ï»ż

 

Wikipedia:Hauptseite.html
Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Paris in Frankreich; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Paris (BegriffsklÀrung).
Paris
Wappen von Paris
Paris (Frankreich)
DMS
Paris
Wahlspruch:
Fluctuat nec mergitur
(Von den Wogen geschĂŒttelt, wird es doch nicht untergeh’n!)
Region Île-de-France (chef-lieu)
Département Paris (75)
Arrondissement 20 Arrondissements
Kanton keiner
Koordinaten 48° 52â€Č N, 2° 21â€Č O48.8622222222222.350833333333365Koordinaten: 48° 52â€Č N, 2° 21â€Č O
Höhe 28 bis 130 m
FlÀche
– UnitĂ© urbaine
105,40 kmÂČ
2723,03 kmÂČ
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– UnitĂ© urbaine
– Bevölkerungsdichte
– UnitĂ© urbaine
(2005 )
2.166.200 Einwohner
9.928.000 Einwohner
20.552 Einw./kmÂČ
3646 Einw./kmÂČ
Postleitzahl 75001–75020 und 75116
INSEE-Code 75056
UN/LOCODE FR PAR
Website www.paris.fr
OberbĂŒrgermeister Bertrand DelanoĂ« (PS)
Der Eiffelturm und die Wolkenkratzer von La Défense; Aufnahme 2007
Der Eiffelturm und die Wolkenkratzer von La Défense; Aufnahme 2007

Paris (frz. paˈʀi) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. In Ă€lteren, zumeist in lateinischen Texten wird Paris auch Lutetia beziehungsweise Lutezia genannt. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil (rive droite „rechtes Ufer“) und einen sĂŒdlichen Teil (rive gauche „linkes Ufer“). Das administrativ zur Stadt Paris gehörende Gebiet hat 2.167.994 Einwohner (amtliche Zahl fĂŒr 1. Januar 2006), in der stĂ€dtischen Siedlungszone (UnitĂ© urbaine) lebten im Jahr 2005 9.928.000 Menschen[1] und in der gesamten Agglomeration etwa 11 Millionen Menschen[2] (Stand 1999).

Die außerhalb der Ringautobahn (französisch boulevard pĂ©riphĂ©rique, umschließt die 20 Arrondissements) liegenden Ortschaften der Banlieue sind selbstĂ€ndig verwaltet und zĂ€hlen nicht zur Stadt Paris im verwaltungsrechtlichen Sinne. Paris ist eine der bedeutendsten WeltstĂ€dte und das ĂŒberragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum eines zentralistisch organisierten Landes und sein grĂ¶ĂŸter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei FlughĂ€fen und sechs Kopfbahnhöfen). Paris ist Sitz der UNESCO, der OECD und der ICC.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Region Île-de-France mit Paris
Satellitenfoto von Paris

Das Stadtgebiet hat eine FlÀche von 105,4 Quadratkilometern. Das entspricht weniger als zwölf Prozent der FlÀche Berlins. Die Metropolregion hat eine BodenflÀche von 14.518 Quadratkilometer. Das entspricht etwa der FlÀche Schleswig-Holsteins.

Die Stadt liegt im Zentrum des Pariser Beckens durchschnittlich 65 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel. Die Seine tritt, je nach Wasserstand, mit einer Höhe von 25 Metern ĂŒber Normalnull aus der Stadt aus. Paris ist umgeben von den beiden großen StadtwĂ€ldern, die der Bevölkerung als Naherholungsgebiete dienen.

Ein Arago-Medaillon

Der Meridian von Paris, der 1718 von Jacques Cassini festgelegt und 1806 von dem französischen Physiker Arago prĂ€zise berechnet wurde, bildete bis 1884 (Internationale Meridian-Konferenz in Washington) einen von vielen Nullmeridianen. Er fĂŒhrt mitten durch das Pariser Observatorium und wird durch mehrere SĂ€ulen sowie durch die 1995 von dem niederlĂ€ndischen KonzeptkĂŒnstler Jan Dibbets diskret in Straßenpflaster, BĂŒrgersteige, Höfe und verschiedene GebĂ€ude (unter anderem den Louvre) eingelassenen bronzenen Arago-Medaillons gekennzeichnet, eine Hommage an den Physiker und Menschenrechtler. Von den ursprĂŒnglich 135 bisher wenig beachteten Plaketten sind einige seit der Veröffentlichung von Dan Browns Erfolgsroman Sakrileg gestohlen worden. Der von Dan Brown gewĂ€hlte Begriff „Rosenlinie“ ist eine Erfindung.

Klima

Klimadiagramm Paris

Paris befindet sich in der gemĂ€ĂŸigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur betrĂ€gt 10,8 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 647 Millimeter.

Der wĂ€rmste Monat ist der Juli mit 18,4 Grad Celsius im Mittel, der kĂ€lteste der Januar mit durchschnittlich 3,5 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fĂ€llt im Monat Mai mit 63 Millimetern im Mittel, der wenigste im Februar mit durchschnittlich 46 Millimetern.

Seit 1873 finden in Paris regelmĂ€ĂŸige meteorologische Messungen statt. Die tiefste bisher festgestellte Temperatur betrug −23,9 Grad Celsius und stammt vom 10. Dezember 1879. Der Hitzerekord betrĂ€gt 40,4 Grad Celsius und wurde am 28. Juli 1947 im Parc Montsouris gemessen.

Geologie

Das Pariser Becken bildet eine große Schichtstufenlandschaft. SchĂŒsselförmig liegen hier die Schichten des Mesozoikums und des PalĂ€ogens (frĂŒher AlttertiĂ€r) ineinander und sind von der Abtragung zu einer weit gespannten Stufenlandschaft ausgearbeitet worden, deren Stufen sich jeweils nach außen richten.

Nur im östlichen Teil herrschen am Abfall dieser Stufen gegen die SaĂŽne-Furche tektonische Bruchlinien vor. Sie bewirken die steilen AbfĂ€lle des Plateaus von Langres und der CĂŽte-d’Or (bis 636 Meter), die ebenfalls berĂŒhmte Weinbaugebiete sind, da sie im Regenschatten der Leeseite grĂ¶ĂŸere Sonnenscheindauer haben und zudem noch die Vorteile der SĂŒdexposition genießen.

