| RepĂșblica Argentina Argentinische Republik |
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| Wahlspruch: En UniĂłn y Libertad (spanisch, âIn Einigkeit und Freiheitâ) |
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| Amtssprache | Spanisch | ||||
| Hauptstadt | Buenos Aires | ||||
| Staatsform | PrÀsidiale Bundesrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | PrÀsidentin Cristina Fernåndez de Kirchner | ||||
| FlĂ€che | 2.780.403[1] kmÂČ | ||||
| Einwohnerzahl | 39.356.383[2] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 14 Einwohner pro kmÂČ | ||||
| BIP | 260 Mrd US-$ (2007) | ||||
| BIP/Einwohner | 6606 US-$ (2007) 13.308 US-$ KKP (2007) |
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| HDI | 0,860 (46.) | ||||
| WĂ€hrung | Argentinischer Peso | ||||
| UnabhÀngigkeit | 9. Juli 1816 | ||||
| Nationalhymne | Himno Nacional Argentino | ||||
| Zeitzone | UTC â3 (im Dezember 2007 wurde die Sommerzeit, UTC -2, wieder eingefĂŒhrt) | ||||
| Kfz-Kennzeichen | RA | ||||
| Internet-TLD | .ar | ||||
| Telefonvorwahl | +54 | ||||
Argentinien (spanisch
Argentina ?/i) ist eine Republik im SĂŒden SĂŒdamerikas. Es ist der achtgröĂte Staat der Erde und der zweitgröĂte des Kontinents; im Hinblick auf die Einwohnerzahl nimmt es dort den dritten Rang ein. Wegen seiner groĂen Nord-SĂŒd-Ausdehnung hat das Land Anteil an zahlreichen Klima- und Vegetationszonen. Der Name kommt vom lateinischen Wort fĂŒr Silber â argentum â und liefert einen Hinweis darauf, welche SchĂ€tze die Eroberer auf seinem Territorium zu finden glaubten. Bis zu seiner UnabhĂ€ngigkeit 1816 war es Teil des spanischen Kolonialreiches.
Die Hauptstadt des Landes, Buenos Aires, ist Zentrum eines der gröĂten BallungsrĂ€ume auf dem amerikanischen Kontinent und wird als eines seiner gröĂten Kulturzentren angesehen, in dem unter anderem der Tango seinen Ursprung hat. Daneben sind weite Teile des Landes, insbesondere der trockene SĂŒden, nur sehr dĂŒnn besiedelt. Politisch handelt es sich bei Argentinien um eine prĂ€sidiale Bundesrepublik, in der die einzelnen Gliedstaaten, Provinzen genannt, weitreichende Kompetenzen innehaben. Wirtschaftlich wird es traditionell von der Landwirtschaft bestimmt und international oft zu den SchwellenlĂ€ndern [3] gezĂ€hlt, von der EU und der UNO aber zu den Industriestaaten gerechnet. Es hat nach Chile in SĂŒdamerika das zweithöchste Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (KaufkraftparitĂ€t), jedoch auch einen groĂen Einkommensunterschied zwischen dem reichen und dem armen Bevölkerungsteil.
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Naturraum
Hauptartikel: Geographie Argentiniens
Argentinien hat eine FlĂ€che von etwa 2,8 Millionen Quadratkilometern und ist damit der zweitgröĂte Staat SĂŒdamerikas. Die Ausdehnung von Norden nach SĂŒden betrĂ€gt 3694 km, die von Westen nach Osten an der breitesten Stelle circa 1.423 km. Es grenzt im Osten an den Atlantischen Ozean, im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, und im Nordosten an Brasilien und Uruguay.
| Grenze mit | LĂ€nge[4] |
|---|---|
| Bolivien | 742 km |
| Brasilien | 1132 km |
| Chile | 5308 km |
| Paraguay | 1699 km |
| Uruguay | 495 km |
| insgesamt* | 25.728 km |
| * inklusive KĂŒstenlinie | |
Das gesamte westliche Grenzgebiet wird von den Anden eingenommen, der lĂ€ngsten kontinentalen Gebirgskette der Erde. Der zentrale Norden Argentiniens wird vom Gran Chaco, einer heiĂen Trockensavanne eingenommen. Ăstlich davon schlieĂt sich entlang des RĂo ParanĂĄ das HĂŒgelland der Provinz Misiones an. Dort befinden sich am DreilĂ€ndereck ArgentinienâParaguayâBrasilien die WasserfĂ€lle von IguazĂș, die zu den gröĂten der Erde zĂ€hlen.
SĂŒdlich davon, zwischen den groĂen Strömen RĂo ParanĂĄ und RĂo Uruguay, liegt das feuchte und sumpfige Mesopotamia. Am RĂo de la Plata, dem gemeinsamem MĂŒndungstrichter dieser beiden Ströme, befindet sich die Stadt Buenos Aires und die gleichnamige Provinz Buenos Aires, das wirtschaftliche Herz Argentiniens. Hier konzentriert sich auch etwa ein Drittel der Einwohner des Landes.
Westlich und sĂŒdlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, eine grasbewachsene Ebene, wo der gröĂte Teil der Agrarprodukte des Landes erzeugt wird. In dieser Region befinden sich groĂe Weizenfelder und WeideflĂ€chen fĂŒr Rinder, deren Fleisch immer noch zu den HauptexportgĂŒtern Argentiniens gehört.
Zwischen den Pampas und den Anden liegen im zentralen Argentinien die GebirgszĂŒge der Sierras Pampeanas. Diese Mittelgebirge erreichen Höhen von 2.800 m in den Sierras de CĂłrdoba und bis zu 6250 m in der Sierra de Famatina in La Rioja.
Das im SĂŒden Argentiniens gelegene Patagonien ist von starken Westwinden geprĂ€gt und hat ein sehr raues Klima. Dieses Gebiet, das etwa ein Viertel der FlĂ€che des Landes ausmacht, ist sehr dĂŒnn besiedelt. Der tiefste Punkt des Landes und Gesamtamerikas ist die Laguna del CarbĂłn mit 105 m unter dem Meeresspiegel. Sie befindet sich zwischen Puerto San JuliĂĄn und Comandante Luis Piedra Buena in der Provinz Santa Cruz.
Von Argentinien wird ein Sektor des antarktischen Kontinents beansprucht, siehe hierzu: Argentinisches Antarktisterritorium.
Bearbeiten Gebirge und bedeutende Berge
In den argentinischen Anden gibt es eine Vielzahl sehr hoher Berge ĂŒber 6.000 m Höhe. Hierunter befinden sich auch der höchste Berg des amerikanischen Kontinents, der Aconcagua mit 6.962 m Höhe und die beiden höchsten Vulkane der Erde, der Ojos del Salado mit 6.880 m und der Monte Pissis mit 6.795 m. In den SĂŒdanden sind die Höhen der Berge geringer, aber dennoch sind viele wegen des feuchtkalten Klimas mit Schnee bedeckt.
Auch in den Sierras Pampeanas werden teilweise sehr groĂe Höhen gemessen: Die Sierra de Famatina in der Provinz La Rioja erreicht ebenfalls ĂŒber 6.000 m. Die Höhen dieses Gebirgskomplexes fallen jedoch nach Osten hin ab, in den Sierras de CĂłrdoba werden nur noch maximal 2.800 Meter erreicht.
