| Nordkoreanische Schreibweise | |
|---|---|
| Hangeul: | 조선 |
| Hanja: | 朝鮮 |
| Revidiert: | Joseon |
| McCune-R.: | Chosŏn |
| Südkoreanische Schreibweise | |
|---|---|
| Hangeul: | 한국 |
| Hanja: | 韓國 |
| Revidiert: | Hanguk |
| McCune-R.: | Hanguk |
Korea war bis 1910 ein eigener Staat. Dieser lag auf der koreanischen Halbinsel in Ostasien. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs befinden sich auf dessen ehemaligem Territorium zwei Nachfolgestaaten: Im Norden befindet sich die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea), die südliche Hälfte bildet die Republik Korea (Südkorea). Korea grenzte an die Volksrepublik China und Russland und wurde von Japan durch die Koreastraße und das Japanische Meer getrennt. Da fast das ganze zweite Jahrtausend bis zur Annexion durch Japan 1910 hindurch der Großteil der Halbinsel ein gemeinsames Reich bildete, konnte sich eine homogene Kultur und Gesellschaft entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
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Bearbeiten Bezeichnungen
Bearbeiten Koreanische Namen für Korea
Auf Koreanisch hat das Land im Norden und im Süden verschiedene Namen. In Nordkorea wird Korea als Chosŏn bezeichnet, was sich auf das erste koreanische Königreich (Go-Joseon) sowie die spätere Joseon-Dynastie bezieht. Eine verbreitete These sagt, dass Joseon in etwa „Morgenstille“ oder „Land, wo der frische Morgen kommt“ bedeutet, woher offenbar auch die lyrische Bezeichnung „Land der Morgenfrische/-stille“ für Korea herrührt.
In Südkorea wird es als Hanguk („Han-Reich“) bezeichnet. Dieser Begriff geht auf die historischen Staaten Mahan, Jinhan und Byeonhan zurück, die zusammen den Bund Samhan („Drei Han“) bildeten und im Zeitraum vom ersten bis vierten Jahrhundert n. Chr. bestanden. Von 1897 bis 1910 trug das Land die Bezeichnung Daehan („Groß-Han“, auch als Groß-Korea bekannt).
Bearbeiten Westliche Sprachen
Marco Polo nannte die Halbinsel während seiner Reisen im späten 13. Jahrhundert Cauly. Dies beruht vermutlich auf der chinesischen Bezeichnung des koreanischen Königreichs Goryeo (chinesisch Gāolì). In europäischen Aufzeichnungen tauchen bis ins 20. Jahrhundert hinein die beiden Schreibweisen Corea und Korea auf. Im englischen Sprachraum setzte sich schließlich die Schreibweise Korea, in romanischen Sprachen die Schreibung mit dem Buchstaben C durch.
Bearbeiten Kultur
Hauptartikel: Koreanische Kultur
Die Kultur Koreas ist vor allem durch konfuzianische und buddhistische Bräuche geprägt.
In Südkorea kann das moderne Stadtbild zu dem Irrglauben führen, dass die Kultur sich heute nicht mehr wesentlich von westlichen Ländern unterscheidet. Tatsächlich haben dort in den letzten 20 Jahren durch einen rasanten Wirtschaftsaufschwung als einer der Tigerstaaten sowie den Übergang zur Demokratie drastische Veränderungen stattgefunden. Trotzdem sind auch in Südkorea traditionelle Denkweisen und Gebräuche tief in der Gesellschaft verwurzelt.
Bearbeiten Kunst und Technik
Die Koreaner haben viele chinesische Handwerkskünste weiterentwickelt. So war Korea lange bekannt für seine Seide und Töpferei-Arbeiten. Auch Goldarbeiten aus Korea waren hoch angesehen.
Die ersten mit Metall gepanzerten Schiffe, die sogenannten Schildkrötenschiffe (Geobukseon), wurden in Korea entwickelt und gegen die japanischen Invasoren erfolgreich eingesetzt.
In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall angewandt.
Bearbeiten Sprache und Schrift
Die koreanische Sprache wird weltweit von etwa 78 Millionen Menschen gesprochen. Geschrieben wird sie fast ausschließlich mit der eigenen Schrift Hangeul, gelegentlich kommen auch chinesische Schriftzeichen (die sogenannten Hanja beziehungsweise Sinokoreanisch) zur Anwendung. Hangeul ist eine 1446 im Auftrag von König Sejong dem Großen entwickelte Buchstabenschrift mit 40 Zeichen. Da sie sehr logisch aufgebaut ist und gut an die koreanische Aussprache angepasst ist, gilt sie als leicht erlernbar – Gelehrte bezeichneten sie ursprünglich verächtlich als „Morgenschrift“, da sie – im Gegensatz zur chinesischen Schrift – an einem Morgen erlernbar sei.
