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pH-Skala
(rot = saurer Bereich, blau = basischer Bereich)

Der pH-Wert ist ein Maß fĂŒr die StĂ€rke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wĂ€ssrigen Lösung. Als logarithmische GrĂ¶ĂŸe ist er durch den mit −1 multiplizierten dekadischen Logarithmus (= „Zehnerlogarithmus“) der Oxoniumionenkonzentration (genauer: der OxoniumionenaktivitĂ€t) definiert. Der Begriff leitet sich von pondus Hydrogenii oder potentia Hydrogenii (lat. pondus, n. = Gewicht; potentia, f. = Kraft; hydrogenium, n. = Wasserstoff) ab.

Inhaltsverzeichnis

Einteilung

In Anlehnung an die Dissoziationskonstante des Wassers kDiss = c (H+) · c(OH−) = 10−14 Mol2/Liter2 teilt man die Wertebereiche fĂŒr reines Wasser und verdĂŒnnte Lösungen bei 22 Â°C ein in:

  • pH < 7 entspricht einer Lösung mit saurer Wirkung
  • pH = 7 entspricht absolut reinem Wasser oder einer neutralen Lösung
  • pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung (basische Wirkung)

Messung des pH-Wertes

Der pH-Wert einer Lösung kann mit unterschiedlichen Methoden ermittelt werden:

Potentiometrie

Auf dem Prinzip der Potentiometrie beruhen die meisten handelsĂŒblichen pH-Meter. Hierbei wird eine mit Pufferlösung gefĂŒllte Glasmembrankugel in die zu messende FlĂŒssigkeit eingetaucht. Durch die Neigung der Wasserstoffionen, sich in dĂŒnner Schicht an Silikatgruppen der GlasoberflĂ€che anzulagern, baut sich je nach pH-Differenz eine galvanische Spannung zwischen der Innen- und der Außenseite der Kugel auf. Diese elektromotorische Kraft wird mittels zweier Bezugselektroden gemessen, von denen sich die eine innerhalb der Glaskugel, und die andere außerhalb in der Probelösung befindet (siehe pH-Elektrode).

Messung durch Ionensensitive Feldeffekt-Transistoren (ISFET)

Ähnlich wie bei der Glaselektrode bauen die Wasserstoffionen an der sensitiven Gate-Membran des Transistors ein Potential auf, welches dann die StromdurchlĂ€ssigkeit des Transistors beeinflusst und so messtechnisch umgesetzt werden kann.

Farbmetrik anhand der Reaktion eines Indikatorfarbstoffes

Durchschnittliche pH-Werte einiger gebrÀuchlicher Lösungen
Substanz pH-Wert Art
BatteriesÀure <0 sauer
MagensĂ€ure (nĂŒchterner Magen) 1,0–1,5
Zitronensaft 2,4
Cola 2,0–3,0
Fruchtsaft der Schattenmorelle 2,7
Essig 2,9
Orangen- und Apfelsaft 3,5
Wein 4,0
Saure Milch 4,5
Bier 4,5–5,0
Saurer Regen < 5,0
Kaffee 5,0
Tee 5,5
Regen (natĂŒrlicher Niederschlag) 5,6
Mineralwasser 6,0
Milch 6,5
Wasser (je nach HĂ€rte) 6,0–8,5 sauer bis basisch
Menschlicher Speichel 6,5–7,4
Blut 7,4 basisch
Meerwasser 7,5–8,4
Pankreassaft (Darmsaft) 8,3
Seife 9,0–10,0
Haushalts-Ammoniak 11,5
Bleichmittel 12,5
Beton 12,6
Natronlauge 13,5–15

Die Auswertung erfolgt meist anhand von Farbvergleichsskalen. Dabei kann entweder der Farbumschlag eines einzelnen Farbstoffes fĂŒr einen relativ engen Bereich der Messwerte ausgenutzt werden, oder es kommen Farbstoffgemische („Universalindikatoren“) zum Einsatz, welche ĂŒber eine weite Skala von pH-Werten hinweg eine Reihe unterschiedlicher Farben zeigen. Oft werden auch auf Messstreifen Felder mit verschiedenen Farbstoffen nebeneinander angeordnet, von denen jeder in einem anderen Wertebereich seine optimale Ablesbarkeit aufweist. FĂŒr spezielle Zwecke kann die Farbanzeige eines Indikatorfarbstoffs auch mit einem Photometer gemessen und so prĂ€ziser ausgewertet werden.

