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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Mexiko (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Estados Unidos Mexicanos

Vereinigte Mexikanische Staaten

Flagge Mexikos
Wappen Mexikos
Flagge Wappen
Amtssprache Spanisch (de facto), seit 2003 sind 62 indigene Sprachen in Mexiko als „Nationalsprachen“ anerkannt
Hauptstadt Mexiko-Stadt
Staatsform PrÀsidiale Bundesrepublik
Staatsoberhaupt und Regierungschef PrÀsident Felipe Calderón Hinojosa
FlĂ€che 1.972.550 kmÂČ
Einwohnerzahl 109.960.000 (2008)[1]
Bevölkerungsdichte 55,7 Einwohner pro kmÂČ
BIP nominal (2007)[2] 893.365 Mio. US$ (15.)
BIP/Einwohner 8.479 US$ (59.)
HDI 0,829 (52.)
WĂ€hrung Mexikanischer Peso
UnabhÀngigkeit 1810 erklÀrt, 1821 anerkannt
Nationalhymne Himno Nacional Mexicano
Zeitzone UTC -6 bis -8
Kfz-Kennzeichen MEX
Internet-TLD .mx
Telefonvorwahl +52

Mexiko (Spanisch: MĂ©xico, amtlich Vereinigte Mexikanische Staaten, span. Estados Unidos Mexicanos, worttreue Übersetzung: Mexikanische Vereinigte Staaten) ist ein Staat in Nordamerika. Es grenzt im Norden an die Vereinigten Staaten von Amerika und im SĂŒden an Belize und Guatemala. Westlich liegt der Pazifik, im Osten der Golf von Mexiko sowie das Karibische Meer, beides Randmeere des Atlantiks.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geographie

Der grĂ¶ĂŸte Teil von Mexiko (88%) ist dem nordamerikanischen Kontinent zugeordnet, wĂ€hrend der sĂŒdliche Teil bereits zur zentralamerikanischen LandbrĂŒcke zĂ€hlt. Das Land ist mit einer FlĂ€che von 1.972.550 kmÂČ, wovon 1.923.040 kmÂČ auf Land und 49.510 kmÂČ auf Wasser entfallen, mehr als sechsmal so groß wie Deutschland.

Im Norden grenzt Mexiko an die USA und im SĂŒdosten an Guatemala und Belize. Es besitzt zudem 12.540 km MeereskĂŒste, davon 8.200 km am Pazifik und 3.200 km am Atlantik. Ab der KĂŒste seewĂ€rts besitzt Mexiko bis 200 Seemeilen (370 km) exklusive Nutzungsrechte.

Der höchste Punkt Mexikos ist mit 5.700 Meter der auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Puebla und Veracruz liegende Vulkan CitlaltĂ©petl und der tiefste Punkt mit 10 Meter unter dem Meeresspiegel Mexicali, die Hauptstadt des Bundesstaates Baja California.

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte Mexikos sind mit jeweils mehr als einer Million Einwohner Mexiko-Stadt, Guadalajara, Ecatepec de Morelos, Puebla, NezahualcĂłyotl, Ciudad JuĂĄrez, Tijuana, LeĂłn, Monterrey und Zapopan.

Siehe auch: Liste der StÀdte in Mexiko

Bearbeiten Klima

Vulkan Citlaltépetl oder Pico de Orizaba, höchster Berg Mexikos.

Mexiko ist ein klimatisch vielgestaltiges Land, das sowohl ĂŒber subtropisches und alpines Klima als auch ĂŒber WĂŒstenklima verfĂŒgt. Es gehört somit in den Übergangsbereich der sommerfeuchten Ă€ußeren Tropen mit 8–10 humiden Monaten im SĂŒdosten des Landes ĂŒber die ganzjĂ€hrig ariden Subtropen im Bereich des Wendekreises, bis zum Winterregenklima Kaliforniens, das im Ă€ußersten Westen (Baja California) gerade noch wirksam wird.

Bearbeiten RĂ€umliche Gliederung

Mexikos Topographie

Der grĂ¶ĂŸte Teil Mexikos besteht aus einem Hochlandblock, der an markanten Bruchlinien im Osten und Westen herausgehoben wurde. Die Randgebirge sind sehr unterschiedlich gestaltet: die Sierra Madre Oriental im Osten setzt sich aus parallel streichenden FaltenzĂŒgen und steil aufragenden Schichtrippen der Jura- und Kreideformation zusammen. Dagegen baut sich die Sierra Madre Occidental im Westen aus flach lagernden vulkanischen Decken des TertiĂ€rs auf. Beide erscheinen von den hĂŒgeligen KĂŒstentieflĂ€ndern aus als hohe Gebirgsmauern.

Vulkan PopocatĂ©petl, der berĂŒhmteste Berg des Landes.

Das Hochland ist in weite Beckenlandschaften gegliedert. Diese erreichen an der Grenze zu den USA 1.200 m Meereshöhe. An die Sierra Madre Occidental schließt sich sĂŒdlich die Cordillera NeovolcĂĄnica an, die aus vulkanischen Ablagerungen aus der Zeit des PliozĂ€n bis QuartĂ€r besteht und nicht nur durch Riesenvulkane, sondern zusĂ€tzlich durch eine Vielzahl von vulkanischen Kegeln und Kratern geprĂ€gt ist. Sie bildet den SĂŒdrand des Hochlandblocks, der in einer Bruchstufenzone rund 1.000 m tief zur Senke des RĂ­o Balsas abbricht. Im SĂŒden befindet sich die Sierra Madre del Sur westlich der Sierra Madre de Chiapas. Nordöstlich vorgelagert ist die Halbinsel YucatĂĄn, deren grĂ¶ĂŸter Teil zu Mexiko gehört. Sie besteht aus einer Kalksteintafel, die seit dem TertiĂ€r aus dem Meer herausgehoben wurde.

Die höchsten Vulkane des Landes sind der CitlaltĂ©petl (auch Pico de Orizaba genannt), der mit 5.700 m gleichzeitig der höchste Berg in Mexiko ist, der derzeit aktive PopocatĂ©petl mit 5.452 m und der IztaccĂ­huatl mit 5.286 m.

Bearbeiten Bevölkerung

Hausfassade in Puebla mit der Fahne verziert, fĂŒr die „Fiesta de la independencia“.

Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 60 % Mestizen, 30 % indigenen Völkern (nach anderen Angaben 13 % beziehungsweise 7 %, unter anderem Maya und Nahua, Nachkommen der Azteken) und etwa 9 % EuropĂ€ischstĂ€mmigen (meist Spanier). Das ĂŒbrige 1 % Prozent bilden Bevölkerungsgruppen anderer Abstammung (grĂ¶ĂŸtenteils aus Afrika).

Nach der VolkszĂ€hlung 2005 sprechen 5,8 % der Bevölkerung indigene Sprachen. Weniger als 1 % sprechen kein Spanisch.[1] Die meist gesprochenen Sprachen sind Nahuatl (etwa 1,6 Millionen) und Mayathan (etwa 900.000). Seit 2003 sind 62 indigene Sprachen in Mexiko als „Nationalsprachen“ anerkannt. Insgesamt werden in Mexiko 291 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Die Mehrheit der schwarzen Mexikaner ging in den letzten 200 Jahren innerhalb der Mestizenbevölkerung auf. Im Bundesstaat Veracruz und an der WestkĂŒste sind jedoch noch einige von ihnen zu finden. Das einzige auf mexikanischem Boden gesprochene Kreol ist das Gullah. Es wird von den Angehörigen der Schwarzen Seminolen in der kleinen Gemeinde Nacimiento de los Negros (in der NĂ€he von Muzquiz, Coahuila) gesprochen.

        Jahr         Einwohner
1805 5.700.000
1842 7.000.000
1880 9.600.000
1895 12.632.000
1900 13.607.000
1910 15.160.000
1921 14.335.000
1930 16.553.000
1940 19.654.000
1948 24.461.000
        Jahr         Einwohner
1950 26.282.000
1955 30.557.000
1960 34.994.000
1965 41.284.000
1970 50.695.000
1975 60.145.000
1990 81.250.000
1996 93.182.000
2000 100.350.000
2006 108.700.000
2008 109.960.000

Bearbeiten Religion

87 % der Mexikaner sind Katholiken.[3] Daneben gibt es eine wachsende protestantische Minderheit (7,5 %). 3,5 % der Bevölkerung bezeichnen sich als keiner Religionsgemeinschaft angehörig und lediglich 0,36 % entfallen auf andere Religionen, darunter auch die Muslime in Mexiko. Die Religion hat in gewissen Schichten der mexikanischen Gesellschaft eine große Bedeutung, vor allem unter der lĂ€ndlichen Bevölkerung und viel weniger fĂŒr die Einwohner der GroßstĂ€dte.

Bearbeiten Bildung

Es besteht eine Schulpflicht ab dem Alter von 6 Jahren. Der Besuch der staatlichen Grundschulen ist kostenlos. Die Alphabetisierungsrate betrĂ€gt 90,5%, dennoch gibt es noch große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Es gibt im Land zahlreiche staatliche und nichtstaatliche UniversitĂ€ten, z.Bsp. die Mexikanische Akademie der Wissenschaften oder die Universidad Nacional AutĂłnoma de MĂ©xico, die grĂ¶ĂŸte UniversitĂ€t des Landes.

Bearbeiten Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Mexikos

In den Jahren 1517 und 1518 erreichen die ersten spanischen Expeditionen unter Francisco HernĂĄndez de CĂłrdoba und Juan de Grijalva die Halbinsel YucatĂĄn. Die neu „entdeckten“ Hochkulturen und die reichlichen GoldgegenstĂ€nde machen die tierra firme, das Festland, fĂŒr die Spanier interessant. In den Jahren 1519 bis 1521 gelingt es HernĂĄn CortĂ©s, das so genannte Azteken-Reich mit Hilfe zahlreicher indigener VerbĂŒndeter zu stĂŒrzen. Das heutige Mexiko wird zum Vizekönigreich Neuspanien. Siehe dazu Spanische Eroberung Mexikos.

Im Jahre 1810 wurde die UnabhĂ€ngigkeit von Spanien erklĂ€rt, die einen langen Krieg nach sich zog, der 1821 zur endgĂŒltigen UnabhĂ€ngigkeit fĂŒhrte. Erstes Staatsoberhaupt der jungen Nation war AgustĂ­n de Iturbide, der das Land ab 1822 als Kaiser regierte. Bereits 1823 musste er nach einem MilitĂ€raufstand abdanken und Mexiko wurde zur Republik. Bald verlor das mexikanische Gebiet an GrĂ¶ĂŸe, durch Verkauf an und durch die Invasion der USA (siehe auch Mexikanisch-Amerikanischer Krieg).

Nordamerika am Ende des 19. Jahrhunderts

In den 1860ern stand das Land unter der Besetzung durch Frankreich, das in dieser Zeit den Kaiser Maximilian I. (Habsburg) einsetzte. PrĂ€sident Benito JuĂĄrez, der mit Hilfe der USA die Franzosen aus dem Land vertrieb, beendete endgĂŒltig die Ära des mexikanischen Kaiserreiches durch die Hinrichtung Maximilians.

Die lange Diktatur Porfirio DĂ­az' fĂŒhrte 1910 zur Mexikanischen Revolution und 1911 zu seinem RĂŒcktritt. Die revolutionĂ€ren KrĂ€fte besiegten die Armee, verloren sich aber in internen Streitereien, die das Land 20 Jahre lang in stĂ€ndiger Unruhe hielten. Am Ende der Revolution kontrollierte die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) das Land bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.

Mexiko war das einzige Land (von 17 Mitgliedern eines „Völkerbundsrates“), das am 19. MĂ€rz 1938 den Anschluss Österreichs durch Deutschland laut mit Protest belegte und damit auf weltweiter Ebene frĂŒhzeitig Flagge gegen die Nationalsozialisten zeigte (siehe Walter Truckenbrodt, dort genanntes Werk Seite 144). Mexiko wies auf die Folgen fĂŒr den (Welt-)Frieden hin, wenn die Pflichten aus der Völkerbundssatzung und aus dem internationalen Recht nicht eingehalten werden. Der Autor Truckenbrodt, spĂ€ter ein sehr hoher Beamter in der Bundesrepublik Deutschland, mokierte sich 1941 darĂŒber. Aus Anerkennung fĂŒr diese Tat wurde in Wien ein Straßenabschnitt mit dem Namen Mexikoplatz benannt.

