North Carolina
(Details) (Details)
Karte der USA, North Carolina hervorgehoben
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Raleigh
Staatsmotto: Esse quam videri
(lat.:Mehr sein als scheinen)
Fläche: 139.389 [1] km²
Einwohner: 8.856.505 (2006) (63 E./km²)
Mitglied seit: 21. November 1789
Zeitzone: Eastern: UTC-5/-4
Höchster Punkt: 2.037 m (Mount Mitchell)
Durchsch. Höhe: 215 m
Tiefster Punkt: 0 m Atlantischer Ozean
Gouverneur: Michael Easley
Post / Amt / ISO NC / / US-NC
Karte von North Carolina
Karte von North Carolina
Geographische Karte North Carolinas
Geographische Karte North Carolinas

North Carolina ˈnɔːɹθ ˌkæɹəˈlaɪnə (dt. auch Nordkarolina) ist ein an der Atlantikküste gelegener Bundesstaat der USA. Der Staat grenzt im Süden an South Carolina und Georgia, im Westen an Tennessee und im Norden an Virginia. North Carolina ist eine der 13 ehemals britischen Kolonien in Nordamerika und wurde nach dem englischen König Karl I. Carolina benannt. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs 1861-1865 gehörte North Carolina zu den Konföderierten Staaten von Amerika.

Der Bundessstaat zeichnet sich durch ein stetig steigendes Bevölkerungswachstum und eine diversifizierte Ökonomie aus. Im Juli 2007 wurde die Bevölkerung des Staates auf knapp über 9 Millionen Menschen geschätzt[2], die bevölkerungsreichste Stadt ist Charlotte. North Carolina trägt die Beinamen „The Old North State“ und „Tar Heel State“ – Alter-Nord-Staat oder Staat der Teerfersen, die Einwohner werden als „Tar Heels“ bezeichnet. Die genaue Herkunft des Ausdrucks ist unklar, aber die meisten Experten vermuten, dass die Ursprünge in der Gewinnung von Teer, Pech und Terpentin aus den weitläufigen Pinienwäldern der ehemaligen britischen Kolonie liegen[3]

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geographie

Bearbeiten Lage und Ausdehnung

North Carolina liegt an der Südostküste der Vereinigten Staaten und grenzt an die Bundesstaaten South Carolina und Georgia im Süden, Tennessee im Westen und Virginia im Norden. Im Osten liegt der Atlantik. Der Staat erstreckt sich zwischen dem 34° bis 36°21′ nördlicher Breite und dem 75°30′ bis 84°15′ östlicher Länge, seine Ausdehnung in ostwestlicher Richtung bemisst sich damit etwa auf 800 Kilometer und erstreckt sich in nordsüdlicher Richtung über 240 Kilometer.

Bearbeiten Regionen

Topographische Karte North Carolinas

Geographisch lässt sich North Carolina von Ost nach West in drei wesentliche Teile gliedern: Die Küstenebene am Atlantik, das Piedmont Plateau und die Bergregion der Appalachen. Der höchste Gipfel der Appalachen, der Mount Mitchell (2.037 m ü. NN), liegt in North Carolina.

Bearbeiten Küstenregion

Etwa zwei Drittel des Bundesstaates werden von der atlantischen Küstenebene eingenommen. Die Küstenebene wird im Westen durch die fall zone (dt. Wasserfall-Gegend) begrenzt; dort fällt das Piedmont Plateau relativ steil zur Küstenregion hin ab und die in den Appalachen entspringenden Flüsse des Staates weisen hier Stromschnellen und Wasserfälle auf. Die fall zone verläuft entlang einer Hügelkette von der Grenze zu South Carolina durch Fayetteville, Raleigh und schließlich durch Henderson an der Grenze zu Virginia. Die Hügel fallen bis zu 90 Meter zur Küstenebene hin ab.

Östlich dieser Linie ist die Küstenebene sehr flach mit sandigen Böden. Hier wachsen dichte Wälder, überwiegend mit Pinien und anderen immergrünen Bäumen. Die Böden eignen sich besonders für den Anbau von Tabak, Soja, Melonen und Baumwolle. Diese Region, zu der die Inner Banks gehören, ist die ländlichste North Carolinas, mit nur wenigen größeren Städten und Gemeinden. Die Flüsse, Neuse River, Tar River, Pamlico River, und der Cape Fear River fließen langsam und verbreitern sich mit tiefen Flussbetten in der Ebene.

Leuchtturm auf Kap Hatteras

Zu der Küstenebene gehören auch die im äußersten Osten gelegenen Outer Banks, eine Kette extrem sandiger schmaler Inseln, die eine Barriere zwischen dem Atlantik und den im Landesinneren gelegenen Wasserwegen bildet. Die Banks haben keine vorgelagerten Korallenriffe und sind deshalb in ihrer Position variabel. Die Outer Banks bilden zwei große Meerengen, den Albemarle Sound im Norden und den Pamlico Sound im Süden, deren Fläche die des Staates Connecticut übersteigt. Diese beiden Sunde bilden die größten mit dem Festland verbundenen Meerengen der Vereinigten Staaten. Die Outer Banks werden wegen der vielen Havarien und auf Grund gelaufenen Schiffe vor diesem Küstenabschnitt auch „Friedhof des Atlantiks“ genannt. Auf einer der Inseln der Outer Banks befindet sich der südöstlichste Punkt der Ostküste der Vereinigten Staaten, Kap Hatteras. Weitere Landvorsprünge sind das Cape Lookout und Cape Fear

Obwohl North Carolina über Hunderte von Kilometern Küste verfügt, mangelt es aufgrund der vorgelagerten Inseln und des Sumpflandes an einem geeigneten natürlichen Hafen, weshalb sich in North Carolina nie eine wichtige Hafenstadt entwickeln konnte, wie das in den Nachbarstaaten Georgia (Savannah), Virginia (Norfolk) und South Carolina (Charleston) der Fall war. Wilmington, das etwa 25 Kilometer im Landesinneren am Cape Fear River liegt, ist der einzige größere Hafen des Staates. Der Cape Fear River muss häufig ausgebaggert werden, um größeren Handelsschiffen die Passage zu ermöglichen.

Bearbeiten Piedmont Plateau

Charlotte ist Teil der Metrolina, einer Region im südlichen Piedmont

Etwa zwei Fünftel der Fläche North Carolinas nimmt das Piedmont Plateau ein, das sich in westlicher Richtung an die Küstenebene anschließt. Den Übergang zwischen der tiefer gelegenen Küstenregion und dem Piedmont markiert die fall zone, die den Höhenunterschied beschreibt, an dem Flüsse erstmals Wasserfälle ausbilden. Die Piedmont-Region im Zentrum des Staates ist die am stärksten urbanisierte und am dichtesten besiedelte Region North Carolinas. Das Piedmont ist eine hügelige Landschaft, die häufig durch kleinere Ausläufer der Berge und durch von Flüssen geformte Täler unterbrochen wird und aus beinahe völlig erodierten Überresten höherer Berge entstanden ist. Im Piedmont gibt es einige kleinere, isolierte und stark erodierte Berggipfel und Bergzüge, darunter die Sauratown Mountains, den Pilot Mountain, die Uwharrie Mountains, Crowder's Mountain, King's Pinnacle und die South Mountains. Die Höhe des Piedmonts reicht von etwa 90 Metern im Westen bis hin zu 300 Metern über dem Meeresspiegel im Osten. Die größeren Flüsse des Piedmont, beispielsweise der Yadkin River und der Catawba River, fließen eher schnell in schmalen und seichten, von Untiefen durchzogenen Flussbetten.