Die Transkription von Hangeul in die lateinische Schrift erfolgt nach zwei Systemen: die McCune-Reischauer-Romanisierung, die in einer leichten Variation in Nordkorea angewandt wird, sowie die Revidierte Romanisierung, die seit dem Jahr 2000 in Südkorea als offizielle Umschrift gilt. Die Tatsache, dass beide Umschriften nach wie vor verwendet werden, kann bei Ausländern zu Verwechslungen führen.
Bearbeiten Geschichte
siehe auch: Liste der Herrscher Koreas
Bearbeiten Prähistorisch
Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Halbinsel vor rund 18.000 bis 12.000 Jahren besiedelt war.
Die Ur-Bevölkerung der Halbinsel bilden Nomadenstämme aus dem sibirisch-mongolischen Raum.
Sogenannte Kammkeramiken mit Fischgrätenmuster (jeulmuntogi) wurden in allen Landesregionen gefunden. Diese waren auch in Sibirien und an Oka und Wolga verbreitet. Sie unterscheiden sich wesentlich von chinesischen und japanischen Funden des Neolithikum.
Nach weiteren Einwanderungswellen bildete sich im Neolithikum und der Bronzezeit ein relativ homogenes Volk heraus. Auffällig sind die vielen Megalithfunde in Korea, die 60 % der Megalithen der Welt darstellen, so dass Korea auch das "Königreich der Dolmen" genannt wird. In diesen Dolmengräbern wurde Bronze- und Jadeschmuck gefunden.
Nach derzeitigem Forschungsstand sind die Koreaner aus dem Tungusenstamm der Yemaek hervorgegangen.
Bearbeiten Go-Joseon
Die klassische Legende in Korea besagt, dass das erste Königreich Go-Joseon (übersetzt: Alt-Joseon) im Jahre 2333 v. Chr. durch den Halbgott Dangun Wanggeom gegründet wurde.
Es gab aber auch ein echtes historisches Go-Joseon, das in den ersten Jahrhunderten vor Christus in Nordkorea und der Mandschurei lag mit der Hauptstadt Asadal, das Historiker in der Gegend um Pjöngjang vermuten.
In der Endphase seiner Existenz spalteten sich einige Teilstaaten ab, so im Norden Goguryeo, in der Mandschurei Buyeo, in Nordkorea Okjeo und Dongye die nach und nach in Goguryeo aufgingen.
Wie ein Fund eines Bronzeschildes mit einer Darstellung derselben zeigt, gab es spätestens 300 v. Chr. in Korea sogenannte sottae, schamanistische Pfähle auf deren Spitze drei Vögel sitzen und die auch heute noch viele Dörfer am ersten Vollmondtag des Jahres am Dorfeingang zieren. (Der Schild ist heute im Nationalmuseum von Seoul zu sehen). Die Vögel waren glückverheißende Überbringer von Getreidesamen.
Bearbeiten Wiman-Joseon
Nachdem Wei Man, ein auf eigene Faust handelnder chinesischer General 194 v. Chr. nach Go-Joseon kam und dort kurz darauf die Macht an sich gerissen hatte, wurde das Land, wie unter seinen Nachfolgern auch, Wiman-Joseon genannt. Es beherrschte jedoch nicht die ganze koreanische Halbinsel, im Süden gab es ein Reich Jin, über das wenig bekannt ist, da es entweder keine Schrift kannte oder keine schriftlichen Zeugnisse überliefert wurden (nicht zu verwechseln mit chinesischen Jin-Dynastien). Die Schrift und chinesische Religionen/Lehren wie Konfuzianismus und Buddhismus gelangten nach Korea, erreichten jedoch vorerst nur den Norden. Wiman-Joseon arrangierte sich eine Zeit lang mit dem China der Han-Dynastie, wurde aber schließlich in dieses Reich eingegliedert.
Bearbeiten Die Kommandanturen, Samhan und das frühe Goguryeo
Die chinesischen Nachfolgekolonien (Kommandanturen Xuantu, Lelang und später Daifang) konnten sich jedoch fast alle (bis auf Lelang) nur kurz halten.
Es bildeten sich koreanische Nachfolgestaaten von Go-Joseon. Während im Norden zunächst Buyeo und kurz danach Goguryeo entstanden waren, bildeten sich aus den Resten Jins im Süden zunächst die Samhan-Konföderation, aus der dann Paekche und Silla und dazwischen die Gaya-Föderation entstanden. Während dieser Zeit existierte auch, angeschlossen oder anstelle der Gaya-Föderation, der erste dauerhafte japanische Aussenposten, genannt Mimana, auf der Koreanischen Halbinsel.
