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Portrait Bill Clintons
Bill Clinton 1995 im britischen Parlament

William Jefferson „Bill“ Clinton (* 19. August 1946 in Hope, Arkansas als William Jefferson Blythe III.) war von 1993 bis 2001 der 42. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten.

Er war der Nachfolger von George H. W. Bush und VorgĂ€nger von George W. Bush. Er gehört der Demokratischen Partei an. Drei Monate vor Clintons Geburt kam sein Vater bei einem Verkehrsunfall ums Leben, seine Mutter heiratete erneut und Clinton ĂŒbernahm wĂ€hrend der High School den Nachnamen seines Stiefvaters. Er ist Baptist und seit 1975 mit Hillary Clinton verheiratet, mit der er die gemeinsame Tochter Chelsea Clinton hat.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Kindheit

William Jefferson Blythe (Clinton) 1950

Sein Vater William Jefferson Blythe Jr. (1918–1946) war GeschĂ€ftsreisender und starb drei Monate vor Bills Geburt. Seine Mutter Virginia Dell Cassidy (1923–1994) erlernte in New Orleans einen Pflegeberuf und ließ ihren Sohn bei den Großeltern Eldridge und Edith Cassidy zurĂŒck, die in Hope eine Gemischtwarenhandlung betrieben. 1950 kehrte Bills Mutter aus New Orleans zurĂŒck und heiratete kurz darauf Roger Clinton, der gemeinsam mit seinem Bruder in Hot Springs, Arkansas ein Autohaus fĂŒhrte. Die Familie zog noch im gleichen Jahr nach Hot Springs um. Mit 14 Jahren nahm Clinton den Namen seines Stiefvaters an, den er selbst als Spieler und Alkoholiker bezeichnete und dem er ĂŒberdies unterstellte, regelmĂ€ĂŸig seine Mutter und gelegentlich auch seinen Bruder misshandelt zu haben.[1]

Bearbeiten Ausbildung

Clinton machte mit 20 Jahren einen College-Abschluss an der Georgetown University in international affairs als Wirtschaftswissenschaftler. WĂ€hrend des Studiums arbeitete er halbtags fĂŒr einen demokratischen Abgeordneten aus seinem Heimatstaat Arkansas. Er bewarb sich anschließend fĂŒr ein Rhodes-Stipendium, gewann den Wettbewerb und ging fĂŒr ein Jahr an die University of Oxford nach England. Von dort aus bereiste er Deutschland und Russland.

Im Jahr 1973 machte er seinen Abschluss in Rechtswissenschaften an der Yale University, wo er auch seine spĂ€tere Frau Hillary Clinton kennenlernte. Auch wĂ€hrend seiner Studien in Yale war er politisch aktiv und betrieb in Massachusetts Wahlkampf zugunsten demokratischer Politiker. Nach dem Abschluss trat er eine Stelle als Jura-Dozent an der UniversitĂ€t von Fayetteville an. Nach nur drei Monaten an seiner ersten Arbeitsstelle begann er seinen Wahlkampf fĂŒr das Amt des Justizministers von Arkansas. Clinton begann damit seine Karriere in der Politik, fĂŒr die er sich schon als Jugendlicher sehr interessiert hatte.

Bearbeiten Vorwurf zum Vietnamkrieg

Es wird ihm oft vorgeworfen, dass er mit seinem Studium in England seine Einberufung zum Wehrdienst in Vietnam umging. In seiner Autobiografie beschreibt er allerdings, dass auch er – wie alle Studenten im Ausland – ein Aufgebot zum Wehrdienst zugestellt erhielt. ZunĂ€chst durften die Studenten das Semester fertigstudieren, spĂ€ter wurde die Regel dahingehend geĂ€ndert, dass sie das Studienjahr abschließen durften. Clinton beschreibt in seiner Autobiografie immer wieder die Gewissensbisse, die er hatte: Einerseits war er aktiv gegen den Vietnamkrieg, anderseits spricht er davon, dass er – wie einige seiner Schulkollegen – auch seinen Dienst leisten wollte. Clinton entschloss sich nach seiner RĂŒckkehr aus England dem Reserve Officer Training Corps (ROTC) beizutreten. Die Ausbildung dauerte mehrere Jahre, und die ROTC-Auszubildenden mussten erst nach Abschluss ihrer Offiziersausbildung den Dienst antreten. Damit konnte er den Antritt seines Wehrdienstes um mehrere Jahre hinauszögern. Schließlich begann der Bedarf an Soldaten fĂŒr Vietnam abzunehmen. Clinton beschreibt jedoch in seiner Autobiografie nicht, was schließlich mit seinem Aufgebot geschah und ob es annulliert wurde.