Die Böden bestehen überwiegend aus dünnen steinigen Schichten auf Lehmbasis, die sich auf Gneisschichten aus Granit und anderen metamorphen Gesteinen abgelagert haben. Am östlichen Rand des Plateaus finden sich sandige Hügel, die eine frühere Küstenlinie mit ihren Dünen und Stränden markieren. Auf den gut durchfeuchteten Böden wachsen vor allem Pfirsiche und Melonen, für die die Region bekannt ist

Wie in der Bergregion des Staates bestand der Bewuchs des Piedmont überwiegend aus dunklen Wäldern mit dichtem Unterholz, unterbrochen durch größere grasbewachsene Lichtungen. Mit der Ausdehnung der Landwirtschaft im 18. Jahrhundert wurden weite Teile der Wälder gerodet und durch Felder und Weiden ersetzt. Durch die seit den 1970ern schnell voranschreitende Verstädterung der Landschaft wurde und wird die Landwirtschaft weitgehend verdrängt und weicht einer suburbanen Struktur.

Bearbeiten Bergregion

Die Blue Ridge Mountains im Westen des Staates

Die Gebirgskette der Appalachen bildet die Westgrenze des Staates. Die Berge auf dem Gebiet North Carolinas lassen sich in vier Bergzüge einteilen:

  • Die Great Smoky Mountains, die auch als die Smokies bezeichnet werden, bilden die Westgrenze des Staates und sind der zweithöchste Gebirgszug in North Carolina. Der höchste Punkt der Smokies in North Carolina ist der Mount Guyot mit einer Höhe von 2018 Metern über dem Meeresspiegel.
  • Die Blue Ridge Mountains sind der größte Gebirgszug North Carolinas und verlaufen in einem gewundenen Kurs durch den Westen des Staates mit gelegentlichen hohen Ausläufern über das umliegende Terrain. Die Black Mountains, die zum Blue Ridge gehören, bilden die höchsten Gipfel östlich der Rocky Mountains, der höchste davon, der Mount Mitchell, erhebt sich in North Carolina 2037 Meter hoch über den Meeresspiegel und bildet den höchsten Punkt östlich des Mississippi.
  • Die Brushy Mountains sind ein deutlich kleinerer und niedriger Gebirgszug, der sich vollständig innerhalb der Staatsgrenzen befindet. Diese Berggruppe wird oft die Brushies genannt und trennt in ihrem Verlauf die Flussbetten des Catawaba River und des Yadkin River. Der Verlauf der Brushy Mountains beginnt mit der Erhebung des Hibriten Mountain in Caldwell County und endet mit dem Pilot Mountain und den Sauratown Mountains in Stokes County. Der höchste Gipfel der Brushies ist der Pores Knob 817 Meter über dem Meer.
  • Die Uwharrie Mountains, benannt nach einem der früher in der Region ansässigen Indianerstämme, sind der östlichste und zugleich älteste und niedrigste Gebirgszug North Carolinas. Die Uwharries beginnen in Montgomery County und laufen in den Hügeln des Person County aus. Die höchste Erhebung dieses Gebirgszugs ist der High Rock Mountain mit nicht einmal 350 Metern über den Meeresspiegel, erhebt sich aber dennoch weit über das umliegende Land, das nur etwa 150 Meter hoch über dem Meeresspiegel liegt.

Jeder dieser Gebirgszüge wird durch spezifische Charakteristika geprägt, beispielsweise ist die Kette der Smoky Mountains im Gegensatz zu den Blue Ridge Mountains zusammenhängender und einheitlicher in ihrer geographischen Ausrichtung und Höhe. Die Blue Ridge Mountains bestehen aus mehreren einzelnen Formationen, die sich eher lose zu einer Kette aneinanderreihen, die Höhe der Gipfel variiert zwischen etwa 1500 Metern und 2040 Metern über dem Meeresspiegel, während die durchschnittliche Höhe bei etwa 1200 Metern liegt. Die Hänge im Osten steigen steil von 500 Meter auf 1300 Meter über Meereshöhe an, sie wirken auf manche Beobachter wie eine gewaltige hohe Wand, die den westlichen Horizont des Staates durchläuft. Die Brushy Mountains werden von einer bemerkenswerten Gleichförmigkeit in Richtung und Höhe geprägt, denn viele der Gipfel bewegen sich um 600 Meter über dem Meeresspiegel, während sich nur wenige über 700 Meter hoch erheben. Der letzte Gebirgszug, der Uwharrie Ridge präsentiert sich manchmal als eine Abfolge erhöhter Gipfel, zeigt aber auch einige glatte und isolierte Höcker, die dank der sehr flachen Umgebung oft höher wirken, als sie es tatsächlich sind. Zwischen den Bergen liegen landschaftlich schöne und fruchtbare Täler, die reichlich mit Flüssen und Bächen durchzogen sind. Die Berge selbst sind mit üppigen Wäldern bewachsen, die oft sehr dichtes Unterholz ausbilden, lediglich einige wenige Gipfel sind kahl mit einer prärieartigen Vegetation. Obwohl die Landwirtschaft in dieser Region noch eine wichtige Rolle spielt, nimmt die Bedeutung des Tourismus stetig zu und ist zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Bergregion geworden. Einer der neueren, wachstumsstarken Zweige der Landwirtschaft ist die Produktion von Christbäumen.

Bearbeiten Gewässer

Davidson River, Transylvania County

In North Carolina gibt es drei voneinander unabhängige Flusssysteme: Flüsse, die in den Golf von Mexiko münden, Flüsse, die über South Carolina in den Atlantik münden und Flüsse, die in North Carolina in den Atlantik münden. Die Ursache für die Trennung zwischen den Systemen, die nach Westen fließen und über den Mississippi in den Golf münden, und den Flüssen, die Richtung Atlantik fließen, ist die östliche Hauptwasserscheide Amerikas. Sie verläuft im Westen des Staates von Nord nach Süd entlang des Grates der Blue Ridge Mountains, und die Flüsse des ersten Systems entspringen auf der Westflanke des Blue Ridge. Die Trennung zwischen den Flusssystemen, die im Atlantik münden, wird durch eine Erhebung verursacht, die sich von den Ausläufern der Blue Ridge Mountains in südöstlicher Richtung fast bis zur Hafenstadt Wilmington entlang der Grenze zu Virginia zieht.

Die Flüsse des zweiten Systems entspringen auf der Ostflanke des Blue Ridge. Diese Flüsse, der Catawba River und der Yadkin River, versorgen mit ihren Zuflüssen etwa 30 Countys des Staates, ziehen sich wie ein Fächer durch das Land und bewässern einen großen Teil des Piedmont, bevor sie über die Grenze nach South Carolina fließen und dort die Küste erreichen. Der Yadkin River wurde zur Energiegewinnung und Flutkontrolle stark eingedämmt; kurz unterhalb des letzten Staudammes, bevor er auf das Gebiet South Carolinas fließt, wird er der Pee Dee River genannt. Der Chowan River, der Roanoke River, der Tar River, der Neuse River und der Cape Fear River gehören zum dritten Flusssystem North Carolinas und waren vor Erbauung der Eisenbahnrouten wichtige Handelswege. Die drei letztgenannten Flüsse entspringen nahe der Nordgrenze des Staates, in der Nähe der östlichen Quelle des Yadkin River. Der Ursprung des Chowan River liegt im Nachbarstaat Virginia unweit des Appomattox Court House, während die wesentlichen Quellen des Roanoke River sich ebenfalls in Virginia befinden, aber in den Blue Ridge Mountains entspringen. Andere Zuflüsse finden sich im Quellgebiet des Yadkin River auf dem Gebiet North Carolinas. Nur einer der Flüsse fließt direkt ins Meer, die anderen fächern sich in der Küstenebene immer weiter auf und münden in die beiden Sounds.

Die Flüsse aller drei Systeme werden von meist flachen, mit Zypressen und Harthölzern bewaldeten Ufern gesäumt. In ihrem Verlauf von den Hochplateaus zu den Niederungen überwinden sie Höhenunterschiede von mehreren hundert Metern durch Stromschnellen und Wasserfälle. Diese bieten regenerative Energien für verschiedene Maschinen an. In der kolonialen Vergangenheit nutzten vielfach Baumwollmühlen und andere Betriebe wie Sägewerke das Angebot und begünstigten damit den Aufstieg vieler Städte und Ortschaften. Die Sounds und die flacher verlaufenden Flüsse in der niedrig gelegenen Küstenebene bieten reiche Fischbestände und Kolonien von Wasservögeln. Die Ufer dieser Flüsse sind beliebte Jagdreviere für die Jagd auf Enten und andere Vögel, während Angler die Region um den Ablemarle Sound vor allem wegen der Heringe, Alsen und Schnäpper aufsuchen.