Siehe auch: Liste der PrÀsidenten Mexikos

Bearbeiten Der Name Mexiko

Das Land ist nach der Hauptstadt der Azteken, Mexico-Tenochtitlan (jetzt Mexiko-Stadt), benannt. FĂŒr die Herkunft der Bezeichnung Mexico gibt es verschiedene ErklĂ€rungen. Nach einer ErklĂ€rung stammt der Teil Me von metl, was die Agavenpflanze (auch: Maguey) bezeichnet, und der Teil xi von xictli (Nabel). Das co beziehungsweise ko im Namen ist einfach ein Ortssuffix. Zusammengesetzt ergĂ€be dies: „Der Platz, wo der Nabel (der Mittelpunkt) der Maguey liegt“. Eine andere ErklĂ€rung leitet Mexico vom Kriegsgott Mexitli her, dessen Name sich wiederum aus metztli (Mond) und xictli (Nabel) zusammensetzt („Mondnabel“).

Alle diese Wörter sowie viele weitere geographische Namen basieren in ihrer lateinischen Schreibweise auf der (kastilischen) Transkription der Spanier, der ersten EuropĂ€er dort. Sie schrieben den /ʃ/-Laut (deutsch: sch) der Nahuatl-Sprache wie damals bei ihnen ĂŒblich als x. Seither hat sich die Aussprache des Spanischen allerdings gewandelt und das alte x wird /x/ (deutsch: ch (nach a, o, u)) ausgesprochen – ebenso wie j und g (vor e, i), die einstmals /ʒ/ (französisch: j) lauteten. In der Folge werden nun alle diese Wörter mit j oder g geschrieben (beispielsweise wird Don Quixote zu Don Quijote) und x klingt Ă€hnlich wie ch im Deutschen. Namen wurden allerdings wie auch bei anderen vergleichbaren VorgĂ€ngen anderswo nur teilweise (vgl. beispielsweise Celle) an die neue Buchstaben-Laut-Zuordnung angepasst. Trotzdem findet sich in spanischen Texten auch die Schreibweise MĂ©jico statt MĂ©xico. In Mexiko selbst wird meist Wert auf die Schreibung mit x gelegt, da sie als eigene, nicht koloniale Schreibung gilt. Die königlich-spanische Akademie (Real Academia Española), die fĂŒr die Festlegung der spanischen Orthographie zustĂ€ndig ist, lĂ€sst beide Schreibweisen zu. Daneben wird das x teilweise, etwa in „Xola“ und in „Xochimilco“, als /ʃ/ beziehungsweise /s/ ausgesprochen (etwa „Schola“ beziehungsweise „Sotschimilko“).

Auf Deutsch mĂŒsste es vom Original (heute: Mexihco, /mɛː.ɕÉȘʔ.kɔ/) her also eher „MĂ€schiko“, „MÀÀschiko“ oder „MĂ€hschiko“ und von der aktuellen Aussprache eher „MĂ€chiko“ (oder „MĂ€hchiko“) heißen, wobei das deutsche ch nach Ă€, e und i ĂŒblicherweise /ç/ gesprochen wird und somit dem mexikanischen x in diesem Kontext entspricht. Beide spanischen Schreibweisen (MĂ©xico und MĂ©jico) erfordern von den meisten nicht spanischsprachigen Lesern zusĂ€tzliches Wissen zur Aussprache, da x und j in den meisten Sprachen fĂŒr andere Laute stehen.


Bearbeiten Politik

Mexiko ist seit 1917 eine prÀsidiale Bundesrepublik. Die Verfassung von 1917 wurde zuletzt im Jahr 1994 geÀndert.

Der PrĂ€sident steht im Mittelpunkt des mexikanischen Institutionensystems und wird fĂŒr eine einzige Amtszeit von sechs Jahren, sexenio genannt, direkt gewĂ€hlt.

Das Parlament (Congreso de la UniĂłn) besteht aus Abgeordnetenhaus (CĂĄmara Federal de Diputados) (500 Mitglieder) und Senat (Senado) (128 Mitglieder). Die Wahl erfolgt alle drei beziehungsweise sechs Jahre.

Mexiko wurde von 1929 bis 2000 von ein und derselben Partei regiert: der Partido Revolucionario Institucional (PRI). Seit dem 1. Dezember 2006 ist Felipe Calderón (PAN) PrÀsident von Mexiko.

WĂ€hrend der Regierungszeit der PRI bestand lange Zeit keine klare Trennung zwischen den Institutionen des Staates und jenen der „offiziellen Partei“, das heißt der PRI. So unterstand etwa auch die Organisation von Wahlen der PRI. Dies fĂŒhrte zu zahlreichen Berichten ĂŒber UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei der Wahl wie beispielsweise FĂ€lschung von Wahllisten, mehrfacher Stimmabgabe, Stimmenkauf, Kontrollen der Stimmabgabe, Wahlurnenraub und unkorrekter StimmenauszĂ€hlung. Seit 1990 ist das ĂŒberparteiliche Instituto Federal Electoral (IFE) fĂŒr die Vorbereitung und DurchfĂŒhrung von Wahlen zustĂ€ndig.

Mexiko erlangte wĂ€hrend des Faschismus fĂŒr EuropĂ€er große Bedeutung als Exilland.

Seit dem 9. Dezember 2005 ist in Mexiko die Todesstrafe offiziell abgeschafft.

Korruption ist weit verbreitet. Nach einer Studie von Transparency International wurden 2005 1,5 Mrd. Euro Schmiergelder gezahlt, wobei die Bestechungszahlungen von Unternehmen an GeschĂ€ftsleute und an ranghohe Politiker noch nicht berĂŒcksichtigt sind.[4]

Bearbeiten MilitÀr

Mexiko verfĂŒgt ĂŒber eine Freiwilligenarmee mit etwa 175.000 Angehörigen. Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen StreitkrĂ€fte:

Die MilitÀrausgaben umfassen 0,9 Prozent des Bruttosozialprodukts, was insgesamt einem Volumen von jÀhrlich ca. 6 Milliarden Dollar entspricht.

Die mexikanischen StreitkrĂ€fte verfĂŒgen ĂŒber etwa 100 leichte Kampfflugzeuge, 250 SpĂ€hpanzer, 3 Zerstörer, 8 Fregatten sowie rund 100 Patrouillenbooten.