Bearbeiten Politische Karriere in Arkansas

Im Jahr 1976 wurde Bill Clinton Justizminister von Arkansas. Zwei Jahre spĂ€ter wurde er als Kandidat seiner Demokratischen Partei zum neuen Gouverneur von Arkansas gewĂ€hlt. Nach dem Ende seiner ersten Amtszeit wurde er nicht direkt wiedergewĂ€hlt. Er unterlag in den Wahlen des Jahres 1980 gegen den Republikaner Frank D. White. In seiner ersten Amtszeit förderte er den Ausbau der Straßen in Arkansas. Die GehĂ€lter der Lehrer wurden erhöht und die mittelstĂ€ndigen Betriebe gefördert. Allerdings litt seine Amtszeit unter einer wirtschaftlichen Depression und einigen Naturkatastrophen. Ein Grund fĂŒr seine Abwahl im Jahr 1980 war die Erhöhung der Kraftfahrzeugsteuer, die ihm viele Landsleute verĂŒbelten. Nach seiner Niederlage im Jahr 1980 wurde er Mitglied einer Anwaltsfirma in Little Rock. Im Jahr 1982 trat er erneut als Kandidat bei der Gouverneurswahl an, die er auch gewann. Nach seinen erfolgreichen Wiederwahlen blieb er bis zum 12. Dezember 1992 im Amt. In den Jahren zwischen 1983 und 1992 fĂŒhrte er eine Schulreform in Arkansas durch. Das wirtschaftliche Wachstum wurde weiterhin gefördert und neue ethische Standards wurden festgelegt. Eine VerfassungsĂ€nderung in Arkansas verlĂ€ngerte 1986 die Amtszeiten der Gouverneure von zwei auf vier Jahre. Bill Clinton war Mitglied zahlreicher Gouverneursvereinigungen und anderer lĂ€nderĂŒbergreifender Kommissionen. Im Dezember 1992 trat er von seinem Amt zurĂŒck, um sich auf sein Amt als PrĂ€sident vorzubereiten. Im November dieses Jahres hatte er die PrĂ€sidentschaftswahl gewonnen. Nach Orval Faubus ist Clinton der Gouverneur von Arkansas mit der zweitlĂ€ngsten Amtszeit.

Bearbeiten PrÀsidentschaft

Bearbeiten Wahlkampf

Clinton mit seinem Vize Al Gore

1991 beschloss Clinton, fĂŒr die PrĂ€sidentschaft zu kandidieren. WĂ€hrend der gesamten Wahlkampfzeit lag er nicht zuletzt wegen seiner erfolgreichen AnknĂŒpfung an den historischen Mythos des frĂŒheren PrĂ€sidenten John F. Kennedy, mit dem er anfangs oft verglichen wurde, mit deutlichem Vorsprung in FĂŒhrung.

Clinton fĂŒhrte den Wahlkampf unter dem Motto „Putting people first“ und wĂ€hlte das Lied Don't stop thinking about tomorrow von der Gruppe Fleetwood Mac zu seiner Wahlkampfhymne. Der Text des Liedes unterstrich fĂŒr ihn sein Anliegen, BrĂŒcken zwischen den Menschen und ins nĂ€chste Jahrtausend zu bauen.

Ebenfalls zu Clintons Wahlsieg beigetragen hatte Bushs gebrochenes Wahlversprechen read my lips: no new taxes.

Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen vom 3. November 1992 gewann Clinton mit 43 % vor dem amtierenden George H. W. Bush (38 %) und dem unabhĂ€ngigen Kandidaten Ross Perot (19 %). Er zog daraufhin am 20. Januar 1993 als 42. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika ins Weiße Haus ein.

