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Der Bachelor (ˈbĂŠtʃə.lɚ oder ˈbĂŠtʃlɚ, aus dem Engl., von lat. baccalaureus fĂŒr „junger Geselle“, „Junggeselle“) oder seltener auch Bakkalaureus ist an Hochschulen der erste akademische Grad, der nach Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung vergeben wird. Von Berufsakademien wird der Bachelor als staatliche Abschlussbezeichnung verliehen.

In vielen LĂ€ndern Europas ist diese Bezeichnung im Rahmen des Bologna-Prozesses eingefĂŒhrt worden, dessen Ziel die Schaffung eines gemeinsamen europĂ€ischen Hochschulraums ist. Ein Bachelor-Studiengang hat meist eine Regelstudienzeit von sechs Semestern, kann aber auch sieben oder acht Semester (also drei bis vier Jahre) dauern. Daran anschließen kann ein vertiefender Master-Studiengang, in AusnahmefĂ€llen bereits die Promotion. Zum gleichnamigen Abschluss in den Vereinigten Staaten (USA) bestehen Unterschiede sowohl im Aufbau des Studiums als auch bei der Anerkennung der AbschlĂŒsse.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geschichte

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Die englische Bezeichnung Bachelor leitet sich von der lateinischen Bezeichnung Bakkalaureus (oder Baccalaureus) ab. Neben diesen Bezeichnungen werden im deutschen Sprachraum zusÀtzlich vereinzelt noch Bakkalor oder Baccalar als Alternativen verwendet.

Der Bakkalaureus lĂ€sst sich aus der mittelalterlichen Bezeichnung „Baccalaria“ herleiten, im spĂ€ten Mittelalter ein „kleines LehngrundstĂŒck“. Im Folgenden wurde ein junger Vasall ohne Lehen, Edelknecht, auch niederer Kleriker darunter verstanden. Das französische bachelier leitet sich möglicherweise her von bas chevalier, niederer Ritter. Die englische Form lautet bachelor. Der Bakkalaureus ist seit dem 13. Jahrhundert der niedrigste akademische Grad, der zuerst an der Pariser Sorbonne verliehen wurde. Die Form Bakkalaureus aus „Baccalar“ und lateinischem laureus (Lorbeer) ist eine falsche Wortschöpfung aus spĂ€terer Zeit, die sich jedoch durchgesetzt hat. Dies gilt beispielsweise fĂŒr das französische baccalaurĂ©at (Abitur bzw. Matura).

Der Bakkalaureus der mittelalterlichen UniversitĂ€t hatte ursprĂŒnglich diesen Grad nach Abschluss des Triviums (Grammatik, Dialektik, Rhetorik) der ArtistenfakultĂ€t erworben. Danach wurde der Absolvent gleichzeitig Hilfslehrer, nachdem der ins Quadrivium ĂŒbergewechselt war. SpĂ€ter hat der Bakkalaureus die FakultĂ€t der Artisten abgeschlossen und wollte in eine höhere FakultĂ€t eintreten.

Im deutschen Sprachraum verschwand der akademische Grad des Bakkalaureus um 1820, da die Matura bzw. das sogenannte Abitur nun dessen Zweck erfĂŒllte. Es gab um 1930 noch an einigen UniversitĂ€ten den „baccalaureus juris“ (bacc. jur.) als Vorstufe fĂŒr den Doktorgrad.

Die Gestalt eines Bakkalaureus erscheint auch in der Literatur, so in Johann Wolfgang von Goethes Faust II (Vers 6689ff.). Der Bakkalaureus ist offensichtlich identisch mit dem SchĂŒler aus Faust I (Vers 1868ff.); er hat nun sein Examen gemacht und tritt Mephistopheles abermals gegenĂŒber. Er symbolisiert einerseits die Originalgenies des Sturm und Drangs, andererseits die in Burschenschaft und Wartburgfest hervorgetretene Studentenbewegung nach den Befreiungskriegen, in der Goethe in mancher Hinsicht eine Wiederholung des Sturm und Drangs erblickte. Goethe sieht die jungen Studenten mit einer Mischung aus Sympathie und GeringschĂ€tzung.

