| Acheron (Αχέρων) | |
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Tal des Flusses Acheron |
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| Daten | |
| Lage | Griechenland, Epirus |
| Länge | 58 km |
| Quelle | Tomaros, Ori Souliou |
| Mündung | Ionisches Meer |
| Mündungshöhe | 0 m |
| Flusssystem | Acheron |
| Rechte Nebenflüsse | Tsangaritikos, Kokytos |
| Linke Nebenflüsse | Pyriflegetheon |
| Kleinstädte | Ammoudia |
Der Acheron (altgr. Αχέρων; neugr. Αχέροντας, Acherondas; alternative Bezeichnungen Mavropotamos, Μαυροπόταμος, Fanariotikos, Φαναριώτικος; mythologisch Fluss des Leidens) ist ein 58 Kilometer langer Fluss in Epiros, Griechenland. Darüber hinaus ist er eine Gestalt der griechischen Mythologie.
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Verlauf
Der Fluss entspringt aus dem Berg Tomaros in der Präfektur Ioannina. Ein anderer Quellfluss des Acheron entspringt aus den Souli-Bergen (Ori Souliou). Der Fluss durchquert die Präfekturen Ioannina, Preveza und Thesprotia, wobei er zwischen den Präfekturen die Grenze bildet. Der Acheron mündet in das Ionische Meer bei Ammoudia. Seine antike Mündung in Form einer großen Bucht namens Glykys Limen ist inzwischen verlandet. Der Acherousia-See, welcher vom Acheron kurz vor der Einmündung in das Ionische Meer durchflossen wurde, ist seit dem 20. Jahrhundert vertrocknet.
Der Fluss Acheron speist sich aus zwei Quellflüssen. Der westliche entspringt aus den Ori Soulio und verläuft nach Süden auf die Ortschaft Polystafylo. Der östliche entspringt aus dem Bergmassiv des Tomaros, an welchem auch das antike Heiligtum von Dodoni liegt. Dieser Quellfluss fließt in südwestlicher Richtung auf die Ortschaft Polystafylo zu. Bei Polystafylo vereinigen sich beide Quellflüsse zum Acheron. Die Fließrichtung des Quellflusses aus dem Tomaros-Massiv wird dabei nach Polystafylo fortgesetzt. Der Abschnitt zwischen Polystafylo und Trikastro ist 12 bis 15 km lang und wird auch als Lakka Souliou bezeichnet. Nördlich der Ortschaft Trikastro schwenkt der Acheron seinen Verlauf nach Nord-Nordwesten und tritt in ein enges Tal ein: die Engen des Acheron (griechisch στενά Αχέροντα.
Diese Engen des Acheron stellen einen besonders enges Tal zwischen den Paramythia-Bergen (Ori Paramythias) im Westen und den Soulio-Bergen (Ori Souliou) im Osten dar, welches vom Acheron durchflossen wird. Die Engen des Acheron beginnen bei der Ortschaft Trikastro an der Brücke von Serziana und enden bei den Wasserfällen bei der Felsbrücke von Tzavelena. Der kleine Nebenfluss Pyriflegetheon (Πυριφλεγέθων) mündet an dieser Stelle in den Acheron. Der Acheron schwenkt bei Tzavelena nach Westen und verbreitert etwas sein Tal. In diesem Flussabschnitt bis zur Ortschaft Glyki finden sich auf beiden Seiten des Flusses am Ufer die sogenannten Quellen des Acheron. Diese Quellen sind eiskalte Frischwasserquellen im und entlang des Flussbettes, die für die antiken Griechen direkt der Unterwelt zu entstammen schienen. Heute sind die Quellen des Acheron und die östlich liegende Schlucht der Engen des Acheron ein beliebtes Ausflugsziel für griechische und ausländische Touristen.
Nach der Ortschaft Glyki schwenkt der Acheron seinen Verlauf nach Südwesten und erreicht bei der Ortschaft Kastri eine Ebene in der Nähe der Küste. In dieser Ebene befand sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der Acherousia-See, welcher unterdessen vollständig verlandet ist. Am Ufer des Acherousia-Sees lag das Totenorakel von Ephyra. Kurz vor der Ortschaft Mesopotamos mündet der Nebenfluss Kokytos aus den Bergen Paramythias im Norden kommend in den Acheron ein. Bei der Einmündung des Kokytos überquert die Nationalstraße 6 von Igoumenitsa nach Preveza den Acheron. Der Acheron durchfließt die Ortschaft Ammoudia und mündet in der Bucht von Ammoudia in das Ionische Meer.
Bearbeiten Mythologie
In der griechischen Mythologie ist er einer der fünf Flüsse der Unterwelt, in den die anderen, Styx, Kokytos, Phlegethon und Lethe einmünden. Er gilt – neben dem Styx – als Totenfluss, über den Charon mit seiner Fähre die toten Seelen in den Hades gebracht hat. In Platons „Phaidon“ begeben sich die Toten, die einen „mittelmäßigen Wandel geführt haben“ über den Acheron zu einem See, in dem sie sich reinigen und ihre Verfehlungen abbüßen, bevor sie wiedergeboren werden. Gelegentlich wird Acheron auch als Synonym für den Hades selbst benutzt. An seiner Mündung stand ein Totenorakel[1].
Acheron ist in der Mythologie ein Okeanide, einer der dreitausend Söhne und Töchter des Okeanos und der Tethys. Zusammen mit der Nymphe Orphne (bzw. Gorgyra) zeugte er Askalaphos.
Bearbeiten Quellen
- Informationen über den Fluss Acheron (auf Griechisch).
Bearbeiten Einzelnachweise
- ↑ Herodot Historien Deutsche Gesamtausgabe, übersetzt von A. Horneffer, neu herausgegeben und erläutert von H. W. Haussig, mit einer Einleitung von W. F. Otto, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1971, S. 707