Die nördlichen Patagoniden (Mesetas Patagoniens) weisen im SĂŒdosten von Mendoza immerhin noch 4.700 m Höhe auf, ihre Höhe wird nach SĂŒdosten hin immer geringer. In den anderen Gebieten Argentiniens erreichen die Berge nur in AusnahmefĂ€llen ĂŒber 1.000 m Höhe. Darunter fallen die Sierras Australes Bonaerenses (Sierra de la Ventana und Sierra de Tandil) an der AtlantikkĂŒste und das HĂŒgel- und Bergland von Misiones.
Bearbeiten FlĂŒsse und Seen
Argentiniens Hydrologie wird von den ZuflĂŒssen des RĂo de la Plata dominiert. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 5.200.000 kmÂČ. Etwa ein Drittel hiervon liegt in Argentinien, der Rest in Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. ZuflĂŒsse des RĂo de la Plata sind der RĂo ParanĂĄ und der RĂo Uruguay. Im Norden an der Grenze zu Brasilien befindet sich der IguazĂș-Nationalpark. Darin der Fluss IguazĂș mit den IguazĂș-WasserfĂ€llen, welche dreimal so groĂ wie die NiagarafĂ€lle sind.
Das zweitwichtigste Einzugsgebiet hat der RĂo Colorado in Nordpatagonien, dessen wichtigster Zufluss, der RĂo Salado del Oeste, einen GroĂteil Westargentiniens entwĂ€ssert, wobei jedoch ein GroĂteil seines Wasservolumens wegen des trockenen Klimas bereits auf dem Weg verdunstet oder in Sumpfgebieten versickert.
Argentinien weist zwei gröĂere Seengebiete auf. Das umfangreichste liegt am FuĂ der SĂŒdanden, wo sich eine lange Kette von Schmelzwasserseen von der Provinz NeuquĂ©n bis nach Feuerland erstreckt. Daneben finden sich in der westlichen zentralen Pampa und im sĂŒdlichen Chaco zahlreiche Flachlandseen, die teilweise nur wenige Meter tief und oft salzhaltig sind.
Besonders bedeutend ist der Flachlandsee Laguna Mar Chiquita mit 5770 kmÂČ in der Provinz CĂłrdoba sowie die Andenseen Lago Argentino (1415 kmÂČ) und Lago Viedma (1088 kmÂČ), beide im Nationalpark Los Glaciares gelegen, der zum UNESCO-Welterbe erklĂ€rt wurde. Dort befindet sich auch der Gletscher Perito Moreno.
Bearbeiten Inseln
Argentinien hat trotz seiner lang gestreckten KĂŒstenlinie nur wenige Inseln. Die gröĂte ist die zum Archipel Feuerland gehörende Isla Grande de Tierra del Fuego mit 47.000 kmÂČ, die sich Argentinien (Provinz Tierra del Fuego, 21.571 kmÂČ) und Chile (25.429 kmÂČ) teilen.
Das einzige weitere Inselgebiet von Bedeutung ist der SĂŒden der Provinz Buenos Aires, wo sich in den Buchten BahĂa Blanca und BahĂa Anegada zwei ausgedehnte Wattenmeere befinden. Die Inseln dort sind flach und mit Ausnahme der Isla JabalĂ, auf der der Badeort San Blas liegt, unbewohnt. GröĂte Insel ist die Isla Trinidad mit 207 kmÂČ. Des Weiteren gibt es vor der patagonischen KĂŒste einige kleinere Felseninseln.
Völkerrechtlich umstrittenes Territorium sind die Falklandinseln (auch Malwinen, englisch Falkland Islands, spanisch Islas Malvinas), eine Inselgruppe im sĂŒdlichen Atlantik. Sie gehören geographisch zu SĂŒdamerika und liegen 600 bis 800 km östlich von SĂŒdargentinien und Feuerland bei 52° SĂŒd und 59° West. Die Falklandinseln sind nach internationalem Recht de facto, aber nicht de jure ein britisches Ăberseegebiet. Seit 1833 werden sie von Argentinien beansprucht. Die Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falklandkrieg aus, der bis zum 14. Juni 1982 dauerte und mit einer Niederlage fĂŒr Argentinien endete. Die gröĂten Inseln der Falkland Islands sind Ostfalkland (Soledad) mit 6.683 kmÂČ und Westfalkland (Gran Malvina) mit 5.278 kmÂČ. Unter demselben Status befindet sich das sĂŒdöstlich von den Falklandinseln gelegene Territorium SĂŒdgeorgien und die SĂŒdlichen Sandwichinseln.
Bearbeiten Klima
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Klimadiagramm Buenos Aires
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Klimadiagramm Salta
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Klimadiagramm Mendoza
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Klimadiagramm Ushuaia
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| (FĂŒr allgemeine ErlĂ€uterungen siehe: Klimadiagramm) | |
Argentinien hat von tropischen Gebieten im Ă€uĂersten Nordosten ĂŒber subtropische im restlichen Norden und eine ausgedehnte gemĂ€Ăigte Klimazone bis hin zu kalten Klimaregionen im SĂŒden und in den Anden nahezu alle Klimazonen in einem Land vereint.
Der Nordwesten Argentiniens ist im Bereich der Anden trocken mit einer kurzen Regenzeit im Sommer. In ihr findet man die HochwĂŒste Puna, deren Westen zu den regenĂ€rmsten Gebieten der Welt zĂ€hlt, sowie den steppenhaften, unfruchtbaren Monte am FuĂ der Anden in den Provinzen Mendoza, San Juan und La Rioja.
Die OsthĂ€nge der Voranden beherbergen subtropische NebelwĂ€lder in den Provinzen TucumĂĄn, Salta und Jujuy, die im Sommer wegen des Abregnens der feuchten Ostwinde sehr niederschlagsreich, im Winter aber relativ trocken sind. Nach Osten hin schlieĂt sich der Gran Chaco im zentralen Norden an, seine NiederschlĂ€ge konzentrieren sich auf den Sommer, das gleiche gilt fĂŒr die Region der Sierras Pampeanas in Zentralargentinien. In beiden Regionen nehmen die NiederschlĂ€ge nach Westen hin ab.
Der Nordosten sowie die Pampa-Region sind das ganze Jahr ĂŒber feucht, wobei die höchsten Niederschlagsmengen im subtropischen Regenwald der Provinz Misiones auftreten.
Der SĂŒden (Patagonien) liegt in der Westwindzone, weshalb hier der westliche Teil mehr NiederschlĂ€ge als der Osten erhĂ€lt. Die Anden sind stĂ€ndig feucht und von der Temperatur kĂŒhl gemĂ€Ăigt. Sie wirken als Barriere fĂŒr die feuchten Pazifikwinde, so dass das östlich anschlieĂende patagonische Schichtstufenland sehr trocken und halbwĂŒstenhaft ist. In dieser Region bestimmt der regelmĂ€Ăig alle ein bis zwei Wochen vom SĂŒdwesten her blasende Pampero-Wind das Klima. Ein Sonderfall ist das Klima im sĂŒdlichen Teil Feuerlands mit kĂŒhlem ozeanischem Klima, wo wegen der dort fehlenden Klimascheide der Anden sowohl pazifische als auch atlantische EinflĂŒsse das Wetter bestimmen. Dort sind die Niederschlagsmengen relativ hoch und die Temperaturen weisen eine relativ geringe Abweichung zwischen Sommer und Winter auf.
Bearbeiten Flora und Fauna
Entsprechend den sehr unterschiedlichen Klimazonen Argentiniens variieren auch die Vegetation und die Tierwelt sehr stark. Insgesamt sind etwa zwölf Prozent der LandflÀche bewaldet.