Bearbeiten Der Bachelor-Abschluss in Europa

Bearbeiten Aufbau, Umfang und Einordnung

Bearbeiten Grundkonzept

Der Bachelor ist der niedrigste akademische Grad und der erste berufsqualifizierende Abschluss eines mehrstufigen Studienmodells. Die Regelstudienzeit betrÀgt sechs bis acht Semester.

Nach dem verbreiteten European Credit Transfer System (ECTS) sind bei sechs Semestern 180 Leistungspunkte (credit points) zu erwerben (210 bei sieben Semestern bzw. 240 bei acht Semestern), wobei ein Semester 30 Punkte umfasst und ein Punkt eine Arbeitsbelastung des jeweiligen Studenten von 25 bis 30 Stunden bedeutet. Dies ergibt rechnerisch eine durchschnittliche Arbeitsbelastung von 40 Stunden in der Woche bei sechs Wochen Urlaub im Jahr. Zu der Arbeitsbelastung zĂ€hlt die gesamte Zeit, die vom Studenten fĂŒr das Studium aufgewendet werden muss (also z. B. die Zeit fĂŒr Vorlesungen, Seminare und PrĂŒfungen, sowie die Zeit fĂŒr deren Vor- und Nachbereitung).

Die meisten BachelorstudiengÀnge beschrÀnken sich auf ein einzelnes Fach. Einige Hochschulen bieten jedoch zusÀtzlich besondere BachelorstudiengÀnge an, bei denen gleichzeitig mehrere StudienfÀcher belegt werden können.

Bearbeiten Modulstruktur

Die Lehrveranstaltungen in Bachelor-StudiengĂ€ngen sind durch Module strukturiert. Ein Modul fasst eine oder mehrere Lehrveranstaltungen mit einem Lernziel zusammen und ist die Einheit, fĂŒr die Leistungspunkte vergeben werden. Durch den Bachelor-Abschluss wird die Vereinheitlichung der StudienabschlĂŒsse in Europa und damit eine bessere internationale Vergleichbarkeit angestrebt.

Dazu gibt es detaillierte Vorgaben der LĂ€nder im Rahmen des Bologna-Prozesses, die insbesondere durch die Akkreditierung der StudiengĂ€nge gewĂ€hrleistet werden, die durch Akkreditierungsagenturen durchgefĂŒhrt wird. Durch diese externe PrĂŒfung der StudiengĂ€nge soll sowohl die formale KompatibilitĂ€t zum Bachelor-System, als auch die QualitĂ€t der Lehre, des Lehrkörpers und der Studieninhalte geprĂŒft werden. Bei den Akkreditierungsagenturen handelt es sich um Vereine, die wiederum vom zentralen Akkreditierungsrat akkreditiert werden. Die Akkreditierung, die meist optional, in Hamburg aber gesetzlich vorgeschrieben ist, wird meist erst nach EinfĂŒhrung eines neuen Studiengangs begonnen. Dies fĂŒhrt hĂ€ufig zu der Kritik, dass die ersten JahrgĂ€nge eines Bachelors Versuchskaninchen seien, da der Ausgang des Akkreditierungsverfahrens ungewiss ist.

Bearbeiten Abschluss und mögliche Umorientierung

Mit dem Bachelor erwirbt der Student einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Der Bachelorabschluss ist aber auch Qualifikationsnachweis fĂŒr ein anschließendes Masterstudium. Durch ein Masterstudium kann entweder das Studienfach fortgefĂŒhrt und vertieft bzw. im fachlichen Zusammenhang fachĂŒbergreifend erweitert werden („konsekutiv“) oder eine fachliche Umorientierung erfolgen mit dem Wechsel in einen Masterstudiengang, der nicht auf das bisherige Studium aufbaut („nicht-konsekutiv“).