Eine gewisse Ungleichförmigkeit besteht insofern, als die Schichtenfolge im nordöstlichen Teil vollkommener ist als im Westen. Die etwas stĂ€rkere Heraushebung des OstflĂŒgels hat auch allgemein grĂ¶ĂŸere Höhenunterschiede und eine markantere Herausbildung der Stufen mit sich gebracht. BeckeneinwĂ€rts ragt als bedeutende Stufe die der EozĂ€nen-Kalke auf, in deren Inneren die Île-de-France, das Ballungsgebiet von Paris, eingebettet liegt.

Seine

Allée des Cygnes

Die Seine verbindet Paris mit dem Landesinneren (Burgund) und mit dem Ärmelkanal. Sie war der wichtigste Faktor fĂŒr die Entstehung und Entwicklung der Stadt, die auf der grĂ¶ĂŸten der seinerzeit zahlreichen Seineinseln ihren Ursprung fand. Sie spaltet die Stadt in zwei ungleiche UferhĂ€lften, die nördliche, Handel und Finanzen geweihte rive droite (rechtes Ufer) und die sĂŒdliche rive gauche (linkes Ufer), die mit dem Quartier Latin als Viertel der Intellektuellen angesehen wird und als Wohngegend gefragt ist.

Inseln

Die Île de la CitĂ© im Herzen der Stadt wurde in der Antike besiedelt und ist damit der Ă€lteste Teil der Hauptstadt. 1584 ließ Heinrich III. drei der östlichen Inselspitze vorgelagerte kleine und sumpfige Inseln untereinander verbinden und gliederte sie der grĂ¶ĂŸeren an. Damit wuchs die FlĂ€che im Laufe der Jahrhunderte von ursprĂŒnglich 8 auf insgesamt 17 Hektar an. So konnte ein „königlicher” Platz (Place Dauphine) mit einer einheitlichen Saumbebauung entstehen und aus dem Verkauf der HĂ€user das zum Bau einer BrĂŒcke notwendige Geld beschafft werden, welche die Verbindung zu den beiden Seine-Ufern herstellt. Diese so genannte „Neue BrĂŒcke“ (Pont Neuf) ist heute die Ă€lteste der in Paris erhaltenen BrĂŒcken.

Auch die Île Saint-Louis, die kleinere der nebeneinander liegenden Seineinseln ist eine ZusammenfĂŒgung von zwei Inselchen, der Île aux Vaches und der Île Notre Dame. Im Gegensatz zu ihrer großen Schwester, der CitĂ© blieb sie bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts unbebaut. Im Jahre 1614 beauftragte Ludwig XIII. den Bauunternehmer Christophe Marie mit der Erschließung des GelĂ€ndes. Marie schĂŒttete den Seinearm zu, umfasste die beiden kleinen Inseln mit einer Kaimauer und ließ BrĂŒcken zu den Flussufern errichten. Ab etwa 1618 wurde das GelĂ€nde zunĂ€chst mit HĂ€usern fĂŒr Handwerker und Kaufleute bebaut, ab 1638 auch mit luxuriösen StadtpalĂ€sten fĂŒr hohe WĂŒrdentrĂ€ger. Die Bebauung erfolgte nach einem festen Grundplan mit geraden Straßen, der noch heute erkennbar ist.

Die frĂŒhere Île aux Cygnes (Schwaneninsel) wurde 1773 mit dem Champ de Mars, dem Manöverfeld der MilitĂ€rschule, verbunden. Ihr Name ging auf die so genannte AllĂ©e des Cygnes (Schwanenallee) ĂŒber, einen im Jahr 1825 unweit des Eiffelturmes kĂŒnstlich in der Seine angelegten Damm, auf dem unter anderem eine Kopie der Freiheitsstatue steht. Der Damm entstand als Fundament fĂŒr die auffĂ€llige BrĂŒcke Pont de Bir-Hakeim, deren unteres Niveau die StĂŒtzen fĂŒr den darĂŒber gelegenen Viadukt der Metro aufzunehmen hatte.

HĂŒgel

Die höchste natĂŒrliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der HĂŒgel Butte Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern. Auf den HĂŒgel fĂ€hrt die Standseilbahn Funiculaire de Montmartre. Der am Nordhang angebaute Weinberg ist, seitdem auch im Parc Georges Brassens, Parc de Belleville und im Parc de Bercy Wein wĂ€chst, nicht mehr der einzige von Paris.

Stadtgliederung

Paris wurde im Jahre 1790 Verwaltungssitz des DĂ©partements Seine (75) und ist seit der Neugliederung der DĂ©partements der Île-de-France im Jahre 1968 gleichzeitig Stadt und DĂ©partement. Abgesehen von der geographischen Gliederung in rive droite, rive gauche und „Inseln“ ist Paris in Stadtbezirke (arrondissements, abgekĂŒrzt Arrdt.) und Viertel (quartiers) unterteilt.

Die 20 nummerierten Stadtbezirke tragen die Postleitzahlen 75001 bis 75020 und durchziehen Paris spiralförmig von innen nach außen. Die Spirale beginnt im historischen Stadtkern, der Gegend um den Louvre, das Palais Royal und das Forum des Halles, und endet nach zweieinviertel im Uhrzeigersinn verlaufenden Umdrehungen im Osten der Stadt, dem Arrondissement des Friedhofs PĂšre Lachaise. Jedem Arrondissement steht ein BĂŒrgermeister (Maire d’Arrondissement) vor, der im BĂŒrgermeisteramt seines Bezirkes (Mairie de l’Arrondissement) residiert. Jeder Bezirk untergliedert sich seinerseits in vier quartiers.

Karte der Arrondissements Die Pariser Stadtbezirke:
  1. Louvre
  2. Bourse
  3. Temple
  4. l’Hîtel de Ville
  5. Panthéon
  6. Luxembourg
  7. Palais Bourbon
  8. l’ElysĂ©e
  9. l’OpĂ©ra
  10. l’Entrepît
  1. Popincourt
  2. Reuilly
  3. Gobelin
  4. l’Observatoire
  5. Vaugirard
  6. Passy
  7. Batignolles-Monceaux
  8. Butte-Montmartre
  9. Buttes-Chaumont
  10. Ménilmontant
Siehe auch: Liste der Pariser Arrondissements und Quartiers

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte von Paris

Antike

Lutetia

Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutetia des Stammes der Parisii auf der Seine-Insel, die heute Ăźle de la CitĂ© heißt. Erstmalige schriftliche ErwĂ€hnung fand der Name Lutetia 53 v. Chr. im sechsten Buch Julius Caesars ĂŒber den gallischen Krieg (De Bello Gallico).