Bearbeiten Flora
In den warmfeuchten tropischen und subtropischen RegenwÀldern im Norden gedeihen tropische Pflanzen, wie Rosenhölzer (Dalbergia), GuajakholzbÀume (Guaiacum officinale), Palisander (Jacaranda mimosifolia) und Quebracho-BÀume (Schinopsis lorentzii), aus denen GerbsÀure gewonnen wird, aber auch Palmen.
Der ebenfalls im Norden befindliche Gran Chaco verfĂŒgt ĂŒber eine savannenartige Vegetation, welche von den Algarrobo-BĂ€umen (hauptsĂ€chlich Prosopis alba und Prosopis nigra) dominiert wird, Quebracho kommt auch vor. Der SĂŒden und Osten des Chaco mit seinem milderen Klima wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, wĂ€hrend der Norden noch weitgehend ursprĂŒnglich ist.
Die Pampa ist geprĂ€gt von ausgedehnten Graslandschaften mit verschiedensten GrĂ€sern. Von Eukalyptus (Eucalyptus), amerikanischen Platanen (Platanus occidentalis) und Akazien (Acacia) abgesehen, finden sich hier keine BĂ€ume; die ersteren beiden Gattungen sind nicht heimisch. Aufgrund des sehr feinen steinfreien Bodens ist eine landwirtschaftliche Bebauung gut möglich, so dass sich nur noch wenig ursprĂŒngliche Vegetation erhalten hat.
Patagonien liegt schon im Schatten der Anden und ist eine karge und weitestgehend baumlose Landschaft. Hier herrschen wie in der Pampa auch die GrÀser vor, die Vegetation ist aber den wesentlich trockeneren Gegebenheiten angepasst. Daneben findet man verschiedenste krautige GewÀchse und StrÀucher. Wegen des steinigen Boden ist Getreideanbau nicht möglich, stattdessen werden die Graslandschaften als Schafweide genutzt.
In den Vorgebirgen der Anden und auf Feuerland finden sich ausgedehnte NadelwĂ€lder mit Fichten (Picea), Zypressen (Cypressus), Kiefern (Pinus), Zedern (Cedrus) und anderen Nutzhölzern. Nahe der chilenischen Grenze gibt es vereinzelte Gruppen von Scheinbuchen (Nothofagus). Die Baumgrenze liegt bei etwa 3.500 m. In den trockenen, nördlichen Hochlagen der Anden finden sich in den ariden HalbwĂŒsten viele Kakteen (Cactaceae) und DornstrĂ€ucher.
Die BlĂŒte des Ceibos (dt.: Hahnenkammbaum oder Korallenbaum) ist als so genannte ânationale Blumeâ eines der Nationalsymbole.
Bearbeiten Fauna
Im tropischen Norden ist die Tierwelt Ă€uĂerst vielfĂ€ltig. Hier kann man hauptsĂ€chlich verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ozelots, WaschbĂ€ren, NasenbĂ€ren, AmeisenbĂ€ren, aber auch Tapire, Nabelschweine und Reptilien wie Schlangen und Kaimane antreffen. Die Vogelwelt beherbergt im tropischen Norden Kolibris, Flamingos und Papageien. In den FlĂŒssen sind neben vielen anderen Fischen auch Piranhas zu finden.
In der Pampa findet man GĂŒrteltiere, MĂ€hnenwölfe, PampasfĂŒchse, Pampaskatzen, Pampashirsche, Nandus, verschiedene Greifvögel wie Falken sowie Reiher.
In den kargen Gebieten der Anden trifft man auf die wilden Lamas, Guanakos und Vikunjas, sowie auf den Andenkondor. Raubtiere sind die Bergkatze, der Puma und der Andenschakal. An Salzseen finden sich hÀufig Zugvögel wie Flamingos.
In Patagonien und Feuerland ist das Tierleben artenĂ€rmer. Auch hier leben Pumas, Nandus und Guanakos; der PudĂș ist ein kleiner Hirsch der sĂŒdlichen Anden. Auf Feuerland nisten zudem Kormorane. Die patagonischen KĂŒsten beherbergen Magellanpinguine und Kolonien von SĂŒdamerikanischen SeebĂ€ren und MĂ€hnenrobben.
Die KĂŒstengewĂ€sser Argentiniens beherbergen unter anderem SĂŒdkaper, Orcas und Commerson-Delfine, daneben Seehechte, Sardinen, Makrelen und Dorados.
- Siehe auch: Liste der Nationalparks in Argentinien
Bearbeiten Bevölkerung
Hauptartikel: Bevölkerung Argentiniens
Argentinien hat eine Bevölkerung von etwa 39,4 Millionen Einwohnern (SchĂ€tzung fĂŒr 2007 basierend auf der VolkszĂ€hlung von 2001 [5].) Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 14 Einwohnern/kmÂČ.
Etwa 87 % der Bevölkerung leben in StĂ€dten von mehr als 2.000 Einwohnern, wovon allein 11,5 Millionen auf die Agglomeration Gran Buenos Aires entfallen. Diese hat eine Bevölkerungsdichte von 2.989 Einwohnern/kmÂČ.
Die Stadt und die gesamte Provinz Buenos Aires zusammen haben 16,6 Millionen, die Provinzen Córdoba und Santa Fe jeweils ca. 3 Millionen, so dass in diesen drei im zentralen Teil des Landes gelegenen Provinzen zusammen mehr als 60 % der Bevölkerung leben.
Weite Teile des ĂŒbrigen Landes sind dagegen sehr dĂŒnn besiedelt, vor allem im trockenen SĂŒden, wo nur etwa ein bis drei Einwohner/kmÂČ leben.
Bearbeiten Ethnische Gruppen
Mehr als 90 % der Bevölkerung stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten EuropĂ€ern ab, hiervon etwa 36 % von Italienern, circa 29 % von Spaniern und etwa 3â4 % von Deutschen. Im Raum Buenos Aires sowie in den Provinzen Chaco und Misiones spielt auch die polnische Kultur eine wichtige Rolle. Hierbei handelt es sich um Nachkommen polnischer Emigranten aus den 1920er Jahren.
Bis Anfang der 1990er Jahre ging man von einem Anteil der Mestizen â Nachfahren sowohl von EuropĂ€ern als auch von Indianern â unter 10 % aus. Nach neueren Berechnungen ist deren Anteil jedoch weitaus höher. Diese Diskrepanz kommt vermutlich daher, dass die Mestizen frĂŒher unter einer starken Diskriminierung zu leiden hatten und sich daher als âWeiĂeâ ausgaben.
Bearbeiten Indianische Bevölkerung
Hauptartikel: Indigene Völker in Argentinien
Nur eine Minderheit der Argentinier sind Nachkommen von insgesamt 30 Ethnien, die vor dem Eintreffen der Spanier auf dem Landesterritorium lebten. Dies liegt einerseits daran, dass Argentinien vor der Kolonialzeit nur im Nordwesten dicht bevölkert war, zum anderen auch daran, dass die verbleibenden Indianer von den Spaniern und spĂ€ter von den Argentiniern weitgehend ausgerottet wurden. Vom staatlichen Indianerinstitut INAI wird die Zahl der Indianer auf etwa 1 Million, von Seiten der Indianerorganisationen wie der AIRA (AsociaciĂłn de IndĂgenas de la RepĂșblica Argentina) jedoch auf mehr als 1,5 Millionen geschĂ€tzt.