Als VizeprÀsident wurde Al Gore vereidigt.

Siehe auch: Kabinett Clinton

Bearbeiten Erste Amtszeit

Clintons PrĂ€sidentschaft fiel mitten in die Zeit der „goldenen 90er“, der Jahre zwischen dem Fall der Mauer und dem 11. September 2001. Sie zeichnete sich durch einen weltweiten Aufschwung in den Bereichen Frieden, Demokratie und Ökonomie aus. Deshalb wandte sich Clinton mehr innenpolitischen Fragen zu und betrieb eine eher zurĂŒckhaltende Außenpolitik.

Bearbeiten Innenpolitik

Innenpolitisch waren Clintons vorrangigste Ziele wĂ€hrend seiner Amtszeit die EinfĂŒhrung einer allgemeinen Krankenversicherung zur Beseitigung der Probleme im Gesundheitssystem, die BekĂ€mpfung von Drogenmissbrauch, Waffengewalt und Armut in den USA. Als Angehöriger der Woodstock-Generation setzte sich Clinton fĂŒr eine Demokratisierung in sozialen und kulturellen Fragen ein, etwa durch sein Engagement gegen Aids, den Rassenhass und bei der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften.

Vor allem aber hatte sich Clinton der Aufgabe verschrieben, die von seinen AmtsvorgĂ€ngern Ronald Reagan und George Bush hinterlassene höchste Staatsverschuldung in der Geschichte der USA, sowie jĂ€hrliche Haushaltsdefizite von ĂŒber 200 Milliarden US-Dollar abzubauen.

1996 fĂŒhrte Clinton eine Sozialhilfereform durch, die eine deutliche Reduzierung von Geld- und Sachleistungen fĂŒr die Betroffenen bedeuten konnte, sofern sie nicht bereit sind, durch EigenbemĂŒhungen sich eine neue Anstellung zu suchen.

Am 28. Oktober 1998 unterzeichnete Bill Clinton das am 8. Oktober durch den Senat der Vereinigten Staaten verabschiedete Digital Millennium Copyright Act.

Bearbeiten Außenpolitik

Boris Jelzin verfolgt Clintons Spiel am Saxophon

Im Nahostkonflikt versuchte Clinton, zwischen Jassir Arafat und Ehud Barak zu vermitteln.

Zudem bemĂŒhte Clinton sich um die Aussöhnung der USA mit der Volksrepublik China, die Demokratisierung Russlands und die Beseitigung der politischen Folgen des Kalten Krieges. Insbesondere die Beziehungen der USA zu Deutschland, das er oft bereiste und zu dem er auch privat gute Kontakte hat, intensivierte er.

Beim UNO-gefĂŒhrten Einsatz in Somalia zog Clinton seine Truppen ab, als in westlichen Medien Bilder von geschundenen und getöteten US-Soldaten auftauchten. Der TerroristenfĂŒhrer Osama bin Laden behauptete spĂ€ter, dieses Verhalten Clintons sei fĂŒr ihn ein SchlĂŒsselerlebnis gewesen, das ihn gelehrt habe, auf welchem Weg man westliche Gesellschaften besiegen könne.

Als PrĂ€sident einer der fĂŒhrenden MĂ€chte der Welt versĂ€umte Clinton es 1994, energisch gegen den Völkermord in Ruanda einzuschreiten. 2005 Ă€ußerte Clinton: „Was habe ich falsch gemacht? Dass wir nicht in Ruanda einmarschiert sind. Das ist damals innerhalb von 90 Tagen geschehen, dieser Völkermord. Ich weiß, dass ich nur ganz schwer die Zustimmung des Kongresses erhalten hĂ€tte. Aber ich hĂ€tte es versuchen sollen. Ich hĂ€tte Leben retten können. Das war ganz sicher das schwerste VersĂ€umnis meines Lebens. Ich werde das nie ĂŒberwinden.“

Bearbeiten Zweite Amtszeit

Bearbeiten BestÀtigung im Amt

Clinton 1997

Die PrÀsidentschaftswahl 1996 gewann Clinton mit 50% der Stimmen klar gegen seinen republikanischen Herausforderer Bob Dole (41%) sowie den unabhÀngigen Kandidaten Ross Perot (8%) und wurde somit im Amt bestÀtigt.