FĂŒr die Farbgebung des Universalindikators werden verschiedene Stoffe verwendet, die sich bei jeweils unterschiedlichen pH-Werten verfĂ€rben. Dazu gehören etwa Lackmus (pH < 4,5 = Rot; pH > 8,3 = Blau), Phenolphthalein (pH < 8,2 = Farblos; pH > 10,0 = Pink), Methylorange (pH < 3,1 = Rot; pH > 4,4 = Gelb) und Bromthymolblau (pH < 6,0 = Gelb; pH > 7,6 = Blau).

Definition

FĂŒr sehr starke SĂ€uren (pks-Wert<0) gilt:

Der pH-Wert ist der mit −1 multiplizierte dekadische Logarithmus der AktivitĂ€t der Oxoniumionen a_{H_3O^+}:

\mathrm{pH = - \lg (a_{H_3O^+})}

Die AktivitĂ€t ist dabei in diesem Fall ĂŒber das chemische Potenzial definiert und somit dimensionslos. Diese Definition des pH-Wertes wird bei einfachen Berechnungen jedoch selten verwendet. Vielmehr begnĂŒgt man sich aus GrĂŒnden der Vereinfachung mit der NĂ€herung, dass die OxoniumaktivitĂ€t fĂŒr verdĂŒnnte Lösungen gleich der Konzentration der Oxoniumionen (in mol / dm3) gesetzt wird:

\mathrm{pH = - \lg (a_{H_3O^+}) \approx - \lg \left( \frac{\left[ H_3O^+ \right]}{mol/dm^3}\right)}

Wie die AktivitĂ€ten, ist somit auch der pH-Wert eine dimensionslose GrĂ¶ĂŸe.


pOH

Analog zum pH-Wert lĂ€sst sich auch ein pOH-Wert definieren, der im Gegenzug den mit −1 multiplizierten dekadischen Logarithmus der OH−-AktivitĂ€t darstellt; dabei ist von der OH−-AktivitĂ€t die Maßzahl in mol/dmÂł zu nehmen.

Die beiden Werte hĂ€ngen ĂŒber das Autoprotolysegleichgewicht zusammen:

\mathrm{K_W = \frac{a_{H_3O^+}\cdot a_{OH^-}}{a_{H_2O}}}
\mathrm{-\lg K_W = -\lg a_{H_3O^+} - \lg a_{OH^-} + \lg a_{H_2O} = pH + pOH}

Der Logarithmus der AktivitĂ€t von Wasser ist hier in etwa gleich null, da die AktivitĂ€t des Wassers fĂŒr verdĂŒnnte Lösungen in etwa gleich eins ist, und fĂ€llt dadurch weg. Die Gleichgewichtskonstante ist unter normalen Bedingungen 10−14, der Zusammenhang zwischen pH und pOH-Wert ist also:

pH + pOH = 14

Siehe auch: Oxonium

Der pH-Wert bei anderen Lösungsmitteln

Eine Art „pH-Wert“ ist auch fĂŒr andere protische Lösungsmittel (also solche, die Protonen ĂŒbertragen können) definiert und beruht ebenfalls auf der Autoprotolyse dieser Lösungsmittel. Die allgemeine Reaktion lautet:

2LH \leftrightharpoons LH2+ + L− (allg. Formulierung der Autoprotolyse)

  • LH2+ = Lyonium-Ion
  • L− = Lyat-Ion

Die Gleichgewichtskonstante K ist hier im allgemeinen kleiner als beim Ionenprodukt des Wassers.

Der pH-Wert ist dann folgendermaßen definiert (der Index p weist darauf hin, dass es sich nicht um wĂ€ssrige, aber protische Lösungen handelt):

pHp = -lg [LH2+

Derzeit liegt der niedrigste natĂŒrlich je gemessene pH-Wert bei -3,6 in einem Gemisch von Eisensulfat und SchwefelsĂ€ure in einem Pyritbergwerk in Kalifornien[1].