In einem Sonderzensus des INDEC, der im Jahr 2004 durchgefĂŒhrt wurde, wurde ermittelt, dass etwa 2,8 % aller argentinischen Haushalte indigene Haushaltsmitglieder haben. Dieser Anteil variiert allerdings von Provinz zu Provinz stark. So ist in der Provinz Jujuy der Anteil mit 10,5 % am gröĂten. Am niedrigsten ist der Anteil in der Provinz Corrientes mit 1,0 %, in der Hauptstadt Buenos Aires betrĂ€gt er 2,3 % [6] (INDEC).
Die gröĂten Gruppen sind die Kollas in Jujuy und Salta, die Mapuche (Araukaner) in NeuquĂ©n und RĂo Negro sowie die Wichi und Toba im Chaco und in Formosa. Nur eine Minderheit der Indianer lebt in ihren angestammten Siedlungsgebieten, viele sind in die GroĂstĂ€dte ĂŒbergesiedelt, wo sie oft unter Ă€rmlichen Bedingungen als schlecht bezahlte Arbeiter leben. So gibt es in Rosario und Resistencia Viertel, die nur von Toba-Indianern bewohnt werden, dasselbe gilt fĂŒr Kollas in San Salvador de Jujuy und San Miguel de TucumĂĄn. Seit den 1980er Jahren erstarken innerhalb dieser StĂ€mme Bewegungen, die traditionelle Kultur gezielt zu erhalten und verbreiten, etwa ĂŒber Radiostationen und an Schulen.
Bearbeiten Zuwanderung und Auswanderung
Die Zahl der AuslĂ€nder lag bei der VolkszĂ€hlung 2001 bei 1.531.940 (4,2 % der Bevölkerung), dabei sind die gröĂten Gruppen Paraguayer (325.046), Bolivianer (233.464), Italiener (216.718) und Chilenen (212.429).[7] Den höchsten Anteil von im Ausland Geborenen haben die Provinz Santa Cruz (12 %), die Stadt Buenos Aires sowie Tierra del Fuego (beide 11 %).[8]
Historisch gesehen wurde die gröĂte Einwanderungswelle zwischen 1880 und 1930 verzeichnet, fast ausschlieĂlich aus Europa. Danach flachte die Migration nach Argentinien immer weiter ab, abgesehen von einem kurzzeitigen Wiederaufflammen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Nach einer Phase negativen Wanderungssaldos zwischen 1975 und 2001 ist die Bilanz seit der Argentinienkrise derzeit wieder leicht positiv. Heute wandern vor allem BĂŒrger der NachbarlĂ€nder Bolivien, Paraguay und Uruguay sowie aus dem sĂŒdamerikanischen Staat Peru nach Argentinien ein. Zu Zeiten der Pinochet-Diktatur fand die Einwanderung auch aus Chile statt, dies hat sich jedoch aufgrund der Redemokratisierung und des mittlerweile höheren Lebensstandards des Nachbarlandes nach 2001 umgekehrt. Insgesamt kommen etwa 68 % der Einwanderer aus amerikanischen Staaten. Etwa 2 % aller Einwanderer kommen aus Asien (hauptsĂ€chlich Koreaner).
Seit den 1990er Jahren findet man immer mehr Einwanderer aus Europa, die hauptsĂ€chlich wegen der unberĂŒhrten Natur hierher ziehen. Im Unterschied zu den anderen Einwanderern weisen sie meist schon eine gesicherte Existenz auf oder sind Rentner, versuchen also durch den Umzug ihre LebensqualitĂ€t zu erhöhen. Andere AuslĂ€ndergruppen (besonders Italiener und Spanier) sind noch lebende Einwanderer der Hauptwelle (bis 1950). EuropĂ€er reprĂ€sentieren etwa 28 % der AuslĂ€nder.
Seit der Argentinien-Krise zwischen 1998 und 2002 sind vermehrt Emigrationswellen aufgetreten. Argentinier verlieĂen das Land in Richtung Europa und Nordamerika, in geringeren MaĂen auch nach Brasilien und Chile. Diese Emigrationswelle ist jedoch aufgrund der relativ schnellen Erholung der argentinischen Wirtschaft weitgehend abgeebbt.
Bearbeiten Religion
Katholizismus ist in Argentinien Staatsreligion und genieĂt nach der Verfassung einen bevorzugten Status.
Etwa 90 % der Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens. Daneben bestehen offiziell ĂŒber 2.500 registrierte Kulte und Religionen. Darunter Protestantismus (6 %), Judentum (ca. 0,5 %), Islam und zum Beispiel der Pachamama-Kultus im Nordwesten Argentiniens, der durch Verschmelzung christlicher Riten mit der Religion der Ureinwohner entstand.[9]
Bearbeiten Sprache
Alleinige Amtssprache ist in Argentinien Spanisch. Daneben existiert eine Reihe von mehr oder weniger bedeutenden Minderheitensprachen, die von der indianischen Bevölkerung gesprochen werden. Die wichtigsten darunter sind das Quechua und das GuaranĂ, in manchen Gegenden wird auch noch Mapudungun gesprochen. Am höchsten ist die Sprecherzahl von autochtonen Sprachen bei den Indianergruppen im Chaco, den Wichi, PilagĂĄ und Toba, bei denen mehr als die HĂ€lfte noch ihre angestammte Sprache verstehen. Bei anderen Gruppen wie den Kolla und Mapuche ist diese Zahl weit geringer.[10]
Die argentinische Aussprache des Spanischen unterscheidet sich deutlich von der in Spanien und auch von der in anderen lateinamerikanischen LĂ€ndern ĂŒblichen. Der Buchstabe ll wird wie das deutsche sch oder wie das französische j ausgesprochen, ebenso zwischen Vokalen der Buchstabe y; dieses PhĂ€nomen wird als YeĂsmo bezeichnet. Der Buchstabe z wird immer wie ein stimmloses s ausgesprochen, das gleiche trifft auf das c vor e und i zu, dies nennt man Seseo. Des Weiteren herrscht in Argentinien der Voseo vor, d. h. anstatt des Personalpronomens tĂș fĂŒr die 2. Person Singular wird vos verwendet. Die Verben werden dabei anders konjugiert (im PrĂ€sens immer endbetont und mit abweichenden Imperativformen). Weiterhin wird die 2. Person Plural vosotros auch in informeller Sprache durch die 3. Person Plural ustedes ersetzt, die im europĂ€ischen Spanisch nur die Höflichkeitsform ist. DarĂŒber hinaus gibt es eine Reihe lexikalischer Abweichungen.
WĂ€hrend ein GroĂteil der Nachfahren italienischer Einwanderer in Argentinien die Sprache ihrer Vorfahren aufgegeben hat, wird von den Nachfahren der deutschsprachigen und englischsprachigen Einwanderer teilweise noch die Sprache ihrer Vorfahren gepflegt. So gibt es Stadtviertel im GroĂraum Buenos Aires, wo man noch sehr viel Deutsch hört. In der Provinz CĂłrdoba gibt es eine relativ groĂe Kolonie von Ăberlebenden des Kriegsschiffs Graf Spee aus dem Zweiten Weltkrieg, die sich in Villa General Belgrano niederlieĂen, wo heute noch teilweise Deutsch gesprochen wird.