Bearbeiten Lewinsky-AffÀre

→ Hauptartikel Lewinsky-AffĂ€re

Die zweite Amtszeit wurde von einer AffĂ€re mit der Praktikantin Monica Lewinsky ĂŒberschattet. In der Folge wurde ein Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton eingeleitet, das jedoch scheiterte. Auf Druck von Medien und Öffentlichkeit machte der PrĂ€sident schließlich ein HalbgestĂ€ndnis, demzufolge er nur Oralsex mit Lewinsky hatte.

Clinton klĂ€rte die AffĂ€re nach anfĂ€nglichem Leugnen auf und kritisierte spĂ€ter die Heuchelei in Gesellschaft und Politik. Hierbei bekam er internationale UnterstĂŒtzung, etwa durch Auftritte Nelson Mandelas oder König Hussein I. im US-Fernsehen.

Clinton war der zweite PrĂ€sident der USA (nach Andrew Johnson 1868), gegen den ein Amtsenthebungsverfahren gefĂŒhrt wurde. Entgegen der weit verbreiteten Meinung wurde es nicht wegen der Lewinsky-AffĂ€re selbst angestrengt, sondern wegen Falschaussage unter Eid sowie Justizbehinderung im Zusammenhang mit der Lewinsky-AffĂ€re.

Bearbeiten Außenpolitik

In der zweiten Amtszeit lag ein großer Schwerpunkt Clintons auf der internationalen Politik. So war er bemĂŒht, das VerhĂ€ltnis zwischen Vietnam und den USA zu normalisieren. Auch wurde unter Clinton das Kyoto-Protokoll unterschrieben, welches durch die spĂ€tere Bush-Regierung dann wieder abgelehnt wurde. Im Wesentlichen hat die Clinton-Regierung ihre Außenpolitik an wirtschaftlichen Gegebenheiten ausgerichtet: jede außenpolitische Entscheidung musste diesen AbwĂ€gungen standhalten, bevor sie durch den Senat ratifiziert wurde. Aus diesem Grund kam es in der Ära Clinton zu keinen wesentlichen VerĂ€nderungen in der Außenpolitik der USA.

Im Nahostkonflikt versuchte Clinton weiterhin, zwischen Jassir Arafat und Ehud Barak zu vermitteln. Dabei erreichte er in den Camp-David-GesprĂ€chen im Sommer 2000 fast eine Einigung, die Folgeverhandlungen in Taba scheiterten jedoch. Clinton zeigte sich sichtlich betroffen und enttĂ€uscht. Er konnte nicht verhindern, dass im Nahen Osten im September 2000 wegen der EntfĂŒhrung und Lynchung von zwei israelischen Soldaten und des Besuchs des Tempelbergs durch Ariel Scharon, der dann spĂ€ter israelischer MinisterprĂ€sident wurde, die zweite Intifada begann.

Nach dem misslungenen Einsatz in Somalia 1993 war die Devise der Clinton-Regierung „No Dead“: unter keinen UmstĂ€nden sollte es amerikanische Tote geben. Kriege wurden deswegen vor allem mit Bombern gefĂŒhrt und die amerikanischen Truppen bei den folgenden UNO-Friedensmissionen verhielten sich eher passiv.

1999 war Clinton maßgeblich verantwortlich fĂŒr den NATO-Krieg gegen Jugoslawien, bei dem ihm Kritiker Menschenrechtsverbrechen wie den Einsatz von Streubomben gegen serbische Zivilisten und auf KrankenhĂ€user vorwerfen.

Nachdem das irakische Regime unter Saddam Hussein die UN-Waffeninspekteure im Herbst 1998 entgegen der UN-Resolution 1551 aus dem Jahr 1991 (Pflicht des Irak, die Waffeninspekteure im Land zu akzeptieren und zu unterstĂŒtzen) des Landes verwiesen haben, hat die Regierung Clinton im Dezember 1998 militĂ€rische Anlagen und vermutete Stellen zum Bau von Massenvernichtungswaffen bombardieren lassen. Clinton Ă€ußerte die Auffassung, dass bezĂŒglich des Irak grundsĂ€tzliche Entscheidungen zu treffen seien, ĂŒberließ dies aber ausdrĂŒcklich seinem Nachfolger im Amt, weil er kurz vor dem Ende seiner Amtszeit keine so weit reichenden Entscheidungen mehr treffen wollte.