Als die Römer sich im Jahr 52 v. Chr. nach einem ersten gescheiterten Anmarsch zum zweiten Mal der Stadt nĂ€herten, zĂŒndeten die Parisii Lutetia an und zerstörten die BrĂŒcken, bevor sie in Stellung gingen. Die siegreichen Römer ĂŒberließen ihnen die Insel und bauten auf dem linken Ufer der Seine in dominanter Lage auf dem spĂ€ter Montagne-Sainte-GeneviĂšve genannten HĂŒgel eine neue römische Stadt auf. Dort entstanden Thermen, ein Forum und ein Amphitheater. Die Stadt wurde im römischen Reich als Civitas Parisiorum oder Parisia bekannt, blieb aber im besetzten Gallien zunĂ€chst recht unbedeutend.

Mittelalter

Nach dem Untergang des Römischen Reiches entstanden zunĂ€chst vor allem Sakralbauten, wĂ€hrend die in Paris weilenden frĂ€nkischen Teilkönige sich den ehemaligen Palast der römischen Statthalter auf der Île de la CitĂ© zu eigen machten, der im Laufe der Jahrhunderte mehrmals vergrĂ¶ĂŸert und umgebaut wurde und heute als Palais de la CitĂ© bekannt ist.

Fenster in Sainte-Chapelle

Die Ă€ltesten erhaltenen Teile des Palais de la CitĂ© sind die in der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts unter Ludwig IX. dem Heiligen von Pierre de Montreuil errichtete Palastkapelle Sainte-Chapelle und die unteren Partien des so genannten Bonbec-Turmes an der Nordfassade. Die danebenliegenden beiden TortĂŒrme Tour d’Argent (Silberturm) und Tour de CĂ©sar sowie der nach seiner Uhr Tour de l’Horloge genannte, im 19. Jahrhundert stark verĂ€nderte Eckturm entstanden etwas spĂ€ter unter Philippe IV. dem Schönen. Hinter der massiven Doppelturmanlage verbirgt sich die nach dem frĂŒheren Palastverwalter (frz. Concierge) benannte Conciergerie, die bereits um 1400 als GefĂ€ngnis genutzt wurde und wĂ€hrend der Revolution als „Wartesaal fĂŒr die Guillotine“ diente.

Bereits bald nach 1358 war der Palais de la CitĂ© als Königsresidenz aufgegeben worden und zwar zu Gunsten des heute verschwundenen HĂŽtel Saint-Pol, der im Osten von Paris entstandenen Burg von Vincennes und der schon 1190 unter Philippe-Auguste entstandenen Wehranlage des frĂŒheren Louvre, deren mĂ€chtiger runder Bergfried seinerzeit das rechte Ufer beherrschte.

Das Stadtschloss Louvre, wie wir ihn heute kennen, ist das Ergebnis von zahlreichen Baukampagnen unter vielen Königen und umfasst Teile aus dem Mittelalter, der Renaissance, der Barockzeit, dem Zweiten Kaiserreich sowie das bedeutende, seit 1981 auf Wunsch des StaatsprĂ€sidenten François Mitterrand von dem Architekten Ieoh Ming Pei geschaffene „unterirdische Reich“ des Louvre, das in erster Linie der Schaffung fehlender Infrastrukturen fĂŒr das hier angesiedelte Museum dient.

Neuzeit

Stich von Paris aus dem 16. Jahrhundert
Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789
Haupteingang der Weltausstellung 1900

WĂ€hrend der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 blieb die Stadt in katholischem Besitz. In der BartholomĂ€usnacht am 24. August 1572 sind in Paris Tausende von Hugenotten ermordet worden. Auf Veranlassung Ludwigs XIV. (1638–1715) sind Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die KrankenhĂ€user Invalides und SalpĂȘtriĂšre erbaut worden. Er ließ die Pariser Stadtmauern abtragen und an deren Stelle die „Großen Boulevards“ errichten. Die Residenz des Königs wurde nach Versailles verlegt. Dennoch blieb Paris das politische Zentrum Frankreichs, was auf seine hohe Bevölkerungszahl und seine fĂŒhrende wirtschaftliche Rolle im Land zurĂŒckzufĂŒhren war.

Als im Jahre 1789 die Französische Revolution ausbrach, war es die Bevölkerung von Paris, die den Weg zur Abschaffung der Monarchie und zur EinfĂŒhrung der ersten französischen Republik ebnete. 1844 ist zu Verteidigungszwecken an Stelle des heutigen Boulevard pĂ©riphĂ©rique eine neue Stadtbefestigung errichtet worden. Diese hatte eine LĂ€nge von 39 Kilometern und war mit ihren 94 Bastionen und 16 Forts die grĂ¶ĂŸte Befestigungsanlage der Welt.

Paris war in den Jahren 1855, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 Veranstaltungsort von sechs Weltausstellungen, welche die kulturelle und politische Bedeutung der Stadt unterstrichen. Nach dem Niedergang des 2. Kaiserreiches und der Einnahme der Stadt durch deutsche Truppen erhob sich 1871 die so genannte Pariser Kommune, die sich aus Arbeitern, Handwerkern und KleinbĂŒrgern zusammensetzte, gegen die konservative provisorische Regierung der Republik. Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine BlĂŒtezeit in der belle Ă©poque. Am Bahnhof Gare de Lyon, an der BrĂŒcke Pont Alexandre III und den U-Bahnstationen ist der Stil dieser Zeit beispielhaft zu erkennen.

1900 und 1924 war Paris Austragungsort der II. bzw. VIII. Olympischen Spiele der Neuzeit.

1921 hatte Paris mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Der stÀdtische Wohnungsbau konnte mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. WÀhrend des Zweiten Weltkrieges war die Stadt zwischen 1940 und 1944 (25. August) von der deutschen Wehrmacht besetzt.