Siehe auch: RĂo-de-la-Plata-Spanisch, Belgranodeutsch
Bearbeiten Bevölkerungsentwicklung
In der Kolonialzeit lag der Schwerpunkt der argentinischen Bevölkerung lange im Nordwesten, und insbesondere in der Minenregion um Salta und Jujuy. GröĂte Stadt war das am Kreuzungspunkt mehrerer Handelsrouten gelegene CĂłrdoba. Dies Ă€nderte sich mit der Einrichtung des Vizekönigreiches RĂo de la Plata 1776. Der Handel lieĂ nun die Bevölkerungszahl des so genannten Litoral im Osten des Landes (Buenos Aires, Santa Fe, Entre Rios) sprunghaft ansteigen, und nach der Erringung der UnabhĂ€ngigkeit hatte sich die wirtschaftliche und politische Macht endgĂŒltig in dieser Region konzentriert. Das Gebiet sĂŒdlich einer Linie etwa zwischen dem heutigen La Plata und Mendoza war dagegen bis zur WĂŒstenkampagne des General Roca in den 1970er Jahren des 19. Jahrhunderts noch von den Indianern bewohnt, es gab allerdings einige spanische und walisische Enklaven.
Die Einwanderungswelle 1880â1930 verstĂ€rkte die Dominanz des Litoral und besonders von Stadt und Provinz Buenos Aires zusĂ€tzlich, da sich der GroĂteil der Einwanderer in dieser Gegend niederlieĂen. Der Nordwesten wurde mehr und mehr zu einer rĂŒckstĂ€ndigen und wirtschaftlich schwachen Region, in dem relativ wenig Einwanderung stattfand, und Patagonien befand sich erst am Beginn seiner Entwicklung. Der GroĂraum Buenos Aires wuchs so zwischen 1850 und 1914 von 150.000 auf 1,6 Millionen Einwohner.
Nach dem Versiegen des Einwandererstroms um 1930 brachte die Industrialisierung einen Binnenwandererstrom, dessen Ziel ebenfalls Buenos Aires und â mit Abstand â CĂłrdoba und Rosario war. Dieser Strom hielt bis in die 1970er Jahre an und fĂŒhrte dazu, dass sich der GroĂraum rund um die Hauptstadt weit ĂŒber das eigentliche Stadtgebiet von Buenos Aires ausdehnte.
1980 ĂŒberschritt der GroĂraum Buenos Aires im nationalen Zensus zum ersten Mal die 10-Millionen-Marke und konzentrierte damit fast 40 % der Bevölkerung (damals 24 Millionen). Danach flachte das Wachstum der StĂ€dte des Litorals allerdings deutlich ab. Zwischen 1991 und 2001 verlor die Stadt Buenos Aires 7 % ihrer Einwohner, die Bevölkerung des Ballungsraums der Stadt insgesamt stieg nur noch leicht an, auch Rosario und Santa Fe stagnierten. Zum Wachstumsmagnet wurden dagegen abgelegene Regionen wie das wirtschaftlich boomende Patagonien, insbesondere die sĂŒdlichsten Provinzen Provinz Tierra del Fuego und Santa Cruz (44 % bzw. 23 % Zuwachs zwischen 1991 und 2001), aber auch die StĂ€dte des Nordwestens wie Jujuy, Salta, La Rioja und TucumĂĄn sowie der Ballungsraum CĂłrdoba.
In Buenos Aires und den meisten GroĂstĂ€dten existiert seit etwa 1980 das PhĂ€nomen der Stadtflucht: Viele, meist besser verdienende Einwohner siedeln von den Stadtzentren ins Umland um. Seit etwa 1990 hat sich dieses PhĂ€nomen durch die massenhafte Einrichtung von privaten Stadtvierteln und Country Clubs noch verstĂ€rkt. Die Ursache liegt in der als steigend empfundenen KriminalitĂ€t. Auch touristisch und landschaftlich interessante Orte erleben seit dieser Zeit einen Boom, was auch mit der steigenden MobilitĂ€t der Bevölkerung sowie der inzwischen deutlich besseren VerfĂŒgbarkeit von infrastrukturellen Dienstleistungen wie Telefon, Radio, Fernsehen und Internet selbst in weit entlegenen Gebieten zusammenhĂ€ngt. So wurden aus ehemals kleinen Ferienorten wie Merlo, Pinamar und Villa Carlos Paz prosperierende, schnell wachsende StĂ€dte.
Bearbeiten Soziale Situation
Die soziale Situation des Landes ist in mehrerer Hinsicht durch eine starke Ungleichheit gekennzeichnet. So gibt es einerseits ein sehr groĂes WohlstandsgefĂ€lle zwischen Ober- und Unterklasse. So gehören die argentinischen Top-Manager-GehĂ€lter zu den höchsten in SĂŒdamerika, wĂ€hrend die Ă€rmsten 40 % sich mit nur zehn Prozent des gesamten Volkseinkommens zufrieden geben mĂŒssen.
Aber auch die Unterschiede zwischen den Regionen Argentiniens sind groĂ. So liegt etwa die Armutsrate, die nach einem Warenkorb berechnet wird, in der Hauptstadt Buenos Aires mit etwa 15 % nur etwas mehr als halb so hoch wie im Landesdurchschnitt (23 %), wĂ€hrend sie in der Nordostregion bei 41 % liegt (Stand 2007). Eine Durchschnittsperson benötigte im MĂ€rz 2008 monatlich etwa 317 AR$, um nicht unter die Armutslinie zu fallen. In den meisten Haushalten ist es daher nötig, dass mehrere Familienmitglieder zum Einkommen beitragen. Dies zeigt auch die offizielle Statistik: So liegt das durchschnittliche monatliche Pro-Kopf-Einkommen bei etwa 1.156 AR$ und damit nur knapp ĂŒber der Armutsrate fĂŒr Familien, wĂ€hrend das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen bei 2.090 AR$ liegt (s. u.).
Generell kann man sagen, dass die nördlichen Provinzen, besonders die Provinz TucumĂĄn und der Nordosten (Chaco, Formosa, Santiago del Estero) am stĂ€rksten von Armut und UnterernĂ€hrung betroffen sind. VerschĂ€rft wird diese Situation durch das relativ schnelle Bevölkerungswachstum in dieser Region. Als relativ reich dagegen gelten die zentralen Provinzen (Buenos Aires, Santa Fe, CĂłrdoba, San Luis und Mendoza), aber auch der Ă€uĂerste SĂŒden (Santa Cruz und Tierra del Fuego).
Es sind neben den grenznahen Gegenden (beispielsweise Jujuy und Formosa) allerdings vor allem die reichen Zentralprovinzen, die am stĂ€rksten mit der stĂ€dtischen Armut und damit mit der Slumbildung zu kĂ€mpfen haben. Die Zuwanderung aus den Ă€rmeren NachbarlĂ€ndern Peru, Bolivien und Paraguay sowie die Binnenwanderung aus abgelegenen Gegenden des Landesinneren sind trotz einer AbschwĂ€chung in den 1990er Jahren immer noch ein groĂes Problem in den GroĂstĂ€dten, die die Zahl der Slumbewohner trotz sozialer Wohnungsprogramme weiterhin anwachsen lĂ€sst. So liegt beispielsweise in Rosario der Anteil der Slumbewohner an der Gesamtbevölkerung bei ĂŒber 15 %. Zudem kam Zuwachs fĂŒr die Slums auch von den so genannten Neu-Armen, besonders in den wirtschaftlich kritischen Jahren 1989/1990, 1995 sowie zwischen 1998 und 2002.