In der Vergangenheit setzte Mexiko seine Armee vor allem in den Kriegen mit den USA (→ siehe Geschichte Mexikos) und in den 70er Jahren beim Kampf gegen diverse Rebellengruppen ein. Seit Januar 2007 wird das MilitĂ€r auf Geheiß Felipe Calderons auch in den Kampf gegen die Drogenmafia mit eingebunden, da die Polizei als zu unzuverlĂ€ssig gilt. So ĂŒbernimmt sie vielerorts die Überwachung der Landstraßen und war beispielsweise an der Verhaftung des Drogenbarons und frĂŒheren Polizisten Ricardo Estrada PĂ©rez beteiligt.

Bearbeiten Grenzpolitik

Der GrenzĂŒbergang zwischen Mexiko und den USA steht aufgrund des WohlstandsgefĂ€lles zwischen den beiden Staaten im besonderen Blickpunkt der Behörden. Bei einem Treffen zwischen PrĂ€sident Vicente Fox und dem US-PrĂ€sidenten George W. Bush am 7. MĂ€rz 2004 wurde vereinbart, dass Mexikaner, die hĂ€ufig in die USA reisen, von den strengen Grenzkontrollen (FingerabdrĂŒcke, Fotografien) bei der Einreise in die USA teilweise auslassen werden. Diese Bestimmungen wurden von Washington nach eigenen Angaben vor allem zum Schutz vor terroristischen AnschlĂ€gen eingerichtet. Die USA kĂ€mpfen seit langem gegen den unrechtmĂ€ĂŸigen Aufenthalt mexikanischer BĂŒrger in den USA.

Ein weiterer Streitpunkt mit den USA ist die Auslieferung von Gefangenen: die mexikanische Verfassung nennt in ihrem Artikel 18 als zulĂ€ssigen Zweck von Bestrafung einzig die Rehabilitation von Kriminellen. Der mexikanische oberste Gerichtshof hat daher die Auslieferung von Gefangenen an LĂ€nder verboten, in denen ihnen die Todesstrafe oder eine lebenslĂ€ngliche Haft ohne Aussicht auf Freilassung droht. Dies ist in den meisten Bundesstaaten der USA der Fall, wodurch der alte „Brauch“ von in den USA gesuchten Verbrechern, nach Mexiko zu fliehen, einen neuen Auftrieb erhalten hat.

Bearbeiten PrÀsidentschaftswahl vom 2. Juli 2006

Am 2. Juli 2006 fanden in Mexiko PrÀsidentschaftswahlen statt.

Siehe auch: PrÀsidentschaftswahl in Mexiko 2006

Bearbeiten Bundesstaaten

Die Bundesstaaten Mexikos

Mexiko besteht aus 31 Bundesstaaten (Estados), die jeweils von einem Gouverneur geleitet werden, und einem Bundesdistrikt (Distrito Federal), der die Hauptstadt umfasst:

  1. Aguascalientes
  2. Baja California
  3. Baja California Sur
  4. Campeche
  5. Coahuila
  6. Colima
  7. Chiapas
  8. Chihuahua
  1. Distrito Federal
  2. Durango
  3. Guanajuato
  4. Guerrero
  5. Hidalgo
  6. Jalisco
  7. México
  8. MichoacĂĄn
  1. Morelos
  2. Nayarit
  3. Nuevo LeĂłn
  4. Oaxaca
  5. Puebla
  6. Querétaro
  7. Quintana Roo
  8. San Luis PotosĂ­
  1. Sinaloa
  2. Sonora
  3. Tabasco
  4. Tamaulipas
  5. Tlaxcala
  6. Veracruz
  7. YucatĂĄn
  8. Zacatecas

Die Bundesstaaten sind in Municipios aufgeteilt und der Bundesdistrikt in 16 Delegaciones.

Siehe auch: Liste mexikanischer Staaten nach Einwohnerzahl und FlÀche

Bearbeiten Wirtschaft

Bearbeiten Allgemeines

Die Öfen einer Tequila-Destillerie
Mexiko ist der zweitgrĂ¶ĂŸte Stahlproduzent Lateinamerikas, mit rund einem Viertel der Gesamtproduktion

Die Volkswirtschaft von Mexiko erreichte 2002 mit etwa 640 Mrd. US$ den 10. Platz in der Weltrangliste und ist damit fĂŒhrend in Lateinamerika[5]. Mexiko belegt momentan Rang 8 der Export-Weltrangliste.

Das Bruttoinlandsprodukt (571 Milliarden Euro, bei 37,73 Millionen BeschÀftigten im Jahr 2004) teilt sich auf in:

  • Landwirtschaft: Vier Prozent des BSP werden erwirtschaftet durch 18 Prozent der BeschĂ€ftigten
  • Industrie: 27,2 Prozent des BSP werden erwirtschaftet durch 24 Prozent der BeschĂ€ftigten
  • Dienstleistung: 68,8 Prozent des BSP werden erwirtschaftet durch 58 Prozent der BeschĂ€ftigten

Mexikos Wirtschaft wurde in den letzten Jahren stark dereguliert und privatisiert. Die Dominanz privater Firmen wÀchst stÀndig und die Privatisierung von Eisenbahn, See- und FlughÀfen geht ihrem Ende entgegen, ebenso wie die weitere Privatisierung der Banken. Die Liberalisierung des Energiesektors schreitet weiter voran. In den Bereichen Telekommunikation und Petrochemie stehen noch Reformen aus. Die Maquiladora-Industrie verstÀrkte ihre Position in der mexikanischen Wirtschaft und dominiert vor allem den Textilsektor.

Landwirtschaft: Herstellung von: Mais, Weizen, Sojabohnen, Reis, Bohnen, Wolle, Kaffee, FrĂŒchte, Tomaten; Rindfleisch, GeflĂŒgel, Milchprodukte, Holzprodukte.
Industrie: Herstellung/Gewinnung von: Nahrung und GetrĂ€nken (Wein, Tequila), Tabak, Chemikalien, Eisen und Stahl, Erdöl, Baustoffe, mineralische Rohstoffe, Textilien, Kleidung, Kraftfahrzeuge, VerbrauchsgĂŒter, Tourismus
Exporte: Produzierte Waren, Ölprodukte, Silber, FrĂŒchte, GemĂŒse, Avocado, Kaffee, Wolle, Alkohol, Tabak
Exporte nach: USA 81 %, Kanada 5,9 %, Japan 1,1 % (2004); $188,6 Milliarden fob (2004)
Importe: Metallverarbeitende Maschinen, Fabriken (Teile) zur Stahlverarbeitung, Maschinen fĂŒr die Landwirtschaft, elektrische AusrĂŒstung, Autoteile, Maschinen, Flugzeuge und Flugzeugteile
Importe aus: USA 65,8 %, Deutschland 3,8 %, Volksrepublik China 3,7 % (2004); $197,1 Milliarden fob (2004)

