| Johannisberg | ||
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| Lage | bei Jena-Lobeda | |
| Geographische Lage | 50° 54âČ 3âł N, 11° 36âČ 41âł O50.900833333311.6113888889Koordinaten: 50° 54âČ 3âł N, 11° 36âČ 41âł O | |
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| Gestein | Muschelkalk | |
| Besonderheiten | bronzezeitliche und frĂŒhmittelalterliche Befestigung | |
Der Johannisberg ist ein markanter AuslĂ€ufer der Wöllmisse, einer Muschelkalk-HochflĂ€che östlich von Jena. Der steil zum Saaletal hin abfallende GelĂ€ndesporn nördlich des Stadtteils Alt-Lobeda trĂ€gt die Reste zweier bedeutender Befestigungen aus der spĂ€ten Bronzezeit und dem frĂŒhen Mittelalter. Durch mehrere archĂ€ologische Ausgrabungen und Fundbergungen seit den 1870er Jahren gehören sie zu den wenigen untersuchten Anlagen aus diesen Zeitabschnitten in ThĂŒringen.
Von besonderem Interesse in der archĂ€ologischen und historischen Forschung ist die frĂŒhmittelalterliche Burg. Aufgrund ihrer Lage unmittelbar am östlichen Ufer der Saale wurden und werden ihre Datierung und Interpretation stark mit Ăberlegungen zur politisch-militĂ€rischen Ostgrenze des frĂ€nkischen Reiches verknĂŒpft. Dabei ist umstritten, ob es sich um eine Befestigung unabhĂ€ngiger slawischer Herrscher handelte oder ob sie unter frĂ€nkischer Herrschaft errichtet wurde. Einer neueren Untersuchung zufolge dĂŒrfte sie in der zweiten HĂ€lfte des 9. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Einrichtung des limes sorabicus unter frĂ€nkischem Einfluss erbaut worden sein.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Topographische und geomorphologische Situation
Der Johannisberg liegt nördlich von Jena-Lobeda am östlichen Ufer der Saale. Gemeinsam mit dem nördlich liegenden Kernberg und dem Jenaer Hausberg bildet er die SĂŒdostfront des mittleren Saaletals bei Jena. Deren SteilhĂ€nge werden durch den ĂŒber 100 m mĂ€chtigen unteren Muschelkalk, populĂ€rwissenschaftlich auch Wellenkalk genannt, gebildet, aus dem mehrere feste KalkbĂ€nke hervortreten (siehe auch Geologie des Mittleren Saaletales).
Die Muschelkalk-HochflĂ€che der Wöllmisse springt hier mit einem stiefelförmigen AuslĂ€ufer weit nach Westen vor. Der Johannisberg mit einer Höhe von 360â365 m ĂŒber NN wird im Norden von dem schmalen Pennickental und im SĂŒden durch das weite Tal der Roda begrenzt. Im Westen bricht er steil, im oberen Teil fast senkrecht zum Saaletal ab. Der Höhenunterschied betrĂ€gt 215â220 m. Es kann zwischen einem etwa trapezförmigen Plateau mit 180 m gröĂter LĂ€nge und 70 m gröĂter Breite und der stark abfallenden, gratförmigen, nach Nordwest gerichteten Spitze mit einer LĂ€nge von ca. 200 m unterschieden werden. Nach Osten geht der Berg mit einer Breite von durchschnittlich 120 m ohne natĂŒrliches Hindernis in die HochflĂ€che der Wöllmisse ĂŒber. Es existieren zwei krĂ€ftige Quellen in einem kleinen, tiefen Wasserriss am sĂŒdlichen Bergrand, etwa 250 m sĂŒdlich und 100 m unterhalb des Plateaus. Nördlich des Johannisberges flieĂt im etwa 140 m tiefer gelegenen Tal der Pennickenbach.[2]
Bearbeiten Beschreibung der Wallreste
Bearbeiten Die beiden HauptwÀlle
Durch den steilen Abfall nach SĂŒden, Westen und Norden ist das Plateau des Johannisberges natĂŒrlich geschĂŒtzt. Es bot sich daher in der Urgeschichte und dem frĂŒhen Mittelalter fĂŒr die Errichtung einer befestigten Höhensiedlung an. An der engsten Stelle des Sporns wurde der Zugang mit Konstruktionen aus Holz, Steinen und Erde abgeriegelt. Durch ihren Verfall stellen sie sich heute nur noch als WĂ€lle dar. Deutlich sind im GelĂ€nde zwei WĂ€lle erhalten, die sich in GröĂe und Gestalt unterscheiden. Der westliche Wall ist etwa 48 m lang, 1,60 m hoch und ein wenig nach innen gebogen. Er verlĂ€uft an der schmalsten Stelle des Plateaus von dessen nördlichem zum sĂŒdlichen Rand. Im Abstand von 28 m nach Osten liegt ein zweiter, etwa 80 m langer, gerader Wall von 1,30 m Höhe.[3].
Bearbeiten Reste der Randbefestigung
Am sĂŒdlichen Plateaurand hat sich vom SĂŒdende des westlichen Walles zur Kante im Westen hin ein etwa 35 m langer, wesentlich niedrigerer Wall erhalten. Eine Skizze von 1884 und eine Zeichnung aus dem Jahr 1912 zeigen auch am Ăbergang von dem trapezförmigen Plateau zur Spornspitze einen Wall, wo heute nur noch eine deutliche GelĂ€ndekante zu sehen ist.[4]. Nach dem Ă€lteren Plan soll das Plateau sogar an allen Seiten von WĂ€llen umgeben gewesen sein. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem niedrigen Wall um den Rest einer Randbefestigung, der an dem hier etwas weniger schroffen Steilabfall nach SĂŒden erhalten blieb.
Bearbeiten Vermutete VorwÀlle
Unklar ist die Existenz von zwei weiteren WĂ€llen im östlich anschlieĂenden Vorfeld. Diese werden in der Ă€lteren heimatkundlichen Literatur der 1920er und 1930er Jahre beschrieben[5] und sind auch auf den beiden Zeichnungen erfasst. WĂ€hrend sie in verschiedenen Veröffentlichungen des AusgrĂ€bers Gotthard Neumann 1959 und 1960 nicht erwĂ€hnt werden, sprach Reinhard Spehr 1994 von einer âgeradlinige(n) FĂŒhrung der bisher ĂŒbersehenen beiden VorwĂ€lleâ[6]. Das gesamte GelĂ€nde ist heute durch umfangreiche Aufforstungen seit den 1950er Jahren stark umgestaltet. Weitere Eingriffe erfolgten vermutlich durch Schanzarbeiten in Zusammenhang mit dem unweit gelegenen, bis zum Ersten Weltkrieg genutzten Exerzier- und Manöverplatz der Garnison Jena. Ohne archĂ€ologische Untersuchungen kann nicht entschieden werden, ob es sich bei den relativ flachen und eher unregelmĂ€Ăigen Bodenwellen und -einschnitten östlich der beiden genannten WĂ€lle um natĂŒrliche, geologische PhĂ€nomene oder tatsĂ€chlich um kĂŒnstlich angelegte bzw. zumindest ausgebaute Befestigungen handelt.[7] In letzterem Falle wĂŒrde sich die Anlage noch einmal erheblich vergröĂern.