Von seinen Kritikern wird die Außenpolitik Clintons als schwach und zögerlich bezeichnet. Im Jugoslawien-Konflikt habe Clinton die fĂŒhrende Rolle zu lange den zu einer Einigung unfĂ€higen EuropĂ€ern ĂŒberlassen, so dass Nationalisten vor Ort vollendete Tatsachen schaffen konnten. Im PalĂ€stina-Konflikt habe Clinton zu sehr an den Friedenswillen der PalĂ€stinenser geglaubt, mit der Lewinsky-AffĂ€re gab er insbesondere in der islamischen Welt ein verheerendes Bild ab, gegen den Völkermord in Ruanda unternahm Clinton nichts, in Somalia rĂ€umte er wegen der Medienberichterstattung das Feld, und die Irak-Problematik ĂŒberließ er seinem Nachfolger.

Am 10. Dezember 2000 sprach sich Clinton in Anwesenheit von Premierminister Tony Blair und Hillary Clinton, in Nord-Irland dafĂŒr aus, das Menschenrecht auf Referendumsentscheidung zu nutzen und wĂ€hlte dafĂŒr das populĂ€re britische Post-WWII-Proverb, mehr und mehr Probleme „Through ballots not by Bullets“ zu lösen (durch Abstimmungen und nicht durch Kugeln), „to put arms for ever beyond use.“ (um die Waffen fĂŒr immer zum Schweigen zu bringen). Premier Blair sprach sich spĂ€ter auch fĂŒr das Referendum z. B. zur EU-Verfassung aus.

Bearbeiten Internationaler Terrorismus

In die Amtszeit Clintons fielen verstĂ€rkte AktivitĂ€ten des Terrornetzwerkes al-Qaida. Am 26. Februar 1993 fand der erste Terroranschlag auf das World Trade Center mit Autobomben statt. Im August 1998 wurden Sprengstoffattentate auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) verĂŒbt; dabei kamen 263 Menschen zu Tode und ĂŒber 5000 wurden zum Teil schwer verletzt. Hinter den AnschlĂ€gen wurde schon damals Osama bin Laden vermutet. Clinton gab den Befehl, Osama bin Laden unter allen UmstĂ€nden auszuschalten. Der islamistische Terrorismus um Osama bin Laden geriet also schon damals in den Fokus der amerikanischen Außenpolitik und nicht erst nach den TerroranschlĂ€gen am 11. September 2001 unter George W. Bush. So kam es 2000 auch zu einem Angriff auf das US-MilitĂ€rschiff USS Cole (DDG-67) durch Terroristen in der jemenitischen Hafenstadt Aden. Die Regierung Clinton verstĂ€rkte die Suche nach Osama bin Laden, dessen Terror-Organisation nach Clintons Amtszeit fĂŒr die TerroranschlĂ€ge am 11. September 2001 verantwortlich gemacht wurde. Zudem fehlten Clinton noch rechtliche Möglichkeiten zu einer umfassenderen TerrorbekĂ€mpfung, die erst seinem Nachfolger nach den AnschlĂ€gen gegeben wurden.

Bearbeiten Leben nach der PrÀsidentschaft

Clinton schloss seine PrĂ€sidentschaft am 20. Januar 2001 ab. Seit dem 4. Januar 2001 gehört seine Ehefrau Hillary Clinton dem US-Senat fĂŒr den Bundesstaat New York an. Dort haben die beiden in Chappaqua, einem Vorort von New York City ein Haus, in Harlem befindet sich das BĂŒro der Clinton-Stiftung.

Mit seiner Stiftung engagiert sich Clinton vor allem bei der BekĂ€mpfung von Aids. 2004 setzte Clinton in Verhandlungen mit Arzneimittelherstellern eine drastische Senkung der Preise fĂŒr Aids-Medikamente in 122 LĂ€ndern durch. Clinton nahm mehrfach an der Welt-Aids-Konferenz teil. Am 15. August 2006 rief er wĂ€hrend der XVI. Welt-Aids-Konferenz in Toronto zu mehr Einsatz im Kampf gegen Aids auf. Die Clinton-Foundation fördert außerdem mehrere soziale Einrichtungen, auch in Europa, wie z. B. die Stiftung MyHandicap, die sich fĂŒr Behinderte engagiert.