Bearbeiten Studium und Beruf

Ziel der EinfĂŒhrung eines Bachelor-Abschlusses in Europa war neben der Vereinheitlichung innerhalb der EU und einer kĂŒrzeren Studiendauer auch ein stĂ€rkerer Praxisbezug des Studiums. Da in den Geistes- und Sozialwissenschaften die möglichen Berufsfelder oft nicht klar eingegrenzt werden können, werden in der Regel zwei oder drei FĂ€cher studiert sowie Inhalte aus dem Bereich General Studies ergĂ€nzt. In den natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen FĂ€chern wird meist schon zu Beginn ein einzelnes Fach gewĂ€hlt.

Bearbeiten Bachelor-Abschluss in Deutschland

Bearbeiten Abschlussbezeichnungen

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat in den Strukturvorgaben aus dem Jahr 2003[1] festgelegt, dass in Deutschland folgende Abschlussbezeichnungen zu verwenden sind:

  • Bachelor of Arts (B.A.)
  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  • Bachelor of Laws (LL.B.)
  • Bachelor of Education (B.Ed.)

An Kunst- und Musikhochschulen kommen folgende Abschlussbezeichnungen hinzu[1]:

  • Bachelor of Fine Arts (B.F.A.)
  • Bachelor of Music (B.Mus.)

Die Hochschule kann die Abschlussbezeichnungen auch in zulĂ€ssigen Formen deutscher Sprache verleihen. (z. B. Bakkalaureus der Wissenschaften). Gemischtsprachige Bezeichnungen sind jedoch ausgeschlossen. Der Absolvent muss die Abschlussbezeichnung so fĂŒhren, wie sie verliehen wurde, und darf nicht eigenmĂ€chtig eine andere Sprache wĂ€hlen. Laut Vorgabe der KMK werden keine Leerzeichen in der AbkĂŒrzung bei der Verleihung verwendet. Die Bezeichnung wird meist im angloamerikanischen Stil nach dem Namen geschrieben, beispielsweise Erika Mustermann, B.A.

Der Bachelorgrad darf nicht um einen fachlichen Zusatz oder einen Hinweis auf die Art der Bildungseinrichtung ergĂ€nzt werden, die den Bachelor-Grad verliehen hat (z. B. (FH) oder (Univ.)). Der Grund dafĂŒr ist, dass es keine fĂŒr die Hochschulart spezifisch unterschiedlichen Vorgaben (z. B. Dauer des Studiums) gibt und alle Hochschulen denselben Akkreditierungsanforderungen unterliegen [1]. Detaillierte Information zum jeweiligen Studiengang gehen aus der Bachelorurkunde, dem Bachelorzeugnis und dem Diploma Supplement hervor.

In ihren Strukturvorgaben von 1999 hatte die KMK noch eine Unterscheidung zwischen stĂ€rker forschungs- und stĂ€rker anwendungsorientierten Gradbezeichnungen festgelegt, die jetzt nicht mehr zulĂ€ssig ist. Fachliche ZusĂ€tze sind in Folge dessen ebenfalls nicht mehr erlaubt (z. B. Bachelor of Computer Science oder Bachelor of Arts in Economics). Die Umstellung der Gradbezeichnungen in bereits bestehenden StudiengĂ€ngen erfolgt im Rahmen der Akkreditierung und Reakkreditierung.

Bearbeiten DurchlÀssigkeit des Hochschulbereichs

In der Bundesrepublik Deutschland kann der Bachelor-Abschluss auch an Berufsakademien erworben werden. Die Absolventen erhalten eine staatliche Abschlussbezeichnung anstelle eines akademischen Grades. Bei einem Weiterstudium entscheidet die jeweilige Hochschule anhand zusĂ€tzlicher PrĂŒfungskriterien, ob der Berufsakademie-Absolvent zu einem Masterstudiengang zugelassen werden kann. Mit einem Bachelor-Abschluss an einer Hochschule (UniversitĂ€t oder Fachhochschule) kann dagegen auf jeden Fall ein Master-Studium angeschlossen werden.