Bearbeiten ArchÀologische Untersuchungen auf dem Johannisberg
Bearbeiten Ausgrabungen und Fundbergungen in der zweiten HĂ€lfte des 19. und ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts
Die deutlich ausgeprĂ€gte Wallanlage zog bereits frĂŒhzeitig das Interesse auf sich. Erste Ausgrabungen und Bergungen von Lesefunden fĂŒhrte der BegrĂŒnder der Ur- und FrĂŒhgeschichtsforschung in Jena, Friedrich Klopfleisch, in den 1870er und 80er Jahren durch. Zu diesen Grabungen, die meist nur einen Tag dauerten und gröĂtenteils mit Studenten im Rahmen von sonnabendlichen âArchĂ€olog. Exkursionen in die Umgegend JenaÂŽsâ stattfanden, existieren einige Aufzeichnungen und Skizzen in Klopfleischs TagebĂŒchern. Es wurden an mehreren Stellen Funde geborgen und mindestens ein Schnitt durch einen Wall angelegt. Die genaue Lage der Grabungsstellen ist nicht jedoch bekannt. Weitere Bergungen von Lesefunden und unsystematische Grabungen erfolgten in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts durch archĂ€ologische Laien. So hat Walther Cartellieri, ein Sohn des Jenaer Professors fĂŒr Geschichte Alexander Cartellieri, um 1912 Untersuchungen westlich des westlichen Walles vorgenommen, wie eine von ihm angefertigte Skizze des Johannisberges mit Eintrag der Fundstelle zeigt. In den 1930er Jahren konnten Mitarbeiter des Germanischen Museums der UniversitĂ€t Jena, darunter vor allem Gotthard Neumann, weitere Lesefunde bergen und so den Museumsbestand erweitern.
Bearbeiten Ausgrabungen unter Gotthard Neumann 1957 und 1959
Einen wesentlichen Erkenntnisfortschritt erbrachten die Ausgrabungen durch Gotthard Neumann in den Jahren 1957 und 1959. Dabei wurde innerhalb von drei Wochen im Jahr 1957 zunĂ€chst ein 76 m langer und etwa 1 m breiter Schnitt I durch beide WĂ€lle angelegt. Den östlichen, ĂŒber 80 m langen Wall mit den Resten zweier steinerner Blendmauern erkannte Neumann als frĂŒhmittelalterlich, der westliche Wall stammt aus der spĂ€ten Bronzezeit. Nach Abschluss der Grabungen bargen die BrĂŒder A. und G. Daniel in dem Schnitt zwischen beiden WĂ€llen unsystematisch einige weitere Funde. In der vierwöchigen Grabungskampagne 1959 konnten mehrere kleine FlĂ€chen und Schnitte am FuĂ des Walles und am vermuteten Zugang im Norden aufgedeckt werden. Die untersuchten FlĂ€chen erreichten insgesamt eine GröĂe von ca. 270 mÂČ, davon 167 mÂČ in lediglich 1 m breiten Schnitten. In den GrabungsflĂ€chen waren abgesehen von der Befestigung kaum eindeutige Befunde und keinerlei Stratigraphie zu erkennen. Dies ist zum einen durch die geringe MĂ€chtigkeit der Humusbedeckung, zum anderen sicherlich auch durch die Grabungsmethodik der schmalen Schnitte bedingt, in denen groĂflĂ€chige Strukturen meist nur sehr schwer zu erkennen sind.
Bearbeiten Die Ausgrabung im Jahr 1980 durch das Museum fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte
Im August 1980 fĂŒhrte das Museum fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte in Weimar unter der Leitung von Sigrid DuĆĄek eine einwöchige Nachgrabung durch. Dabei wurde die bereits von Neumann untersuchte FlĂ€che am Tor erneut aufgedeckt und erweitert sowie eine weitere 4,90x2,10 Meter groĂe FlĂ€che an der inneren Blendmauer des Ă€uĂeren Walles untersucht. Die Ergebnisse blieben unveröffentlicht und wurden lediglich an einigen Literaturstellen summarisch erwĂ€hnt.
Bearbeiten Weitere Untersuchungen und Fundbergungen
1983 und 2002 wurden weitere Funde im Museum Weimar eingeliefert, die wĂ€hrend der Beackerung der InnenflĂ€che fĂŒr die anschlieĂende Aufforstung aufgelesen bzw. bei einer Sanierung der inneren Blendmauer geborgen werden konnten. Im FrĂŒhjahr und Sommer 2003 unternahm Tim SchĂŒler vom ThĂŒringischen Landesamt fĂŒr Denkmalpflege und ArchĂ€ologie geophysikalische Messungen. Untersucht wurde eine mehrere Quadratmeter groĂe FlĂ€che am SĂŒdende des Plateaus zwischen den beiden WĂ€llen mit Hilfe der Geomagnetik, wobei das Fehlen flĂ€chiger Befunde bestĂ€tigt werden konnte. AuĂerdem wurden ein geoelektrisches Profil, auch Pseudoprofil genannt, durch den frĂŒhmittelalterlichen Wall im Bereich des heutigen Weges und zwei weitere Pseudoprofile durch die Reste des Randwalles in der SĂŒdwestecke des Plateaus angelegt.
Im Oktober 2003 konnte der Bereich fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte der UniversitĂ€t Jena eine fĂŒnftĂ€gige Nachuntersuchung des 1959 angelegten Schmitts durch den frĂŒhmittelalterlichen Wall durchfĂŒhren, in dem das SĂŒdprofil etwa einen halben Meter zurĂŒckversetzt und erneut aufgenommen wurde. Dabei wurden die Beobachtungen Neumanns zumeist bestĂ€tigt, in einigen Details jedoch auch modifiziert.[8]
Bearbeiten Die spÀtbronzezeitliche Besiedlungsphase
Bearbeiten Forschungsgeschichte
Als erster erkannte Friedrich Klopfleisch im Zuge seiner Ausgrabungen, dass der Johannisberg bereits in der Ur- und FrĂŒhgeschichte besiedelt war. Die Fundstelle wurde von ihm 1869 in die archĂ€ologische Forschung eingefĂŒhrt. Er datierte die Ăberreste der âeinheimische(n) Töpfereiâ, die nach seiner Ansicht nach dem âVorbilde der römischenâ gefertigt wurden, zunĂ€chst in das â2.â4. Jahrhundert nach Chr.â[9] 1880 waren Funde vom Johannisberg bei der von Rudolf Virchow angeregten ersten groĂen âAusstellung prĂ€historischer und anthropologischer Funde Deutschlandsâ in Berlin vertreten.