Einige Beispiele fĂŒr die Autoprotolyse
(wasserfreie) AmeisensĂ€ure 2HCOOH \leftrightharpoons HCOOH2+ + HCOO−
Ammoniak 2NH3 \leftrightharpoons NH2− + NH4+
Eisessig 2CH3COOH \leftrightharpoons CH3COO− + CH3COOH2+
Ethanol 2C2H5OH \leftrightharpoons C2H5OH2+ + C2H5O−

Zusammenhang mit SĂ€uren und Basen

Werden SĂ€uren in Wasser gelöst, geben diese durch die Dissoziation Wasserstoffionen an das Wasser ab und vermindern dadurch den pH-Wert. Werden dagegen Basen gelöst, geben diese entweder Hydroxylionen ab (z. B. NaOH), welche Wasserstoffionen aus der Dissoziation des Wassers binden, oder sie binden selbst Wasserstoffionen (z. B. Ammoniak → Ammonium). Dadurch erhöhen Basen den pH-Wert. Damit wird der pH-Wert zu einem Maß der Menge an SĂ€uren und Basen in einer Lösung. Je nach StĂ€rke dissoziiert die SĂ€ure oder Base zu einem mehr oder weniger großen Anteil und beeinflusst somit den pH-Wert unterschiedlich stark.

In den meisten wĂ€ssrigen Lösungen liegen die pH-Werte etwa zwischen 0 (stark sauer) und 14 (stark alkalisch), obwohl schon in nur 1-molaren Lösungen starker SĂ€uren und Basen diese Grenzen um jeweils eine Einheit ĂŒberschritten werden (−1 bzw. 15). Die pH-Skala wird nur begrenzt durch die Löslichkeiten von SĂ€uren bzw. Basen in Wasser. Bei extremen pH-Werten oder in konzentrierten Lösungen muss nach der Definition des pH-Werts mit AktivitĂ€ten statt mit Konzentrationen gerechnet werden. Diese Berechnungen sind aber sehr komplex.

Die meisten pH-Elektroden verhalten sich im Messbereich zwischen 0 und 14 annĂ€hernd linear (d. h. gleiche Unterschiede im pH-Wert entsprechen annĂ€hernd konstanten Unterschieden im gemessenen Elektrodenpotential), sodass nach internationaler Konvention pH-Werte normalerweise nur in diesem Bereich direkt gemessen werden können.

Eine besondere Bedeutung haben gemischte Lösungen aus einer schwachen SĂ€ure mit einem ihrer Salze bzw. schwachen Basen mit ihren Salzen ("Pufferkomponenten"). Solche Lösungen nennt man Pufferlösungen. Dort stellen sich pH-Werte ein, die nahe dem negativen logarithmierten Wert ihrer SĂ€urekonstanten bzw. Basenkonstanten liegen. Ihr pH-Wert Ă€ndert sich bei Zugabe von anderen stĂ€rkeren SĂ€uren oder Basen deutlich weniger als bei Zugabe dieser entsprechenden SĂ€uren und Basen in reinem ("ungepuffertem") Wasser. Dies gilt solange, bis die PufferkapazitĂ€t erschöpft ist, nĂ€mlich wenn die Zugabemenge den Vorrat der von ihr verbrauchten Pufferkomponente ĂŒbersteigt.

LÀsst man reines Wasser an der Luft stehen, nimmt es Kohlenstoffdioxid auf, je nach Temperatur etwa 0,3 bis 1 mg/l. Es bildet sich KohlensÀure, die zu Hydrogencarbonat dissoziiert:

\mathrm{CO_2 + H_2O \to HCO_3^- + H^+}

Dabei stellt sich (bei chemisch reinem Wasser) ein pH-Wert von knapp 5 ein. Diese starke Beeinflussung des pH-Werts durch geringste Spuren von Protonendonatoren oder Protonenakzeptoren ist typisch fĂŒr chemisch reines Wasser - der pH-Wert sagt hier so gut wie nichts ĂŒber die Wirkung auf chemische Reaktionen oder biologische Lebewesen aus.