Fontana Lake

Die Sounds und die dort mündenden Flüsse schaffen ein Netzwerk von Wasserwegen mit einer Länge von etwa 1800 Kilometern, die sich für die Dampf- und Segelschifffahrt eignen. Sie sind durch die vorgelagerten Inseln vom offenen Meer getrennt. Auf diesen zwischen 90 Metern und etwas über drei Kilometern breiten Inseln leben auch die halbwilden Bank Ponys, eine Rasse kleinwüchsiger Pferde. Die Banks ziehen sich die gesamte Küste von North Carolina entlang und werden von Verbindungen zum Atlantik unterbrochen, die aber meist zu seicht für die Durchfahrt von Schiffen sind. Die Banks beschränkten die Entwicklung der Häfen und des Handels über den Wasserweg im Norden beträchtlich, allerdings bieten Beaufort Harbor und der Cape Fear River geeignete Häfen.

In North Carolina finden sich überall kleinere natürliche Seen; durch die Eindämmung der Flüsse durch Energieversorgungsfirmen sind aber auch größere Stauseen und Reservoire entstanden, die neben der Flutkontrolle und der Energiegewinnung auch als touristische Ziele, Naherholungsgebiete und Jagd- und Angelregionen dienen. Ein größeres Seengebiet entstand beispielsweise durch den Rückstau des Yadkin River an den Ausläufern der Uwharrie Mountains: die Uwharrie Lakes. Der größte dieser Seen ist der High Rock Lake, ein beliebtes Ziel für Angler und Erholungssuchende. Der größte durch Menschenhand in North Carolina geschaffene See ist mit einer Fläche von 129 Quadratkilometern der Lake Norman, ein Stausee am Catawba River, an dessen Ufer der Lake Norman State Park in Zusammenarbeit zwischen Staat und Energieversorger entstanden ist.

Bearbeiten Geologie

Die Geologie North Carolinas lässt sich im Wesentlichen ebenfalls in drei Regionen einteilen, die ebenso in west-östlicher Richtung verlaufen. Dabei befindet sich der mit über eine bis etwa eineinhalb Milliarden Jahren älteste Teil des Staates im Westen. Der als Blue Ridge Belt bezeichnete Gürtel, zu dem auch die kleineren Abschnitte Murphy Belt und Grandfather Mountain Window gezählt werden, besteht aus vulkanischem, sedimentärem und metamorphem Gestein, wie beispielsweise Feldspat, Glimmer und Quarz.

Nach Osten hin schließt sich das Piedmont an, zu dem neben dem Inner Piedmont Belt mit einem Alter von 750 bis 500 Millionen Jahren der Kings Mountain Belt, Milton Belt, Charlotte Belt, Carolina Slate Belt, Raleigh Belt und der Eastern Slate Belt gehören, die alle ein Alter zwischen 650 und 300 Millionen Jahren aufweisen. Ebenfalls Teil des Piedmont sind die mit 200 bis 190 Millionen Jahren deutlich jüngeren Triassic Basins, ehemalige Senkungsgräben, die durch Schlamm und ausgespülte Sedimente der angrenzenden höheren Gebiete aufgefüllt wurden. Im Carolina Slate Belt wurden bereits vor dem Goldrausch Minen zur Goldgewinnung betrieben, heute werden neben Lithium und Ton in dieser Region vor allem Granit, Gneis und andere Materialien für das Baugewerbe abgebaut.

Der größte und zugleich jüngste geologische Abschnitt des Staates ist die atlantische Küstenebene, die etwa 45 % des Staates bedeckt und sich vom Piedmont bis zum Atlantik erstreckt. Nach Westen wird die Küstenebene durch die sogenannte fall zone abgegrenzt, die etwa 90 Meter über dem heutigen Meeresspiegel liegende drei Millionen Jahre alte Küstenlinie. Sie besteht hauptsächlich aus Sedimentgestein, meist Sand und Lehm, im Süden der Küstenebene findet sich auch Kalkstein. Das wirtschaftlich bedeutsamste Mineral des Staates, für Dünger verwendbares Phosphat wird in dieser Region abgebaut.[4]

Bearbeiten Klima

Die Einflüsse und das Klima North Carolinas unterscheiden sich in den verschiedenen Regionen des Staates. Die Berge dienen oft als „Schild“ der Piedmont-Region, der kalte Temperaturen und Stürme aus dem Mittleren Westen abhält.[5] Im größten Teil des Staates herrscht warmgemäßigtes Regenklima; ausgenommen sind die höher gelegenen Gebiete in den Appalachen, die zur Zone des vollfeuchten borealen Klimas gerechnet werden. Die durchschnittliche Tagestemperatur in den meisten Gebieten des Staates liegt im Juli um 32 °C. Im Januar liegen die Temperaturen im Mittel bei 10 °C.[6]

Die Küstenebene wird klimatisch vom Atlantischen Ozean beeinflusst, der im Winter für milde und im Sommer für nicht allzu heiße Temperaturen in der Küstenebene sorgt. Die Tageshöchsttemperatur an der Küste liegt im Sommer bei 31 °C, während die Temperaturen im Winter selten unter 4 °C fallen. Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur in den Wintermonaten liegt in der Küsteebene um 15 °C, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind äußerst selten. In der Küstenebene fallen jährlich etwa zwei Zentimeter Schnee, viele Winter sind völlig schnee- und eisfrei.

Der Atlantische Ozean hat im Piedmont deutlich weniger Einfluss, die Sommer sind wärmer und die Winter kälter als in der Küstenregion. Die Tageshöchsttemperaturen liegen im Sommer durchschnittlich bei über 32 °C, steigen aber selten über 37 °C. Die wärmste Region des Staates liegt in den tiefer gelegenen Gebieten des Piedmont, rund um die Stadt Fayetteville. Ohne den mäßigenden Einfluss des Meeres sind die Temperaturschwankungen im Piedmont deutlich stärker als an der Küste. Der Winter ist auf dem Piedmont Plateau weniger mild als in der Ebene der Küstenregion, die Tagestemperaturen liegen im Mittel um 10 °C und fallen nachts oft unter den Gefrierpunkt. Die jährlichen Schneefälle betragen zwischen 7 bis 12 Zentimeter in der Region um Charlotte und bis zu 20 Zentimeter bei Raleigh. Das Winterwetter im Piedmont ist bekannt für Graupelschauer und Eisregen, der in manchen Stürmen so heftig ausfallen kann, dass Bäume und Stromleitungen unter der Last zusammenbrechen. Obwohl die jährlichen Niederschlagsmengen und die Luftfeuchtigkeit im Piedmont niedriger sind als an der Küste oder in den Bergen, werden jährlich etwa 100 Liter pro Quadratmeter Niederschläge gemessen.

Die Appalachen sind das kühlste Gebiet North Carolinas und auch im Sommer steigt die Temperatur selten über 26 °C. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen im Winter zwischen -1 °C und 5 °C, oft sinken sie unter -9 °C. Es fällt zwischen 36 und 51 Zentimeter Schnee pro Jahr, in den höheren Region meist mehr, beispielsweise fielen während eines Blizzards im Jahre 1993 mehr als 120 Zentimeter Schnee auf dem Mount Mitchell, dem höchsten Berg North Carolinas.