Quellen: CIA World Factbook, LÀnderinformationen des AuswÀrtigen Amtes zu Mexiko

Bearbeiten Außenhandel

Landwirtschaftliche Nutzung Mexikos

Mittlerweile hat Mexiko 32 Freihandelsabkommen mit ĂŒber 40 LĂ€ndern unterzeichnet, unter anderem mit der EU (seit 2000), Japan, Guatemala, Honduras und El Salvador. Seit dem 1. Januar 1994 ist Mexiko Mitglied des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA). In den ersten Jahren nach dessen Inkrafttreten hatte sich die wirtschaftliche Situation des Landes nur unwesentlich verbessert. Seit Beginn des Freihandels sind die Ausfuhren bis heute um das Dreifache gestiegen, und mittlerweile entfallen 90 Prozent der mexikanischen Exporte auf Freihandelsabkommen.

Allein die USA nehmen 75 Prozent der Exporte Mexikos ab. 80 Prozent der Exporte entfallen auf Industrieerzeugnisse, 15,6 Prozent auf Rohöl und Raffinerieprodukte sowie 3 Prozent auf landwirtschaftliche Produkte[6]. Der höchste Zuwachs wird bei den Erdölausfuhren verzeichnet. Bedingt durch die stark gestiegenen Ölpreise konnte ein Wachstum von 27,3 Prozent verzeichnet werden. Jedoch gelang es, in den vergangenen Jahren, den Export zu diversifizieren. So haben die Automobilindustrie, Elektronik, der Tourismus und die Maquila-Fabriken in zollfreien Zonen an Bedeutung zu genommen[7].

Bearbeiten Energiewirtschaft

Mexikos Energieerzeugung ist heute noch bis zu 70 Prozent vom Rohöl abhÀngig. SchÀtzungen gehen bis 2020 von einer Steigerung des Stromverbrauchs von jÀhrlich 3,2 bis 5,6 Prozent aus.

Die installierte KapazitÀt zur Stromerzeugung betrÀgt 49 GW (2006). 73,6 Prozent der installierten KapazitÀt ist thermisch, 21,6% Wasserkraft, 2,8% Kernenergie und 2% geothermisch [8].

Die Bruttostromerzeugung betrug 223,6 TWh (2006): 78,6% aus konventionellen thermischen Kraftwerken, 13,6% aus Wasserkraft, 4,9% Kernenergie und 3% aus geothermischen Quellen. [8] Der grĂ¶ĂŸte Lieferant von AusrĂŒstungen zur Energieerzeugung in Mexiko ist Siemens[9].

Mexiko hat ein hohes Potenzial fĂŒr die Nutzung erneuerbarer Energien, speziell Windkraft und Solarenergie[10].

Auch die Produktionsausweitung von Bioethanol als Treibstoff fĂŒr Autos ist eine Option, wobei zu berĂŒcksichtigen ist, dass bereits heute nicht genĂŒgend Mais aus heimischer Produktion fĂŒr die ErnĂ€hrung der Bevölkerung zur VerfĂŒgung steht. Als Rohstoff fĂŒr die Bioethanolherstellung wird daher Melasse aus der Zuckerindustrie bevorzugt. Das Produktionspotenzial wird auf 56 Millionen Liter pro Jahr geschĂ€tzt, der zukĂŒnftige Verbrauch auf 164 Millionen Liter[11].

Das staatliche Monopolunternehmen ComisiĂłn Federal de Electricidad ist fĂŒr die Erzeugung und die Verteilung der elektrischen Energie zustĂ€ndig.

Bearbeiten Erdölwirtschaft

Hauptartikel: Erdölwirtschaft in Mexiko

Der Erdölsektor nimmt eine zentrale Rolle fĂŒr die mexikanische Wirtschaft ein. Die Einnahmen aus dem Erdölexport belaufen sich auf 10% der mexikanischen Exporterlöse[12].

Mexiko ist der sechstgrĂ¶ĂŸte Produzent von Erdöl weltweit und die zehntgrĂ¶ĂŸte Öl-Exportnation (2007). Nach den USA rangiert Mexiko in der westlichen HemisphĂ€re auf Rang 2, knapp vor Kanada. Das staatliche Erdölunternehmen PEMEX ist das grĂ¶ĂŸte mexikanische Unternehmen mit knapp 140.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp 100 Mrd. US$ (2006).

Bearbeiten Automobilindustrie

Die Automobilindustrie (OEM- und Zulieferindustrie) in Mexiko trĂ€gt mit 3 % zum gesamt BIP, mit 17,3 % zur produzierenden Industrie und mit 21,4 % zu den Exporten bei und beschĂ€ftigt 13 % der Arbeiter in Mexiko (davon sind 84 % in der Zulieferindustrie und 16 % in der Kfz-Herstellung tĂ€tig)[13].

Das Unternehmen Ford investiert 2 Milliarden US$, um das Modell Ford Fiesta in Mexiko zu produzieren. Hierdurch werden ca. 30.000 ArbeitsplÀtze bei Zulieferern und bei Ford selbst geschaffen[14].

Viele der in Mexiko produzierten Fahrzeuge werden in die USA und nach Kanada verkauft. So errichtete Toyota ein Werk ab 2004 direkt an der Grenze zu den USA[15], in dem 50.000 Pickups pro Jahr produziert werden[16].

General Motors de Mexico, S. de R. L. de C.V. ist mit einem Umsatz von 11,8 Milliarden US$ der grĂ¶ĂŸte Automobilhersteller in Mexiko und das neuntgrĂ¶ĂŸte Unternehmen des Landes. General Motors ist seit 1935 in Mexiko aktiv und besitzt heute Fabriken in Toluca, Silao, Guanajuato, Ramos Arizpe, Coahuila und in Mexico-Stadt. GM montiert in Mexiko verschiedene Modelle fĂŒr den einheimischen Markt und fĂŒr den Export weltweit. GM Mexiko verkauft in Mexiko die Marken Chevrolet, Pontiac, Cadillac, Saab und Fiat.[17]

Nissan Mexicana S.A. de C.V. produziert seit 1966 Fahrzeuge und Fahrzeugteile in Mexiko und importiert Nissan-Fahrzeuge aus anderen LĂ€ndern (z.B. aus Brasilien) fĂŒr den mexikanischen Markt. Die Firma wurde 1961 gegrĂŒndet, die Hauptverwaltung (ca. 450 Mitarbeiter[18]) ist in Mexiko-Stadt.[19].

