sidenten aller vier Zonen in MĂŒnchen ergebnislos abgebrochen werden muss, da das jeweilige Mandat der BesatzungsmĂ€chte fĂŒr die Teilnehmer eine konstruktive Diskussion der Wege zur staatlichen Einheit nicht zulĂ€sst. Unter diesen UmstĂ€nden erscheint auch der Zusammenschluss der britischen und der US-amerikanischen Zone zur Bizone eher als weiterer Schritt zur Teilung denn als Etappe auf dem Weg zur gesamtdeutschen Einheit.

Die erwĂ€hnte Truman-Doktrin bezieht sich konkret auf die Staaten Griechenland und TĂŒrkei, denen Truman eine Hilfe in Höhe von 400 Mio. Dollar zusagt. Vor allem Griechenland sieht sich im Innern mit einem BĂŒrgerkrieg konfrontiert, bei dem die Regierungstruppen gegen kommunistische AufstĂ€ndische kĂ€mpfen, die von den nunmehr ebenfalls kommunistischen Nachbarn Albanien, Jugoslawien und Bulgarien unterstĂŒtzt werden. Der Einfluss der Sowjetunion im Iran hingegen kann erfolgreich zurĂŒckgedrĂ€ngt werden; hier waren unmittelbar an der tĂŒrkischen Grenze mit Hilfe sowjetischer Truppen eigene Staatswesen fĂŒr die Kurden bzw. die Aserbaidschaner entstanden, die aber nun nach dem Abzug der Sowjets dem iranischen Staat wieder eingegliedert werden. In China geht der Vormarsch der kommunistischen Truppen unter Mao langsam weiter, ohne dass es im dortigen BĂŒrgerkrieg zu dramatischen DurchbrĂŒchen kommt.

UN-Teilungsplan fĂŒr PalĂ€stina

Unterdessen kommt es in PalĂ€stina und auf dem indischen Subkontinent zu Spannungen, die weniger mit der internationalen Blockbildung als mit religiösen GegensĂ€tzen zu tun haben. In PalĂ€stina hat die Zuwanderung der Juden immer dramatischere Ausmaße angenommen. Die ZurĂŒcksendung der FlĂŒchtlinge der „Exodus“ nach Europa, ja sogar in das verhasste Deutschland, erregt internationales Aufsehen und dokumentiert fĂŒr viele die Überforderung der britischen Behörden mit dem Problem. Die Frage, wie nach dem geplanten Ende des britischen Mandats in PalĂ€stina im Mai 1948 weiter vorgegangen werden soll, beschĂ€ftigt daher auch die UNO, die einen Teilungsplan erarbeitet, der aber bei extremistischen Israelis wie bei der arabischen Seite auf heftige Kritik stĂ¶ĂŸt. Die Angriffe auf die britische Besatzungsmacht und die ZwischenfĂ€lle zwischen jĂŒdischen und palĂ€stinensischen Siedlern nehmen eher noch an SchĂ€rfe zu.

Ähnliches gilt in Britisch-Indien, das im August in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen wird. Die Spannungen zwischen dem muslimischen Staat Pakistan und dem hinduistischen Indien entladen sich aber sofort in der Frage, welchem der beiden neuen Staaten Kaschmir angehören solle. Die Bevölkerung dieses FĂŒrstentums ist religiös gemischt, der Maharaja Hari Singh entschließt sich jedoch fĂŒr einen Beitritt zu Indien, was muslimische Milizen auf den Plan ruft, die, von Pakistan unterstĂŒtzt, im Westen des Kaschmir aktiv werden. Daraufhin landen indische Truppen im Kaschmir-Tal und es kommt zum ersten indisch-pakistanischen Krieg, der schließlich mit einer faktischen Teilung des Kaschmir, aber ohne Friedensschluss endet.

Bearbeiten Ereignisse

Bearbeiten Politik und Weltgeschehen

Bearbeiten Januar

  • 1. Januar: Philipp Etter wird BundesprĂ€sident der Schweiz.
  • 1. Januar: GrĂŒndung der „Bizone“: Die amerikanische und die britische Besatzungszone werden zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum zusammengefasst. Die französische Zone wird spĂ€ter angeschlossen.
George C. Marshall