Shenandoah-Nationalpark im Winter

Heftige Wetterphänomene sind in North Carolina nicht selten. Durchschnittlich wird der Staat einmal pro Jahrzehnt voll von einem Hurrikan getroffen, tropische Stürme treffen den Staat etwa alle drei bis vier Jahre. In manchen Jahren kann North Carolina mehrmals von einem Hurrikan und tropischen Stürmen heimgesucht werden, oder die Auswirkungen der Ausläufer dieser Stürme in der Küstenebene spüren. Nur die Bundesstaaten Florida und Louisiana werden häufiger von Hurrikans getroffen als North Carolina. Durchschnittlich werden an 50 Tagen pro Jahr Gewitter verzeichnet, einige davon so schwer, dass sie Hagel und Windböen von Orkanstärke verursachen.

Obwohl die meisten Hurrikans Schäden in den Küstenregionen des Landes anrichten, können sie durchaus das Landesinnere erreichen und dort große Zerstörungen verursachen. Beispielsweise erreichte der Hurrikan Hugo das Hinterland des Staates, verursachte schwere Schäden in Charlotte und wanderte bis zu den Blue Ridge Mountains im Nordwesten des Staates. Im Jahresdurchschnitt erlebt North Carolina weniger als 20 Tornados[7], die meisten werden durch Hurrikans oder tropische Stürme in der Küstenebene verursacht. Aus Gewitterstürmen entstehende Tornados kommen in den östlichen Teilen des Staates vor, während das westliche Piedmont oft durch die Berge vor solchen Stürmen geschützt wird. Ein weiteres Wetterphänomen namens Cold Air Damming, der Aufstau kalter Luftmassen, findet im Westen des Staates gelegentlich statt, das kann die Stürme abschwächen, führt aber auch zu massivem Eisregen im Winter.

Bearbeiten Fauna und Flora

Venusfliegenfalle

Die Fauna und Flora des Staates bietet aufgrund der geographischen Lage ein sehr vielfältiges Bild, das von dem sparsamen und flachwurzelnden Bewuchs der Küstenregion und den dort lebenden amerikanischen Alligatoren bis hin zu den von Bären und Weißwedelhirschen bewohnten Nadelwäldern in den Appalachian Mountains reicht. Dabei sind die typischen Pflanzen und Tiere des Südostens vertreten, insgesamt etwa 300 Baumarten und -unterarten, sowie etwa 3000 verschiedene blühende Pflanzen. Etliche der in North Carolina vorkommenden Pflanzen und Tierarten gelten als gefährdet, teilweise bezieht sich das auf das Vorkommen im Staat, aber auch landesweit gefährdete Arten haben ihren Lebensraum in North Carolina, beispielsweise der Weißkopfseeadler, verschiedene Wale und die Blue Ridge Goldrute.[8][9]

In der Küstenregion siedeln sich in den Salzwiesen und Marschen vor allem Strandhafer und Schlickgräser an. An Bäumen wachsen vor allem virginische Zedern und Pinien, in den Schwarzwassersümpfen der Region finden aber auch Zypressen, Eukalyptus und Mangroven gute Wachstumsbedingungen. Weltweit ausschließlich in der Region um Wilmington ist die Venusfliegenfalle verbreitet. Neben verschiedenen Salz- und Süßwasserfischen leben auch Austern, Seeschildkröten und die geschützten Mississippi-Alligatoren in den Flüssen, Seen und an der Küste des Staates. Eine Besonderheit der Outer Banks sind die sogenannten Bank Ponys, die halbverwildert auf der vorgelagerten Inselkette leben.

Schwarzbär

Im Piedmont können die Bäume tiefer wurzeln, es gibt Mischwälder und offene Landstriche, in denen Pappeln, Birken, Linden, Rosskastanien und Ahorn wachsen, dazu kommen beispielsweise der Carolina Schierling und verschiedene Orchideenarten. Verbreitete Tierarten sind neben den verbreiteten Arten wie den Waschbären und Eichhörnchen auch Opossums, einige von Aussterben bedrohte Fledermausarten und Biber. Die Flüsse und Seen werden von Barschen, Welsen und anderen Fischen besiedelt, außerdem gibt es eine Vielzahl verschiedener Wasservögel, vor allem Enten- und Gänsearten.

Zu den Bergen hin geht die Vegetation in Nadelwälder über, teilweise überschneiden sich hier die Lebensräume der Tiere mit dem Piedmont. Bereits ausgestorben sind Grauwölfe und Berglöwen, allerdings kommen Rotluchse in den Wäldern North Carolinas vor. Im Bereich des Great Smoky Mountain leben außerdem Schwarzbären, die inzwischen eine Touristenattraktion darstellen. Die erst im 19. Jahrhundert eingeführten Wildschweine treten verbreitet auf, genauso wie Weißwedelhirsche. In den klaren Flüssen der Berge leben Forellen und Barsche.

Bearbeiten Bevölkerung

Sozioökonomische Regionen

Die Bevölkerung North Carolinas steigt seit Jahrzehnten stetig und wuchs in den Jahren zwischen 1990 und 2000 von 6,6 Millionen auf 8 Millionen Einwohner. Nach Angaben des U.S. Census Bureau lebten am 1. Juli 2006 8.856.505 Einwohner auf dem Staatsgebiet, dies ist ein Anstieg um 2,1 %, beziehungsweise 184.046 Einwohnern zum Vorjahr und ein Anstieg um 10 %, beziehungsweise 810.014 Einwohnern seit dem Jahr 2000.[10] Damit übersteigt die Wachstumsrate North Carolinas die der gesamten USA. Das Wachstum beinhaltet einen natürlichen Bevölkerungsanstieg um 293.761 Menschen, es wurden 749.959 Kinder geboren und 456.198 Menschen starben. Im besagten Zeitraum migrierten 527.991 Einwanderer nach North Carolina, davon 180.986 aus dem Ausland. Zwischen 2005 und 2006 überholte North Carolina den Bundesstaat New Jersey und rangiert damit auf Platz 10 der bevölkerungsreichsten Staaten.[11]

Die Bewohner North Carolinas gliedern sich in folgende Bevölkerungsgruppen: 70,3 % Weiße, 21,4 % Afro-Amerikaner, 6,7 % Mittel- bzw. Lateinamerikaner, 1,8 % Asiaten, 1,1 % Indianer.[12]. 6,7 % der Bevölkerung ist jünger als 5 Jahre, 24,4 % sind unter 18 und 12 % sind 65 Jahre alt oder älter. Der geschätzte Anteil der Frauen an der Bevölkerung beträgt 51 %.

Bearbeiten Bevölkerungsdichte

Bevölkerungsdichte

In North Carolina befinden sich drei Metropolregionen mit einer Gesamtbevölkerung von über einer Million Einwohner:

Die Metrolina im Gebiet der Städte Charlotte-Gastonia-Salisbury auf dem Gebiet North und South Carolinas, Bevölkerung: 2 191 604
Das Triangle ein Dreieck zwischen Raleigh-Durham-Cary auf dem Gebiet North Carolinas, Bevölkerung: 1 565 223
Die Piedmont Triad zwischen Greensboro-Winston-Salem-High Point ebenfalls auf dem Gebiet North Carolinas, Bevölkerung: 1 513 576

Bearbeiten Größte Städte

Die größten Städte North Carolinas befinden sich fast ausschließlich in den drei Metropolregionen, in denen mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung des Staates lebt.

Stadt Einwohnerzahl (Stand 2007) [13]
Charlotte
 671.588
Raleigh
 375.806
Greensboro
 247.183
Durham
 217.847
Winston-Salem 
 215.348
Fayetteville
 171.853
Cary
 121.796
High Point
 100.432

Bearbeiten Bevölkerungsgruppen

Bearbeiten Afroamerikaner

Ethnische Aufteilung

Etwas über ein Fünftel der Bevölkerung des Staates sind afroamerikanischer Abstammung; seit den 1970er Jahren steigt ihre Zahl besonders in der Mittelschicht. Die afroamerikanische Bevölkerung lebt vorwiegend in der im Osten gelegenen Küstenebene und in Teilen des Piedmont Plateaus, historisch eine Region, in der Schwarze gearbeitet haben und in der noch heute die meisten Arbeitsplätze entstehen. Afroamerikanische Gemeinden existieren zu Hunderten in den ländlichen Countys im zentralen Süden und im Nordwesten des Staates; Stadtteile mit überwiegend schwarzer Bevölkerung gibt es in den Städten Charlotte, Raleigh, Durham, Greensboro, Fayetteville, Wilmington und Winston-Salem.