Wie zahlreiche Funde von Ritualgeräten wie Rasseln und Spiegeln belegen, gab es gleichartige religiöse Rituale in Nord (Joseon) und Süd (Jin und Folgestaaten).
Bearbeiten Die Zeit der Drei Reiche beginnt
In den ersten Jahrhunderten n. Chr. konnten sich schließlich die Königreiche Goguryeo, Baekje und Silla durchsetzen – die sogenannten Drei Reiche von Korea. Der Buddhismus wurde in dieser Zeit in ganz Korea eingeführt.
Zunächst war Goguryeo im Norden das deutlich mächtigste Reich, es geriet aber immer mehr in Gegensatz zu China.
Bearbeiten Die Drei Reiche bekämpfen einander
313 eroberte Goguryeo die chinesische Kolonie Lolang, die etwa an der heutigen Grenze zwischen den beiden Koreas liegt. Es war damit erstmals Nachbar von Baekje und Silla und es entstanden Konflikte mit den beiden kleineren Reichen, die sich viele Jahrhunderte hinzogen. Japan und China waren als Verbündete gefragt.
Im Jahr 655 verbündete sich Silla mit der chinesischen Tang-Dynastie und besiegte zunächst 660 Baekje und im Jahre 668 auch Goguryeo. In beiden Fällen profitierte es von innerer Zerrissenheit der Gegner.
Bearbeiten Groß-Silla
Nach dem Sieg über die anderen Teilreiche beherrschte Silla bis zum Ende des 9. Jahrhunderts die Halbinsel. Die Kultur erreichte ihren Höhepunkt, die Hauptstadt, die an der Stelle des heutigen Gyeongju lag, war eine für ihren Reichtum berühmte Millionenstadt.
Bearbeiten Balhae
Siehe Hauptartikel: Balhae
Im äußersten Norden der koreanischen Halbinsel und vor allem in der Mandschurei entwickelte sich das Königreich Balhae, das Teile der geflohenen Bevölkerung Goguryeos aufnahm. Da Balhae etwa zeitgleich mit Silla unterging, wanderten von Norden her viele Koreaner auf die koreanische Halbinsel ein.
Bearbeiten Goryeo
Siehe Hauptartikel: Goryeo
Das neu entstandene Reich Goryeo (918-1392), das zunächst das heutige Zentralkorea beherrschte, annektierte das Silla-Reich und hatte von 936 bis 1392 Bestand mit der neuen Hauptstadt, Kaesong, des vereinigten Koreas. In dieser Zeit wurde ein richtiges Staatssystem aufgebaut.
Zwischen 1231/32 und 1238 wurde die Halbinsel von den Mongolen erobert, und nach 30 Jahren ergab sich auch die zunächst geflohene Königsfamilie nach Jahren des Asyls auf der Insel Gangwha. In den folgenden 150 Jahren ist Korea ein tributpflichtiger Vasallenstaat und Protektorat der Mongolen gewesen. Daher waren auch viele Koreaner bei beiden mongolischen Versuchen, Japan zu annektieren, beteiligt.
Bearbeiten Joseon-Dynastie
Siehe Hauptartikel: Joseon-Dynastie
Nachdem 1238 Korea von den Mongolen besetztwurde, beendete Yi durch seine Machtübernahme deren Herrschaft und gründete 1392 die Joseon-Dynastie. Sie wird daher manchmal Yi-Dynastie genannt, da der Begriff "Joseon" von 1910 bis 1945, als Korea eine Kolonie Japans war, wiederverwendet wurde.
1637 wurde Korea nach der Zweiten Manschurischen Invasion ein autonomer, tributpflichtiger Vasallen-Staat und Protektorat des Chinas der Qing-Dynastie. Dies blieb so bis zum 17. April 1895, als das Kaiserreich China im Rahmen des Streits um die Vorherrschaft auf der Koreanischen Halbinsel den Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg gegen das Kaiserreich Japan verlor; Im Vertrag von Shimonoseki gestand China „volle und umfassende Souveränität und Autonomie Koreas“ zu.