Bearbeiten Vergleich mit traditionellen AbschlĂŒssen

BachelorabschlĂŒsse verleihen grundsĂ€tzlich dieselben Berechtigungen wie DiplomabschlĂŒsse an Fachhochschulen. Die KMK hat im Jahr 1999 noch explizit festgehalten, dass das Diplom (FH) dem im Ausland verbreiteten vierjĂ€hrigen Bachelor honours (vgl. unten) entspricht (zu trennen von anderen Bachelorvarianten). WĂ€hrend generell der Bachelor als erster berufsqualifizierender Abschluss gelten soll, reicht er in StudiengĂ€ngen, an deren Ende bislang Staatsexamina standen, allein nicht aus. Mit dem notwendigen anschließenden Master zusammen ergibt sich eine Ă€hnliche Studiendauer wie bisher.

Da jedoch grundsĂ€tzlich ein essenzieller Teil des Bologna-Prozesses die EinfĂŒhrung eines mehrstufigen Abschlusssystems ist, das sich grundlegend von der bisherigen Einteilung in Grund- und Hauptstudium unterscheidet, beinhaltet jeder Vergleich mit den bisherigen AbschlĂŒssen eine Pauschalisierung. Die strukturellen Unterschiede zum bisherigen System können nicht erfasst werden, so dass die in der Öffentlichkeit wahrgenommene Wertigkeit des neuen Abschlusses stark variiert und von einer Gleichsetzung mit dem Bestehen des Vordiploms bis hin zum Diplom reicht. Bis 2010 soll ein europaweit einheitliches und im Vergleich zu bisherigen AbschlĂŒssen leichteres Verfahren zur Anerkennung des Bachelors geschaffen werden.[2]

Bearbeiten Promotion ohne Master

Einem Vorschlag der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) folgend soll besonders guten Bachelorabsolventen eine Promotion ohne vorherigen Masterabschluss ermöglicht werden. Der Deutsche Hochschulverband als Vertretung der Hochschullehrer steht dieser Möglichkeit aber ablehnend gegenĂŒber. Die letztliche Entscheidung liegt bei den Hochschulen mit Promotionsrecht, die jeweils eine eigene Promotionsordnung verfassen. In den LĂ€ndern Bayern, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland können laut Studienordnungen besonders qualifizierte Absolventen von Bachelor-StudiengĂ€ngen im Rahmen eines Eignungsfeststellungsverfahrens ausnahmsweise zur Promotion zugelassen werden. Die Zulassung erfolgt dabei möglicherweise unter dem Vorbehalt zusĂ€tzlicher zu absolvierender Studien- und PrĂŒfungsleistungen.

Bearbeiten Bachelor-Abschluss an „Business Schools“

Bereits vor dem Bologna-Prozess etablierten sich auch in Deutschland einige, meist private „Business-Schools“, also Wirtschafts-(Hoch-)Schulen, die einen Bachelorabschluss nach angelsĂ€chsischem Vorbild anboten. Die fehlende staatliche Anerkennung dieser AbschlĂŒsse nach dem deutschen Hochschulrecht umgingen die „Business-Schools“ durch Partnerschaften mit US-amerikanischen und englischen UniversitĂ€ten, die es den Absolventen ermöglichten, mit integrierten Auslandsstudien, den nach dem jeweiligen Hochschulrecht anerkannten Hochschulabschluss der PartneruniversitĂ€t zu erlangen. Einige dieser frĂŒheren „Business-Schools“ sind heute auch in Deutschland als Hochschule staatlich anerkannt.