Berechnung des pH-Wertes bei bekannter Konzentration an SĂ€uren und Basen

Der pH-Wert lĂ€sst sich bei bekannter Konzentration an SĂ€uren und Basen in einer wĂ€ssrigen Lösung auch berechnen. So entspricht der pH-Wert starker SĂ€uren dem negativen dekadischen Logarithmus der Konzentration der SĂ€ure, da man davon ausgeht, dass die Konzentration der SĂ€ure der der Oxoniumionen entspricht und die Autoprotolyse des Wassers außer Acht lĂ€sst.

Der pH-Wert von schwachen SÀuren ist nÀherungsweise die HÀlfte der Differenz von pKS-Wert und dem dekadischen Logarithmus der SÀurekonzentration:

\mathrm{pH} = \frac{1}{2} \, \left( pK_s - \lg \left[ S \right] \, \mathrm{\frac{dm^3}{mol}} \right)

S: Konzentration der schwachen SĂ€ure in mol/l.

Diese Berechnungen können fĂŒr das Herstellen von Lösungen mit einem bestimmten pH-Wert sehr hilfreich sein.

FĂŒr Lösungen einer SĂ€ure bzw. Base und ihrem entsprechenden Salz (siehe auch Pufferlösung) lĂ€sst sich der pH-Wert recht gut nĂ€herungsweise ĂŒber die sogenannte Henderson-Hasselbalch-Gleichung berechnen.

FĂŒr mehrprotonige SĂ€uren kann man nĂ€herungsweise den Wert fĂŒr die erste Protolysestufe berechnen (niedrigster pKs-Wert) und verwenden, da die zweite Stufe meist nur einen deutlich geringeren Einfluss hat. Eine exakte Berechnung ist hier jedoch Ă€ußerst aufwendig, da man es mit einem System aus gekoppelten Gleichgewichten zu tun hat (Die Oxoniumionen aus der ersten Protolysestufe haben einen Einfluss auf die zweite und umgekehrt). Ähnlich kompliziert sieht es bei Gemischen aus mehreren SĂ€uren und/oder Basen aus, eine exakte algebraische Lösung ist hier meist nicht mehr möglich und man muss die Gleichungen numerisch ĂŒber iterative Verfahren lösen. Außerdem muss bei sehr hohen Konzentrationen an SĂ€uren oder Basen beachtet werden, dass die NĂ€herung nicht mehr gilt, dass die AktivitĂ€t der Oxoniumionen gleich ihrer Konzentration in mol/dm3 ist.

TemperaturabhÀngigkeit

pH-Werte verschiedener Lösungen sind temperaturabhĂ€ngig. Dies soll am Beispiel einer 1 Molaren Phenollösung veranschaulicht werden. Angenommen die Temperatur der Lösung betrĂ€gt 30 °C. Der pKS-Wert von Phenol (PhOH) ist 10. Somit hat die Lösung einen pH-Wert von rund 4,5. Ändert sich die Temperatur, so können im wesentlichen drei Effekte âˆ’ in der Regel gekoppelt âˆ’ auftreten, von denen der erste der weitaus wichtigste ist:

  1. Die Gleichgewichtskonstante K fĂŒr die Dissoziation von Phenol nimmt mit steigender Temperatur zu, damit auch die Dissoziation der SĂ€ure. VergrĂ¶ĂŸert sich K, so wĂŒrde hier also der pH-Wert sinken, und umgekehrt.
  2.  :\mathrm{PhOH \begin{matrix} {}_{K \gg {}} \\ \to \\ {} \end{matrix} PhO^{-} + H^{+}}
  3. Bei einer Temperaturabsenkung von 30 Â°C auf 20 Â°C hat Phenol eine geringere Löslichkeit in Wasser und es lösen sich nur noch ca. 0,9 mol/l. In diesem Fall steigt der pH-Wert auf rund 4,55. Dieser Effekt spielt nur eine Rolle fĂŒr Lösungen nahe der LöslichkeitssĂ€ttigung.
  4. Bei einer Temperaturerhöhung vergrĂ¶ĂŸert sich das Volumen der Lösung geringfĂŒgig. Dadurch verringert sich die molare Konzentration an Phenol. Somit steigt, wenn auch kaum messbar, der pH-Wert. Analog dazu sinkt der pH-Wert bei einer Temperaturerniedrigung.