In der Argentinien-Krise verschlechterten sich viele Indikatoren der sozialen Situation in kĂŒrzester Zeit, insbesondere in den Jahren 2001 und 2002, in denen die Armutsrate, die nach einem Warenkorb berechnet wird, auf ĂŒber 50 % stieg. Ab 2003 normalisierten sich die Werte langsam wieder, allerdings bleibt die Armutsrate trotz eines deutlichen RĂŒckgangs weiterhin mit ĂŒber 20 % deutlich ĂŒber den Werten der 1990er Jahre. Dabei sind in der am stĂ€rksten betroffenen RegiĂłn Noreste Argentino (Nordostregion) weiterhin fast die HĂ€lfte der Bevölkerung arm.
Einige Daten zur sozialen Situation: [11] (INDEC)
- Bruttosozialprodukt pro Kopf: 11.427 AR$ (zu aktuellen Preisen, 2004); 13.600 US$ (KaufkraftparitÀt, SchÀtzung von 2005)
- Durchschnittliches Pro-Kopf-Monatseinkommen: 625 AR$ (1. Quartal 2007)
- Durchschnittliches Monatseinkommen pro Haushalt: 2.090 AR$ (1. Quartal 2007)
- Inflationsrate: 8,5 % (Jan. bis Dez. 2007 laut INDEC)
- Anstieg der Konsumentenpreise seit Dezember 2001: 61,3 % (MĂ€rz 2005)
- Arbeitslosigkeit: 7,5 % (4. Quartal 2007)
- UnterbeschÀftigung: 9,1 % (4. Quartal 2007)
- Armutsrate: 23,4 % der Personen und 16,3 % der Haushalte (1. Halbjahr 2007)
- Tasa de indigencia (Personen, die den Lebensmittelwarenkorb nicht erreichen): 8,2 % der Personen und 5,7 % der Haushalte (2. Halbjahr 2005)
- Analphabetenrate: 2,6 % (2001)
- Funktionelle Analphabeten (ohne Primarschulabschluss): 9,8 % (2004)
- HIV-PrÀvalenz: 0,7 % (2001)
- Lebenserwartung: 76,52 Jahre (2008)
- Kindersterblichkeit: 13,87 pro 1.000 Lebendgeburten (2008)
- Zahl der Kinder pro Frau: 2,09 (SchÀtzung 2008)
- Einwanderungssaldo pro 1000 Einwohner: 0,39 (2008)
- Bevölkerungswachstum insgesamt /Jahr: 0,917 % (SchÀtzung 2008)
Anmerkung: Bei der Armuts- und Elendsrate variieren die Einkommen, nach denen sich die Rate richtet, je nach Region, daher wird nur ein ungefĂ€hrer Durchschnittswert angegeben. Bei der Inflationsrate wird der Wert nur im GroĂraum Buenos Aires errechnet. Die Daten des INDEC fĂŒr den Preisindex wurden allerdings mehrfach angezweifelt, die Haltung internationaler Organisationen wie dem IWF dazu ist uneinig.[12]
Bearbeiten Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Argentiniens
Man nimmt an, dass die Besiedelung des heutigen Argentiniens durch den Menschen etwa 15.000 v. Chr. von Nordamerika aus erfolgte.
Die im Pampa-Raum des heutigen Argentinien ansĂ€ssigen StĂ€mme Het (QuerandĂes) und Tehuelches (Aonikenk und GununakĂŒna) waren bis zum Eintreffen der Spanier nicht sesshaft und besaĂen auch keine nennenswert entwickelte Technologie. Die StĂ€mme im Nordwesten des Landes hingegen (z. B. die Diaguita) praktizierten etwa ab der Zeit des frĂŒhen Mittelalters in Europa Ackerbau und Viehzucht und waren vor allem auf dem Gebiet der Architektur weit fortgeschritten. Im 13. und 14. Jahrhundert expandierte das Inka-Reich stark nach SĂŒden und umfasste um 1450 weite Teile des Nordwestens Argentiniens bis in den Norden der heutigen Provinz Mendoza.
Die EuropĂ€er erreichten die Region erstmals mit der Reise Amerigo Vespuccis 1502. Das heutige Argentinien wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus zwei Richtungen kolonisiert: Von Peru aus nahmen sie die nordwestlichen Teile des Landes in Besitz, wĂ€hrend andererseits vom Atlantik aus spanische Niederlassungen am Stromsystem des RĂo de la Plata gegrĂŒndet wurden, darunter Buenos Aires, wo sich die Spanier im Jahre 1580 auf Dauer etablieren konnten, nachdem ein erster Versuch zur GrĂŒndung einer spanischen Siedlung dort im Jahre 1536 am Widerstand der indigenen Bewohner der Pampa gescheitert war. Die weiter sĂŒdlich gelegenen Gebiete des heutigen Argentinien wurden zwar theoretisch auch von Spanien beansprucht, blieben aber in der Kolonialzeit faktisch auĂerhalb der spanischen HerrschaftssphĂ€re.
Administrativ war das heutige Argentinien zunĂ€chst Teil des Vizekönigreichs Peru, welches SĂŒdamerika mit Ausnahme der portugiesischen EinflusssphĂ€re umfasste. Im Jahre 1776 wurde von diesem das Vizekönigreich des RĂo de la Plata mit Hauptstadt Buenos Aires abgespalten, welches neben Argentinien noch das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay umfasste.
Die unter dem Eindruck der Französischen Revolution am 25. Mai 1810 in Buenos Aires erklĂ€rte UnabhĂ€ngigkeit hatte zunĂ€chst nur lokale Wirkung (Mai-Revolution), fĂŒhrte aber zu einem landesweiten Befreiungskrieg gegen die Spanier. Die UnabhĂ€ngigkeit erlangte das Land schlieĂlich am 9. Juli 1816 in San Miguel de TucumĂĄn. Wie zuvor Paraguay im Jahre 1811, spalteten sich dann auch 1825 Bolivien und 1828 Uruguay von den damaligen Vereinigten Provinzen des RĂo de la Plata ab.
Zwischen 1816 und 1880 war die Entwicklung Argentiniens von Diktaturen (unter dem Bonarenser Gouverneur Juan Manuel de Rosas) und BĂŒrgerkriegen geprĂ€gt. Die Provinzen waren zunĂ€chst weitgehend autonom, nur 1826â27 konnte das Land kurzzeitig geeint werden. 1853 wurde zunĂ€chst ohne die abtrĂŒnnige Provinz Buenos Aires die heutige Argentinische Republik gegrĂŒndet und eine föderalistische Verfassung in deren erster Hauptstadt ParanĂĄ verabschiedet. In den Jahren 1861 und 1862 schloss sich die Buenos Aires nach einer militĂ€rischen Auseinandersetzung wieder an, es wurden landesweite Wahlen ausgerufen, und erster gesamtargentinischer PrĂ€sident wurde BartolomĂ© Mitre. In dessen Regierungszeit fiel der Tripel-Allianz-Krieg 1864 bis 1870, in dem sich Argentinien gemeinsam mit Brasilien und Uruguay gegen expansive Tendenzen Paraguays durchsetzte, das sich zu dieser Zeit zu einer der stĂ€rksten MilitĂ€rmĂ€chte SĂŒdamerikas entwickelt hatte. Argentinien gewann durch diesen Krieg das Gebiet der heutigen Bundesstaaten Misiones, Formosa und Chaco hinzu.
Die Jahre von 1880 bis 1912 waren durch die zahlreiche Einwanderung vor allem von Italienern und Spaniern gekennzeichnet, die sich in den StĂ€dten und in so genannten âKolonienâ auf dem Land ansiedelten. Politisch ist diese Zeit als Scheindemokratie zu bezeichnen, denn die Regierung Julio Argentino Roca und die folgenden Regierungen waren oligarchisch ausgerichtet, mit groĂem Einfluss der GroĂgrundbesitzer. Dem Gros der Bevölkerung wurde durch ein ausgeklĂŒgeltes Wahlbetrugs-System durch die Regierungspartei Partido Autonomista Nacional, die von 1874 bis 1916 ununterbrochen regierte, die politischen Rechte vorenthalten; auch die Einwanderer hatten kein Stimmrecht.
