| Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnĂ€chst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. |
Dakien oder Dacia war von 106 bis 271 eine Provinz des Römischen Reiches.
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Geografie
Der Name der Provinz Dakien beruht auf dem dort wohnhaften Volk der Daker, das zusammen mit den Geten das Gebiet der Provinz besiedelte. Nach der Eroberung im Jahr 106 im Zuge der Dakerkriege durch Trajan wurde dem neu eroberten Gebiet die offizielle Bezeichnung Dacia verliehen. Kaiser Hadrian unterteilte sie um 118 in zwei Teile: Dacia superior und Dacia inferior. FĂŒnf Jahre spĂ€ter lieĂ Hadrian erneut eine Teilung vornehmen und trennte von Dacia superior ein Gebiet ab, das als Dacia Porolissensis bezeichnet wurde. Von 167 bis 169 strukturierte Mark Aurel die Provinz wieder neu: Es gab nun Dacia Apulensis, Dacia Porolissensis und Dacia Malvensis. Diese Struktur blieb bis zum römischen RĂŒckzug unter Aurelian bestehen. Nominelle Hauptstadt war eine Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacia, tatsĂ€chlich jedoch lagen die meisten Teile der Verwaltung in Sarmizegetusa.
Begrenzt wurde die Provinz an allen Grenzen von den Barbaren. Nur im SĂŒden grenzte die Provinz an Moesia. In spĂ€terer Zeit gab es auch eine kleine gemeinsame Grenze mit Pannonia. Die Grenzziehungen wurden meist durch FlussverlĂ€ufe bestimmt: Im SĂŒden die Donau, im Westen Tisa, MureĆ und CriĆ. Insgesamt bestand Dakien gröĂtenteils aus dem Gebiet des heutigen RumĂ€niens (resp. SiebenbĂŒrgen) und Moldawien.
Bearbeiten Geschichte
Die Daker wurden von den Römern schon frĂŒh als Bedrohung angesehen, da sie im Gegensatz zu anderen StĂ€mmen relativ geeint waren. Von mehreren Seiten durch mĂ€chtige Gebirge geschĂŒtzt, konnten die Daker im Notfall auch auf zahlreiche VerbĂŒndete im Norden und Westen ihrer Siedlungsgebiete zurĂŒckgreifen. Als im Jahre 86 der dakische Thron durch Decebalus besetzt wurde, der sich stark fĂŒr die Einheit der StĂ€mme nördlich der Donau einsetzte, erkannten die Römer schnell, dass ein solcher Einigungsprozess die Schaffung eines mĂ€chtigen neuen Staates bedeutet hĂ€tte. Schon Domitian versuchte, diese BemĂŒhungen mit seinen âDonaukriegenâ (85-89) zu verhindern, konnte aber keine nennenswerten Erfolge erzielen. Auch Nerva blieb erfolglos. Erst Trajan konnte nach einem blutigen Krieg (101 - 102) die dakischen KrĂ€fte zerschlagen. Decebalus versuchte, ergrimmt ĂŒber harte Bedingungen des Waffenstillstandes, seine VerbĂŒndeten zu einem Racheschlag zu sammeln. Trajan reagierte mit einem heftigen Angriff (105 - 106), an dessen Ende der Selbstmord des Decebalus und die Eroberung der dakischen Gebiete stand (siehe Dakerkriege). In einem auf den 11. August 106 datierten MilitĂ€rdiplom (in Porolissum gefunden) wird Dacia als römische Provinz genannt. Die von Trajan nach Rom geschleppte Kriegsbeute soll 331 Tonnen Silber und 165 Tonnen Gold betragen haben, eine höchst willkommene Finanzspritze, die unter anderem fĂŒr den Bau des Trajansforums benutzt wurde.
Bis auf die Markomannenkriege des Mark Aurel blieb die Provinz weitestgehend friedlich, bis 235 starke barbarische Kontingente sich wieder zum Angriff auf die Provinz sammelten. Nach ihrem Angriff 238 wurden fast ununterbrochen heftige KĂ€mpfe gefĂŒhrt. Schlussendlich sah Kaiser Aurelian sich gezwungen, im Jahr 271 die römischen StreitkrĂ€fte und die Verwaltung sĂŒdlich der Donau zurĂŒckzuziehen. Mit dem RĂŒckzug auf die Donaugrenze wurde von den Römern auch die TrajansbrĂŒcke zerstört, die die lĂ€ngste BrĂŒcke der antiken Welt war. Der römische Abzug war vermutlich eine bewusste Entscheidung, denn er erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Rom die Lage in Dakien nach einigen Siegen wieder unter Kontrolle hatte: Durch den Abzug der Truppen wollte Aurelian offenbar eine Pufferzone schaffen, und in der Tat brauchten die Goten und andere Germanen einige Jahrzehnte, um das Gebiet in Besitz zu nehmen.