Die Familiengeschichte derer, die beim staatlichen Zensus zwischen 1790 und 1810 als „andere freie Personen“ erfasst wurden, zeigt, das diese zu 80 % von den migrierten freien Schwarzen aus dem kolonialen Virginia abstammten. Die meisten stammten von freien afroamerikanischen Familien aus Verbindungen zwischen freien weißen Frauen oder Vertragsarbeiterinnen und freien, in Arbeitsverträgen gebundenen oder versklavten afrikanischen Männern ab. Indianer, die englische Gebräuche annahmen, wurden Teil der afroamerikanischen Gemeinden und heirateten in diese Familien ein. Einige hellhäutigere Abkömmlinge bildeten ihre eigenen, von den anderen getrennten Gemeinschaften und bezeichneten sich selbst oft als Indianer oder Portugiesen, um den negativen Konsequenzen einer schwarzen Abstammung zu entgehen.[14] In den Bergregionen und dem ländlichen Piedmont leben nur wenige Afroamerikaner, in einigen Countys in den Appalachen betrug die Zahl der schwarzen Bewohner in der Vergangenheit nie mehr als ein paar Dutzend Bürger.

Bearbeiten Asiatische Amerikaner

Der früheste Nachweis asiatischer Immigration geht auf die Anwerbung aus China stammender Arbeiter in der Landwirtschaft Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Die berühmten chinesisch-malaiischen siamesischen Zwillinge Chang und Eng Bunker ließen sich 1839 in Wilkesboro nieder. japanische, philippinische, und koreanische Amerikaner siedelten sich ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts in North Carolina an. Der Staat beherbergt eine der am schnellsten wachsenden asiatisch-amerikanischen Bevölkerungsgruppen des Landes, diese setzt vor allem aus Indoamerikanern (Desi) und vietnamesischen Amerikanern zusammen. Deren Bevölkerungszahlen haben sich in den Jahren zwischen 1990 und 2002 nahezu vervierfacht. Die Zahlen der aus dem Volk der Hmong stammenden Personen ist in North Carolina seit den 1980ern auf 12000 gestiegen.[15]

Bearbeiten Europäische Amerikaner

Die zuerst besiedelte Küstenregion zog vor allem englische Immigranten an, darunter Vertragsarbeiter, die in die Kolonien transportiert wurden und Nachkommen der Einwanderer aus Virginia. Dazu gab es Wellen europäisch-protestantischer Einwanderung, darunter Einwanderer von den britische Inseln, Franzosen, Hugenotten[16] und Deutschschweizer, die sich in New Bern niederließen. Die walisischen Einwanderer siedelten im 18. Jahrhundert, gemeinsam mit anderen Gruppen von den britischen Inseln, östlich des heutigen Fayetteville.

Amerikaner schottisch-irischer und englischer Abstammung leben überall in North Carolina, während historisch der Piedmont und das Hinterland von den schottisch-irischen und nord-englischen Einwanderern besiedelt wurde. Sie waren die letzte und zahlreichste Gruppe der englischen Einwanderer die vor dem Unabhängigkeitskrieg in North Carolina eintraf. Sie besiedelten den Süden der Bergregion und konnten dort ihre althergebrachte, unabhängige Lebensweise, meist als selbstständige Farmer, führen.[17]

In der Region um Winston-Salem stammt ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung von deutschen Einwanderern ab, die aus dem Gebiet des heutigen Tschechien stammen. Diese wanderten im Zuge einer Immigrationswelle der protestantischen Herrnhuter Brüdergemeine Mitte des 18. Jahrhunderts nach North Carolina ein. Während des frühen 20. Jahrhunderts siedelte sich eine Gruppe orthodoxer Einwanderer aus der Ukraine in Pender County an.[18]

Bearbeiten Hispanics und Latinos

Seit 1990 steigt die Zahl der Hispanics und Latinos in North Carolina rapide an. Ursprünglich Wanderarbeiter, arbeiten sie meist als ungelernte Hilfskräfte auf der untersten Ebene des Arbeitsmarktes. Der Zugang zu diesem Bereich wurde vereinfacht und in Folge dessen siedeln sich immer mehr Hispanics im Staat an. Sie stammen überwiegend aus Mexiko, Zentralamerika und der Dominikanischen Republik. Inzwischen gibt es in vielen Städten hispanische Viertel, es gibt größere Zahlen kubanischer Amerikaner und Puerto Ricaner. Das Pew Hispanic Center schätzte 2005 basierend auf den Zahlen des U.S. Census Bureaus, dass etwa 65 % der Latinos, also 300.000 Menschen, als illegale Einwanderer in das Land eingereist sind.[19] Die spanischstämmige Bevölkerung ist damit von 77.726 Menschen im Jahre 1990 auf 517.617 Einwohner gewachsen, ein Anstieg von 13,5 % pro Jahr.[19]

Bearbeiten Nordamerikanische Ureinwohner

Nur in fünf anderen Bundesstaaten, namentlich Kalifornien, Arizona, Oklahoma, Neu Mexiko und Texas, leben mehr amerikanische Ureinwohner als in North Carolina.[20] Insgesamt gibt es in den USA 2.824 751 Personen indianischen beziehungsweise alaskanischen Ursprungs, das sind 0,95 % der Gesamtbevölkerung. In North Carolina lebten 2004 nach Schätzungen 110 194 Indianer. Der Staat erkennt acht Stämme innerhalb seiner Grenzen an. [21]

  • Der Eastern Band of Cherokee Indians wurde von den Vereinigten Staaten im Jahre 1868 und von North Carolina 1889 anerkannt. Sie leben mit etwa 13 400 eingetragenen Stammesmitglieder überwiegend im östlichen Anteil der Countys Swain, Graham und Jackson. Die meisten leben in der „Qualla Boundary Cherokee Indian Reservation“, die ein 230 km² großes Gebiet umfasst, Hauptstadt und Verwaltungssitz der Eastern Band of Cherokee ist Cherokee.
  • Der Stamm der Haliwa-Saponi erhielt 1965 die staatliche Anerkennung und umfasst etwas mehr als 3800 eingetragene Mitglieder, die im Nordosten der Countys Halifax und Warren leben
  • Die beinahe 2000 Mitglieder der Waccamaw Sioux leben in den Countys Bladen und Columbus an der Atlantikküste. Sie wurden von North Carolina 1971 anerkannt.
  • Der Stamm der Coharie siedelt im Gebiet der Countys Sampson und Harnett, sie erhielten die Anerkennung der USA bereits 1911, die Anerkennung des Stammes wurde jedoch zunächst von North Carolina nicht akzeptiert. Ein weiteres Anerkennungsverfahren im Jahre 1971 war erfolgreich.
  • Die Saponi erhielten die staatliche Anerkennung 1911, der Stamm umfasst 850 eingetragene Mitglieder.
  • Der Occaneechee Band of the Saponi Nation lebt mit 800 Mitgliedern in den Countys Orange und Alamance und seit 2002 als Stamm staatlich anerkannt.
  • Die Meherrin stammen vom Volk der Irokesen ab, der Stamm lebt überwiegend in den ländlichen Gebieten der Countys Hertford, Bertie und Gates und umfasst 557 Mitglieder.

