Nordossetien
Flagge
Wappen
Flagge Wappen
Lage in Russland
Staat: Russland
Föderationskreis: Südrussland
Fläche: 7.953 km²
Einwohner: 702.338 (1. Januar 2006)
Hauptstadt: Wladikawkas
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: 15

Das im Nordkaukasus gelegene Nordossetien-Alanien (ossetisch Республикӕ Цӕгат Ирыстон-Алани/ Respublikæ Zægat Iryston-Alani, russisch Республика Северная Осетия-Алания/ Respublika Sewernaja Ossetija-Alanija) ist seit 1991 eine Republik innerhalb der Russischen Föderation.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geographie

Nordossetien-Alanien ist ein gebirgiges Land unmittelbar nördlich des Großen Kaukasus. Es grenzt an die russischen Föderationssubjekte Kabardino-Balkarien (im Westen), die Region Stawropol (im Norden), sowie an Inguschetien und Tschetschenien (im Osten). Im Süden wird die Republik durch den Hauptkamm des Kaukasus von Georgien mit der abtrünnigen Region Südossetien getrennt.

Bearbeiten Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht nach der letzten russischen Volkszählung 2002 aus 445.310 (=62,70%) Osseten und 164.734 (=23,19%) Russen. Weitere Minderheiten sind die 21.442 (=3,02%) Inguschen, die 17.147 (=2,41%) Armenier, die 12.659 (=1,78%) Kumyken und die 10.803 (=1,52%) Georgier. Insgesamt wurde eine Einwohnerzahl von 710.275 Personen ermittelt. Amtssprachen sind Ossetisch und Russisch. Das Ossetische ist eine iranische Sprache. Die wichtigsten Religionen sind das Christentum in russisch-orthodoxer Ausprägung und der Islam.

Bearbeiten Städte

Fast die Hälfte der Bewohner lebt in der Hauptstadt Wladikawkas. Weitere bedeutende Orte sind Mosdok, Beslan und Alagir.

Städte und städtische Siedlungen
In Nordossetien gibt es sechs Städte und eine Siedlung städtischen Typs.

Stadt*/Städt. Siedlung Russischer Name Ossetischer Name Rajon Einwohner
(1. Januar 2006)
Alagir* Алагир Алагир Alagir 20.281
Ardon* Ардон Æрыдон Ardon 16.930
Beslan* Беслан Беслæн Prawobereschnoje 35.716
Digora* Дигора Дигорæ Digora 11.398
Mosdok* Моздок Мæздæг Mosdok 41.270
Sawodskoi Заводской - Wladikawkas (Stadtkreis) 14.837
Wladikawkas* Владикавказ Дзæуджыхъæу Wladikawkas (Stadtkreis) 314.073

Bearbeiten Geschichte

Karte Nordossetien-Alaniens

Die Region ist seit dem Altertum besiedelt. Im 7. Jahrhundert vor Christus wanderten mit den Skythen verwandte iranische Stämme ein. Im 9. Jahrhundert n. Chr. entstand der Staat Alanien unter dem Volk der Alanen, den direkten Vorfahren der Osseten. Einige Bauwerke aus dieser Zeit sind heute noch vorhanden, u.a. Wehrtürme.

Im 13. Jahrhundert wurde Alanien von den Mongolen verwüstet, später stand die Region unter dem Druck der Osmanen und Tataren, so dass Alanien sich nach Russland orientierte und freiwillig dem Russischen Reich 1776 beitrat. Damit war das Gebiet der Osseten unter den ersten in der Kaukasusregion, die unter russische Oberhoheit gerieten.

Die Festung Wladikawkas – heute Hauptstadt – war der erste russische militärische Außenposten in Ossetien.

Zu Zeiten der Sowjetunion war Nordossetien unter dem Namen Nordossetische ASSR eine Autonome Sowjetrepublik (ASSR). Staatschef der Republik ist Taymuraz Mamsurov.

Der Konflikt um das benachbarte Tschetschenien belastete Nordossetien stark. So kam es häufiger auch hier zu Anschlägen, die meist in Wladikawkas und Mosdok stattfanden. In Mosdok sind russische Streitkräfte für den Tschetschenieneinsatz stationiert. 1999 starben bei einem Anschlag in Wladikawkas 52 Menschen, bei einem Anschlag 2003 in Mosdok 50 weitere. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Terrorwelle in der Zeit vom 1. September bis 3. September 2004. In einer Schule der Stadt Beslan fand eine schwere Geiselnahme statt, die mindestens 331 Menschen das Leben kostete.

Am 12. September 2006 stürzte ein Militärhubschrauber vom Typ Mil Mi-8 nahe Wladikawkas ab und tötete zwölf russische Armee-Offiziere, darunter drei Generäle. Vier Menschen überlebten das Unglück.

Bearbeiten Wirtschaft

Der Großteil der Industrie befindet sich in der Hauptstadt Wladikawkas. Die Flüsse werden zum Teil für Kraftwerke benutzt, vielfach wird auch Quellwasser abgefüllt und als Mineralwasser verkauft. Landwirtschaftlich überwiegen die Schwarzerdeböden im Norden und alpine Weiden im Süden. Die Schönheit der Landschaft ist ein weiterer Pluspunkt, es gibt einige Naturparks in den Bergen.

Bearbeiten Weblinks