Wachsende Bekanntheit in der archĂ€ologischen Forschung erlangte der Johannisberg spĂ€testens 1909 mit der Aufnahme in die Zusammenstellung der âvor- und frĂŒhgeschichtlichen AltertĂŒmer ThĂŒringensâ von Alfred Götze, Paul Höfer und Paul Zschiesche. Von dem âmit SteinwĂ€llen befestigt(en)â Johannisberg werden ein Feuersteinbeil aus dem Neolithikum, bronzezeitliche Funde wie âviele Tierknochen, Reibsteine, Kohle und Scherbenâ und âeinige ornamentierte Scherbenâ als âslavische Fundeâ genannt.[10]. Bei dem Fundinventar vom Johannisberg und anderen BurgwĂ€llen um Jena wie dem Jenzig und dem Alten Gleisberg bei BĂŒrgel erkannte Götze âeine geradezu verblĂŒffende Ăbereinstimmung mit dem der Ă€lteren Lausitzer BurgwĂ€lleâ.[11]
Der urgeschichtlichen Besiedlung auf dem Johannisberg widmete sich erst wieder Gotthard Neumann im Anschluss an die Ausgrabungen in den spĂ€ten 1950er Jahren. 1972 legte Klaus Simon im Zuge seiner Aufarbeitung hallstattzeitlicher Fundstellen in OstthĂŒringen einen GroĂteil des Fundmaterials und eine Beschreibung der prĂ€historischen Befestigung vor.
Bearbeiten Funde und Befunde
Einige wenige spĂ€tneolithische Funde zeugen wohl lediglich von einer kurzfristigen Nutzung des Bergsporns in dieser Zeit. In der spĂ€ten Bronze- und frĂŒhen Hallstattzeit (HaB2 bis HaC1) wurde der Sporn erstmals mit einem Abschnittswall gegen die HochflĂ€che abgeriegelt. Die Befestigung, deren Rest in dem westlichen Wall erhalten blieb, bestand aus einer mit Holz verstĂ€rkten AufschĂŒttung von Bachkalk, der auf der obersten Talstufe des Pennickentales, ca. 80 m unterhalb des Plateaus, gewonnen wurde. Simon errechnete, dass dazu etwa 150 mÂł MauerverfĂŒllung von den Erbauern auf das Plateau geschafft werden musste. Dieser Holz-Erde-Stein-Konstruktion vorgelagert war eine steinerne Blendmauer aus Schaumkalkblöcken oder -platten in Trockenbauweise, welche wahrscheinlich hauptsĂ€chlich aus einem flachen Materialentnahmegraben direkt vor der Mauer stammten. Die RĂŒckfront war wohl nicht, wie Neumann annahm, als Rampe ausgebildet, sondern bestand offenbar aus einer Holz(planken)wand, die spĂ€ter nach innen kippte.[12]
Nach Simon wurde der Berg wĂ€hrend der mittleren Hallstattzeit (HaC2) vorĂŒbergehend aufgelassen, Ă€hnlich wie bei der Hasenburg bei Haynrode und dem Jenzig bei Jena. Als Grund hierfĂŒr nahm er unter anderem klimatische VerĂ€nderungen im ThĂŒringer Raum an, welche den Johannisberg vorĂŒbergehend als Siedlungsplatz unattraktiv machten. SpĂ€testens mit Beginn der spĂ€ten Hallstattzeit (HaD1) wurde der Johannisberg erneut aufgesucht. Dabei scheint die Ă€ltere Befestigung wieder genutzt worden zu sein, zumindest gab es bei den Ausgrabungen keine Anzeichen fĂŒr eine aufwendige Erneuerung der alten bzw. fĂŒr den Bau einer neuen Befestigung. Simon setzte das Ende der Besiedlung in die Zeitstufe LatĂšne A, wobei darauf hingewiesen werden muss, dass bei einer erneuten Durchsicht des Keramikmaterials keine eindeutig noch in die LatĂšnezeit gehörende Keramik festgestellt werden konnte. Wie der Dohlenstein bei Kahla, der Felsenberg bei Ăpitz oder der Weinberg bei Oberpreillipp verlor auch der Johannisberg bei Jena-Lobeda in der spĂ€ten Hallstattzeit allmĂ€hlich seine Funktion und wurde als Siedlungsplatz aufgegeben. Lediglich vom Alten Gleisberg bei BĂŒrgel liegen mehrere latĂšnezeitliche Funde, darunter auch einige Fibeln, vor.
Bearbeiten Die frĂŒhmittelalterliche Burg
Bearbeiten Eine slawische oder frÀnkische Anlage? Grundfrage der bisherigen Forschung
Alfred Götze wertete 1909 die bereits von Klopfleisch geborgenen BruchstĂŒcke slawischer Keramik lediglich als Einzelfunde und sah die Befestigungsreste auf dem Johannisberg nicht als frĂŒhmittelalterlich, sondern allgemein als vorgeschichtlich, im speziellen Fall als bronzezeitlich an: âEin Teil unserer BurgwĂ€lle ist bronzezeitlich, vor allem diejenigen, die man als Brand- oder SchlackenwĂ€lle bezeichnet, weil sie eine starke Einwirkung von Feuer aufweisenâ.[13] Im Zusammenhang mit der slawischen Besiedlung meinte er dagegen: âOb rein slavische BurgwĂ€lle, d.h. solche, die wie so hĂ€ufig in Ostdeutschland von ihnen errichtet wurden, in ThĂŒringen vorkommen, ist zweifelhaft; jedenfalls haben sie aber manchmal Ă€ltere BurgwĂ€lle in Benutzung genommenâ.[14] Diese Ansicht Götzes blieb in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts bestimmend. Ihr folgten sowohl Fachvertreter wie der Nachfolger Klopfleischs Gustav Eichhorn, Kurt Schumacher, Walter Schultz und fast wörtlich Alfred Auerbach als auch die Heimatforscher aus dem mittleren Saaletal. In der Datierung des Fundplatzes in die Bronzezeit liegt sicherlich auch der wesentliche Grund dafĂŒr, dass die Burg auf dem Johannisberg in den meist erbitterten Debatten am Ende des 19. und in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts um die Beziehungen zwischen Franken/Deutschen und Slawen an der Saale keine Rolle spielte. Nach der damals allgemein ĂŒblichen Auffassung waren âfeste Burgenâ des frĂŒhen Mittelalters nur auf dem linken Saaleufer errichtet worden und erst âals im 10. Jahrhundert die RĂŒckeroberung des rechtsseitigen Saalegebietes begann, wurde auch das rechte Ufer mit Burgen bewehrtâ.[15].
