Christel Goltz (* 8. Juli 1912 in Dortmund; †14. November 2008 in Baden bei Wien) war eine österreichische[1] Opernsängerin (Sopran).
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Bearbeiten Biografie und künstlerisches Wirken
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Christel Goltz verbrachte ihre Jugendzeit in Mengede. Sie entstammt einer Hochseilartistenfamilie. Die Eltern und eine Verwandte der Familie traten als Goltz-Trio auf. Die Künstlerin erhielt eine Ballett- und Gesangsausbildung in München, u.a. bei dem Paul Hindemith-Schüler Theodor Schenk, den sie später heiratete. Im Alter von 23 Jahren erhielt sie ihr erstes Engagement als Chorsängerin und Tänzerin am Stadttheater von Fürth. Wenige Monate später wechselte sie an das Stadttheater von Plauen. Dort wurde Christel Goltz von Karl Böhm, dem Leiter der Semperoper, entdeckt. Von 1936 bis 1950 war sie in Dresden engagiert.
Bereits 1944, kurz vor der kriegsbedingten Schließung aller Theater in Deutschland und Österreich, holte Karl Böhm Christel Goltz für die Titelrolle in „Salome“ nach Wien. Nach dem Krieg gehörte sie dort ebenfalls zu den Sängern der ersten Stunde.
Sie debütierte in Wien am 16. Oktober 1950 als Leonore in Beethovens „Fidelio“ und wurde 1952 zur Österreichischen Kammersängerin ernannt. Der Wiener Staatsoper, „zu deren prominentesten Künstlern sie seither zählte“ (Kutsch/Riemens 1987, Sp. 1120), gehörte sie als Ensemblemitglied bis April 1970 an. Als letzte Rolle sang sie dort die Adelaide in „Arabella“ von Richard Strauss.[2] Insgesamt war sie in der Wiener Staatsoper an 430 Abenden in 28 Partien zu hören.[3]
Zu ihrem vielfältigen Repertoire gehörten das hochdramatische und das jugendlich-dramatische Fach. Sie sang die Isolde wie auch die Senta und Elsa, ebenso die Färberin in „Die Frau ohne Schatten“, die Rezia in „Oberon“ und die Marie in „Wozzeck“.
Christel Goltz sang auf den großen Bühnen und mit seinerzeit allen renommierten Dirigenten der Welt (beispielsweise mit dem noch jungen Georg Solti) in München, Berlin, Salzburg, Paris, Brüssel, Rom, an der Metropolitan Opera New York und am Covent Garden in London.
Christel Goltz wirkte außerdem in bedeutenden Ur- und Erstaufführungen von modernen Opernwerken mit: 1940 in Dresden in „Romeo und Julia“ von Heinrich Sutermeister, 1950 in Dresden in „Antigonae“ von Carl Orff und 1954 bei den Salzburger Festspielen in „Penelope“ von Rolf Liebermann. In Salzburg waren so bekannte Sänger wie Max Lorenz, Rudolf Schock und Kurt Böhme ihre Kollegen.
Die Sopranistin war Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper (1967) und der Sächsischen Staatsoper Dresden (1996). Dort befindet sich im Foyer eine Büste der vielseitigen Sopranistin. Außerdem vergibt die Stiftung zur Förderung der Semperoper seit 1992 jährlich den mit zur Zeit 5000 € dotierten Christel-Goltz-Preis für Gesang.
Viele Tonaufnahmen mit bekannten Sangeskollegen runden ihre künstlerische Tätigkeit ab.
Christel Goltz wurde am 1. Dezember 2008 auf dem Ober Sankt Veiter Friedhof (Gruppe T, Reihe 2, Nummer 11) in Wien zur letzten Ruhe gebettet.
Bearbeiten Kritik
„Die Stimme von Christel Goltz wirkte nicht durch eine besondere Schönheit des Timbres, sondern durch ihre glasklare Diktion und ihre absolute Sicherheit und Souveränität bis in die höchsten Lagen. Ihrem expressionistischen Gesangsstil kam bei Richard Strauss neben der Salome vor allem die Elektra entgegen. Bis hin zum orgiastischen Schlusstanz hielt sie in dieser Partie das Publikum in atemloser Spannung“ (Herrmann/Hollander 2007, S. 16 f).
"Große, voluminöse Sopranstimme, deren Ausdrucksgewalt im hochdramatischen Repertoire vorzügliche Leistungen entwickelte (Elektra, Salome, Fidelio, Marie in Wozzeck)" (Kutsch/Riemens 1987, Sp. 1121).
Bearbeiten Weblink
- http://www.mengede-ist.net/heimatverein/heimatblaetter/heimatblatt_nr12.html#goltz_ausstellung
- http://www.heimatverein-mengede.de/aktionen/goltz-50.html
- http://www.isoldes-liebestod.info/Saengerinnen/Goltz_Christel.htm
Bearbeiten Literatur
- Karl J. Kutsch/Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Erster Band: A-l, Stuttgart 1987
- Walter Herrmann/Adrian Hollaender: Legenden und Stars der Oper. Von Gigli über Callas bis Domingo und Netrebko, Wien 2007, ISBN 978-3-7011-7571-0
Bearbeiten Diskografie (Auswahl)
- Frau ohne Schatten (Philips/Decca 1955/1991)
- Salome (Recordes March 1954)
- Antigonae (Orfeo 1954)
- Turandot (Edition Opera 1956)
Bearbeiten Einzelnachweise
- ↑ http://derstandard.at/?url=/?id=1226396838512
- ↑ Chronik der Wiener Staatsoper 1945-1995, Verlag Anton Schroll & Co., Wien und München 1995.
- ↑ http://www.nmz.de/kiz/nachrichten/kammersaengerin-christel-goltz-gestorben
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Goltz, Christel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Opernsängerin (Sopran) |
| GEBURTSDATUM | 8. Juli 1912 |
| GEBURTSORT | Dortmund |
| STERBEDATUM | 14. November 2008 |
| STERBEORT | Baden bei Wien |