1897 wurde von König Gojong ein Groß-Korea ausgerufen, womit die Joseon-Dynastie offiziell beendet wurde.[1]
Bearbeiten Groß-Korea
Nach dem Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) hatte sich Japan endgültig als dominante Kraft in Ostasien etabliert und Groß-Korea wurde am 17. November 1905 ein Protektorat Japans. Am 22. August 1910 erzwang die japanische Regierung den Rücktritt des koreanischen Kaisers, nachdem der für Japan bedeutende Fürst Itō Hirobumi am 26. Oktober 1909 von einem koreanischen Nationalisten ermordet worden war. Korea wurde als Folge offiziell als Kolonie in das Japanische Kaiserreich eingegliedert.
Bearbeiten Chōsen
Siehe Hauptartikel: Korea unter japanischer Herrschaft
Nach der Annexion 1910 war Korea eine japanische Kolonie namens Chōsen (jap. 朝鮮; kor. 조선, Joseon). Während dieser Zeit wurde Korea von Grund auf von den Japanern wirtschaftlich und gesellschaftlich modernisiert. Dieses ging aber gleichzeitig mit der Beschneidung von Rechten und der teilweisen Unterdrückung der dortigen Kultur einher. So wurden als Beispiel die Infrastruktur modernisiert und ausgebaut, welche aber teilweise auf dafür enteigneten Grund verliefen.
Am 1. März 1919 fanden aufgrund der Kolonialpolitik der Japaner provinzweit Demonstrationen statt. Dies wird heute Bewegung des ersten März genannt. Der Protest wurde niedergeschlagen, woraufhin sich am 11. April 1919 eine Exilregierung in China gründete. In Chōsen wurde allerdings als Folge des Aufstandes die Strenge der Besatzungspolitik entschärft. Insgesamt versuchte Japan in der Periode von 1910 bis 1937 Korea „gewaltlos“ für sich zu gewinnen.
Ab 1937 wurden viele dieser nunmehr vergleichsweisen milden Regelungen mit Beginn des Zweiten Sino-Japanischen Kriegs beziehungsweise mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs aufgehoben. Dies hing unter anderem mit dem Wunsch Japans zusammen, in seiner Kolonie die japanische Kultur und Denkweise einzuführen, teilweise auch unter Zwang. Diese Periode von 1937 bis 1945 kann daher als Unterdrückend angesehen werden, zumal sich Japan in dieser Zeit mehrerer Kriegsverbrechen schuldig machte.
Schon kurz vor Kriegseintritt Russlands gegen Japan Anfang August 1945 bereitete die japanische Verwaltung die Übergabe der längerfristig nicht haltbaren Kolonie an die Koreaner vor, welche eine sogenannte Koreanische Volksregierung bilden sollten.
Bearbeiten Die Teilung Chōsens und das Ende der Japanischen Herrschaft
Am 15. August 1945 kapitulierte das Japanische Kaiserreich. Die Soldaten der Kaiserlichen Japanischen Armee in der nördlichen Zone Chōsens (nördlich des 38. Breitengrads) mussten sich, wie von den Alliierten vereinbart, den Sowjets, die der südlichen Zone der Amerikanern ergeben. Die Besetzung des Nordens durch die Sowjetunion erfolgte zeitlich nah danach, während im Süden die Amerikaner erst am 8. September eintrafen und den japanischen Generalgouverneur erst am 12. September aus seinem Posten entliesen. In dieser Zwischenzeit übernahm die Verwaltung der südlichen Zone die unter japanischer Aufsicht agierende Koreanische Volksregierung. Nach der Übernahme verbot die US-Regierung diese Regierung und ihre Strukturen. Auch die koreanische Exilregierung wurde von den Amerikanern wegen angeblicher kommunistischer Unterwanderung nicht anerkannt. Des Weiteren beließen die Amerikaner in ihrer Zone die japanischen Kolonialbeamten, da diese sich bestens in ihrer Kolonie auskannten.
Heutzutage betrachtet man sowohl in Nord-, als auch in Südkorea den 15. August 1945 als Tag der Unabhängigkeit, obwohl Japan zumindest im Süden de facto bis zum 12. September 1945 und de jure bis zum Friedensvertrag von San Francisco am 8. September 1951 die Verwaltungshoheit für ganz Korea besaß.
Bearbeiten Nord- und Südkorea
Die UdSSR begann nach ihrem Einmarsch in den Norden Koreas, ihre Zone nach kommunistischen Vorstellungen umzuformen, wenn auch zunächst nicht in dem Maße wie in den osteuropäischen Staaten. Im Zuge einer Landreform wurden die japanischen Großgrundbesitzer enteignet, wichtige Industriezweige wurden verstaatlicht. Die Sowjets hatten ein strategisches Interesse daran, einen ihnen wohlgesinnten koreanischen Pufferstaat aufzubauen, da Korea im Allgemeinen als mögliche Operationsbasis für einen japanischen Angriff galt. Dieses Vorhaben schien um so wichtiger, da sich Japan nach seiner Kapitulation rasch zu einem Verbündeten der USA entwickelte. Einflussreichster Vertreter der Sowjets in Korea bis zur Gründung der KDVR war Generaloberst Terenti F. Schtykow.