Einen Sonderfall bilden die Lumbee. Diese sind vom Bundesstaat North Carolina als indianisches Volk anerkannt, jedoch nicht vollumfänglich von der Bundesregierung. Es gibt, überwiegend im südöstlichen Teil des Staates, zahlreiche Menschen, die sich selbst als Lumbee bezeichnen. Ihr kulturelles Zentrum befindet sich in Pembroke. Forscher identifizieren die Lumbee als eine isolierte Bevölkerungsgruppe, die von drei Ethnien abstammt, weißen sowie schwarzen Amerikanern und Indianern. Mit über 50.000 Mitgliedern sind die Lumbee der achtgrößte Indianerstamm der USA und der größte in North Carolina. [22]

Bearbeiten Religion

Baptist Church in Four Oaks

Wie in den anderen Südstaaten war die Bevölkerung traditionell mit einer überwältigenden Mehrheit protestantisch und im späten 19. Jahrhundert dominierten die Southern Baptists. Durch den Zuzug von Bürgern aus den nördlichen Staaten und Immigranten aus Lateinamerika steigt der Anteil der Katholiken und der Juden kontinuierlich. Die zahlenmäßige Überlegenheit der Baptisten beginnt abzunehmen. Der Wechsel ist vor allem in den urbanen Gebieten des Staates sichtbar, dort haben sich die meisten der Einwanderer niedergelassen und die Bevölkerung stammt aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Auf dem Land bleibt die baptistische Religionsgemeinschaft die vorherrschende christliche Konfession, gefolgt von der zweitgrößten protestantischen Religionsgemeinschaft, den Methodisten. Diese sind im nördlichen Piedmont stark vertreten, vor allem in Guilford County. Dort und im Nordosten des Staates gibt es auch einen beträchtlichen Anteil von Quäkern. Die Mitglieder der presbyterianischen Kirche, ursprünglich schottischer und irischer Abstammung, sind in Charlotte, der größten Stadt North Carolinas und in Scotland County besonders stark vertreten.

Die Verteilung der Religionsgemeinschaften innerhalb der Bevölkerung North Carolinas[23]:

Bearbeiten Geschichte

Hauptartikel: Geschichte North Carolinas

Bearbeiten Ureinwohner und englische Besiedelung

Hauptartikel: Indianer Nordamerikas, Roanoke Island, Geschichte der Vereinigten Staaten

Ursprünglich wurde North Carolina von vielen unterschiedlichen Völkern der amerikanischen Ureinwohner bewohnt, die Besiedelung reicht in der paleoindianischen Ära bis mindestens 12.000 v.u.Z. zurück. Aus der archaischen Periode, die für North Carolina etwa um 9.500 v.u.Z. beginnt, finden sich etliche Nachweise indianischer Siedlungsstätten und Artefakte. Dies gilt auch für die nachfolgenden Perioden Woodland und Mississippi-Kultur, aus letzteren stammen beispielsweise die Mounds Nununyi und Town Creek.[24] Als der erste Europäer, Giovanni da Verrazano im Jahre 1524 das Land auf der Suche nach einer Passage in den Pazifik betrat, besiedelten Stämme der Cherokee, Tuscarora, Muskogee, Cheraw, Tutelo, Catawba und einige kleinere, mit den Irokesen und den Algonkin verwandte Stämme, das Land.

Entwicklung der Kolonie Carolina zwischen 1663 und 1776

Im Jahre 1584 erteilte Königin Elisabeth I. dem Namensgeber der heutigen Hauptstadt North Carolinas, Sir Walter Raleigh, die Erlaubnis eine Kolonie zu gründen. An der Küste wurde in den 1580ern der erste Versuch einer dauerhaften Kolonisierung des Kontinents durch englischsprachige Siedler unternommen, der allerdings scheiterte. Der zweite Versuch begann im Frühjahr 1587 mit 110 Siedlern, darunter 17 Frauen und neun Kinder. Die Gruppe traf im Juni 1587 ein und besiedelte die Insel Roanoke. Dort wurde am 18. August 1587 Virginia Dare geboren, das erste in der Neuen Welt geborene Kind englischsprachiger Siedler. Die Siedler trafen auf große Schwierigkeiten und schickten ihren Anführer White nach England zurück um benötigte Vorräte zu holen. In England eingetroffen, konnte er wegen eines drohenden Angriffs durch die spanische Armada nicht sofort zurückkehren. Als er 1590 wieder auf der Insel eintraf, fand er dort nur die Überreste der Siedlung vor. Es konnte nie geklärt werden, was in der Siedlung wirklich geschah und der zweite englische Besiedlungsversuch, die Lost Colony gilt als eines der mysteriösesten Ereignisse der amerikanischen Geschichte.

Um 1650 zogen Siedler von Norden her in das Gebiet um den Albemarle Sound, 1663 erlaubte Charles II. die Gründung einer neuen Kolonie und legte dafür die Gemarkung fest. Er übergab das Land an acht Lord Proprietoren und benannte es zu Ehren seines Vaters Charles I. (lat. Carolus) Carolina. Im Jahr 1705 wurde Bath, die erste Stadt im heutigen North Carolina gegründet, kurz bevor sich Carolina 1710 wegen Differenzen bei Fragen der Regierungsform zu spalten begann, North Carolina und South Carolina entstanden. Letzteres wurde 1729 englische Kronkolonie, wodurch die Trennung auch offiziell vollzogen wurde.

Bearbeiten North Carolina während des Unabhängigkeitskrieges

Hauptartikel: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg

In den späten 1760er Jahren entstanden Spannungen zwischen den Landwirten des Piedmont und den wohlhabenden Pflanzern der Küstenregionen, die in der Regulator Bewegung mündeten. Den Farmern im Landesinneren war es beinahe unmöglich die Steuern und Abgaben zu bezahlen. Die offensichtliche Verschwendung öffentlicher Gelder durch Governor William Tryon zum Bau eines neuen Regierungssitzes in New Bern brachte das Fass für die überwiegend aus den unteren Bevölkerungsschichten stammenden Farmer zum Überlaufen. Ziel der sogenannten Regulatoren war die Errichtung einer demokratischen Volksvertretung, letztlich griffen die frustrierten Farmer zu den Waffen. Nach einigen kleineren Scharmützeln brachte die ernsthafte Bedrohung der Vormachtstellung der herrschenden Klasse Tryon dazu, Truppen in die Krisenregion zu entsenden. Er siegte am 17. Mai 1771 in der Schlacht von Alamance und beendete damit den sieben Jahre andauernden Aufstand der Regulatoren. Einige Historiker sehen in diesem Aufstand einen der begünstigenden Faktoren für den Ausbruch – oder bereits einen der ersten militärischen Akte – des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.

In Charlotte wurde von den Einwohnern des Mecklenburg County am 20. Mai 1775 angeblich die erste Unabhängigkeitserklärung während der Amerikanischen Revolution abgegeben, allerdings gibt es keinen Nachweis für eine solche Erklärung. Die früheste Kopie der Urkunde tauchte 1819 auf und wurde aus dem Gedächtnis formuliert. Das Datum der Mecklenburg Declaration of Independence wird aber dennoch vom heutigen Bundesstaat North Carolina in Siegel und Flagge geführt.[25][26][27]

Nathanael Greene, 1783

Am 12. April 1776 wurde im Provincial Congress, dem Kongress der Provinz North Carolina, beschlossen, die Unabhängigkeit von der britischen Krone zu erklären. Damit war North Carolina die erste Kolonie, die ihre zum zweiten Kontinentalkongress abgeordneten Delegierten durch die sogenannten Halifax Resolves[28] ermächtigte, sich von England loszusagen. An dieses Ereignis wird ebenfalls durch das Datum im Siegel und der Flagge North Carolinas erinnert.[26][27]

North Carolina blieb in den ersten Kriegsjahren Unabhängigkeitskrieges weitgehend von Kriegshandlungen verschont, wurde jedoch in den Jahren 1780 und 1781 ein wichtiger Kriegsschauplatz. Einen wesentlichen Sieg errangen die sich lossagenden Amerikaner am 7. Oktober 1780 in der Schlacht von Kings Mountain. Diese verschaffte den für die Unabhängigkeit kämpfenden Kolonisten einen entscheidenden Vorteil. Als sich die Briten nach Siegen in Charleston und der Schlacht von Camden nordwärts bewegten, trafen sie auf die kontinentalen Truppen. Nach dem Sieg über die Briten am 17. Januar 1781 in der Schlacht von Cowpens, lockte Nathanael Greene die britischen Truppen in das Kernland. Er schnitt sie damit von den englischen Vorratslagern in Charleston ab. Dieses Manöver wurde als „The Race to the Dan“ (engl. Das Rennen zum Dan) bekannt.[29]