Unter Konstantin I. wurden Teile Dakiens zeitweilig wieder zurĂŒckerobert; diese gingen jedoch bald wieder verloren bzw. man kehrte zu Aurelians Taktik zurĂŒck, das militĂ€risch unhaltbare Gebiet lieber als Puffer zu behandeln. Dennoch gab es auch spĂ€ter noch Provinzen mit Namen Dakien (beispielsweise Dacia Mediterranea), die aber nur den Namen mit Dakien gemeinsam hatten und sĂŒdlich der Donau lagen.
Ein ungeklĂ€rtes PhĂ€nomen betrifft ĂŒbrigens die Sprache in der römischen Provinz Dakien: Da das Gebiet nach Trajan von Menschen aus dem gesamten Imperium Romanum besiedelt wurde, die sich nur auf Latein miteinander verstĂ€ndigen konnten, wurde diese Sprache dort rasch vorherrschend. Unklar ist hingegen, wieso man nördlich der Donau offenbar auch nach dem Abzug der Römer weiter Latein sprach und wie die Entwicklung der spĂ€teren rumĂ€nischen Sprache in diesem Gebiet zu erklĂ€ren ist.
Bearbeiten Verwaltung und MilitÀr
Nach der Beendigung des ersten trajanischen Dakerkrieges 102 wurden die eroberten Gebiete zunÀchst militÀrisch verwaltet; ab 106 wurde Dakien als kaiserliche Provinz anerkannt. Dies bedeutete, dass der Kaiser selbst die Statthalter aus den Reihen des Senats rekrutierte. Die in Dakien stationierten Truppen unterstanden sowohl dem Befehl des Kaisers als auch dem des Statthalters.
WĂ€hrend des Barbarenansturms der Jahre 117 und 118 wurde in Rom erwogen, Dakien aufzugeben und sich wieder hinter die besser zu verteidigende Donau zurĂŒckzuziehen. Hadrian entschied sich allerdings doch dagegen, da er die dakischen BodenschĂ€tze sowie die strategische Bedeutung der Provinz fĂŒr zu wichtig erachtete. Als Reaktion auf die KĂ€mpfe leitete er jedoch eine Neuorganisierung der Provinzverwaltung ein, da die bisherige Strukturierung den heftigen KĂ€mpfen nicht gewachsen war: Die sĂŒdlich der Donau gelegenen LĂ€nder wurden in der Provinz Dacia inferior (Niederdakien) zusammengefasst, wohingegen die eigentlich dakischen Gebiete zu Dacia superior (Oberdakien) wurden. Als spĂ€ter auch noch Dacia Porolissensis entstand, existierten nun drei voneinander unabhĂ€ngige Provinzen mit Oberdakien als der höchstrangigen, die jedoch militĂ€risch eng kooperierten.
Als Dakien 168 erneut unter einem heftigen Ansturm germanischer StÀmme zu leiden hatte, erkannte Kaiser Mark Aurel, dass ein einheitliches Kommando dringend benötigt wurde. Also lieà er die Grenzen neu ziehen (in Dacia Apulensis, Dacia Porolissensis und Dacia Malvensis). Die neuen Gebiete wurden einheitlich wieder in der Provinz Dacia unter einem einzigen Statthalter zusammengefasst; die einzelnen Provinzteile spielten hauptsÀchlich steuertechnisch eine Rolle.
MilitÀrisch wurde Dakien durch zwei Legionen, der V Macedonica (Sitz: Potaissa, das heutige Turda), sowie der XIII Gemina (Sitz: Apulum, das heutige Alba Iulia) abgesichert. ZusÀtzlich standen zahlreiche Hilfstruppen an den Grenzen zu den barbarischen Gebieten. Insgesamt wird die Anzahl der in Dakien stationierten Soldaten auf etwa 30.000 geschÀtzt.
Siehe auch: Liste der Statthalter von Dakien
Bearbeiten Wirtschaft
WĂ€hrend seiner Besatzung war Dakien fĂŒr die Römer stets ein wichtiger wirtschaftlicher Standort. Dies begrĂŒndete sich vor allem auf zahlreiche BodenschĂ€tze sowie eine florierende Landwirtschaft. Aus unzĂ€hligen Bergwerken bezogen die Römer neben groĂen Mengen an Gold und Silber - die spĂ€ter Ă€uĂerst wichtig fĂŒr die römische MĂŒnzprĂ€gung wurden - Blei, Kupfer, Eisen, Marmor und Salz. Ein weiterer wichtiger Posten war die florierende dakische Land- und Forstwirtschaft; so wurde viel Holz, Wolle, Vieh, HĂ€ute etc. exportiert. Importe dĂŒrften hauptsĂ€chlich Olivenöl, Wein, Luxuswaren und Ă€hnliches gewesen sein. Der florierende Handel, der meist ĂŒber die Donau abgewickelt wurde, lag vermutlich gröĂtenteils in der Hand von Kaufleuten aus dem Orient. Doch vor allem die Produktion an Edelmetallen machte die Provinz sehr wichtig auch fĂŒr die Politik. So ist zu vermuten, dass beim römischen RĂŒckzug 271 der GroĂteil der Ressourcen bereits erschöpft war, da anderenfalls Aurelian diese niemals aufgegeben hĂ€tte.