Bedeutung des pH-Wertes

Auswirkungen des pH-Wertes in der Chemie

Manche chemische Verbindungen Àndern ihre chemische Struktur in AbhÀngigkeit vom pH-Wert und damit unter UmstÀnden auch ihre Farbe (siehe Indikator (Chemie) bzw. Phenolphthalein).

Bei vielen chemischen Reaktionen beeinflusst der pH-Wert die Reaktionsgeschwindigkeit. Bei solchen Reaktionen spielen die Wasserstoffionen oftmals die Rolle eines Katalysators. Ein Beispiel dafĂŒr ist die AushĂ€rtung von Aminoplasten.

Die Auswirkung des pH-Wertes auf das Wachstum von Pflanzen

GrundsĂ€tzlich beeinflusst der pH-Wert des Bodens die VerfĂŒgbarkeit der NĂ€hrsalze (z. B. Eisenmangel bei neutralem und alkalischem pH-Wert). Zudem schĂ€digen extreme pH-Werte die Pflanzenorgane (saurer Regen, VerĂ€tzungen).

FĂŒr den NĂ€hrstoffhaushalt von Pflanzen ist (neben Phosphor, Schwefel und Kali) Stickstoff von besonderer Bedeutung. Stickstoff wird fast immer in Form von wasserlöslichem Ammonium (NH4+ Ionen) oder hĂ€ufiger als Nitrat (NO3− Ionen) aufgenommen. Ammonium und Nitrat stehen in Böden mit einem pH-Wert von 7 im Gleichgewicht. Bei sauren Böden ĂŒberwiegen die NH4+ Ionen, bei alkalischen Böden ĂŒberwiegen die NO3− Ionen.

Wenn nun eine Pflanze aufgrund der DurchlĂ€ssigkeit der Wurzelmembranen nur NH4+ aufnehmen kann, ist sie an saure Böden gebunden und dementsprechend obligat acidophil (sĂ€ureliebend). Wenn sie nur Nitrat NO3− aufnehmen kann, kann sie nur auf basenreichen Böden wachsen (obligat basophil). Wenn sie jedoch sowohl Ammonium, als auch Nitrat aufnehmen kann, kann sie sowohl auf sauren als auch auf basenreichen Böden wachsen. In MineraldĂŒngern wird Ammoniumnitrat (NH4NO3) verwendet, ein Salz aus Ammonium- und Nitrat-Ionen.

Bei ĂŒbermĂ€ĂŸig hohem oder niedrigem pH-Wert sind die NĂ€hrstoffe im Boden festgelegt und stehen somit fĂŒr die Pflanzen nur noch unzureichend zur VerfĂŒgung. Außerdem werden bei einem sehr niedrigen pH-Wert fĂŒr Pflanzen giftige Stoffe des Bodens freigesetzt. Dazu gehören Aluminium- und Mangan-Ionen.

Siehe auch: Boden-pH, Kalkstet, Kalkhaltiger Boden, Bodenversauerung, Versauerung der Meere

Die Bedeutung des pH-Wertes beim Menschen

Von entscheidender Bedeutung ist der pH-Wert des Blutes und der ZellflĂŒssigkeit. Im Blut wird der pH-Wert durch ein komplexes Puffersystem aus gelöstem Gas, Salzen und Proteinen, dem sogenannten Blutpuffer, eingestellt. Normal ist ein pH-Wert von 7,37-7,45 in arteriellem Blut. Der pH-Wert des Blutes hat große Auswirkungen auf das HĂ€moglobin. Je geringer der pH-Wert ist, desto weniger Sauerstoff kann dieses binden (Bohr-Effekt). Wird im Gewebe durch die Atmungs-KohlensĂ€ure der pH-Wert des Blutes gesenkt, gibt deshalb das HĂ€moglobin Sauerstoff ab. Wird umgekehrt in der Lunge Kohlendioxid abgeatmet, so steigt dort der pH-Wert des Blutes und somit die AufnahmefĂ€higkeit des HĂ€moglobins fĂŒr Sauerstoff.