Die Generäle Greene und Cornwallis trafen am 15. März 1781 in der Schlacht von Guilford Court House aufeinander. Obwohl die britischen Truppen siegten, wurden sie durch die erlittenen Verluste stark beeinträchtigt. Cornwallis entschloss sich, an die Küste von Virginia zu ziehen, dort auf Verstärkung zu warten und seinen mitgenommenen Truppen Schutz durch die britische Marine zu verschaffen. Diese Entscheidung führte letztlich zur endgültigen Niederlage 1781 in der Schlacht von Yorktown. Der Sieg der amerikanisch-französischen Armee stellte die Unabhängigkeit Amerikas von der Krone sicher. Die Kriegsparteien unterzeichneten im September 1783 den Pariser Frieden und Amerika wurde auch von England als souveräner Staat anerkannt.

Bearbeiten Zwischen den Kriegen (1783–1825)

Der 1787 vorgelegte Entwurf zur Verfassung der Vereinigten Staaten wurde in North Carolina unterschiedlich aufgenommen. Erst ein Jahr später einigten sich die Delegierten in Fayetteville auf die Zustimmung und North Carolina ratifizierte als zwölfter und letzter Bundesstaat die amerikanische Verfassung. Im Jahr 1790 unterstellte North Carolina die westlichen Landstriche der Regierung; diese Gebiete wurden zwischen 1790 und 1796 als Tennessee Territory bezeichnet. Im Jahr 1796 wurde daraus schließlich Tennessee gebildet, der 16. Bundesstaat der Union.

Vor dem Unabhängigkeitskrieg war North Carolina ein stark ländlich geprägter Staat. Der Wohlstand und das ökonomische Wachstum basierten auf Sklavenarbeit, in den Anfangsjahren vor allem im Bereich des Tabakanbaus. 1860 hatte nur die Hafenstadt Wilmington mehr als 10 000 Einwohner, während die Hauptstadt Raleigh kaum mehr als 5000 Einwohner hatte. Nach der Revolution bemühten sich Quäker und Mennoniten, die Sklavenbesitzer zur Befreiung ihrer Sklaven zu überreden. Die Zahl freier Schwarzer in North Carolina stieg während der ersten Jahrzehnte nach dem Unabhängigkeitskrieg stetig an.[30] Obwohl die Sklavenhaltung weniger verbreitet war als in manchen anderen Staaten, waren nach der 1860 durchgeführten Volkszählung mehr als 330.000 Menschen, 33 % der Bevölkerung, in Sklaverei lebende Afroamerikaner. Hinzu kamen weitere 30.463 freie Schwarze, die vorzugsweise in Hafenstädten wie Wilmington oder New Bern lebten[31] Sie hatten Zugang zu einer Vielzahl von Berufen und waren bis ins Jahr 1835 wahlberechtigt. North Carolina erließ 1835 eine neue Verfassung, die das Wahlrecht reformierte. Von da an konnte der Gouverneur direkt für eine Amtsperiode von zwei Jahren gewählt werden. Gleichzeitig wurde das Wahlrecht für Afroamerikaner eingeschränkt

State Capitol in Raleigh, N.C.

1840 wurde das heute noch erhaltene Regierungsgebäude in Raleigh fertiggestellt. Anders als in vielen anderen Bundesstaaten im Süden, entwickelte sich in North Carolina keine dominierende Schicht aus den Reihen der Sklavenhalter, die sogenannte Baumwoll-Aristokratie, sondern der Staat und seine Regierung wurde überwiegend durch unabhängige Farmer aus der Mittelschicht kontrolliert. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ländlichen Regionen North Carolinas durch die 208 Kilometer lange „Eisenbahn der Bauern“ (engl. „farmer’s railroad“) verbunden. Sie führte von Fayetteville im Osten nach Bethania, nordwestlich von Winston-Salem und bestand aus Holzschienen.[29]

Bearbeiten Amerikanischer Bürgerkrieg und Wiedereingliederung

Hauptartikel: Sezessionskrieg, Reconstruction

Im Jahre 1860 blickte North Carolina auf eine lange Tradition der Sklavenhaltung zurück. Trotzdem stimmte North Carolina anfangs nicht für den Beitritt zur Konföderation, erst der Aufruf des Präsidenten Abraham Lincoln in den Schwesterstaat South Carolina einzumarschieren, veranlasste North Carolina sich den Konföderierten anzuschließen. Selbst nach der Sezession verweigerten einige North Carolinier den Konföderierten ihre Unterstützung, überwiegend waren dies Farmer, die nicht zu den Sklavenhaltern gehörten. Trotzdem waren Männer aus allen Teilen North Carolinas als Teil der Army of Northern Virginia, einem der wichtigsten Großverbände der Konföderierten, an den wesentlichen Schlachten des Sezessionskrieges beteiligt. Auch wenn im Gebiet North Carolinas nur wenige Schlachten geschlagen wurden, wurden mehr als 125.000 Soldaten rekrutiert.

Die größte Schlacht auf dem Gebiet North Carolinas war die Schlacht von Bentonville im Frühjahr 1865. Sie war ein verzweifelter und erfolgloser Versuch des konföderierten Generals Joseph E. Johnston, den Vormarsch der Unionstruppen unter Generalmajor William Tecumseh Sherman durch die Carolinas aufzuhalten.[29] Damit kapitulierte der letzte größere Kampfverband der Konföderierten, was die militärischen Auseinandersetzungen beendete. Wilmington als letzter Hafen der Konföderation fiel ebenfalls im Frühsommer des Jahres 1865.

Nach dem Krieg, während der Reconstruction, zogen Afroamerikaner und weiße Immigranten, sogenannte carpetbagger, aus dem Norden in den Staat. Das Misstrauen der angestammten Bevölkerung war gegenüber den Immigranten sehr hoch; bei der konstitutionellen Versammlung waren von 133 Delegierten 18 aus dem Norden und 15 waren afroamerikanischer Herkunft. North Carolina wurde nach Verabschiedung einer neuen Verfassung, die sich durch die Förderung der Bildung, das Verbot der Sklaverei, das allgemeine Wahlrecht und die Schaffung sozialer Einrichtungen auszeichnete[32], am 4. Juli 1868 wieder in den Staatenbund aufgenommen. Der 14. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der die Gleichbehandlung der Bürger nach dem Bürgerkrieg regelte, wurde ebenfalls ratifiziert. Während dieser schwierigen Phase der Reconstruction diente Andrew Johnson, ein gebürtiger North Carolinier, in den Jahren 1865 bis 1869 als 17. Präsident der Vereinigten Staaten.

Bearbeiten Entrechtung der schwarzen Bevölkerung

1870 kam in North Carolina die demokratische Partei an die Macht. Governor William Woods Holden versuchte, die um sich greifende Gewalt einzudämmen, die vom 1865 gegründeten Ku Klux Klan ausging. Die Konservativen beschuldigten ihn daraufhin verschiedener Vergehen, darunter auch Korruption. Die Legislative leitete ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn ein und er wurde wegen missbräuchlichen Einsatzes der Truppen und finanzieller Mittel zur Niederschlagung eines Aufruhrs, sprich der Aktivitäten des Klans, 1871 seines Amtes enthoben. Nach der Inkraftsetzung des Ku Klux Klan Act im Jahre 1871 verfolgte der Generalstaatsanwalt Amos T. Akerman die Klanmitglieder unerbittlich. Während der späten 1870er kam es im Piedemont verstärkt zu Gewaltausbrüchen, als Weiße versuchten, die Teilnahme von Afroamerikanern an Wahlen zu verhindern.