WÀhrend der Mai-Unruhen 1968 erlebte die Stadt Studentenrevolten und Massenstreiks. 2005 kam es zu Ausschreitungen von jugendlichen Einwanderern in den Vororten der Hauptstadt. Die gewalttÀtigen Unruhen in Paris weiteten sich spÀter auch auf andere StÀdte des Landes aus.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung Paris seit der ersten VolkszÀhlung im Jahre 1801.
FĂŒr detaillierte Einwohnerzahlen siehe Hauptartikel: Geschichte von Paris

In der Antike und im Mittelalter ging die Bevölkerung durch die zahlreichen Kriege, Epidemien und Hungersnöte immer wieder zurĂŒck. So starben noch 1832 bei einer Choleraepidemie rund 20.000 Menschen. Erst die Industrialisierung im 19. Jahrhundert fĂŒhrte zu einem starken Anstieg der Bevölkerung. 1846 lebten in Paris rund eine Million Menschen, bis 1876 verdoppelte sich diese Zahl auf zwei Millionen. 1921 hatte die Einwohnerzahl von Paris mit knapp drei Millionen ihren historischen Höhepunkt erreicht. GegenwĂ€rtig leben etwas ĂŒber zwei Millionen Menschen in der Hauptstadt. Im Großraum hingegen hat die Einwohnerzahl stark zugenommen. Lebten 1921 noch 4,85 Millionen Menschen in der Metropolregion, so waren es 2006 bereits 11,6 Millionen. Damit zĂ€hlt Paris zu den MegastĂ€dten.

Religionen

Mehr Informationen zur Religion siehe Hauptartikel: Geschichte von Paris

Etwa 80 Prozent der Einwohner sind getauft, rund 75 Prozent bekennen sich zum katholischen Glauben, die meisten praktizieren den lateinischen Ritus, einige wenige auch den armenischen und ukrainischen Ritus. Der Erzbischof von Paris ist fĂŒr die Katholiken der östlichen Riten zustĂ€ndig. Insgesamt gibt es in Paris innerhalb der politischen Grenzen der Stadt 94 katholische Gemeinden, des Weiteren 15 griechisch- und russisch-orthodoxe Kirchen, sieben Synagogen fĂŒr die etwa 220.000 Juden und zwei Moscheen fĂŒr die rund 50.000 Muslime, ĂŒberwiegend Sunniten. Nur knapp zwölf Prozent der Christen und etwa 15 Prozent der Juden sind praktizierende GlĂ€ubige.

Politik

Stadtregierung

Das Rathaus (HĂŽtel de Ville)

Seit 18. MĂ€rz 2001 ist Bertrand DelanoĂ« von der Parti socialiste BĂŒrgermeister von Paris. DelanoĂ« war der erste linke Politiker, der in das bisher konservativ regierte Rathaus der Hauptstadt einzog. Er konnte in dem aus 163 Mitgliedern bestehenden Stadtrat alle 92 Stimmen seiner rot-grĂŒnen Liste auf sich vereinen. Der einzige Gegenkandidat war der scheidende BĂŒrgermeister Jean Tiberi, der nur zwölf Stimmen erhielt. Paris wurde bislang traditionell von der gaullistischen RPR beherrscht; der konservative StaatsprĂ€sident Jacques Chirac war von 1977 bis 1995 selbst BĂŒrgermeister der Hauptstadt. Die rechten Parteien waren jedoch zerstritten in die Kommunalwahlen gegangen und verminderten so ihre Chancen auf einen Sieg.

Der erste BĂŒrgermeister der Hauptstadt Jean-Sylvain Bailly wurde am 15. Juli 1789 von der wĂ€hrend der französischen Revolution gebildeten Pariser Selbstverwaltung eingesetzt. Da die Kommune an der diktatorisch organisierten Schreckensherrschaft (terreur) beteiligt war, wurde sie 1794 von zwölf getrennten und dezentralisierten Gemeindeverwaltungen ersetzt. Der Staat ĂŒbernahm die Kontrolle ĂŒber die Stadt und schuf das Amt des PrĂ€fekten der Seine (PrĂ©fet de la Seine). WĂ€hrend der BĂŒrgerlichen Revolution von 1848 und der Pariser Kommune von 1870/1871 regierte fĂŒr wenige Monate ein BĂŒrgermeister die Stadt.

Am 20. MĂ€rz 1977 wurde Jacques Chirac der erste frei gewĂ€hlte BĂŒrgermeister von Paris. Die bisher einem von der Regierung ernannten PrĂ€fekten unterstehende Hauptstadt erhielt den gleichen Status wie alle ĂŒbrigen Gemeinden in Frankreich. Eine Ausnahme bildet die Polizei, die weiterhin dem PolizeiprĂ€fekten untersteht. Ein Gesetz von 1982 etablierte dann die Ratsversammlungen der arrondissements. Diese sind beratende Organe, die ĂŒber begrenzte Befugnisse verfĂŒgen. Der Gemeinderat (Conseil de Paris) und der BĂŒrgermeister (Maire de Paris) werden jeweils fĂŒr sechs Jahre gewĂ€hlt. UrsprĂŒnglich sollten die nĂ€chsten Kommunalwahlen im MĂ€rz 2007 stattfinden, aber da dieses Jahr auch die PrĂ€sidentschaftswahl (22. April und 6. Mai) sowie die Parlamentswahl (10. und 17. Juni) stattfinden, wurde entschieden, die Kommunalwahlen um ein Jahr zu verschieben.

BĂŒrgermeister von Paris waren: Jean-Sylvain Bailly (15. Juli 1789–18. November 1791), JĂ©rĂŽme PĂ©tion (18. November 1791–15. Oktober 1792), Philibert Borie (7. Juli 1792–13. Juli 1792), RenĂ© Boucher (15. Oktober 1792–2. Dezember 1792), Nicolas Chambon (8. Dezember 1792–2. Februar 1793), Jean-Nicolas Pache (14. Februar 1793–10. Mai 1794), Jean-Baptiste Fleuriot-Lescot (10. Mai 1794–17. Juli 1794), Louis-Antoine Garnier-PagĂšs (24. Februar 1848–5. MĂ€rz 1848), Armand Marrast (9. MĂ€rz 1848–19. Juli 1848), Étienne Arago (4. September 1870–15. November 1870), Jules Ferry (15. November 1870–5. Juni 1871), Jacques Chirac (20. MĂ€rz 1977–16. Mai 1995), Jean Tiberi (22. Mai 1995–24. MĂ€rz 2001) und Bertrand DelanoĂ« (ab 25. MĂ€rz 2001).

StÀdtepartnerschaften

In Form einer StÀdtepartnerschaft ist Paris seit 1956 mit Rom mit einer einzigen Stadt weltweit verbunden. [3]

DarĂŒber hinaus unterhĂ€lt Paris mit folgenden StĂ€dten sogenannte Freundschafts- und Kooperationsabkommen. In Klammern das Jahr der Etablierung.

Wirtschaft

Blick vom Triumphbogen auf La Défense
Blick von der Austerlitz-BrĂŒcke auf Paris

Paris ist das bedeutendste Wirtschaftszentrum Frankreichs. In der Metropolregion Paris hat sich etwa ein Viertel der Produktionsbetriebe des Landes niedergelassen. Durch den riesigen Absatzmarkt, den die Stadt bietet, ĂŒbt sie von jeher große Anziehungskraft auf Hersteller von KonsumgĂŒtern aus. Paris ist bekannt fĂŒr die Produktion von LuxusgĂŒtern (Haute Couture und Schmuck). Zu den wichtigsten Erzeugnissen der Stadt zĂ€hlen chemische Produkte, ElektrogerĂ€te, Kraftfahrzeuge und Maschinen.

Traditionell ist die französische Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – eine Rolle. Die gelenkte Volkswirtschaft wurde in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert. Die SchlĂŒsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle.

Fast alle großen Dienstleistungsunternehmen Frankreichs, insbesondere Banken und Firmen des Finanzwesens, haben ihren Sitz in Paris. Seit den 1990er Jahren werden vermehrt Anstrengungen unternommen, multinationale Konzerne anzusiedeln. Die Stadt ist heute eine der wichtigsten Handelsmetropolen in Europa.

Ein nicht zu unterschĂ€tzender Vorteil ist die Lage der Stadt inmitten einer der fruchtbarsten Agrarlandschaften in Europa. Die Landwirtschaft war deshalb schon in den frĂŒheren Jahrhunderten die bedeutendste Wirtschaftsgrundlage der Region und sicherte die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung in der Stadt.

Die Hauptstadtregion hat dank der starken Konzentration nationaler und internationaler Unternehmen einen Anteil von etwa einem Drittel am Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes. Sie gehört zu den wohlhabendsten Regionen Europas. Ein Problem ist die Arbeitslosigkeit, die in etwa dem nationalen Durchschnitt entspricht. Seit Anfang der 1990er Jahre verlor Paris rund eine viertel Million ArbeitsplÀtze. Ein Grund ist der Abbau von ArbeitsplÀtzen in der Industrie und die Verlagerung wirtschaftlicher AktivitÀten in benachbarte Gemeinden wie das GeschÀftszentrum La Défense.

Verlagshaus „Le Figaro“

Die meisten französischen Fernseh- und Radiosender sowie die grĂ¶ĂŸten Medienkonzerne des Landes („Vivendi Universal“, „Groupe LagardĂšre“, „Groupe TF1“) haben ihren Sitz in Paris. Die Stadt ist Erscheinungsort international bedeutender Tageszeitungen („Le Figaro“, „Le Monde“, „LibĂ©ration“) und bedeutendstes internationales Zentrum des Verlagswesens.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Die französische Hauptstadt beherbergt eine Vielzahl sehenswerter kirchlicher und weltlicher Bauwerke, Straßen, PlĂ€tze und Parks, etwa 160 Museen, rund 200 Kunstgalerien, circa 100 Theater, ĂŒber 650 Kinos und mehr als 10.000 Restaurants. Das Angebot an kulturellen Veranstaltungen ist mit zahlreichen Konzerten, Ausstellungen, Musik- und Filmfestivals, Modenschauen sowie der Austragung sportlicher Wettbewerbe reichhaltig. Die Schlossanlage in Fontainebleau wurde 1979, das Schloss Versailles 1981 und die Uferpromenade der Seine in Paris 1991 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Siehe auch: Liste der SehenswĂŒrdigkeiten in Paris, HĂŽtel particulier in Paris

Theater

Comédie-Française (Salle Richelieu), Ende des 18. Jahrhunderts
Opéra Garnier

Bedingt durch die Tradition des Zentralismus in Frankreich haben die wichtigsten Theater- und Ballettensembles des Landes ihren Sitz in Paris. Das Programm ist mannigfaltig und einem der Veranstaltungskalender, Pariscope oder Officiel des Spectacles zu entnehmen, die an jedem Zeitungskiosk erhĂ€ltlich sind. Stark ermĂ€ĂŸigte Theaterkarten sind jeden Tag ab 13.00 Uhr fĂŒr Vorstellungen am Abend desselben Tages an einem der beiden Theaterkioske (Kiosque Théùtre) (vor dem Montparnasse-Bahnhof und neben der Madeleine-Kirche) erhĂ€ltlich.

Die Pariser Oper (heute OpĂ©ra National de Paris) und ihre VorgĂ€ngerinstitute spielen in der Geschichte der Oper durch stilprĂ€gende UrauffĂŒhrungen eine bedeutende Rolle. Heute betreibt sie zwei OpernhĂ€user. Die 1875 eröffnete, nach ihrem Architekten OpĂ©ra Garnier oder Palais Garnier genannte alte Oper ist mit einer FlĂ€che von 11.237 Quadratmetern das grĂ¶ĂŸte Theater der Welt, wĂ€hrend die 1989 eingeweihte neue OpĂ©ra Bastille sich durch ihre herausragende BĂŒhnentechnik auszeichnet. Seit der Eröffnung der neuen Oper wird das Palais Garnier hauptsĂ€chlich, aber nicht ausschließlich fĂŒr BallettauffĂŒhrungen und klassische Opern genutzt. Die Pariser Oper unterhĂ€lt ein hauseigenes Ballett, das Ballet de l'OpĂ©ra de Paris, mit einer angeschlossenen Ballettschule.

Auch die ComĂ©die-Française oder Théùtre français, deren Schauspielensemble sich rĂŒhmen darf, 1680 aus der Zusammenlegung von MoliĂšres ehemaligem „Illustre Théùtre“ mit anderen Schauspieltruppen hervorgegangen zu sein, hat eine lange Tradition. BerĂŒhmte Schauspieler waren unter anderem Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault. Das heute staatliche Theater spielt ein vorwiegend klassisches Repertoire.

Das Théùtre des Champs-ÉlysĂ©es, von 1911 bis 1913 nach PlĂ€nen von Henry van de Velde von Auguste Perret ausgefĂŒhrt, erregte Anfang des 20. Jahrhunderts durch seine Architektur und skandalumwitterte AuffĂŒhrungen Aufsehen. Als Musiktheater und Konzerthaus ist es HeimstĂ€tte des Orchestre National de France und des Orchestre Lamoureux sowie StĂŒtzpunkt der Wiener Philharmoniker in Frankreich.

Aufmerksamkeit gebĂŒhrt auch den Programmen des Théùtre du ChĂątelet an der Place du ChĂątelet und dem gegenĂŒberliegenden Stadttheater Théùtre de la Ville.

Zeitgenössische Komödien, Boulevard- und Vaudeville-StĂŒcke werden in unzĂ€hligen kleinen Theatern aufgefĂŒhrt, wie beispielsweise im Théùtre des Bouffes-Parisiens, das Jacques Offenbach am 5. Juli 1855 grĂŒndete. Der Name des Theaters leitet sich ab von „OpĂ©ra bouffe“ – „Komische Oper“, wie Offenbach zahlreiche seiner Werke betitelte.

Freunden des Revuetheaters sind die Shows des Moulin Rouge, des Lido und des Paradis Latin zu empfehlen. Das Moulin Rouge, am 6. Oktober 1889 von Joseph Oller eröffnet, der bereits das VarietĂ© L’Olympia besaß, leitet seinen Namen ab von der markanten Nachbildung einer roten MĂŒhle auf seinem Dach. BerĂŒhmt wurde es durch seine Cancan- und Chahut-TĂ€nzerinnen.

Rockkonzerte finden im Zénith im Parc de la Villette und im Palais Omnisports de Paris-Bercy statt. Das Zénith wurde 1983 auf Initiative des damaligen Kulturministers Jack Lang nach PlÀnen der Architekten Philippe Chaix und Jean-Paul Morel erbaut und am 12. Januar 1984 mit einem Konzert des französischen SÀngers Renaud eingeweiht.

Die ArĂšnes de LutĂšce (Arenen von Lutetia) gelten als Ă€ltestes noch erhaltenes Bauwerk der Hauptstadt. Das römische Amphitheater befindet sich in der rue Monge, im 5. Arrondissement. Die Arena stammt aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. und wurde bis zum Ende des 3. Jahrhunderts genutzt. Circa 17.000 Personen konnten den Theatervorstellungen, aber auch KĂ€mpfe auf Leben und Tod, beiwohnen. Mit dem Aufkommen des Christentums verloren die römischen Zirkusse allgemein an Bedeutung und als im 3. und 4. Jahrhundert die germanischen StĂ€mme in das römische Gallien einfielen, wurden die Arenes de LutĂšce stillgelegt und ihre Steine fĂŒr den Bau von Stadtmauern und anderen Befestigungsanlagen verwendet.

Museen

Louvre mit Pyramide im Mittelpunkt
MusĂ©e d’Orsay, Innenansicht

Das 1793 in der frĂŒheren Residenz der französischen Könige eröffnete MusĂ©e du Louvre beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlung mit ĂŒber 380.000 Werken, von denen etwa 35.000 ausgestellt werden. Die Exponate decken einen Zeitraum, der von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts reicht. Das GebĂ€ude liegt im Zentrum von Paris zwischen dem rechten Seineufer und der Rue de Rivoli. Sein Innenhof liegt in einer Linie mit der Avenue des Champs-ÉlysĂ©es und bildet damit den Ursprung der so genannten Axe historique, der historischen Achse.

Das MusĂ©e d’Orsay entstand in dem ehemaligen Bahnhof „Gare d’Orsay“ am sĂŒdlichen Ufer der Seine gegenĂŒber den TuilierengĂ€rten. Das BahnhofsgebĂ€ude wurde 1900 von Victor Laloux fĂŒr die Verbindung Paris–OrlĂ©ans gebaut, 1939 wegen KapazitĂ€tsproblemen geschlossen und 1978 als historisches Bauwerk eingestuft. Unter Leitung der Architektin Gae Aulenti wurde es von 1980 bis 1986 unter behutsamer Wahrung der alten Bausubstanz zum heutigen Museum umgebaut. Weltweit einzigartig ist die Sammlung französischer Impressionisten. Daneben werden GemĂ€lden, Skulpturen, Fotos und Möbel von herausragender QualitĂ€t aus der Zeit von 1848 bis 1914 gezeigt. Vertreten sind fast alle Stilrichtungen dieses Zeitraums sowie Werke vieler EinzelkĂŒnstler.

Das 1977 nach PlĂ€nen der Architekten Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini eröffnete Kunst- und Kulturzentrum Centre Georges Pompidou (Centre National d’Art et de Culture Georges Pompidou) sorgte durch seine Architektur aus Stahl und Glas fĂŒr Aufsehen: alle Versorgungsleitungen sind an der Fassade angebracht. Es wurde als interaktives Informationszentrum konzipiert, das freien Zugang zu Wissen garantieren soll. Es beherbergt die BibliothĂšque Publique d'Information und das MusĂ©e National d'Art Moderne mit einer hervorragenden Sammlung von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, vor allem Werke des Surrealismus, Fauvismus, Kubismus und des Abstrakten Expressionismus. Das Musikforschungsinstitut IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique) ist ihm organisatorisch angeschlossen.

Das MusĂ©e Picasso besitzt etwa 250 Werke aus allen Schaffensperioden Picassos, insbesondere GemĂ€lde und Skulpturen, sowie GemĂ€lde aus der persönlichen Sammlung des KĂŒnstlers, unter anderem von Georges Braque, Paul CĂ©zanne, Henri Matisse, Joan MirĂł und Amedeo Modigliani. Das Museum befindet sich im ehemaligen „HĂŽtel SalĂ©â€œ, einem in den Jahren 1656–1659 im Maraisviertel erbauten „hĂŽtel particulier“, dessen Bezeichnung sich von seinem damaligen Bauherrn, dem fĂŒr die Eintreibung von Salzsteuer zustĂ€ndigen königlichen Staatsbeamten Pierre Aubert, Spitzname SalĂ© („Gesalzener“) ableitet.

Das MusĂ©e national du Moyen Âge (vor 1980: MusĂ©e de Cluny) in dem spĂ€tgotischen ehemaligen Abtspalast „HĂŽtel de Cluny“ (1485–1490) beherbergt eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher KunstgegenstĂ€nde. Es gestattet den Zutritt zu den benachbarten frĂŒheren Thermen aus gallo-römischer Zeit. Im September 2000 legte man neben dem HĂŽtel de Cluny den Mittelalterlichen Garten (frz. „jardin mĂ©diĂ©val“) mit einer FlĂ€che von zirka 5.000 Quadratmetern an.

Das Grand Palais entstand nach PlĂ€nen der Architekten Henri Deglane (1851–1932) und Albert Louvet (1860–1936) als Ausstellungshalle zur Pariser Weltausstellung von 1900. Es besitzt eine 240 Meter lange und 20 Meter hohe Fassade mit ionischen SĂ€ulen. Im GebĂ€ude finden bedeutende Kunst- und GemĂ€ldeausstellungen statt. Im WestflĂŒgel ist der „Palais de la DĂ©couverte“ (Palast der Entdeckung) untergebracht, ein naturwissenschaftliches Museum, das zu praktischen Erkundungen einlĂ€dt und ein Planetarium betreibt.

Dem Grand Palais gegenĂŒber steht der zur gleichen Zeit und zu gleichem Zweck von dem Architekten Charles Girault im neobarocken Stil der „Belle Époque“ errichtete „Petit Palais“. Der mit einem prunkvoll vergoldeten schmiedeeisernen Eingangstor und reichen Deckenmalereien ausgestattete halbrunde Bau, dessen Fassaden fast nur aus Fenstern bestehen, beherbergt es seit 1902 das stĂ€dtische Museum der schönen KĂŒnste „MusĂ©e des Beaux-Arts de la Ville de Paris“.

Nahe dem Eiffelturm befindet sich seit 2006 das sehenswerte MusĂ©e du quai Branly fĂŒr Völkerkunde.

Bauwerke

BrĂŒcken

Pont Neuf mit Île de la CitĂ©

→ Siehe: SeinebrĂŒcken in Paris

Obelisk von Luxor auf der Place de la Concorde
Blick ĂŒber die avenue de la Grande ArmĂ©e nach La DĂ©fense

Die Seine fließt im Großraum Paris ab der EinmĂŒndung der Marne bei Vincennes im Pariser Becken in einem weiten Linksbogen von SĂŒdosten durch das Zentrum, um dann in einer engen Rechtskurve bei Boulogne-Billancourt sich wieder bis St. Denis nach Norden zu biegen und dabei noch einmal die City von Norden zu umfassen. Danach biegt sie in einem Bogen um Colombes/Villeneuve-la-Garenne erneut nach Nordwesten ab, um sich dann weiter Richtung Ärmelkanal zu schlĂ€ngeln. Etwa 40 BrĂŒcken und einige Stege ĂŒberspannen die Seine und verbinden die zentralen Arrondissements mit einander. Die Ile de la CitĂ© in der Mitte von Paris ist ĂŒber 7 HalbbrĂŒcken mit den beiden Ufern verbunden: Pont de l'ArchevĂȘchĂ© (zum linken Ufer), Pont au Double (zum linken Ufer), Pont d'Arcole (zum rechten Ufer), Petit-Pont (zum linken Ufer), Pont Notre-Dame (zum rechten Ufer), Pont Saint-Michel (zum linken Ufer), Pont au Change (zum rechten Ufer). Die Pont Neuf fĂŒhrt ĂŒber die Westspitze der Insel und verbindet die Insel mit beiden Ufern. Sie ist die Ă€lteste der heutigen Pariser SeinebrĂŒcken. Die jĂŒngste ist die Passerelle Simone de Beauvoir, die seit 2006 ohne Strebepfeiler 194 Meter Spannweite ĂŒberbrĂŒckt. Viele BrĂŒcken entstanden im 19. Jahrhundert und sind Eisenkonstruktionen. Abends werden die BrĂŒcken nach einem bestimmten, die Baustrukturen betonenden Konzept angeleuchtet. Zusammen mit den Uferbefestigungen bilden die BrĂŒcken ein stĂ€dtebaulich prĂ€gendes Merkmal der Stadt.

PlĂ€tze und Straßen

Erste urbanistisch relevante Maßnahmen ergriff in Paris Anfang des 17. Jahrhunderts Heinrich IV. mit der Anlage der ersten zwei von insgesamt fĂŒnf sogenannten „königlichen PlĂ€tzen“.

Die quadratische place des Vosges (1605–1611), frĂŒher place Royale im Marais (4. Arrdt.) bietet ein einzigartig geschlossenes Ensemble von Bauten aus Back- und Quaderstein im Stil des frĂŒhen 17. Jahrhunderts. Die Mitte des Platzes ziert das Reiterstandbild von Ludwig XIII.

Zu gleichen Zeit entstand in demselben Stil die dreieckige place Dauphine (1607–1612) an der östlichen Spitze der Ăźle de la CitĂ© (1. Arrdt.), nach PlĂ€nen von Louis MĂ©tezeau und Jacques II. Androuet du Cerceau. Die Achse des spĂ€ter zu einem Drittel zerstörten Platzes lĂ€sst durch eine Öffnung im Westen den Blick auf die BrĂŒcke Pont Neuf frei und auf das Reiterstandbild von Heinrich IV..

Die place des Victoires (1675), mit rundem Grundriss, wurde auf Initiative des Höflings François d’Aubusson de la Feuillade nach PlĂ€nen von Jules Hardouin-Mansart zu Ehren des Sonnenkönigs Ludwigs XIV. entworfen, um seinem Standbild von Desjardins einen wĂŒrdigen Rahmen zu geben. Letzteres wurde in der Revolution zerschlagen und erst 1822 durch das heutige Reiterstandbild von Bosio ersetzt. Hier so wie auf den folgenden „Königlichen PlĂ€tzen“ ersetzt der schöne hellgelbe Quaderstein, der sich hervorragend fĂŒr den Steinschnitt eignet, den bisher ĂŒblichen Backstein.

Auch die ĂŒberaus harmonische und in ihrem ursprĂŒnglichen Zustand erhaltene place VendĂŽme (1690–1720) wurde zu Ehren Ludwigs XIV. angelegt. Die PlĂ€ne lieferte abermals Jules Hardouin-Mansart. Das frĂŒher hier befindliche Reiterstandbild fiel, wie nahezu alle Abbilder der Mitglieder des französischen Königshauses, der Revolution zum Opfer, was NapolĂ©on I. Gelegenheit gab, hier 1806 in Erinnerung an die Schlacht von Austerlitz eine 44 Meter hohe TriumphsĂ€ule errichten zu lassen.

Die ab 1755 angelegte place de la Concorde sollte der grĂ¶ĂŸte und letzte der „KönigsplĂ€tze“ von Paris werden. Der Platz blieb unvollendet. WĂ€hrend der Revolution in place de la RĂ©volution umbenannt, empfing er – an Stelle der zerstörten Reiterstatue Ludwigs XV. – die Guillotine, unter der im Jahre 1793 Ludwig XVI. und die Königin Marie Antoinette enthauptet wurden. Seit 1836 wird der Platz von dem 23 Meter hohen Obelisken von Luxor dominiert. Daneben befinden sich zwei aufwĂ€ndig gestaltete Brunnen von Jakob Ignaz Hittorff.

An der place de la Concorde beginnt die Prunk-, Pracht- und Paradestraße avenue des Champs-ÉlysĂ©es, eine der großen und berĂŒhmten „Weltstraßen“. Die 1,5 Kilometer lange und 71 Meter breite Avenue bildet das KernstĂŒck und RĂŒckgrat des einzigartigen vom Osten zum Westen weisenden Axe historique, einer Sichtachse, die im Innenhof des Louvre beginnt, ĂŒber den Tuileriengarten, die place de la Concorde und den Arc de Triomphe bis zur Grande Arche und darĂŒber hinaus reicht. Hier befinden wir uns schon jenseits der westlichen Ausfallstraße, in dem weit außerhalb von Paris gelegenen GeschĂ€fts- und Modeviertel La DĂ©fense. Als unter Ludwig XIV. von dem HofgĂ€rtner AndrĂ© Le NĂŽtre die ersten BĂ€ume der Champs-ElysĂ©es gepflanzt wurden, fĂŒhrte sie noch durch freie Felder. Die beliebte Promenade der Pariser war damals die Straßenkette der aneinandergereihten Boulevards, die selten mit ihren verschiedenen Namen, sondern schlicht Les Grands Boulevards genannt werden.

Weltliche Bauwerke

Antike
Arena von Lutetia

Die Àltesten Bauwerke der Stadt befinden sich im quartier Latin an den HÀngen der Montagne-Sainte-GeneviÚve, auf der sich ab 52 v. Chr. die Römer in dominanter Lage ansiedelten.

Die stark restaurierten Überreste der im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten Arena von Lutetia und die Ruinen der so genannten Thermen von Cluny aus der Zeit um 200 n. Chr. sind die einzigen sichtbaren Spuren aus der gallo-römischen Epoche.

Mittelalter

Nach dem Untergang des Römischen Reiches entstanden zunĂ€chst vor allem Sakralbauten, wĂ€hrend die in Paris weilenden frĂ€nkischen Teilkönige sich den ehemaligen Palast der römischen Statthalter auf der Île de la CitĂ© zu eigen machten, der im Laufe der Jahrhunderte mehrmals vergrĂ¶ĂŸert und umgebaut wurde und heute als Palais de la CitĂ© bekannt ist.

Fenster in Sainte-Chapelle

Die Ă€ltesten erhaltenen Teile des Palais de la CitĂ© sind die in der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts unter Ludwig IX. dem Heiligen von Pierre de Montreuil errichtete Palastkapelle Sainte-Chapelle und die unteren Partien des so genannten Bonbec-Turmes an der Nordfassade. Die danebenliegenden beiden TortĂŒrme Tour d’Argent (Silberturm) und Tour de CĂ©sar sowie der nach seiner Uhr Tour de l’Horloge genannte, im 19. Jahrhundert stark verĂ€nderte Eckturm entstanden etwas spĂ€ter unter Philippe IV. dem Schönen. Hinter der massiven Doppelturmanlage verbirgt sich die nach dem frĂŒheren Palastverwalter (frz. Concierge) benannte Conciergerie, die bereits um 1400 als GefĂ€ngnis genutzt wurde und wĂ€hrend der Revolution als „Wartesaal fĂŒr die Guillotine“ diente.

Bereits bald nach 1358 war der Palais de la CitĂ© als Königsresidenz aufgegeben worden und zwar zu Gunsten des heute verschwundenen HĂŽtel Saint-Pol, der im Osten von Paris entstandenen Burg von Vincennes und der schon 1190 unter Philippe-Auguste entstandenen Wehranlage des frĂŒheren Louvre, deren mĂ€chtiger runder Bergfried seinerzeit das rechte Ufer beherrschte.

Das Stadtschloss Louvre, wie wir ihn heute kennen, ist das Ergebnis von zahlreichen Baukampagnen unter vielen Königen und umfasst Teile aus dem Mittelalter, der Renaissance, der Barockzeit, dem Zweiten Kaiserreich sowie das bedeutende, seit 1981 auf Wunsch des StaatsprĂ€sidenten François Mitterrand von dem Architekten Ieoh Ming Pei geschaffene „unterirdische Reich“ des Louvre, das in erster Linie der Schaffung fehlender Infrastrukturen fĂŒr das hier angesiedelte Museum dient.

FrĂŒhe Neuzeit

Aus der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts und dem 16. Jahrhundert stammen mehrere interessante, hierzulande hĂŽtels particuliers genannte StadtpalĂ€ste des Marais-Viertels, wie beispielsweise das HĂŽtel de Sens, das zwischen 1475 und 1507 im Auftrag von Tristan von Salazar, Erzbischof von Sens entstand, das ab 1548 fĂŒr den GerichtsprĂ€sidenten Jacques de Ligneris errichtete HĂŽtel Carnavalet, das um 1585 fĂŒr Diana von Frankreich entworfene und jetzt Louis MĂ©tezeau zugeschriebene HĂŽtel Lamoignon sowie der HĂŽtel de Sully genannte Stadtpalast des Finanzinspektors Mesme Gallet, den Roland de Neufbourg 1630 nach den PlĂ€nen von Jean I. Androuet du Cerceau vollendete. Er ist heute Sitz d