Bearbeiten Hohe Abbrecherquote

Nach einer Studie des Hochschul-Informations-Systems soll in UniversitĂ€ten jeder vierte Bachelorstudent abbrechen, in Fachhochschulen sogar jeder dritte.[3] Die Abbrecherquote in den Ingenieurwissenschaften ist bei den neuen BachelorstudiengĂ€ngen erheblich höher als in den frĂŒheren Diplom-StudiengĂ€ngen, was daher insbesondere bei den Fachhochschulen spĂŒrbar wird, die diese StudiengĂ€nge verstĂ€rkt anbieten.[4] Dies wird darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass die Umstellung der ingenieurwissenschaftlichen DiplomstudiengĂ€nge zu den BachelorstudiengĂ€ngen hĂ€ufig zwar mit einer zeitlichen Straffung, nicht jedoch mit einer entsprechenden KĂŒrzung des Lernstoffes verbunden ist, woraus eine zusĂ€tzliche Stoffverdichtung resultiert.[3] Bei Bachelor-StudiengĂ€ngen in Sozialwissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften sowie in Agrar-, Forst- und ErnĂ€hrungswissenschaften ist die Abbrecherquote weiter auf hohem Niveau, jedoch niedriger als bei vorherigen Diplom- und MagisterstudiengĂ€ngen, so dass die EinfĂŒhrung hier als erfolgreich angesehen werden kann.[4] Insgesamt ergeben sich Probleme insbesondere daraus, dass bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland zwar der angelsĂ€chsische Studienaufbau, nicht aber das im angelsĂ€chsischen Raum sehr starke Tutorensystem ĂŒbernommen worden ist.[5]

Bearbeiten Bachelor-Abschluss in Österreich

In Österreich wurde der Bachelor-Abschluss bis Mai 2007 „Bakkalaureat“ genannt, der Absolvent war der Bakkalaureus bzw. die Bakkalaurea.

Die Bakkalaureatsgrade in Österreich waren:

  • Bakkalaureus/-a der KĂŒnste (Bakk. art.)
  • Bakkalaureus/-a der Naturwissenschaften (Bakk. rer. nat.)
  • Bakkalaureus/-a der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Bakk. rer. soc. oec.)
  • Bakkalaureus/-a der Philosophie (Bakk. phil.)
  • Bakkalaureus/-a der Rechtswissenschaften (Bakk. iur.)
  • Bakkalaureus/-a der technischen Wissenschaften (Bakk. techn.)
  • Bakkalaureus/-a der Kommunikationswissenschaft (Bakk. Komm.)

In gestuften StudiengĂ€ngen, die ab Beginn des Wintersemesters 2006/2007 eingerichtet werden, wird kĂŒnftig der Bachelor anstelle des Bakkalaureus verliehen (Novelle des UniversitĂ€ts-Studiengesetzes 2002, BGBl. I Nr. 74/2006). Die bisherigen Bakkalaureat-StudiengĂ€nge können allerdings auch weiterhin mit dem Bakkalaureusgrad abgeschlossen werden.

Bearbeiten Abschlussbezeichnungen

In Österreich werden folgende Abschlussbezeichnungen verwendet:

  • Bachelor of Arts (B.A.)
  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Education (B.Ed.)

Bearbeiten Der Bachelor-Abschluss in anderen europÀischen Staaten

In Frankreich wird der Abschluss als licence bezeichnet. Der englische Name birgt dort eine Verwechslungsgefahr mit dem baccalaurĂ©at, das dem Abitur oder der Matura entspricht; außerdem ist licence der eingebĂŒrgerte Begriff fĂŒr einen universitĂ€ren Abschluss mit „bac+3“-Niveau (ein Abschluss, der drei Jahre nach dem Abitur erworben wird, also nach dreijĂ€hriger Studienzeit). In Belgien ist mit Bechelier wiederum der akademische Bachelorgrad bezeichnet (dieser Titel löst das alte BaccalaurĂ©at ab). In Italien heißt der Abschluss Laurea di 1° livello, in Polen licencjat und in Schweden, wo StudiengĂ€nge auf Bachelor-Ebene bereits vor Beginn des Bologna-Prozesses bestanden, Kandidatexamen. Das Pendant des Bachelor in Spanien nennt sich TĂ­tulo de grado, da auch hier Ă€hnlich wie in Frankreich das Bakkalaureat (Bachillerato) bereits als Name fĂŒr den Abschluss der weiterfĂŒhrenden Schule existierte. Der Bachelor of Divinity (Hons) der schottischen UniversitĂ€ten St. Andrews, Aberdeen, Glasgow und Edinburgh, entspricht einem Masters-Abschluss.