Mit 9000 Mitarbeitern rangierte das Unternehmen 2006 an Platz 16 der grĂ¶ĂŸten Unternehmen Mexikos. Die Ausbringung betrug 2007 496.000 Fahrzeuge, 214.000 Fahrzeuge wurden in Mexiko verkauft (Marktanteil 19,5 %)[20].

Volkswagen de Mexico betreibt seit 1964 ein Fertigungswerk in Puebla, in dem ca. 15.000 Mitarbeiter beschĂ€ftigt werden. UngefĂ€hr 80 % der dort jĂ€hrlich produzierten 300.000 Fahrzeuge werden exportiert[21]. In dem Werk wurde noch bis 2003 der VW KĂ€fer gebaut. Auch heute noch sind ca. 30 % der Autos in Mexiko VW KĂ€fer[22].

Bearbeiten Landwirtschaft

Der Beitrag der Landwirtschaft zum BIP Mexikos ist in den vergangenen Jahren stetig zurĂŒckgegangen und betrĂ€gt jetzt (2006) 3,9 %, wĂ€hrend der Beitrag 1980 noch 7 % betrug[23] und 25 % im Jahr 1970[24].

Trotzdem sind noch 18% der BeschĂ€ftigten in der Landwirtschaft tĂ€tig (2003), von denen viele im Rahmen der Subsistenzwirtschaft Nahrungsmittel fĂŒr den eigenen Bedarf anbauen.

Bearbeiten Landwirtschaftliche Produkte

Obwohl Mais das typische Grundnahrungsmittel in Mexiko ist, liegt der Schwerpunkt der Landwirtschaft in Mexiko im Bereich Gartenbau, SĂŒdfrĂŒchte und GemĂŒse. Im Zuge der Realisierung des Freihandelsabkommens NAFTA wurde allgemein erwartet, dass sich viele der mexikanischen Maisanbauer arbeitsintensiveren Produkten zuwenden wĂŒrden, z.B. Obst, NĂŒsse, GemĂŒse, Kaffee und Zuckerrohr[25].

Die Produktionsmenge an Mais ist stabil bei ca. 20 Millionen Tonnen per Jahr geblieben und auch heute noch ist Mexiko der viertgrĂ¶ĂŸte Maisproduzent der Welt[26].

Die fĂŒr den Kartoffelanbau zur VerfĂŒgung stehende FlĂ€che ist seit 1980 kaum verĂ€ndert, allerdings ist die Ausbringung pro Hektar inzwischen auf das Dreifache gewachsen. Der pro Kopf Verbrauch an Kartoffeln liegt bei 17 kg pro Jahr, verglichen mit 400 kg bei Mais[27]. Im Durchschnitt sind die Produktionsbetriebe fĂŒr Kartoffeln grĂ¶ĂŸer als die Farmen fĂŒr andere landwirtschaftliche Produkte[28].

Auf circa 160.000 kleinen und mittelgroßen Farmen wird Zuckerrohr in 15 Staaten Mexikos angebaut, zurzeit sind 57 Zuckerfabriken in Betrieb. Die mexikanische Zuckerindustrie ist gekennzeichnet durch hohe Produktionskosten und einen RĂŒckstand bei den Investitionen. Die Zuckerproduktion Mexikos ist grĂ¶ĂŸer als der Inlandsverbrauch[29]. 2005 stand Mexiko mit einer Produktion von 45.127.000 t an Platz 6 der wichtigsten Zuckerrohr produzierenden LĂ€nder[30].

Bearbeiten Haushalt

Die Haushaltslage ist fast ausgeglichen und die Verschuldung konstant. Der Außenhandel weist ein Defizit von etwa 7,1 Mrd. Euro auf. Das wirtschaftliche Wachstum liegt bei 4,9 % (BIP 2004) und die Arbeitslosenquote bei 4,3 %. Es besteht jedoch eine starke Unausgewogenheit in der Reallohn-Verteilung. So leben etwa 40 % (2003) der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, die Inflationsrate betrĂ€gt 4,0 % (2004).

Bearbeiten Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

VerÀnderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenĂŒber dem Vorjahr
Jahr 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
VerĂ€nderung in % gg. Vj. 5,0 3,6 6,6 -0,2 0,8 1,4 4,2 3,0 ~ 4 ~ 3,5
Quelle: bfai[31] ~ = geschÀtzt
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. US$) je Einwohner (in Tsd. US$)
Jahr 2004 2005 2006 Jahr 2004 2005 2006
BIP in Mrd. US$ 684 768 811 BIP je Einw. (in Tsd. US$) 6,6 7,3 7,6
Quelle: bfai[31]
Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
in % gegenĂŒber dem Vorjahr in % des BIP
(„minus“ bedeutet Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2003 2004 2005 2006 Jahr 2003 2004 2005 2006
Inflationsrate 4,5 4,7 4,0 ~ 3,5 Haushaltssaldo -0,8 -0,2 -0,1 ~ 0
Quelle: bfai[31] ~ = geschÀtzt
Haupthandelspartner (2005)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
USA 85,7 USA 53,4
Kanada 2,0 VR China 8,0
Spanien 1,4 Japan 5,9
Antillen 1,3 Deutschland 3,9
Deutschland 1,1 Korea (Rep.) 3,0
Kanada 2,8
Quelle: bfai[31]
Hauptprodukte des Außenhandels (2005)
AusfuhrgĂŒter (Anteil in %) EinfuhrgĂŒter (Anteil in %)
industrielle Erzeugnisse (Maschinen etc.) 81,9 Elektronik 21,2
Erdöl und -derivate 14,1 Maschinen 15,0
Agrarprodukte 2,4 Kfz und -teile 12,5
Kunststofferzeugnisse 6,8
chemische Erzeugnisse 6,7
Textilien 5,0
Eisen und Stahl 5,0
Quelle: bfai[31]
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US$ und seine VerĂ€nderung gegenĂŒber dem Vorjahr in %
2003 2004 2005 2006
Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$
(1.Hj.)
 % gg.Vj.
Einfuhr 171 1 197 15 222 13 122 18
Ausfuhr 165 3 188 14 214 14 123 22
Saldo -5,7 -8,8 -7,6 0,5
Quelle: bfai[31]
Siehe auch: Liste der grĂ¶ĂŸten Unternehmen in Mexiko

Bearbeiten Armut & KriminalitÀt

Nach der Wirtschaftskrise 1994-1995 (Tequila-Krise) fielen ca. 50 % der Bevölkerung in Armut. Der starke Anstieg der Exporte durch das NAFTA und andere Freihandelsabkommen sowie die Neuordnung der Staatsfinanzen unter PrĂ€sident Zedillo und spĂ€ter unter Vicente Fox hatten signifikante Erfolge bei der ArmutsbekĂ€mpfung zur Folge. GemĂ€ĂŸ der Weltbank nahm die Armut bis 2004 auf 17,6 % der Bevölkerung ab.

