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Die Republik (ĂŒber frz. rĂ©publique von lat. res publica, „öffentliche Angelegenheit“) ist eine Staatsform, die sich an Gemeinwesen und Gemeinwohl orientiert und seit der Französischen Revolution in der Regel als Gegenmodell zur Monarchie verstanden wird. In den frĂŒhromantischen Schriften Friedrich Schlegels hingegen, also etwa zur Zeit der Französischen Revolution, wird der Republikanismus, das heißt die Orientierung der Politik am Gemeinwohl, durchaus als mit einer Monarchie vereinbar betrachtet[1].

Heute wird Republik allgemein als Nicht-Monarchie und Nicht-Despotie gesehen. Allerdings gibt es viele sogenannte nominelle Republiken, die in Wahrheit Diktaturen sind und despotisch regiert werden. Negativ definiert ist jedoch wenig ĂŒber die Republik gesagt. Im engeren Sinne kennzeichnet sie einen Staat mit gewĂ€hltem, also gemeinschaftlich bestimmtem, nicht notwendigerweise demokratischem Staatsoberhaupt – in der Regel bezeichnet als StaatsprĂ€sident –, nach dessen Amtszeitablauf mit denselben Mitteln ein Nachfolger zu bestimmen ist (personelle DiskontinuitĂ€t). Hierbei steht es dem scheidenden Amtsinhaber nicht zu, einen Nachfolger zu benennen. Dies definiert die Republik vor allem formell und personell. In einem weiteren Sinne erfordert die Republik, dass es keine Staatsgewalt aus eigenem Recht gibt, also auch nicht aus einem rein institutionellen Grund oder neben beziehungsweise ĂŒber der gemeinschaftlich verfassten Staatsgewalt (enumeratives Merkmal). Trotz einer gewissen NĂ€he zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zeigt der Blick auf kollektiv ausgestaltete Regierungssysteme und monokratische PrĂ€sidentschaften, dass die Republik ein eigenstĂ€ndiges Staatsstrukturmerkmal ist.

Die weltweit kleinste Republik ist die Republik Nauru, die flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte ist die Russische Föderation, die bevölkerungsreichste ist die Volksrepublik China, die Ă€lteste bestehende Republik ist San Marino.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Klassische Definition

Die römische Oligarchie war im obigen Sinne nicht demokratisch, jedoch republikanisch. Die klassische Definition der Republik lautet unter anderem:

„Est igitur res publica res populi, populus autem non omnis hominum coetus quoquo modo congregatus, sed coetus multitudinis iuris consensu et utilitatis communione sociatus.“

– Cicero

„Es ist also das Gemeinwesen die Sache des Volkes, Volk ist aber nicht jede Vereinigung von Menschen, die auf irgendeine Weise zusammengewĂŒrfelt wurde, sondern die Vereinigung einer Menge, die sich aufgrund einer Übereinstimmung bezĂŒglich des Rechts und einer Gemeinsamkeit bezĂŒglich des Nutzens verbunden hat.“

Bearbeiten Geschichte

Bearbeiten Antike

Erste AnsĂ€tze einer am Gemeinwohl orientierten Gesellschaft erschienen in der ΠολÎčτÎčÎșÎŹ des Aristoteles. Er teilte die sechs ihm bekannten Herrschaftsformen in zwei Kategorien:

Dabei muss beachtet werden, dass sich das damalige VerstÀndnis dieser Herrschaftsformen vom heutigen demokratischen unterschied.

Die Republik als politisches Konzept zur Lenkung des Gemeinwesens und als Bezeichnung desselben taucht erstmalig mit der antiken Römischen Republik auf. Ihre Entstehung hat die Republik im wesentlichen dem auch heutzutage noch zu beobachtenden PhĂ€nomen zu verdanken, dass große oder gar uneingeschrĂ€nkte Macht in den HĂ€nden eines Einzelnen nicht selten zum Zweck persönlicher Bereicherung eingesetzt wird, einhergehend mit UnterdrĂŒckung und Ausbeutung der Beherrschten.

Eine solche Situation fĂŒhrte ca. 500 v. Chr. zum Aufstand der Bevölkerung Roms gegen die Königsherrschaft und zur Vertreibung des letzten römischen Königs Lucius Tarquinius Superbus. Es wurde beschlossen, fortan niemals wieder einen König (lat. rex) zu dulden. An seiner Statt wurden Konsuln (v. lat. consules, „Berater“) zur FĂŒhrung des Gemeinwesens bestimmt, deren Macht mehrfach begrenzt war: Zum einen wurden sie vom Senat lediglich fĂŒr ein Jahr gewĂ€hlt (Prinzip der AnnuitĂ€t). Zum anderen wurden fĂŒr jede Amtsperiode zwei Konsuln bestimmt (Prinzip der KollegialitĂ€t), wenngleich jeder mit voller Gewalt ausgestattet war. Zunehmend wurden die Konsuln ermĂ€chtigt, fĂŒr gewisse Aufgaben Gehilfen einzusetzen.