Gotthard Neumann, der kurz zuvor auf dem slawischen Burgwall âAlte Schanzeâ in Köllmichen, heute Ortsteil von Mutzschen, eine der ersten modernen Untersuchungen einer frĂŒhmittelalterlichen Burganlage in Mitteldeutschland durchgefĂŒhrt hatte, erkannte 1931 den Johannisberg als frĂŒhmittelalterliche (âslawischeâ) Anlage [16], ging jedoch zunĂ€chst auf diese Datierung nicht weiter ein. Es wird nicht zuletzt den ZeitumstĂ€nden geschuldet sein, dass sich Neumanns Ansprache des Johannisbergs als slawischer Burgwall zunĂ€chst nicht durchsetzen konnte, nicht einmal bei ArchĂ€ologen und Historikern, mit denen er in engem Kontakt stand wie Werner Radig oder Herbert Koch. Erst mit den Ausgrabungen 1957 und 1959 konnte der eindeutige Nachweis angetreten werden, dass auf dem bereits in der Bronzezeit genutzten und befestigten GelĂ€nde an etwas anderer Stelle im frĂŒhen Mittelalter eine Befestigung neu errichtet worden war.
Im Mittelpunkt der Forschung stand seither fast immer die Frage, ob es sich bei der frĂŒhmittelalterlichen Burg auf dem Johannisberg um eine Befestigung politisch unabhĂ€ngiger slawischer Herrscher handelte oder ob sie unter frĂ€nkischer Herrschaft errichtet worden war. Der AusgrĂ€ber Neumann sah den Johannisberg allein aufgrund historischer Ăberlegungen als sorbische Befestigung zum Schutz der Saalegrenze an und meinte, dass diese zwischen 751 und 937 bestanden haben könnte.[17] FĂŒr Joachim Herrmann war es 1967 âbei der Lage unmittelbar an der Saale [âŠ] nicht ohne weiteres sicher, wem diese Burg diente, ob den sorbischen Anwohnern oder dem karolingischen Reichâ. Die Befestigungsmauer wurde ihm zufolge âspĂ€testens im 9. Jh.â errichtet. Im selben Zusammenhang zĂ€hlte er den Johannisberg zu âden zweifellos unter frĂ€nkischem oder antiken EinfluĂ stehenden Anlagen im sorbischen Gebietâ. [18] 1970 fand der Johannisberg als altslawische Volks- bzw. Fluchtburg ErwĂ€hnung im Handbuch âDie Slawen in Deutschlandâ. Entsprechend der marxistischen Geschichtsauffassung wurden âdie Ă€ltesten Burgen [...] von bĂ€uerlichen Produzenten zu ihrem Schutz angelegtâ. [19] Sigrid DuĆĄek schrieb im Anschluss an ihre Untersuchungen 1983: âUmstritten ist noch die ethnische Zuweisung dieser Burg. Keramik und Fortifikationstechnik [âŠ] weisen auf eine slawische GrĂŒndung [âŠ], andererseits wird auch die Möglichkeit einer karolingischen Befestigung erwogenâ.[20] 1985 wurde die Anlage von ihr als âder westlichste und einzige im thĂŒringischen Saalegebiet untersuchte wahrscheinlich slawische Burgwallâ bezeichnet.[21] Auch 1992 und zuletzt 1999 wies DuĆĄek den Johannisberg den Slawen zu.[22] 2006 meinte Tim SchĂŒler: âDie Funde sprechen fĂŒr eine slawische Anlage, die im 9./10. Jh. hier der Sicherung des mittleren Saaletals diente.â[23]
Dagegen sahen Paul Grimm und HansjĂŒrgen Brachmann hierin eine frĂ€nkische GrĂŒndung.[24] Am deutlichsten hat sich Reinhard Spehr 1994 und 1997 fĂŒr die Annahme einer spĂ€tfrĂ€nkischen GrĂŒndung mit weitreichenden SchlĂŒssen ausgesprochen. Seiner Ansicht nach âerrichteten die Franken zur Sicherung der Reichsgrenze im 8. Jh. eine Burg mit steinernen Mauerfassadenâ.[25] Gegen die âvon Spehr erneut und recht apodiktisch vorgetragene Ansichtâ wandte sich 1995 wiederum Matthias Rupp. Zwar sprach er von einer âbisher keine eindeutige ethnische Zuordnung erlaubende(n) Befestigungsanlage auf dem Johannisbergâ, doch fĂŒhrte er mit den Parallelen im slawischen Burgenbau, der slawischen Keramik und der strategischen Ausrichtung der Wehranlage auf dem Hochplateau des östlichen Saaleufers Argumente an, die gegen eine karolingische Grenzburg sprechen sollten. [26]. Peter Sachenbacher zĂ€hlte den Johannisberg im Jahr 2002 zu den âBurgen, die zur Zeit ihrer Anlage von ihrem Ethnos her als rein slawisch anzusprechen sindâ. [27] Vier Jahre spĂ€ter stellte er fest: âHeute geht man richtigerweise davon aus, dass die vorherrschend slawische Keramik nicht automatisch auf eine slawische Burg schlieĂen lĂ€sst und dass es durchaus wahrscheinlicher ist, dass die Anlage unter karolingischer Herrschaft errichtet wurdeâ.[28]
Alle diese Interpretationen beruhen jedoch eher auf allgemeinen Ăberlegungen zur politischen Situation im FrĂŒh- und beginnenden Hochmittelalter im Elbe-Saale-Raum als auf den archĂ€ologischen Funden und Befunden, da deren Aussagekraft diesbezĂŒglich doch eher gering ist.
Bearbeiten Das Fundmaterial und seine Aussagekraft
Bei dem frĂŒhmittelalterlichen Fundmaterial vom Johannisberg handelt es sich in erster Linie um slawische Keramik des Leipziger Kreises, darunter fĂŒnf vollstĂ€ndige und 19 im Oberteil erhaltene bzw. rekonstruierbare GefĂ€Ăe, und nur wenige StĂŒcke aus Metall, Stein oder Knochen. Es liegen mehrere Messer mit Griffangeln und geradem bzw. leicht gebogenem RĂŒcken vor, die besonders in den umliegenden GrĂ€berfeldern des 8. und 11. Jahrhunderts, aber auch in zahlreichen Burgen dieser und jĂŒngerer Zeitstellung auftreten. Dies gilt gleichfalls fĂŒr eine Messerspitze, eine eiserne Pfeilspitze mit flachem, spitzovalem Blatt, einen unverzierten Messerscheidenbeschlag und zwei gebogene Blechstreifen, die als bandförmige Fingerringe angesehen werden können. Die Funde sind mehrheitlich unstratifiziert.
Das Fundmaterial kann ĂŒberwiegend in das 9. und 10. Jahrhundert datiert werden. Ob und wie weit einige Keramikfunde noch in das 8. Jahrhundert hinabreichen, muss zum derzeitigen Forschungsstand offen bleiben. Ein hochmittelalterlicher bandförmiger Henkel zeigt wohl, wie auch wenige weitere spĂ€tmittelalterliche und neuzeitliche Keramikfunde, lediglich eine sporadische Nutzung des Areals in jĂŒngerer Zeit an.
Bei der Frage nach der politischen Zugehörigkeit der Burganlage lassen die Keramik-Funde keine konkreten Aussagen zu. Die Dominanz slawischer Keramik sagt nichts ĂŒber die politische Zugehörigkeit der Burgherren aus. So wurde beispielsweise bei den Ausgrabungen auf dem Burgberg in MeiĂen, einer GrĂŒndung König Heinrichs I. nach 929, ebenfalls fast ausschlieĂlich slawische Keramik im Fundmaterial angetroffen. Sie spiegelt lediglich die VerhĂ€ltnisse im slawisch besiedelten Umland wider, aus dem die Burg mit Nahrungsmitteln einschlieĂlich der TransportgefĂ€Ăe und Gebrauchsgeschirr versorgt wurde.[29]
Bearbeiten Konstruktion und Datierung der Befestigung
Die frĂŒhmittelalterliche Befestigung auf dem Johannisberg bestand aus einer den Bergsporn in seiner gesamten Breite abriegelnden mĂ€chtigen Holz-Erde-Konstruktion mit vorgeblendeten Trockenmauern an der AuĂen- und Innenfront, einem vorgelagerten Sohlgraben, einer umlaufenden Randbefestigung in wahrscheinlich gleicher Konstruktionsweise und möglicherweise zwei weiteren vorgelagerten WĂ€llen. Die neue Hauptbefestigung wurde etwa 30 m östlich des Ă€lteren Walles errichtet, an der der Sporn wesentlich breiter ist. Ob und inwieweit die bronzezeitliche Befestigung im frĂŒhen Mittelalter erneut genutzt und ausgebaut wurde, kann nicht gesagt werden.
Eine Befestigungsweise mit steinernen Blendmauern galt lange Zeit als genuin slawische Eigenart.[30] Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass die Vorstellungen einer ethnischen Zuweisung von Burgenbautechnik nicht haltbar sind.[31] Insgesamt zeigt sich eine deutliche Konzentration dieser Bautechnik am östlichen Randbereich des frĂ€nkischen Reiches.[32] Vermutlich wurde die Befestigungsweise durch die Westslawen von den Franken ĂŒbernommen, bei denen die römisch-spĂ€tantike Bautradition bewahrt worden war.[33]
AuffĂ€llig ist weiterhin, dass viele vergleichbare Anlagen in Mitteldeutschland nach aktuellen Forschungen jĂŒnger sind als lange Zeit angenommen, so z. B. der (spĂ€tere) Burgwardmittelpunkt in Dresden-Briesnitz, der Burgwall âBei den SpitzhĂ€usernâ und der Burgberg in Zehren oder die Burg auf der Landeskrone bei Görlitz. Sie sind ĂŒberwiegend erst um die Mitte oder in der zweiten HĂ€lfte des 10. Jahrhunderts und damit sicherlich unter ostfrĂ€nkisch-deutscher Herrschaft entstanden. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Einrichtung des ottonischen Burgwardsystems liegt nahe. Auch die etwas Ă€lteren Anlagen in den ĂŒbrigen slawischen Gebieten, besonders in MĂ€hren, werden in den jĂŒngeren Bearbeitungen auf den Einfluss des ostfrĂ€nkisch-karolingischen Reiches bzw. gegenseitige Kontakte zwischen Franken und Slawen zurĂŒckgefĂŒhrt.[34]
Bearbeiten Ergebnisse der archÀologischen und historischen Forschungen
Die Burganlage auf dem Johannisberg lĂ€sst sich bisher nur grob in das 9. und 10. Jahrhundert datieren.[35] Auch ein Siedlungsbeginn bereits im spĂ€ten 8. Jahrhundert ist möglich. Da bei der Befestigung keine Umbauten oder Erneuerungen erkannt werden konnten, kann von einer Bestandszeit von etwa 30 bis 50 Jahren ausgegangen werden. Die Masse des keramischen Fundmaterials und die BlĂŒtezeit des Befestigungstyps fallen in die zweite HĂ€lfte des 9. und die erste HĂ€lfte des 10. Jahrhunderts, so dass die Befestigung wohl erst in dieser Zeit bestand. Die Aussagekraft der wenigen Befunde ist begrenzt.
Die QualitĂ€t und der Umfang der Besiedlung innerhalb der Befestigung bleiben unklar. Die aufwendige Holz-Erde-Konstruktion mit vorderer und hinterer Blendmauer zeugt eher von einer lĂ€ngerfristigen Nutzung als von einer kurzfristig wehrhaft gemachten Fluchtburg. Auch die Spuren der Bebauung unmittelbar hinter der Hauptmauer und der Randbefestigung sowie die zentrale Lage des Johannisberges sind Indizien fĂŒr eine dauerhafte Besiedlung. Die vergleichsweise geringe Zahl der Funde, das Fehlen flĂ€chiger Befunde und besonders das Fehlen von nahegelegenen Wasserstellen sprechen gleichzeitig gegen eine stĂ€ndige Ansiedlung mit gröĂerem Umfang und einer gröĂeren Zahl der Besatzung. Die Existenz von sogenannten Volks- und Fluchtburgen im Sinne von durch eine Gemeinschaft zu ihrem Schutze errichteten und nur im Bedarfsfall genutzten Anlagen wird in den letzten Jahren immer mehr in Frage gestellt. Der Johannisberg gehört zu den karolingerzeitlichen GroĂburgen, die im gesamten westslawischen Siedlungsgebiet vorkommen und zahlreiche Ăbereinstimmungen bei GröĂe, Grundriss, Mauerkonstruktion und Innenbebauung zeigen. Ihre AnfĂ€nge liegen im 8. Jahrhundert, je nach der weiteren historischen Entwicklung werden sie bereits im 9. Jahrhundert wieder aufgelassen oder laufen bis in das 10./11. Jahrhundert weiter. Aufgrund der Analogien im frĂ€nkischen Machtbereich, aber auch der wenigen schriftlichen Quellen fĂŒr das westslawische Gebiet wird deutlich, dass entwickelte Herrschaften hinter dem Bau dieser Befestigungen standen. Das schlieĂt natĂŒrlich nicht aus, dass solche Burgen stĂ€ndig von einer gröĂeren Zahl von Personen bewohnt wurden oder zumindest im Gefahrenfalle â angesichts stĂ€ndiger Auseinandersetzungen der Eliten sicher nicht gerade selten â zur Aufnahme gröĂerer Menschenmengen geeignet waren. Allgemein ist bei frĂŒh- und hochmittelalterlichen Burgen festzustellen, dass sie zumeist nicht an Grenzen, sondern inmitten des besiedelten Landes lagen. Sie erfĂŒllten zentralörtliche Funktionen innerhalb von Siedlungskammern, d.h. sie dienten hier der Kontrolle und dem Schutz der umliegenden Siedlungen und wohl auch der Demonstration und ReprĂ€sentation von Herrschaft. Die Aufgabe der GrenzĂŒberwachung und -sicherung, wie Neumann vermutete, ist untypisch. Allein aufgrund der Funde und Befunde vom Johannisberg ist eine Entscheidung ĂŒber die politische Zugehörigkeit der Burg nicht möglich.