Auch bei der menschlichen Fortpflanzung hat der pH-Wert eine entscheidende Bedeutung. WĂ€hrend das Scheidenmilieu zur Abwehr von Krankheitserregern sauer ist, hat das Sperma des Mannes einen basischen pH-Wert. Die beim Geschlechtsakt einsetzende Neutralisationsreaktion fĂŒhrt zu einem optimalen Milieu zur Bewegung der Spermien.

Auch die Haut des Menschen ist leicht sauer (pH-Wert 5,5). Dieser SĂ€uremantel ist ein Schutz vor Krankheitserregern. (FrĂŒher ĂŒbliche, mittlerweile kaum noch ĂŒbliche) Seifen, welche normalerweise basisch sind, „trocknen“ somit die Haut aus, weil sie die Fettschicht entfernen und die SĂ€ureschicht zerstören. Heute ĂŒbliche Waschlotionen bestehen aus einem Gemisch einer TrĂ€gersubstanz (Wasser, Glyzerin, Natriumchlorid, Natriumthiosulfat, Natriumhydrogencarbonat, Distearate) und wenigen Prozenten synthetischer Tenside. Der pH-Wert ist damit auf fast jeden beliebigen Wert einstellbar, ĂŒblich sind Werte um den Wert 5.

Bedeutung des pH-Wertes fĂŒr Aquarien

In Aquarien muss fĂŒr die Pflanzen und Fische ein bestimmter pH-Wert gehalten werden. Die Lebewesen haben einen Toleranzbereich fĂŒr den pH-Wert und können außerhalb von diesem nicht ĂŒberleben. Meist haben Pflanzen im Aquarium einen grĂ¶ĂŸeren Toleranzbereich als Fische.

Richtwerte von Aquarienfischen (SĂŒĂŸwasser):

  • Saures Wasser (pH ≈ 6):
    • SĂŒdamerikaner (Neon, Skalar, Diskus, L-Welse, etc.)
    • Asiaten (Guaramis, Fadenfische, etc.)
  • Neutrales Wasser (pH ≈ 7)
    • Mittelamerikaner (Feuermaulbuntbarsch, etc.)
  • Alkalisches Wasser (pH ≈ 8)
    • Ostafrikanische Grabenseen (Buntbarsche aus dem Tanganjika- und Malawisee, etc.)

GemĂ€ĂŸ der Trinkwasserverordnung darf das Trinkwasser aus der Leitung einen pH-Wert zwischen 6,5 und 9,5 aufweisen. Unter UmstĂ€nden kann es sich daher empfehlen, das Aquarium mit qualitativ einwandfreiem Quellwasser statt mit Trinkwasser zu fĂŒllen. Das Wasser kann auch mit handelsĂŒblichen Chemikaliensets auf den gewĂŒnschten pH eingestellt werden.

Verwandte Themen

  • Der SH-Wert (SĂ€uregrad) erfasst alle sauren Bestandteile der Probe, wĂ€hrend der pH-Wert nur die H3O + -Ionenkonzentration angibt.
  • Das pH-Meter ist ein elektrochemisches MessgerĂ€t zur Bestimmung des pH-Werts.
  • FĂŒr SupersĂ€uren verwendet man die Hammettsche AciditĂ€tsfunktion zur Bestimmung der SĂ€urestĂ€rke.


Einzelnachweise

  1. ↑ D. K. Nordstrom, C. N. Alpers, C. J. Ptacek, D. W. Blowes: Negative pH and Extremely Acidic Mine Waters from Iron Mountain, California. In: Environmental Science & Technology. 34, Nr. 2, 2000, S. 254 - 258. doi:10.1021/es990646v

Literatur

  • R. P. Buck, S. Rondinini, A. K. Covington, u.a.: Measurement of pH. Definition, standards, and procedures (IUPAC Recommendations 2002) in Pure Appl. Chem. 74(11), 2169−2200 (2002); Faxsimile.

Weblinks

Commons Commons: PH-Wert â€“ Bilder, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: pH-Wert â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik