Der Wettbewerb Australian Open ist ein Tennisturnier in Australien. Es ist das erste der vier Grand-Slam-Turniere des Jahres und wird im Januar in der zweitgröĂten Stadt Australiens, Melbourne, ausgetragen.
Gespielt wird im Melbourne Park, der 1988 eigens fĂŒr dieses Sportereignis geplant wurde und insgesamt 24 HartplĂ€tze auf einer FlĂ€che von 20 Hektar bietet. Die beiden gröĂten PlĂ€tze sind dabei die mit SchiebedĂ€chern ausgestatteten Stadien Rod Laver Arena (14.820 ZuschauerplĂ€tze) und die Vodafone-Arena (10.000 PlĂ€tze, Kosten: rund 41 Millionen Euro). Mit gröĂeren TribĂŒnen sind auch die Showcourts 1-3 ausgestattet, wobei der Show Court No. 1 seit 2003 die offizielle Bezeichnung Margaret Court Arena besitzt und ĂŒber 6.000 PlĂ€tze verfĂŒgt.
Die Australian Open sind das gröĂte regelmĂ€Ăige Sportereignis auf dem australischen Kontinent. 2006 kamen 550.552 Zuschauer in den zwei Turnierwochen. Wenn die Einzelfinals gespielt werden, liegt die Sehbeteiligung regelmĂ€Ăig bei siebzig bis achtzig Prozent.
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Geschichte
Im Jahr 1904 wurde die Australasian Lawn Tennis Association gegrĂŒndet unter der Mitwirkung von Australien und Neuseeland, um die Australasian championships auszurichten und am Davis Cup teilzunehmen. Im November 1905 wurde die erste Meisterschaft von Australien und Neuseeland auf dem Warehouseman's Cricket Ground im Albert Park zu Melbourne ausgetragen, an der 17 MĂ€nner teilnahmen. Im ersten Finale gewann Rodney Heath gegen Dr. Arthur Curtis vor rund 5.000 Zuschauern.
In den Folgejahren wechselten die Austragungsorte der Meisterschaften zwischen Australien und Neuseeland. 1922 zog sich Neuseeland aus der Partnerschaft zurĂŒck. Daraufhin wurde das Turnier in Australian championships umbenannt (allerdings erst 1927). Nach Sydney (17 Mal), Adelaide (14 Mal), Brisbane (achtmal), Perth (dreimal) und zwei Austragungen in Neuseeland (1906 und 1912) folgte 1972 der Umzug nach Melbourne.
Seit 1922 wird das Damen-Einzel, Damen-Doppel, sowie der Mixed-Wettbewerb (nicht von 1970 bis 1986) ausgetragen. Das Turnier fiel von 1916 bis 1918 sowie von 1941 bis 1945 aufgrund der Weltkriege aus. Das erste Finale gewann Margaret Molesworth. Die weiteren Jahre dominierte Daphne Akhurst, die insgesamt fĂŒnf Einzeltitel errang. Nach ihrem Tod im Alter von 29 Jahren wurde der Pokal im Damen-Einzel Daphne Akhurst Memorial Cup benannt. Die in der Einzelkonkurrenz siegreichen Herren erhalten den Norman Brookes Challenge Cup.
In den Sechzigern drĂŒckten Margaret Smith Court und Rod Laver dem Turnier ihren Stempel auf. Court gewann insgesamt elfmal den Einzeltitel, achtmal den Doppeltitel und viermal den Mixed-Titel. 1970 hatte sie ihren Höhepunkt mit dem Gewinn des Grand Slam. Laver erreichte als einziger Spieler bisher den Grand Slam zweimal, nĂ€mlich 1962 und 1969. Dabei gewann er die Australian Open dreimal im Einzel.
1969 wurde das Turnier offen und stand nun unter dem Namen Australian Open. 1973 wurde Kooyong zum festen Austragungsort. Kooyong war bis Januar 1987 der Austragungsort der Aussie Open. Bis zum Jahre 1977 wurde das Turnier im Januar ausgetragen, danach wechselte der Termin in den Dezember, so dass im Jahre 1977 das Turnier zweimal stattfand. Im Jahre 1986 fand kein Turnier statt, weil man ab 1987 wieder im Januar spielte und den Termin mit dem Masters tauschte. Ab 1988 wurde erstmals im Flinders Park (1997 umbenannt in Melbourne Park) gespielt. Zugleich wurde der Spielbelag gewechselt: Auf der neuen Anlage wurde dann auf Hartplatz - sog. Rebound-Ace-Courts - gespielt und nicht mehr auf Rasen.
Letzte australische Sieger waren Mark Edmondson (1976) und Chris O'Neil (1978). Edmondson war zum Zeitpunkt seines Sieges nur die Nummer 212 der Weltrangliste. Kein Spieler schaffte bis heute einen Grand-Slam-Sieg mit einem so niedrigen Ranking.
Steffi Graf siegte hier 1988 im Finale gegen Chris Evert als Auftakt fĂŒr ihren Golden Slam. Es war das erste Finale eines Grand-Slam-Turniers, das unter geschlossenem Dach stattfand. 2003 und 2005 bis 2007 war dies erneut der Fall.
Bearbeiten Rekorde
MĂ€nner (vor 1968):
- In sÀmtlichen Wettbewerben: Jack Crawford (Australien), 11 (4 Einzel, 4 Doppel, 3 Mixed)
- Einzel: Roy Emerson (Australien), 6
- Einzeltitel in Folge: Roy Emerson (Australien), 5
- Doppel: Adrian Quist (Australien), John Bromwich (Australien), 8
- Doppeltitel in Folge: Adrian Quist (Australien), John Bromwich (Australien), 8
- Mixed: Colin Long (Australien), 4
MĂ€nner (nach 1968):
- In sÀmtlichen Wettbewerben: Jim Pugh (USA), 5 (2 Doppel, 3 Mixed)
- Einzel: Andre Agassi (USA), 4
- Einzeltitel in Folge: Ken Rosewall (Australien), Guillermo Vilas (Argentinien), Johan Kriek (SĂŒd Afrika), Mats Wilander (Schweden), Stefan Edberg (Schweden), Ivan Lendl (Tschechien), Jim Courier (USA), Andre Agassi (USA), Roger Federer (Schweiz), 2
- Doppel: Mark Edmondson (Australien), 4
- Doppeltitel in Folge: Mark Edmondson (Australien), Kim Warwick (Australien), Rick Leach (USA), Jim Pugh (USA), Fabrice Santoro (Frankreich), Michael Llodra (Frankreich), Bob Bryan (USA), Mike Bryan (USA), 2
- Mixed: Owen Davidson (Australien), 4
Frauen (vor 1968):
- In sÀmtlichen Wettbewerben: Margaret Smith Court (Australien), 22 (11 Einzel, 7 Doppel, 4 Mixed)
- Einzel: Margaret Smith Court (Australien), 11
- Einzeltitel in Folge: Margaret Smith Court (Australien), 7
- Doppel: Thelma Coyne Long (Australien), 13
- Doppeltitel in Folge: Thelma Coyne Long (Australien), Nancye Wynne Bolton (Australien), 5
- Mixed: Daphne Akhurst Cozens (Australien), Nancye Wynne Bolton (Australien), Thelma Coyne Long (Australien), Margaret Smith Court (Australien), 4
Frauen (nach 1968):
- In sÀmtlichen Wettbewerben: Martina Navratilova (Tschechien/USA), 12 (3 Einzel, 8 Doppel, 1 Mixed)
- Einzel: Margaret Smith Court (Australien), Evonne Goolagong-Cawley (Australien), Steffi Graf (Deutschland), Monica Seles (USA), 4
- Einzeltitel in Folge: Margaret Smith Court (Australien), Evonne Goolagong-Cawley (Australien), Steffi Graf (Deutschland), Monica Seles (USA), Martina Hingis (Schweiz), 3
- Doppel: Martina Navratilova (Tschechien/USA), 8
- Doppeltitel in Folge: Martina Navratilova (Tschechien/USA), Pam Shriver (USA), 7
- Mixed: Jana NovotnĂĄ (Tschechien), Larisa Neiland (Lettland), 2
Bearbeiten Siegerlisten
- Liste der Australian-Open-Sieger (Herreneinzel)
- Liste der Australian-Open-Sieger (Dameneinzel)
- Liste der Australian-Open-Sieger (Herrendoppel)
- Liste der Australian-Open-Sieger (Damendoppel)
- Liste der Australian-Open-Sieger (Mixed)
Bearbeiten Weblinks
- Offizielle Homepage der Australian Open (englisch)
- FAZ-Artikel: âAustralien Open: Mit 100 Jahren der Zeit vorausâ (2005)
1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009