Ab 1893 verschĂ€rften sich die Grenzprobleme mit Chile, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Diese war seit dem Salpeterkrieg von Chile besetzt. Zwischen Chile und Argentinien kommt es zu einem WettrĂŒsten. Erst der britische König Edward VII. konnte 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland werden neu aufgeteilt, davon fallen 54.000 kmÂČ an Chile und 40.000 kmÂČ an Argentinien (Siehe King Edward VII's Award 1902 in englischer Sprache).
1912 wurde vom PrĂ€sidenten und Leiter des liberalen FlĂŒgels der PAN, Roque SĂĄenz Peña, das allgemeine Wahlrecht eingefĂŒhrt, in der Folge kam es 1916 zum Machtwechsel an die aus der bĂŒrgerlichen Protestbewegung hervorgegangenen UniĂłn CĂvica Radical. Sie regierte bis 1930, als ein MilitĂ€rputsch wieder ein konservatives System einfĂŒhrte. Vor allem die 1930er Jahre werden heute als dĂ©cada infame, als berĂŒchtigtes Jahrzehnt bezeichnet, in dem die Demokratie nur auf dem Papier existierte und Wahlbetrug an der Tagesordnung war. Im Laufe der ersten HĂ€lfte der 40er Jahre gelang es dem jungen Offizier Juan Domingo PerĂłn, sich trickreich an die Macht zu manövrieren. Er belegte zunĂ€chst unter den MilitĂ€rs das Arbeitsministerium und wurde wegen seiner weit reichenden ZugestĂ€ndnisse an die Gewerkschaften schnell zu einem Volksheld in der Arbeiterklasse. Im Jahre 1946 wurde er zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt.
Im Zweiten Weltkrieg war Argentinien offiziell neutral. Es sympathisierte zunĂ€chst mit den AchsenmĂ€chten, unterstĂŒtzte gegen Kriegsende jedoch die Alliierten. WĂ€hrend des Krieges war Argentinien Zielland von FlĂŒchtlingen aus Europa; nach dem Krieg fanden in Argentinien ebenso wie in anderen Staaten Lateinamerikas zahlreiche Nationalsozialisten und Faschisten Unterschlupf. Unter den prominentesten nationalsozialistischen Kriegsverbrechern in Argentinien waren Adolf Eichmann, der am 23. Mai 1960 vom Mossad entfĂŒhrt und in Israel zum Tode verurteilt wurde, Josef Mengele, Arzt des Konzentrationslagers Auschwitz, sowie Walter Rauff, der im Zweiten Weltkrieg mitverantwortlich war fĂŒr den Einsatz fahrbarer Gaskammern, mit denen die HĂ€ftlinge aus Konzentrationslagern ermordet wurden. Ăber so genannte SchlĂŒsselfirmen wurden auch hohe Vermögenswerte der Nationalsozialisten nach Argentinien verschoben.
Unter Perón, der mit faschistischem Gedankengut sympathisierte, verfolgte Argentinien das Ziel, durch ZugestÀndnisse an die Arbeiter den Kommunismus abzuwehren. Ab seiner ersten Regierungszeit wurde die Industrialisierung des Landes, die nach der Weltwirtschaftskrise um 1930 begonnen hatte, vertieft und eine Importsubstitutionspolitik durchgesetzt. 1955 wurde er bei einem Putsch abgesetzt und floh ins Exil.
Argentinien verzeichnete in der Folgezeit wirtschaftliche Höhen und Tiefen im Wechsel. Bis 1983 gab es eine Epoche der InstabilitĂ€t, in der abwechselnd zivile und MilitĂ€r-Regierungen das Land in der Hand hatten. Die demokratisch gewĂ€hlten Regierungen Frondizis (1958â62) und Illias (1963â1966) wurden von den antiperonistischen MilitĂ€rs vorzeitig aus dem Amt geputscht. Von 1966 bis 1973 gab es unter OnganĂa und seinen Nachfolgern eine lĂ€ngere rechtskonservative MilitĂ€rdiktatur, die jedoch nach Protesten der Bevölkerung 1973 schlieĂlich aufgegeben wurde. Das Land fand kurzzeitig zur Demokratie zurĂŒck, der nach wie vor populĂ€re PerĂłn durfte wieder einreisen und konnte bald erneut an die Macht gelangen.
Die zweite Amtszeit PerĂłns von Oktober 1973 bis zu seinem Tod am 1. Juli 1974 brachte nur eine geringfĂŒgige Beruhigung in die politischen und wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse Argentiniens. Nach seinem Tod wurde seine dritte Ehefrau, Isabel PerĂłn (genannt âIsabelitaâ), die er zur VizeprĂ€sidentin gemacht hatte, auf Betreiben der peronistischen Partei als PrĂ€sidentin eingesetzt. Diese, eine ehemalige NachtclubtĂ€nzerin, war mit diesem Amt völlig ĂŒberfordert und diente lediglich als Marionette von rechten Peronisten wie JosĂ© LĂłpez Rega, der mit der AAA schon unter PerĂłn eine paramilitĂ€rische Gruppe eingesetzt hatte, die Regimegegner folterte und ermordete. Zudem nahmen wirtschaftliche Probleme zu, und es kam zu einer starken Inflation. Kriminelle Gruppierungen (Guerilleros) machten sich das Chaos zunutze, fĂŒr ihre eigenen Interessen EntfĂŒhrungen und andere Verbrechen zu begehen. Die EntfĂŒhrung des fĂŒr Mercedes-Benz den Standort Argentinien betreuenden Produktionsleiters Heinrich Metz im Oktober 1975 (er kam spĂ€ter fĂŒr ein Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar wieder frei), löste eine Fluchtwelle unter den fĂŒr deutsche Firmen in Argentinien tĂ€tigen Immigranten aus.
Im Jahr 1976 kam es erneut zu einem MilitĂ€rputsch und es installierte sich unter der FĂŒhrung von Jorge Rafael Videla eine MilitĂ€rdiktatur unter dem Namen des âProzesses der Nationalen Reorganisationâ, geleitet von einer Junta aus drei Mitgliedern, die der Situation mit offenem Staatsterror Herr zu werden versuchte, die Zeit zwischen 1976 und 1978 wird daher auch als âSchmutziger Kriegâ bezeichnet. Unter den geschĂ€tzt 30.000 âDesaparecidosâ (Verschwundenen) befanden sich auch zahlreiche Studenten, deren MĂŒtter sich zusammenschlossen, um auf dem Platz vor dem RegierungsgebĂ€ude (Plaza de Mayo) ungeachtet ihrer SelbstgefĂ€hrdung zu demonstrieren und damit in die Geschichte eingingen. Ziel der Madres de Plaza de Mayo (âMĂŒtter der Plaza de Mayoâ), war und ist es, Kenntnis ĂŒber den Verbleib ihrer Kinder zu erhalten. Mittlerweile gibt es auch eine Organisation Abuelas de Plaza de Mayo (âGroĂmĂŒtter der Plaza de Mayoâ, [13], deren Zweck es ist, die in der Gefangenschaft geborenen und illegal zur Adoption frei gegebenen Kinder der Verschwundenen in ihre Familie zurĂŒckzufĂŒhren. In spĂ€teren Gerichtsverfahren gegen verantwortliche MilitĂ€rs, die nur mit MĂŒhe durchgesetzt werden konnten, wurde bekannt, dass sich die militĂ€rischen Machthaber zahlreicher Menschen auf grausame Weise entledigt hatten: Die Opfer wurden betĂ€ubt und ĂŒber dem RĂo de la Plata aus dem Flugzeug geworfen.