Nachdem die Verhandlungen zwischen den beiden Supermächten über ein vereinigtes Korea bis 1947 ergebnislos verliefen, brachten die USA die Koreafrage vor die Vereinten Nationen. Dies wurde von der sowjetischen Seite als Verstoß gegen die Abmachung, dass die Koreafrage von einer amerikanisch-sowjetischen Kommission gelöst werden solle, gewertet. Die UdSSR beteiligte sich fortan nicht an Konferenzen der Vereinten Nationen zu diesem Thema.
Am 14. November 1947 erreichten die USA eine UN-Resolution, die freie Wahlen, den Abzug aller ausländischen Truppen und die Schaffung einer UN-Kommission (UNTCOK: UN Temporary Commission on Korea) für Korea vorsah. Die UdSSR boykottierte die Abstimmung und sah die Resolution deshalb als nicht bindend an.
Am 10. Mai 1948 fanden im Süden Wahlen statt, die Syngman Rhee gewann. Allerdings wurden die Wahlen von den linken Parteien boykottiert. Am 13. August 1948 übernahm Syngman Rhee offiziell die Regierungsgeschäfte von der amerikanischen Militärregierung. Der sowjetisch kontrollierte Norden beantwortete dies mit der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea am 9. September 1948, deren erster Präsident Kim Il-sung wurde. Beide Regierungen sahen sich als rechtmäßige Regierung über ganz Korea an und kündigten darüber hinaus an, diesen Anspruch auch militärisch durchsetzen zu wollen.
Mit einer langwierigen Diskussion zwischen Stalin, Mao und Kim Il-sung führte dies im Juni 1950 zum Koreakrieg, der die bis heute andauernde Teilung Koreas festschrieb.
Die Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg ist unter Nordkorea und Südkorea zu finden.
Bearbeiten Siehe auch
Bearbeiten Einzelnachweise
- ↑ Brockhaus Enzyklopädie, 1991, 19. Auflage, 12. Band , S. 357, Abschnitt: "Korea", F.A. Brockhaus Mannheim
Bearbeiten Literatur
- Gi-Wook Shin/Michael Robinson (Hg.): Colonial modernity in Korea, Cambridge, Mass. [u.a.] : Harvard University, Asia Center; Distributed by Harvard Univ. Press 1999, ISBN 0-674-14255-1
- André Fabre: Histoire de la Corée. L’Asiathèque: Paris, 2000
- Juliette Morillot: La Corée, chamanes, montagnes et gratte-ciel. Autrement: Paris, 1998
- Korea Overseas Information Service: Handbook of Korea. Hollym: Seoul 2002. ISBN 1-56591-022-2
- Martina Deuchler: Confucian Gentlemen and Barbarian Envoys. Seattle and London, 1977
- Marion Eggert u. Jörg Plassen: Kleine Geschichte Koreas. München 2005. ISBN 3-406-52841-4
- Ingeborg Göthel: Der Untergang des alten Korea. Wiesbaden 1996. ISBN 3-447-03808-X
- Thomas Kern u. Patrick Köller: Südkorea und Nordkorea. Einführung in Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Frankfurt 2005 ISBN 3-593-37739-X
- Jürgen Kleiner: Korea. Betrachtungen über ein fernliegendes Land. Frankfurt 1980
- F.H. King: 4000 Jahre Landbau in China, Korea und Japan. München 1984. ISBN 3-922201-05-9
- Hanns W. Maull/Ivo M. Maull: Im Brennpunkt: Korea. Verlag C. H. Beck, München 2004. ISBN 3-406-50716-6
- Won-Bok Rhie: Korea Unmasked. Gimmyoung Publishers, Seoul 2005. ISBN 8934911786
- Joachim Schüring: Geteilte Geschichte. In Abenteuer Archäologie 4/2005, S. 70-77. Spektrum der Wissenschaft Verl.-Ges., Heidelberg. ISSN 16129954
- Hanns W. Maull/Ivo M. Maull: Korea. Verlag C. H. Beck, München 1987.
Bearbeiten Weblinks
- Länderprofil des Statistischen Bundesamtes
- Lektorenvereinigung Korea
- Deutsch-Koreanische Gesellschaft e.V.
37127Koordinaten: 37° 0′ N, 127° 0′ O