Daher ist die Frage zu stellen, ob die politisch-militĂ€rische Grenze zwischen frĂ€nkischem Reich und den Slawen, der so genannte limes sorabicus ĂŒberhaupt entlang der mittleren und unteren Saale verlief. Nach Aussage der archĂ€ologischen, historischen und onomastischen Zeugnisse kann davon ausgegangen werden, dass das mittlere Saaletal mit den NebentĂ€lern der Orla, Roda und Gleise bereits im frĂŒhen Mittelalter einen einheitlichen Siedlungs- und Wirtschaftsraum bildete, dessen RĂŒckgrat der Fluss selbst war.[36] Diese Annahme berĂŒhrt natĂŒrlich wiederum unmittelbar die Frage nach der Interpretation der Burg auf dem Johannisberg. Eine scharfe Grenze entlang der mittleren Saale mit einer vom frĂ€nkischen Reich weitestgehend unabhĂ€ngigen slawischen Burgbesatzung ist nur schwer denkbar. Die Befestigung auf dem Johannisberg wird wohl in der zweiten HĂ€lfte des 9. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Einrichtung des limes sorabicus unter frĂ€nkischem Einfluss errichtet worden sein. Dies sagt jedoch nichts ĂŒber die ethnische Zugehörigkeit ihrer Bewohner und erst recht nicht ihrer Erbauer aus. Diese wurden zweifelsohne aus dem slawisch besiedelten Umland rekrutiert, wie es auch fĂŒr den Bau des frĂ€nkischen castellum bei Halle im Jahr 806 ĂŒberliefert ist. Aus den umliegenden Siedlungen wurde die Burgbesatzung auch mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgut versorgt, wodurch das nahezu ausschlieĂliche Vorkommen slawischer GefĂ€Ăkeramik eine ErklĂ€rung findet.
Bearbeiten Heutige Nutzung
Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Plateau des Johannisbergs als WeideflĂ€che fĂŒr Schafe genutzt. Nach Aufgabe der Weidenutzung verbuschte das GelĂ€nde. In den 1980er Jahren wurde es planmĂ€Ăig aufgeforstet und ist bis auf kleine FlĂ€chen im Westen mit einem dichten Mischwald bestanden.
Wie auch die anderen Berge um Jena ist der Johannisberg ein beliebtes Wanderziel. Mehrere gut ausgebaute Wege fĂŒhren von Nordwesten und SĂŒden auf den Berg und nach Osten weiter auf die HochflĂ€che der Wöllmisse. Die 11,4 km lange Strecke âJohannisberg-Horizontaleâ ist Teil des etwa 100 km langen Rundwanderweges âHorizontaleâ um Jena. Ein 1999 neugestalteter heimatkundlicher Lehrpfad informiert ĂŒber natĂŒrlichen Besonderheiten, die Geologie und die Flora und Fauna des Osthanges des mittleren Saaletales. Von der Abbruchkante des Berges im Westen aus besteht ein weiter Blick ĂŒber die Stadt und das mittlere Saaletal.
Ein Abschnitt des Kernberglaufes fĂŒhrt vom FĂŒrstenbrunnen ĂŒber den Johannisberg weiter zur Lobdeburg. Radfahren und Mountainbiking sind offiziell verboten, doch ĂŒben die Strecken trotzdem eine groĂe Anziehungskraft auf Radsportler aus.
Bearbeiten Literatur
- Zu Geologie, Flora und Fauna:
- Lothar Lepper und Wolfgang Heinrich: Jena - Landschaft, Natur, Geschichte. Heimatkundlicher Lehrpfad (Naturwanderungen um Jena Bd. 1). Ahorn-Verlag Jena. 1. Aufl. 1999. ISBN 3-934146-01-5. Verlag EchinoMedia. 2., ĂŒberarb. Auflage. BĂŒrgel in Vorbereitung. ISBN 3-937107-00-2.
- Zu den ur- und frĂŒhgeschichtlichen Befestigungen:
- Sigrid DuĆĄek: Geschichte und Kultur der Slawen in ThĂŒringen. ErlĂ€uterungen zur Ausstellung. Museum fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte ThĂŒringens, Weimar 1983.
- Sigrid DuĆĄek: Bedeutung Jenas und Umgebung fĂŒr die slawische ArchĂ€ologie. In: Wissenschaftliche Zeitschrift. Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena, Gesellschaftswissenschaftliche Reihe 34, 1985. S. 547â557.
- Roman Grabolle: Die frĂŒhmittelalterliche Burg auf dem Johannisberg bei Jena-Lobeda. In: Burgen und Schlösser. Zeitschrift fĂŒr Burgenforschung und Denkmalpflege 48, 2007, ISSN 0007-6201, S. 135â143.
- Roman Grabolle: â... ac salam fluvium, qui Thuringos et Sorabos dividit ...â. Das Gebiet der mittleren Saale als politisch-militĂ€rische Grenzzone im frĂŒhen Mittelalter. In: Arbeitskreis fĂŒr Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa ARKUM e.V. (Hrsg.): Siedlungsforschung: ArchĂ€ologie, Geschichte, Geographie 25, 2007 (im Druck), ISSN 0175-0046.
- Roman Grabolle: Die frĂŒhmittelalterliche Burg auf dem Johannisberg bei Jena-Lobeda im Kontext der Besiedlung des mittleren Saaletals. Verlag Beier und Beran, Jena und LangenweiĂbach 2008 (im Druck). (Jenaer Schriften zu Vor- und FrĂŒhgeschichte Bd. 3)
- Gotthard Neumann: Der Burgwall auf dem Johannisberge bei Jena-Lobeda. Kurzbericht ĂŒber die Ausgrabung des Vorgeschichtlichen Museums der UniversitĂ€t Jena 1957. In: Ausgrabungen und Funde 4, 1959, ISSN 0004-8127, S. 246â251 Taf. 40.
- Gotthard Neumann: Der Burgwall auf dem Johannisberge bei Jena-Lobeda. Kurzbericht ĂŒber die Ausgrabung des Vorgeschichtlichen Museums der UniversitĂ€t Jena 1959. In: Ausgrabungen und Funde 5, 1960, ISSN 0004-8127, S. 237â244.
- Sven Ostritz (Hrsg.): Jena und Umgebung. Saale-Holzland-Kreis, West (ArchĂ€ologischer WanderfĂŒhrer ThĂŒringen Bd. 8). Verlag Beier und Beran, LangenweiĂbach 2006, ISBN 3-937517-50-2, S. 64 f.