Um SouverĂ€nitĂ€tstreitigkeiten (siehe Beagle-Konflikt) ĂŒber die Inseln an der sĂŒdlichen Spitze Amerikas zu beenden, beauftragten Argentinien und Chile 1971 ein internationales Tribunal damit, ĂŒber eine bindende Interpretation des Grenzvertrags von 1881 zu entscheiden. Das Schiedsgericht im Beagle-Konflikt entschied 1977, dass alle Inseln sĂŒdlich der Isla Grande de Tierra del Fuego zu Chile gehören. 1978 erklĂ€rte Argentinien die Entscheidung fĂŒr null und nichtig und bereitete die militĂ€rische Einnahme der Inseln (siehe Operation Soberania) vor, nur durch die Vermittlung des Papstes konnte dies verhindert werden. Erst 1984, aufgrund der Demokratisierung, erkannte Argentinien, nach Austausch von Navigationsrechten und einer Verschiebung der maritime Grenze nach Westen, im Freundschafts- und Friedensvertrag von 1984 zwischen Chile und Argentinien das Urteil endgĂŒltig an.
Im April 1982 trat Argentinien unter dem neuen Junta-Chef Leopoldo Galtieri mit GroĂbritannien in den Falklandkrieg ein. Es ging um die Argentinien vorgelagerten Falklandinseln (in Argentinien als âIslas Malvinasâ bezeichnet), die nach argentinischer Rechtsauffassung zum eigenen Staatsgebiet gehören, jedoch von GroĂbritannien verwaltet werden. Die Invasion argentinischer Soldaten wurde von den StreitkrĂ€ften des Vereinigten Königreichs mit Luftangriffen, einem Seekrieg und einer Landeoperation erfolgreich revidiert. Argentinien kapitulierte am 14. Juni 1982.
1983 kehrte das Land zur Demokratie zurĂŒck. Der erste PrĂ€sident dieser Epoche war RaĂșl AlfonsĂn (UCR), der jedoch 1989 infolge einer schweren Wirtschaftskrise vorzeitig zurĂŒcktrat. Die Peronistische Partei kam mit Carlos Menem wieder an die Macht. Die neoliberale Wirtschaftspolitik Menems und die 1:1-Bindung des Argentinischen Peso an den US-Dollar war wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit Ă€uĂerst erfolgreich und konnte das Land stabilisieren. WĂ€hrend seiner zweiten Amtszeit machten sich aber immer mehr die negativen Seiten dieser Wirtschaftspolitik bemerkbar.
Zwischen 1998 und 2002 fiel daher das Land erneut in eine schwere Wirtschaftskrise, in der die Wirtschaftskraft um 20 % zurĂŒckging. 1999 wurde die Regierung Menem durch eine Mitte-Links-Koalition mit dem PrĂ€sidentschaftskandidaten Fernando de la RĂșa abgelöst. De la RĂșa konnte aber die verfahrene wirtschaftliche Situation, die sein VorgĂ€nger hinterlieĂ, nicht schnell und nachhaltig verbessern. Das zögerliche Handeln des PrĂ€sidenten, Streitereien innerhalb der Koalition und eine starke auĂerparlamentarische Opposition durch die Gewerkschaften, die traditionell den Peronisten nahe stehen, schwĂ€chten De la RĂșa zunehmend. Dies gipfelte Ende 2001 nach starken Unruhen und PlĂŒnderungen im RĂŒcktritt von PrĂ€sident Fernando de la RĂșa.
In der Folge gab es mehrere peronistische InterimsprĂ€sidenten, bis Eduardo Duhalde mit der Verwaltung der Krise beauftragt wurde. Im Mai 2003 wurde nach einer sehr chaotisch verlaufenden PrĂ€sidentschaftswahl NĂ©stor Kirchner zum neuen Staatsoberhaupt gewĂ€hlt, der dem sozialdemokratischen FlĂŒgel der peronistischen Partei angehört. Trotz seines niedrigen Wahlergebnisses war Kirchner in seiner Amtszeit bei der Bevölkerung sehr beliebt, weil er die Krise erfolgreich ĂŒberwinden und daher die Gesamtsituation des Landes verbessern konnte. Die Wirtschaft bekam einen starken Wachstumsschub: 2003 verbuchte Argentinien ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von +8,7 % gegenĂŒber â10,9 % im Jahr 2002[14]. Kirchner war jedoch auch Kritik ausgesetzt, insbesondere wegen seines autokratischen FĂŒhrungsstils und zum Teil auch wegen seiner als Populismus gedeuteten Zusammenarbeit mit der Piquetero-Protestbewegung.
Bei den Wahlen zum argentinischen Senat und zur argentinischen Abgeordnetenkammer im Oktober 2005 gingen die AnhĂ€nger NĂ©stor Kirchners mit etwa 40 % der Stimmen als Sieger hervor. Bei der Wahl um Senatorenposten der wichtigen Provinz Buenos Aires gewann seine Frau Cristina FernĂĄndez de Kirchner gegen die Ehefrau des ehemaligen PrĂ€sidenten Eduardo Duhalde Hilda GonzĂĄlez de Duhalde, die ebenfalls der Peronistischen Partei angehört. Der PrĂ€sident wurde somit gestĂ€rkt und konnte sich in beiden Kammern auf eine breite Mehrheit auch innerhalb seiner eigenen Partei stĂŒtzen.
Die PrĂ€sidentschafts- und Parlamentswahl am 28. Oktober 2007 konnten die regierenden Peronisten, insbesondere die Wahlplattform Kirchners, Frente para la Victoria, mit einem ĂŒberwĂ€ltigen Sieg gewinnen. Cristina FernĂĄndez de Kirchner konnte sich schon im ersten Wahlgang mit 45,3 % der Stimmen durchsetzen und damit eine Stichwahl vermeiden. Sie tritt das PrĂ€sidentenamt am 10. Dezember 2007 an. Auch im Parlament wurde der Kirchnerismo leicht gestĂ€rkt.[15]
Siehe auch: Liste der PrÀsidenten von Argentinien, Argentinien-Krise
Bearbeiten Politik
Nach der Verfassung von 1994 ist Argentinien eine föderalistische, republikanische PrÀsidialdemokratie.
Bearbeiten Politisches System
Der PrĂ€sident der Nation (âPresidente de la NaciĂłn Argentinaâ, âPoder Ejecutivo Nacionalâ) ist Staatsoberhaupt und Regierungschef in Person und hat eine starke Stellung, unter anderem die Möglichkeit per Dekret zu regieren. Er wird gemeinsam mit dem VizeprĂ€sidenten, der ihn bei Abwesenheit vertritt, alle vier Jahre (bis 1995: alle sechs Jahre) in zwei WahlgĂ€ngen direkt gewĂ€hlt. Um in der ersten Runde zu gewinnen, muss der siegreiche Kandidat 45 oder mehr Prozent der gĂŒltigen Stimmen erreichen oder bei einem Wert zwischen 40 und 45 % zehn Prozentpunkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten aufweisen, in allen anderen FĂ€llen gibt es eine