Bearbeiten Der Bachelor-Abschluss außerhalb Europas

In den USA erreicht man den Bachelor-Abschluss nach einer Studiendauer von vier Jahren an einem College oder einer University. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Schulmodellen ist, dass Universities auch graduierte und Ph.D.-StudiengĂ€nge anbieten. Traditionell wurden dabei die Grade Bachelor of Arts (B.A.) und Bachelor of Sciences (B.Sc.) verliehen, die gegebenenfalls um die jeweilige Fachrichtung ergĂ€nzt wurden. Inzwischen existieren jedoch auch viele Bachelor-Bezeichnungen, die das Fach konkret nennen, wie etwa Bachelor of Education (B.Ed.), Bachelor of Civil Law (B.C.L.) in der juristischen FakultĂ€t, oder bei Theologen der Bachelor of Divinity (B.D.) [6]. In den ersten ein bis zwei Jahren werden typischerweise allgemeinbildende FĂ€cher absolviert, bevor die Studierenden ein Hauptfach und eventuelle NebenfĂ€cher wĂ€hlen. Bei erfolgreichem Abschluss von Fortgeschrittenenkursen an der High School besteht die Möglichkeit, den allgemeinbildenden Teil zu ĂŒberspringen und damit die Studiendauer entsprechend zu verkĂŒrzen.

Die Bedeutung eines solchen Abschlusses – und damit die Möglichkeiten fĂŒr ein Anschlussstudium an dieser oder einer anderen UniversitĂ€t – hĂ€ngt, neben den Noten und den Ergebnissen der jeweiligen Studieneingangstests, sehr stark vom Ruf des gewĂ€hlten Colleges ab, da sehr große QualitĂ€tsunterschiede in der Lehre bestehen. Es kommt zwischen den UniversitĂ€ten auch immer wieder zu Problemen bei der Anrechnung oder Anerkennung von Studienleistungen. BezĂŒglich der praktischen BerufstĂ€tigkeit besteht ebenfalls eine deutliche AbhĂ€ngigkeit vom Ruf des Colleges. Dennoch existiert ein enormer Druck, ĂŒberhaupt einen College-Abschluss zu erwerben, da ohne diesen die berufliche Zukunft in der Regel viel problematischer bis Ă€ußerst prekĂ€r ist. Insofern ist es besser, wenigstens irgendeinen Bachelor – und sei es von einem „schlechten“ College – zu haben als gar keinen. Dies rĂŒhrt schlicht daher, dass es in den USA kein duales System der Berufsausbildung gibt. Es bleibt nur die Möglichkeit, entweder einen Bachelor oder einen Associate Degree an einem zweijĂ€hrigen Community College zu erwerben. Letzterer ist zwar aufgrund der sehr viel niedrigeren Kosten besonders bei Studenten aus sozial schwĂ€cheren Schichten beliebt, bietet aber nur schlechte Karrieremöglichkeiten, so dass viele Absolventen eines solchen Associate Degree dann spĂ€ter doch noch ein Zusatzstudium absolvieren, um einen Bachelor-Abschluss zu erreichen.

Die StudiengebĂŒhren der einzelnen Colleges variieren sehr stark, liegen jedoch generell deutlich ĂŒber europĂ€ischem Niveau.