- Gotthard Neumann: Zwei uralte Burgen auf dem Johannisberge bei Jena-Lobeda. In: Karl-Heinz Götze u. a.: Altes und Neues aus Jena. Ein Heimatalmanach aus dem mittleren Saaletal. Deutscher Kulturbund, Jena o. J. (1960), S. 74â77.
- Klaus Simon: Die Hallstattzeit in OstthĂŒringen. Teil I: Quellen (Forschungen zur Vor- und FrĂŒhgeschichte Bd. 8). Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1972.
- Klaus Simon: Höhensiedlungen der Urnenfelder- und Hallstattzeit in ThĂŒringen. In: Alt-ThĂŒringen 20, 1984, ISSN 0065-6585 , S. 23-80.
- Reinhard Spehr: Zur spĂ€tfrĂ€nkischen Burg âKirchbergâ auf dem Johannisberg ĂŒber Lobeda. In: Landesgruppe ThĂŒringen der Deutschen Burgenvereinigung e.V. zur Erhaltung der historischen Wehr- und Wohnbauten (Hrsg.): Burgen und Schlösser in ThĂŒringen. Jahresschrift der Landesgruppe ThĂŒringen der Deutschen Burgenvereinigung 1997, S. 21â38.
Bearbeiten Weblinks
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Commons: Johannisberg (Jena-Lobeda) â Bilder, Videos und Audiodateien - Heimatkundlicher Lehrpfad Jena
Bearbeiten Einzelnachweise
- â Grabolle 2007a; ders. 2007b; ders. 2008.
- â Grabolle, Johannisberg 2008, 11.
- â Grabolle, Johannisberg 2008, 11.
- â Beide Zeichnungen in der Ortsakte Jena-Lobeda, Johannisberg, im Bereich fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena
- â âBald bemerken wir, daĂ der Weg durch eine Senkung eines querlaufenden Erdwalles fĂŒhrt. Zu diesem laufen im gleichen Abstande noch zwei WĂ€lle mit der gleichen Senke. Auch dem ungeĂŒbten Auge fallen diese gleichmĂ€Ăigen, halbkreisförmigen ErdwĂ€lle auf, die einen AbschluĂ nach der Hochebene hin bildenâ; John Grieshammer: Vorgeschichtliche Wallburgen auf Jenas Höhen. In: Der PflĂŒger. Monatsschrift fĂŒr die Heimat 3, 1926, S. 20â25. â âWeiter vorgeschoben liegen die Ăberreste von noch zwei WĂ€llen, wenn man sie als solche ansprechen darfâ; Karl Kolesch: Vorgeschichtliche Wallanlagen in der NĂ€he Jenas. In: Altes und Neues aus der Heimat. Beilage zum Jenaer Volksblatt 1909â1920. Neudruck der 1. und 2. Folge, Jena 1939, S. 11.
- â Spehr, Christianisierung 1994, S. 52 Anm. 34. Vgl. auch ders., Kirchberg 1997, S. 37 Anm. 2
- â Vgl. Matthias Rupp: Die vier mittelalterlichen Wehranlagen auf dem Hausberg bei Jena. StĂ€dtische Museen, Jena 1995, ISBN 3-930128-22-5, S. 114 f. Anm. 145, der mit Verweis auf die Angaben von Spehr einschrĂ€nkend bemerkt, dass die VorwĂ€lle noch des sicheren archĂ€ologischen Nachweises entbehren.
- â AusfĂŒhrlich zu den genannten Ausgrabungen bei Grabolle, Johannisberg 2008, S. 11-15.
- â N.N., Dreissigste Generalversammlung. Naumburg am 2. und 3. Oktober. In: Zeitschrift fĂŒr die gesammten Naturwissenschaften 34, 1869, S. 345â361, hier S. 352.
- â Alfred Götze, Paul Höfer und Paul Zschiesche (Hrsg.): Die vor- und frĂŒhgeschichtlichen AltertĂŒmer ThĂŒringens. WĂŒrzburg 1909, S. 317 f. unter Oberwöllnitz.
- â Alfred Götze: Ăbersicht ĂŒber die Vor- und FrĂŒhgeschichte ThĂŒringens. In: Götze, Höfer u. Zschiesche, AlterĂŒmer 1909, S. IXâXLI, hier S. XXX.
- â Simon, Höhensiedlungen 1984, S. 49
- â Götze 1909, XXVIII.
- â Götze 1909, XLI.
- â Ernst Kaiser: Landeskunde von ThĂŒringen. Erfurt 1933. S. 107; vgl. auch ebd. S. 245 f.
- â Gotthard Neumann: TĂ€tigkeitsbericht des Germanischen Museums der UniversitĂ€t Jena (Anstalt fĂŒr Urgeschichte) ĂŒber die Zeit vom l. XI. 1930 bis zum 31. III. 1932. In: Nachrichtenblatt fĂŒr deutsche Vorzeit 8, 1932, S. 208â212, hier S. 210
- â Neumann 1959; 1960a; 1960b.
- â Joachim Herrmann: Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Burgenbau der slawischen StĂ€mme westlich der Oder. In: Zeitschrift fĂŒr ArchĂ€ologie 1, 1967, ISSN 0044-233X, S. 206â258, hier S. 207, 232, 236.
- â Joachim Herrmann (Hrsg.): Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen StĂ€mme westlich von Oder und NeiĂe vom 6. bis 12. Jahrhundert. Ein Handbuch. Akademie-Verlag, Berlin 1970, S. 151.
- â DuĆĄek 1983, S. 43.
- â DuĆĄek 1985, S. 554.
- â Sigrid DuĆĄek: Die Slawen in ThĂŒringen. In: Hessen und ThĂŒringen. Von den AnfĂ€ngen bis zur Reformation. Eine Ausstellung des Landes Hessen. Historische Kommission fĂŒr Hessen u.a., Marburg 1992, ISBN 3-89258-018-9, S. 79 f.; dies.: Slawen und Deutsche. âUnter einem Hutâ. In: dies. (Hrsg.): Ur- und FrĂŒhgeschichte ThĂŒringens. Ergebnisse archĂ€ologischer Forschung in Text und Bild. Theiss-Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-1504-9, S. 181â195, hier S. 186.
- â ders.: ArchĂ€ologische Denkmale aus Jena und Umgebung sowie dem Saale-Holzland-Kreis, West. In: Ostritz, Jena und Umgebung 2006, S. 9â112, hier S. 64.