Trotz der Versuche, die Vorherrschaft der weißen Bevölkerung erneut zu etablieren, war die Anzahl afroamerikanische Amtsträger auf lokaler Ebene auf einem Höhepunkt, gewählt in den Bezirken mit einer schwarzen Bevölkerungsmehrheit.[33] Weiße Demokraten arbeiteten daran, die Koalition zu zerstören und das Wahlrecht afroamerikanischer und verarmter weißer Bevölkerungsschichten einzuschränken. 1896 verabschiedete North Carolina ein Statut, das die Teilnahme an Wahlen deutlich erschwerte und den Anteil schwarzer Wähler erheblich reduzierte. 1896 gewannen die Demokraten die Wahl, und nach Verabschiedung einer neuen Verfassung 1900 mit einem Zusatz zum Wahlrecht wurden die Voraussetzungen so erschwert, dass an der Wahl 1904 keine Afroamerikaner und nur noch wenige Weiße aus den unteren Bevölkerungsschichten wählen konnten.[34][35]

Dank der Kontrolle der Legislative gelang es den Demokraten, die Jim-Crow-Gesetze zur Rassentrennung durchzusetzen. Es dauerte über 60 Jahre, bis die afroamerikanische Bevölkerung wieder vollen Zugang zu den Bürgerrechten erhielt. Ohne die Möglichkeit zu wählen, war es den schwarzen Bürgern nicht möglich, ein öffentliches Amt zu übernehmen.[36]

Bearbeiten Entwicklung North Carolinas nach dem Bürgerkrieg

Erster Flug in Kitty Hawk

Im späten 19. Jahrhundert entwickelte sich im Piedmont die Baumwoll- und Textilindustrie; die Entwicklung dieser Industrien half dem Staat, eine Alternative zur bislang überwiegenden Landwirtschaft zu entwickeln. Anfangs wurden Afroamerikaner aufgrund der Rassentrennung nicht in den neu entstandenen Fabriken der Textilindustrie eingestellt.

Am 17. Dezember 1903 starteten die Gebrüder Wright den ersten erfolgreichen bemannten Motorflug der Menschheit in Kitty Hawk, North Carolina.

Als Reaktion auf die Rassentrennung, die Entrechtung und die Schwierigkeiten in der Landwirtschaft verließen zehntausende Afroamerikaner in der ersten Welle der afroamerikanischen Bevölkerungswanderung zwischen 1910 und 1930 North Carolina. Sie zogen in der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen und Arbeit vor allem in die Großstädte im Norden des Landes.[37]

Anfang des 20. Jahrhunderts begann North Carolina mit einer großangelegten Bildungsinitiative und Straßenbau, um die Wirtschaft des Staates anzukurbeln. Das staatliche Straßenbauprojekt begann in den 1920ern, nachdem das Automobil sich zu einem beliebten Fortbewegungsmittel entwickelt hatte. Während der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wurden etliche wichtige Einrichtungen der amerikanischen Streitkräfte, beispielsweise Fort Bragg in North Carolina angesiedelt.

Bearbeiten North Carolina nach dem New Deal

Nach dem New Deal, einem Programm zu Wiederbelebung der Binnenkonjunktur von Franklin D. Roosevelt, hat sich North Carolina im Bereich der Bildung und der Produktion besonders gut entwickelt. Während des Zweiten Weltkrieges versorgte North Carolina die Streitkräfte des Landes mit etlichen lokal produzierten Waren. North Carolina legte darüber hinaus einen Schwerpunkt auf die Forschung und die universitäre Entwicklung. Drei dieser Universitäten bilden das sogenannte Forschungsdreieck, (englisch Research Triangle Park): Die University of North Carolina in Chapel Hill, die 1789 gegründet und nach den 1930ern kontinuierlich ausgebaut wurde, die 1924 neu gegründete North Carolina State University und die Duke University.

Das Levine Science Research Center an der Duke University

1931 bildete sich in Raleigh die Negro Voters League, die sich für die Wahlregistrierung afroamerikanischer Bürger einsetzte. Die Stadt verfügte über eine gebildete und politisch interessierte schwarze Mittelklasse und es gelang der League, bis 1946 7000 afroamerikanische Wähler in die Wahllisten eintragen zu lassen.[38] Die Arbeit im Bereich der Aufhebung der Rassentrennung und der Wiederherstellung der Bürgerrechte für die afroamerikanische Bevölkerung wurde im ganzen Staat fortgesetzt. 1960 waren in North Carolina beinahe 25 % der Bevölkerung afroamerikanischer Abstammung und lebten ohne die vollen Bürgerrechte[39] Afroamerikanische Studenten der North Carolina Agricultural and Technical State University begannen die Greensboro-Sit-Ins, diese Form des Widerstandes verbreitete sich über den ganzen Süden, was langsam die Integration in öffentlichen Gebäuden zur Folge hatte.[40]

Nach der Verabschiedung des Civil Rights Act von 1964 und dem Voting Rights Act von 1965 begann die afroamerikanische Bevölkerung des Staates sich in vollem Umfang an dem politischen Leben zu beteiligen. 1973 schrieb Clarence Lightner mit seiner erfolgreichen Kandidatur um das Amt des Bürgermeisters von Raleigh amerikanische Geschichte: Er war der erste Afroamerikaner, der in den USA als Bürgermeister gewählt wurde, der erste schwarze Bürgermeister der Stadt und der erste schwarze Bürgermeister in einer Gemeinde mit überwiegend weißer Bevölkerung.[38]

1971 wurde die dritte Verfassung des Bundesstaates North Carolina ratifiziert, ein Zusatz von 1997 gibt dem Gouverneur das Veto-Recht über die meisten legislativen Entscheidungen. 1994 wird die Region Raleigh-Durham zum lebenswertesten Platz der USA gewählt. Während James Baxter Hunt Jr. 1996 zum vierten Mal wiedergewählt wurde und damit einen einsamen Rekord aufstellte, wurde mit Elaine F. Marshall[41] erstmalig eine Frau in das Amt des Secretary of State und damit in ein Amt mit staatsweiter Bedeutung in North Carolina, gewählt.

Bearbeiten Politik

Bearbeiten Politische Struktur

Hauptartikel: Politisches System der Vereinigten Staaten

Wie in den anderen US-Bundesstaaten, sieht die Verfassung von North Carolina die Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative vor.

Die Legislative besteht aus einer Generalversammlung im Zweikammersystem, der North Carolina General Assembly. Diese besteht aus einem Repräsentantenhaus mit 120 vom Volk für zwei Jahre gewählten Abgeordneten sowie einem Senat mit 50 Mitgliedern. Die Senatoren werden für eine Amtszeit von zwei oder vier Jahren gewählt. Der Vizegouverneur des Staates ist in North Carolina ex officio zugleich auch der Präsident des Senates. Als stellvertretender Präsident des Senats fungiert analog der Amtsbezeichnung in der Union der President Pro Tempore of the North Carolina Senate. Für die Legislaturperiode 2007/2008 wird dieses Amt durch Marc Basnight wahrgenommen, ein Mitglied der demokratischen Partei. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Speaker of the North Carolina House of Representatives ist Joe Hackney, ebenfalls ein Demokrat.

Michael Easley, Gouverneur North Carolinas seit 2001

An der Spitze der Exekutive steht der Gouverneur, der für eine Amtszeit von jeweils vier Jahren gewählt wird. Amtierender Gouverneur des Bundesstaates ist seit 2001 der Demokrat Michael Easley. Die Regierung wird durch den Governor, den Lieutenant Governor und acht gewählte Minister gebildet und als North Carolina Council of State bezeichnet. Zehn weitere Minister werden durch den Governor benannt und bilden, analog zum Kabinett der Vereinigten Staaten, das Kabinett North Carolinas.

An der Spitze der Rechtsprechung steht der Oberste Gerichtshof von North Carolina mit Sitz in der Hauptstadt Raleigh. Das sieben Richter umfa