In Australien, Neuseeland und SĂŒdafrika kann nach dem regulĂ€ren Bachelor bei guten bis sehr guten Leistungen (upper second and first class) das Studium des Bachelor with Honours (Abk.: Hons.) aufgenommen werden. Dieses meist zweisemestrige Studium vermittelt vertiefende wissenschaftliche Kenntnisse und kann auch als erstes Jahr des Masters anerkannt werden. Ein guter Abschluss (second class) ermöglicht das Master-Studium. Ein sehr guter Abschluss (first class) dagegen kann direkt eine Promotion gestatten. Zwischen den hier aufgefĂŒhrten LĂ€ndern können Unterschiede im zeitlichen und Leistungsumfang auftreten. So dauert der B. Hons. in Australien zwischen ein und zwei Jahre und beinhaltet eine lĂ€ngere schriftliche Forschungsarbeit; in Neuseeland dagegen kann die Erstellung einer weniger umfangreichen Forschungsarbeit innerhalb des einjĂ€hrigen B. Hons. innerhalb der Kursarbeit freiwillig erfolgen. Inhaltlich erfolgt im Honours-Jahr auch hier eine vor allem wissenschaftlich ausgerichtete Vertiefung der bisherigen Studieninhalte. Beide können als erstes Master-Jahr anerkannt werden. In SĂŒdafrika gilt der Grundsatz, dass ein Masterstudium erst nach einem vierjĂ€hrigen Studium begonnen werden kann. Daher wird ein einjĂ€hriges Honours-Jahr bei den dreijĂ€hrigen StudiengĂ€ngen eingefĂŒgt, um die geforderte Studienzeit zu gewĂ€hrleisten. FĂŒr Absolventen deutscher Hochschulen ist das vierjĂ€hrige Studium beim universitĂ€ren Bachelor nicht zwingend, weil Abitur in Kombination mit 3-jĂ€hrigem Bachelor-Abschluss in SĂŒdafrika als dem vierjĂ€hrigen Bachelor Ă€quivalent anerkannt werden.

In Kanada unterscheidet man zwischen einem Bachelor, welcher normalerweise in einer Studienzeit von drei Jahren abgeschlossen wird, und einem Bachelor with Honours welcher vier Jahre dauert. Letzterer ist notwendig um zu einem Master’s zugelassen zu werden. Die QualitĂ€t der AbschlĂŒsse ist von viel gleichmĂ€ĂŸigerem Niveau als in den USA; in den Provinzen British Columbia, Alberta, Ontario, QuĂ©bec, Nova Scotia, New Brunswick und Prince Edward Island gibt es ein staatliches Kontrollsystem. Einige Studienrichtungen wie die der Ingenieurwissenschaften werden zusĂ€tzlich von deren professionellen Organisationen akkreditiert. Praktisch alle UniversitĂ€ten sind außerdem Mitglied in der Association of Universities and Colleges of Canada (AUCC), welche eine QualitĂ€tsprĂŒfung voraussetzt. [7]

Bearbeiten Literatur

  • Kertz-Welzel, Alexandra. Motivation zur Weiterbildung: Master- und Bachelor-AbschlĂŒsse in den USA. Diskussion MusikpĂ€dagogik 29 (2006), S. 33–35.
  • Bröning, Tobias: Dein Weg zum Bachelor. Uni-Edition, Berlin 2005.
  • Bologna-Reader I und II: Texte und Hilfestellungen zur Umsetzung der Ziele des Bologna-Prozesses an deutschen Hochschulen, herausgegeben von der Hochschulrektorenkonferenz

Bearbeiten Referenzen

  1. ↑ a b c LĂ€ndergemeinsame Strukturvorgaben / Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.10.2003 i.d.F. vom 22.09.2005
  2. ↑ Bundesministerium fĂŒr Forschung und Bildung zum Bologna-Prozess, „Bachelor und Master“
  3. ↑ a b tagesschau.de, 14.02.2008: Studie des Hochschul-Informationssystems. Mehr als jeder vierte Bachelorstudent bricht ab.
  4. ↑ a b http://www.his.de/pdf/21/his-projektbericht-studienabbruch_2.pdf, S. 2
  5. ↑ Reise in ein unbekanntes Land: Die Bildungsrepublik Deutschland. Sendung von Heike Schmoll im Deutschlandradio, Reihe Hintergrund Politik, Sonntag, 28. Dezember 2008.
  6. ↑ Der Abschluss eines Bachelor of Divinity with Honours (B.D. (Hons)) ist allerdings ein Master-Abschluss, der in seinen beiden oberen Stufen zur Promotion berechtigt. Siehe beispielsweise die Bestimmungen in der UniversitĂ€t Edinburgh [1]
  7. ↑ Information for Students, AUCC