Die KriminalitĂ€t in Mexiko ist auch in Folge der Armut sehr hoch. Allein in Mexiko-City werden tĂ€glich mehrere hundert Verbrechen gemeldet. Ein großes Problem neben der Korruption von Polizei und Justiz stellt vor allem die DrogenkriminalitĂ€t dar. Mexiko ist ein wichtiges Transitland fĂŒr den Drogenhandel von SĂŒd- und Zentralamerika in die USA. Unter StaatsprĂ€sident Calderon gelangen der Polizei und dem MilitĂ€r in den letzten Jahren jedoch einige schwere SchlĂ€ge gegen die Drogenkartelle. Das AuswĂ€rtige Amt warnt Reisende dennoch ausdrĂŒcklich vor kriminellen Rauschgiftbanden im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet, sowie in den KĂŒstenstĂ€dten.

Bearbeiten Eskalation des Drogenkriegs 2008

Besonders die Gegend um die Grenzstadt Tijuana im Bundesstaat Baja California bildet eine Hochburg der Drogenkartelle und ist Schauplatz eines brutalen Machtkampfes der Drogenbanden. Seit Jahresbeginn sind nach Behördenangaben in dessen Verlauf mehr als 1000 Menschen ermordert worden. Die Gewalt eskalierte im Oktober 2008. TĂ€glich kommt es zu Schießereien und Morden. Nach einer Schießerei am 27. Oktober gelang der Polizei die Festnahme von Eduardo Arellano Felix, einem fĂŒhrenden Mitglied des mĂ€chtigen Arellano-Kartells. [32] Die US-Behörden hatten zuvor ein FĂŒnf-Millionen-Dollar-Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, nachdem er die Nachfolge seines 2006 inhaftierten Bruders Francisco Javier Arellano Felix angetreten hatte. Im stĂ€dtischen GefĂ€ngnis La Mesa kam es zudem zu einer GefĂ€ngnisrevolte bei der mindestens 19 Menschen getötet und rund 50 verletzt wurden. Erst das Eingreifen von Spezialeinheiten der Bundespolizei (PFP) konnte die Lage nach einem mehrstĂŒndigen Schusswechsel wieder beruhigen.

Doch auch in anderen Landesteilen kommt es zu GewaltausbrĂŒchen. So kam es am 20.Oktober 2008 im GefĂ€ngnis von Reynosa im Bundesstaat Tamaulipas zu KĂ€mpfen zwischen rivalisierenden Banden, bei denen laut Sicherheitsministerium 21 HĂ€flinge getötet und 10 verletzt wurden, sowie das GefĂ€ngnis in Folge der Ausschreitungen in Brand geriet. Auch hier konnten die SicherheitskrĂ€fte die Lage erst nach Stunden unter ihre Kontrolle bringen. Im Zusammenhang mit dieser Gewaltwelle wurde gegen ranghohe Beamte der Polizei Anklage wegen Bestechung erhoben und mehrere Drogenfahnder vom Dienst suspendiert.

Am 4. November 2008 wurde der mexikanische Innenminister und ein Strafverfolger beim Absturz ihres Flugzeuges sowie sechs weitere Personen in Mexiko-Stadt getötet. [33]

Bearbeiten Sport

Die Athleten des zentralamerikanischen Landes konnten bisher 55 olympische Medaillen erringen und belegen so Rang 39 des ewigen Medaillenspiegels bei Olympischen Turnieren.

Die populĂ€rste Sportart in Mexiko ist der Fußball. Bereits zweimal fand hier die Fußball-Weltmeisterschaft statt, 1970 und 1986. Die höchste Liga ist die Primera DivisiĂłn. Die mexikanische Fußballnationalmannschaft dominert den Fußball in Zentralamerika und konnte bereits drei mal die regionale Meisterschaft und vier mal den Gold Cup gewinnen. Weltweite BerĂŒhmtheit erlangten der ehemalige TopstĂŒrmer Hugo Sanchez wĂ€hrend seiner Zeit bei Real Madrid sowie in den vergangenen Jahren Verteidiger Rafael Marquez vom FC Barcelona und Pavel Pardo vom VfB Stuttgart.

Als Nationalsportart gilt CharrerĂ­a.

Außerdem stammen einige Wrestler aus Mexiko, wie der verstorbene Eddie Guerrero, Chavo Guerrero oder Rey Mysterio, die sich besonders durch gute technische FĂ€higkeiten auszeichnen.

Der Golfsport gewann in den letzten Jahren durch die Erfolge von Lorena Ochoa enorm an PopularitĂ€t. Ihre Auftritte werden im ganzen Land ĂŒbertragen und haben aus ihr eine Nationalheldin gemacht.

Bearbeiten Kultur

Bearbeiten Kulturelle Vielfalt

Die mexikanische Kultur stellt eine einzigartige Verschmelzung von europĂ€isch-amerikanischen, indianischen und karibischen EinflĂŒssen dar. Daraus entwickelte sich eine starke mexikanische IdentitĂ€t.

Als "typisch mexikanisch" gelten zum Beispiel die Mariachis, die traditionellen Wandermusiker, die in ihrer Tracht und mit Sombrero genau dem (europĂ€ischen) Klischee entsprechen. Im mexikanischen Hinterland sind besonders TĂ€nze indianischen Ursprungs und Polkas verbreitet, wĂ€hrend sich im karibischen Teil des Landes TĂ€nze wie Salsa, Mambo oder Rumba großer Beliebtheit erfreuen. Ein Erbe der mexikanischen Cowboys sind die vor allem auf dem Lande verbreiteten Pferdewettspiele, die Charreadas.