- â HansjĂŒrgen Brachmann: Die Wallburg âDer Kesselâ von Kretzschau-Groitzschen, Kr. Zeitz â Vorort eines sorbischen Burgbezirkes des 9. Jahrhunderts. In: Karl-Heinz Otto und Joachim Herrmann (Hrsg.): Siedlung, Burg und Stadt. Studien zu ihren AnfĂ€ngen. Akademie-Verlag, Berlin 1969, S. 343â360, hier S. 347 Anm. 6 (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Schriften der Sektion fĂŒr Vor- und FrĂŒhgeschichte Bd. 25); ders., Slawische StĂ€mme an Elbe und Saale. Zu ihrer Geschichte und Kultur im 6. bis 10. Jahrhundert â auf Grund archĂ€ologischer Quellen. Akademie-Verlag, Berlin 1978, S. 238 Anm. 100 (Schriften zur Ur- und FrĂŒhgeschichte Bd. 32)
- â Reinhard Spehr: Christianisierung und frĂŒheste Kirchenorganisation in der Mark MeiĂen. In: Judith Oexle (Hrsg.): FrĂŒhe Kirchen in Sachsen. Ergebnisse archĂ€ologischer und baugeschichtlicher Untersuchungen. Theiss-Verlag, Stuttgart 1994. ISBN 3-8062-1094-2, S. 8â63, hier S. 15 Abb. 8 (Veröffentlichungen des Landesamtes fĂŒr ArchĂ€ologie mit Landesmuseum fĂŒr Vorgeschichte Bd. 23); vgl. auch S. 52 Anm. 34 und Spehr 1997.
- â Matthias Rupp: Die vier mittelalterlichen Wehranlagen auf dem Hausberg bei Jena. StĂ€dtische Museen, Jena 1995, ISBN 3-930128-22-5, S. 114 f. Anm. 145.
- â Peter Sachenbacher: Neuere archĂ€ologische Forschungen zu Problemen der mittelalterlichen Landnahme und des Landesausbaus in ThĂŒringen östlich der Saale. In: Rainer Aurig, Reinhardt Butz, Ingolf GrĂ€Ăler u. AndrĂ© Thieme (Hrsg.): Im Dienste der historischen Landeskunde. BeitrĂ€ge zu ArchĂ€ologie, Mittelalterforschung, Namenkunde und Museumsarbeit vornehmlich aus Sachsen. Sax-Verlag, Beucha 2002, ISBN 3-934544-30-4 (Festschrift fĂŒr Gerhard Billig), S. 25â34, hier S. 32.
- â Peter Sachenbacher: Zur Rolle der Burgen im Prozess des mittelalterlichen Landesausbaus in der Germania Slavica in ThĂŒringen. In: Burgen in ThĂŒringen. Geschichte, ArchĂ€ologie und Burgenforschung. : Schnell & Steiner, Rudolstadt/Saale und Regensburg 2006, ISBN 978-3-7954-2008-6 (Jahrbuch der Stiftung ThĂŒringer Schlösser und GĂ€rten. Forschungen und Berichte zu Schlössern, GĂ€rten, Burgen und Klöstern in ThĂŒringen Bd. 10, ISSN 1614-3809), S. 13â21, hier S. 13 f.
- â Vgl. Grabolle, Johannisberg 2008, S. 19-36.
- â Joachim Herrmann: Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Burgenbau der slawischen StĂ€mme westlich der Oder. In: Zeitschrift fĂŒr ArchĂ€ologie 1, 1967, ISSN 0044-233X, S. 206â258.
- â Sebastian Brather: âGermanischeâ, âslawischeâ und âdeutscheâ Sachkultur des Mittelalters â Probleme ethnischer Interpretation. In: Ethnographisch-ArchĂ€ologische Zeitschrift 37, 1996, S. 177â216, hierzu S. 186â193; ders.: Feldberger Keramik und frĂŒhe Slawen. Studien zur nordwestslawischen Keramik der Karolingerzeit.. (UniversitĂ€tsforschungen zur prĂ€historischen ArchĂ€ologie Bd. 34. Schriften zur ArchĂ€ologie der germanischen und slawischen FrĂŒhgeschichte Bd. 1). Habelt, Bonn 1996, ISBN 3-7749-2768-5, 187â196; ders.: ArchĂ€ologie der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im frĂŒh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa. (ErgĂ€nzungsbĂ€nde zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde Bd. 30). de Gruyter, Berlin, New York 2001, ISBN 3-11-017061-2, S. 132â140.
- â HansjĂŒrgen Brachmann: Zur Herkunft und Verbreitung von Trocken- und Mörtelmauerwerk im frĂŒhmittelalterlichen Befestigungsbau Mitteleuropas. In: Gerd Labuda und StanisĆaw TabaczyĆski (Hrsg.): Studia nad etnogenezÄ SĆowian i kulturÄ Europy wczesnoĆredniowiecznej. Festschrift fĂŒr Witold Hensel. Bd. 1. ZakĆad Narod. Im. OssoliĆ., WrocĆaw 1987, S. 199â215; Joachim Henning: Ringwallburgen und Reiterkrieger. Zum Wandel der MilitĂ€rstrategie im ostsĂ€chsisch-slawischen Raum an der Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert. In: Guy de Boe und Frans Verhaeghe (Hrsg.): Military Studies in Medieval Europe (Papers of the âMedieval Europe Brugge 1997â Conference. Instituut voor het Archeologisch Patrimonium rapporten Bd. 11.) IAP, Zellik 1997, ISBN 90-75230-12-5; S. 21â31, hierzu v.a. 24 f. Abb. 12; Rudolf ProchĂĄzka: Zur Konstruktion der Wehrmauern der slawischen BurgwĂ€lle in MĂ€hren im 8. bis 12./13. Jahrhundert. In: Joachim Henning und Alexander T. Ruttkay (Hrsg.): FrĂŒhmittelalterlicher Burgenbau in Mittel- und Osteuropa. Tagung Nitra vom 7.â10. Oktober 1996. Habelt, Bonn 1998, ISBN 3-7749-2796-0; S. 363â370; Arne Schmid-Hecklau: ArchĂ€ologische Studien zu den Kontakten zwischen dem Markengebiet und Böhmen im 10. und 11. Jahrhundert. In: Arbeits- und Forschungsberichte zur sĂ€chsischen Bodendenkmalpflege 45, 2003, ISSN 0402-7817, S. 231â261, hierzu S. 239â244.
- â Brachmann 1987; ders.: Zum Burgenbau salischer Zeit zwischen Harz und Elbe. In: Horst Wolfgang Böhme (Hrsg.): Burgen der Salierzeit. T. 1. In den nördlichen Landschaften des Reiches. (Publikation zur Ausstellung âDie Salier und ihr Reichâ. RGZM-Monographien Bd. 25.). Thorbecke, Sigmaringen 1992, ISBN 3-7995-4134-9, S. 97â148, hierzu 122 Anm. 72.
- â Vgl. hierzu zusammenfassend Grabolle, Johannisberg 2008, S. 37â41 mit den jeweiligen Einzelnachweisen.
- â Grabolle, Johannisberg 2008, S. 43f.
- â Grabolle, Johannisberg 2008, S. 53-64.
50.900833333311.6113888889Koordinaten: 50° 54âČ 3âł N, 11° 36âČ 41âł O
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