Umweltpolitik und Gesundheitspolitik seines Amtsnachfolgers George W. Bush kritisierte Clinton, deutete jedoch politische Unterschiede meist nur dezent an. Den Einsatz in Afghanistan noch klar unterstĂŒtzend, verhielt er sich aber gegenĂŒber einem Irak-Einsatz zunĂ€chst zurĂŒckhaltend. Am 12. Juli 2004 sagte Clinton bei Johannes B. Kerner (wĂ€hrend der Vorstellung seiner Memoiren in Deutschland) â€“ auf mehrfache Nachfragen â€“ dass er den Einmarsch zwar fĂŒr falsch hĂ€lt, dass aber im Nachhinein die Amerikaner den Irak nicht wieder verlassen könnten, bevor die Situation bereinigt sei. Versuche Bushs, einen angeblichen Zusammenhang zwischen Bin Laden und Saddam Hussein darzustellen, kritisierte Clinton aber ebenfalls.

Seine Autobiografie Mein Leben (original My Life) erschien in Deutschland am 8. Juli 2004 und liefert eine persönliche, aber auch eine politische RĂŒckblende. Sie zu schreiben bezeichnete Clinton als hart, aber befreiend. Das Buch wurde weltweit ein großer Erfolg, Clinton erhielt ein Honorar in zweistelliger Millionenhöhe. FĂŒr seine Auftritte als Redner nahm Clinton im Jahr 2005 circa 7,5 Millionen Dollar (sechs Millionen Euro) ein. Pro Redeauftritt verdient Clinton circa 100.000 bis 350.000 Dollar.

Beim Wahlkampf 2004 unterstĂŒtzte Clinton John Kerry, mit dem er auch privat befreundet ist.

Im September 2004 wurde bekannt, dass Clinton sich einer Bypass-Operation am Herzen unterziehen musste, welche er aber ohne Komplikationen ĂŒberstand. Der Eingriff fand unmittelbar zum republikanischen Parteitag statt, und Clinton scherzte (telefonisch) in der Talkshow Larry King, dass die Republikaner nicht die einzigen seien, die vier weitere Jahre wollten.

Im November 2004 wurde in Little Rock, Arkansas, das William J. Clinton Presidential Center & Park eröffnet. Die Kosten des von James Polshek geplanten GebĂ€udes betrugen 165 Mio. Dollar, die durch Spenden finanziert wurden. Zur Eröffnung zitierte US-PrĂ€sident George W. Bush Mitarbeiter Clintons: „WĂ€re Clinton die ‚Titanic‘, der Eisberg wĂ€re gesunken“.

Am 1. Februar 2005 wurde Clinton von dem damaligen UN-GeneralsekretĂ€r Kofi Annan zum Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen fĂŒr die Koordination der Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen nach dem Seebeben im Indischen Ozean 2004 ernannt. FĂŒr sein Engagement wurde er am 1. Dezember 2005 mit dem Bambi in der Kategorie Charity (WohltĂ€tigkeit) ausgezeichnet.

Clinton unterstĂŒtzte seine Frau Hillary, ebenfalls Juristin, aktiv im Vorwahlkampf, als diese sich um die Nominierung als demokratische Kandidatin fĂŒr die PrĂ€sidentschaft 2008 bewarb.

Bearbeiten Werke

  • Mein Leben. 2004 ISBN 3430118573, erschienen bei Econ-Verlag, Berlin, 1.472 Seiten
  • Giving: How each of us can change the world 2007 (engl. Originaltitel)

Bearbeiten Auszeichnungen (Auszug)

Bill Clinton nach der Karlspreisverleihung 2000 in Aachen

Bearbeiten Literatur

Bearbeiten Weblinks

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Bearbeiten Einzelnachweise

  1. ↑ My Life, Bill Clinton, Random House, 2004, ISBN 0-375-41457-6