Bearbeiten Februar

BolesƂaw Bierut

Bearbeiten MĂ€rz

Bearbeiten April

Bearbeiten Mai

  • 3. Mai: Die neue japanische Verfassung tritt in Kraft.
  • 3. Mai: Beginn des I.G.-Farben-Prozesses gegen 23 leitende Angestellte des Unternehmens. Im Juli 1948 ergehen die Urteile, 12 der Angeklagte werden zu Haftstrafen verurteilt.
  • 4. Mai: Wegen Differenzen in der Lohnpolitik scheiden die kommunistischen Minister der Regierung Paul Ramadier aus dem Kabinett aus.
  • 4. Mai: In Akko befreit die jĂŒdische Terrororganisation Irgun Tzwai Le’umi 189 Mitglieder aus einem britischen GefĂ€ngnis.
  • 8. Mai: Abschluss des Zhengtai-Feldzuges im Chinesischen BĂŒrgerkrieg: Der kommunistischen Volksbefreiungsarmee gelingt die Sicherung der Zhengtai-Eisenbahn, sĂŒdwestlich von Peking.
  • 9. Mai: Die Hamburger Hafenarbeiter treten wegen der unzureichenden ErnĂ€hrungslage in den Streik.
  • 10. Mai: Hjalmar Schacht wird in Stuttgart von einer Entnazifizierungsspruchkammer zu 8 Jahren Arbeitslager verurteilt.
  • 22. Mai: US-PrĂ€sident Harry S. Truman bewilligt 400 Mio. Dollar Wirtschafts- und MilitĂ€rhilfe fĂŒr Griechenland und die TĂŒrkei.
  • 27. Mai: In Landsberg am Lech werden 22 Todesurteile gegen Angeklagte des Mauthausen-Prozesses vollstreckt.
  • 31. Mai: Alcide de Gasperi wird erneut italienischer Regierungschef; er fĂŒhrt eine Koalition aus Christdemokraten und UnabhĂ€ngigen an.
  • 31. Mai: In Ungarn reicht MinisterprĂ€sident Ferenc Nagy seinen RĂŒcktritt ein; zuvor hatten Kommunisten seinen Sohn entfĂŒhrt. Nachfolger wird Lajos Dinnyes von der Kleinbauernpartei.

Bearbeiten Juni

Bearbeiten Juli

Bearbeiten August

Flagge Pakistans
Flagge Indiens

Bearbeiten September

Bearbeiten Oktober

  • 1. Oktober: Im Land Bremen finden die ersten Freien Wahlen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Die SPD wird mit Abstand stĂ€rkste Kraft.
  • 11. Oktober: Zwischen Chile und der Sowjetunion kommt es zu einer diplomatischen Krise. Der sowjetischen FĂŒhrung wird vorgeworfen, Drahtzieher hinter einem Bergarbeiterstreik in Chile zu sein.
  • 11. Oktober: In Washington wird von 42 LĂ€ndern ein Abkommen ĂŒber die GrĂŒndung der World Meteorological Organization unterzeichnet.
GebietsansprĂŒche in Kaschmir
  • 16. Oktober: Die MilitĂ€rregierungen fĂŒr die britische und die US-amerikanische Besatzungszone prĂ€sentieren eine endgĂŒltige Demontageliste; gegenĂŒber frĂŒheren Listen ist sie mit 682 aufgefĂŒhrten Betrieben deutlich reduziert.
1947: UN-Flagge

Bearbeiten November

Bearbeiten Dezember

Bearbeiten Wirtschaft

  • September: Im Weinbaugebiet von Bordeaux wird ein extrem guter Wein eingebracht. Insbesondere in Saint-Émilion und Pomerol sind die Weine von phantastischer QualitĂ€t.
  • Fusion des Unternehmens Maggi mit der NestlĂ©-Gruppe zur NestlĂ©-Alimentana AG, der heutigen NestlĂ© AG

Bearbeiten Wissenschaft und Technik

  • 28. April: Thor Heyerdahl und fĂŒnf Crewmitglieder brechen mit einem aus BalsabaumstĂ€mmen gefertigten Floß namens Kon-Tiki vom peruanischen Hafen Callao aus nach Polynesien auf. Heyerdahl will klĂ€ren, ob eine Besiedlung der Inseln aus SĂŒdamerika auf diese Weise möglich gewesen wĂ€re.
  • 22. September: Einer Douglas Skymaster gelingt lediglich mit GerĂ€testeuerung die AtlantikĂŒberquerung von Neufundland nach London.
  • 14. Oktober: Chuck Yeager durchbricht offiziell als erster Mensch die Schallmauer in seiner Bell X-1 in etwa 15.000 m Höhe
Hughes H-4 Hercules

Bearbeiten Kultur

Bearbeiten Sport

Bearbeiten Katastrophen

  • 19. Januar: SĂŒdlich von Athen lĂ€uft der Griechische Dampfer "Himara" auf eine Mine. Fast 400 Menschen sterben.
  • 8. Februar: Berlin-Hakenfelde, Deutschland. Zerstörung des Tanzlokals "Karlslust" durch einen Brand. 82 Tote und ĂŒber 150 Verletzte.
  • 25. Februar: Zugentgleisung in Japan. Auf der Hachikƍlinie etwa 30 km westlich von Tokio sterben ĂŒber 180 Menschen.
  • 9. April: Ein Tornado fordert in Texas und Oklahoma ĂŒber 167 Menschenleben.
  • 16. April: Explosion der mit Ammoniumnitrat beladenen Frachtschiffe "Grandcamp" (Frankreich) und "Highflyer" (USA) im Hafen von Texas City (Texas, USA). 486 Tote, ĂŒber 100 Vermisste, 3000 Verletzte, Hunderte Obdachlose und 65 Millionen US-Dollar Schaden
  • 26. Juli: Beim Zusammenstoß zweier ZĂŒge in der Schweiz bei Bennau sterben 10 Menschen.
  • 22. Dezember: Über 40 Menschen sterben bei Neuwied beim Zusammenstoß zweier SchnellzĂŒge.

Kleinere UnglĂŒcksfĂ€lle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgefĂŒhrt.

Bearbeiten Geboren

Bearbeiten Januar

Bearbeiten Februar

Bearbeiten MĂ€rz

Bearbeiten April

Bearbeiten Mai

Bearbeiten Juni