Bearbeiten Medien

Mexikanische Kinospielfilmproduktion[34]
Jahr Anzahl
1975 40
1985 60
1995 5
2002 14
2005 53

In letzter Zeit erlangten nicht nur mexikanischer Literaten und KĂŒnstler weltweite Anerkennung, mittlerweile ist Mexiko auch weltweit bekannt fĂŒr seine Telenovelas. Die grĂ¶ĂŸten Produzenten sind Televisa und dessen Hauptkonkurrent TV Azteca. Als Hörfunksender (mit anspruchsvollem Wortprogramm) hat sich Radio EducaciĂłn einen Namen gemacht.

Bearbeiten Essen und Trinken

Hauptartikel: Mexikanische KĂŒche

Die mexikanische KĂŒche zeichnet sich durch die Synthese von aztekischen und spanisch-kolonialen, im SĂŒden auch Maya-Traditionen aus. Regional gibt es in Mexiko große Unterschiede zwischen KĂŒste und zentralem Hochland, chiliverliebtem SĂŒden und rindfleischorientiertem Norden.

Die wichtigste Mahlzeit am Tag ist das Mittagessen, entsprechend lang ist auch die Mittagspause eines ĂŒblichen Arbeitstages. Abends wird dann meist nur noch ein kleiner Imbiss verzehrt, ein paar FrĂŒchte, ein Taco oder Ă€hnliches. In einem heißen, tropischen Land mit großenteils ĂŒppiger Vegetation spielen FrĂŒchte und bestimmte GemĂŒsesorten eine dominante Rolle.

FĂŒr Mexiko typisch sind die Tortillas, die zu jedem Essen dazugehören. Normalerweise sind auch Chilis oder Chilisaucen auf dem Tisch, deren SchĂ€rfe höchst unterschiedlich sein kann. Der schĂ€rfste Chili ist der Chile Habanero, ein meist grĂŒner, etwa drei Zentimeter großer Vertreter seiner Gattung. Weitaus milder ist der Chile Jalapeño welcher in Scheiben geschnitten in den traditionellen Restaurants zum Essen serviert wird.

Eine in Mexiko ebenfalls beliebte Speise sind die sogenannten Churros. Es handelt sich hierbei um lĂ€ngliche, frittierte TeigstĂŒcke, die traditionell mit Zucker oder Schokolade serviert werden.

Das Trinkwasser wird in Wasserflaschen oder Kanistern verkauft, da das Leitungswasser nicht zum Trinken geeignet ist. Gerne getrunken wird die von den Spaniern eingefĂŒhrte Horchata, ein sĂŒĂŸliches Reis/Zimt-GetrĂ€nk, das gekĂŒhlt serviert wird. Die ĂŒblichen alkoholischen GetrĂ€nke sind Bier, Tequila, Mezcal und Pulque.

Eine besondere Variante ist die Tex-Mex-KĂŒche, wo texanische, sĂŒdstaatliche Esstradition der USA mit der Mexikos vermischt wird, typisches Beispiel hierfĂŒr ist das Chili con carne.

Das mexikanische Essen erfreut sich in den letzten Jahrzehnten wachsender Beliebtheit und einige Gerichte zĂ€hlen bereits, Ă€hnlich der Italienischen KĂŒche, zu den international bekanntesten.

Bearbeiten Feiertage

Feiertage
Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar Año Nuevo Neujahr gesetzlicher Feiertag
6. Januar Tres santos reyes Heilige drei Könige
5. Februar Aniversario de la ConstituciĂłn Mexicana Tag der Verfassung gesetzlicher Feiertag
24. Februar DĂ­a de la Bandera Tag der Fahne
21. MĂ€rz Natalicio de Benito Juarez Geburtstag von Benito JuĂĄrez gesetzlicher Feiertag
April Jueves Santo GrĂŒndonnerstag gesetzlicher Feiertag
April Viernes Santo Karfreitag gesetzlicher Feiertag
1. Mai DĂ­a del Trabajo Tag der Arbeit gesetzlicher Feiertag
5. Mai Batalla de Puebla Schlacht bei Puebla gesetzlicher Feiertag
1. September Informe presidencial RegierungserklÀrung
16. September Día de la Independencia UnabhÀngigkeitstag gesetzlicher Nationalfeiertag
12. Oktober Día de la Raza Jahrestag der „Begegnung zweier Welten“ Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492)
1. und 2. November DĂ­as de los Muertos Tag der Toten
2. November DĂ­a de los Fieles Difuntos Allerseelen gesetzlicher Feiertag
20. November Aniversario de RevoluciĂłn Mexicana Tag der Revolution gesetzlicher Feiertag
12. Dezember Nuestra Señora de Guadalupe Tag der Jungfrau von Guadalupe
25. Dezember Navidad Weihnachten gesetzlicher Feiertag

Bearbeiten Bekannte & bedeutende Mexikaner

Bearbeiten Literatur

Bearbeiten PrÀhispanische Werke

Bearbeiten Kolonialzeit

Bearbeiten 19. Jahrhundert

  • Augustin de Iturbide
  • Ignacio Manuel Altamirano (1834–1893)
  • Federico Gamboa (1864–1939)
  • Manuel GutiĂ©rrez NĂĄjera (1859–1895)
  • RamĂłn LĂłpez Velarde (1888–1921)
  • Amado Nervo (1870–1919)
  • Justo Sierra Mendez (1848–1912)

Bearbeiten 20. Jahrhundert

Bearbeiten Malerei

Bearbeiten Musik

Bearbeiten Nationalhelden

Bearbeiten Schauspieler

Bearbeiten Literatur

  • Bernecker, Braig, Hölz, Zimmermann (Hrsg.): Mexiko heute. Politik, Wirtschaft, Kultur. Vervuert, 2004, ISBN 3865271405.
  • Dario Azzellini, Boris Kanzleiter (Hrsg.): Nach Norden. Mexikanische ArbeitsmigrantInnen zwischen neoliberaler Umstrukturierung, Militarisierung der US-Grenze und dem amerikanischen Traum. Schwarze Risse, 1999, ISBN 3924737479.
  • Alexander von Humboldt: Mexico-Werk. Politische Ideen zu Mexico. Mexicanische Landeskunde. In: Hanno Beck (Hrsg.): Reihe Forschung. WBG, Darmstadt 1991.