Parallel zur römischen Republik entwickelte sich die Attische Demokratie in Griechenland, die von 461 bis 322 v. Chr. bestand.

Bearbeiten Neuzeit

NiccolĂČ Machiavelli unterschied die Staaten der Welt ausschließlich in Republiken und Monarchien. Zu Zeiten der nordamerikanischen und der Französischen Revolution wurde die Republik als Gegenmodell zur unmittelbaren Demokratie verstanden. Ihr sollten die Prinzipien der ReprĂ€sentation und die Trennung von gesetzgebender und ausfĂŒhrender Gewalt anhaften. In der Lehre Rousseaus sollte das kein Widerspruch zur Monarchie sein: So verweist er in einer nicht in jede Übersetzung ĂŒbernommenen Fußnote seines Gesellschaftsvertrages explizit darauf, dass auch eine Monarchie republikanisch sein kann. FĂŒr Rousseau ist das entscheidende Kriterium einer republikanischen Regierung ihre GesetzmĂ€ĂŸigkeit. [2]

Mit der Etablierung des Begriffs der ReprÀsentativen Demokratie lösten sich die demokratischen Elemente vom Republikbegriff. Dieser beschrÀnkt sich heute auf die Abschaffung der Monarchie und die Ausrichtung des Gemeinwesens nach dem Gemeinwohl.

Bearbeiten Formen der Republik

Weltkarte ĂŒber die Regierungsformen
Regierungsformen der Welt

Republikanische Staatsform

██ PrĂ€sidentielles Regierungssystem

██ An das Parlament gebundene Exekutivbefugnis

██ SemiprĂ€sidentielles Regierungssystem

██ Parlamentarisches Regierungssystem

██ Einparteiensystem

Monarchische Staatsform

██ Parlamentarische Monarchie

██ Konstitutionelle Monarchie

██ Absolute Monarchie

Sonstige

██ MilitĂ€rregierung

Stand: April 2006

In der Antike schlossen sich Republik und Monarchie nicht aus, sondern Republik und Tyrannis schließen sich aus. Das römische Kaiserreich sah sich weiterhin als Republik. Erst im Zuge der Französischen Revolution entstand das antimonarchische VerstĂ€ndnis des Begriffes. Durch die Hinrichtung König Ludwigs XVI. wurde die Idee der Unvereinbarkeit von Monarchie und Republik herausgebildet. Sie wird seither als das Hauptcharakteristikum einer Republik gesehen.

Wie die Republik im Inneren ausgestaltet ist, kann jedoch von Staat zu Staat abweichen. HĂ€ufig kommen Republiken mit demokratischer Regierung vor, so zum Beispiel die Bundesrepublik Deutschland. Das muss aber nicht so sein. Das Merkmal republikanisch sagt nur aus, dass kein Monarch den Staat regiert. SĂ€mtliche anderen Herrschafts- und Regierungsformen sind denkbar. Die Mitbestimmung des Volkes bei der staatlichen Willensbildung ist nicht zwingend notwendig.

Im Gegensatz dazu können auch Monarchien sehr demokratisch sein. So zum Beispiel ist das Vereinigte Königreich eine konstitutionelle Monarchie, die demokratisch-parlamentarisch regiert wird. Trotz Demokratie handelt es sich nicht um eine Republik. Mit der Bezeichnung der Staatsform wird keine Aussage zur QualitÀt der vorherrschenden demokratischen Mitbestimmung getroffen.

Eine Zuordnung verschiedener Formen der Republik zu Staaten der Gegenwart und der Vergangenheit findet sich unter Liste von Republiken.

Bearbeiten Demokratische Republik

Sowohl das Staatsoberhaupt als auch die Volksvertreter werden in einer demokratischen Republik auf Zeit vom Wahlvolk gewÀhlt. In der Regel haben demokratische Republiken ein reprÀsentatives demokratisches Regierungssystem.

Bearbeiten PrÀsidialrepublik

Bei einer PrÀsidialrepublik hat ein PrÀsident als Staatsoberhaupt und Regierungschef die Regierungsgewalt inne.

Bearbeiten SemiprÀsidialrepublik

FĂŒr das semiprĂ€sidentielle Regierungssystem existiert eine zweiköpfige Exekutive, aus PrĂ€sident und MinisterprĂ€sident, wie sie fĂŒr ein parlamentarisches Regierungssystem typisch ist. Allerdings haben in Gegensatz zu diesem Regierungssystem beide signifikante Macht.

Bearbeiten Republik im deutschen Verfassungsrecht

Schon die Weimarer Reichsverfassung schrieb das republikanische Prinzip als Staatsform verbindlich fest (Artikel 1 Absatz 1 WRV). Es symbolisierte die Abkehr vom Kaiserreich, stellt aber auch eine Absage an den Typus der RĂ€terepublik dar. Der republikanische Gedanke wurde ins Grundgesetz fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland ĂŒbernommen. Das republikanische Prinzip taucht explizit allerdings nur in Artikel 20 Absatz 1 auf: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Dabei hat der Wortbestandteil „Republik“ in Artikel 20 Absatz 1 einen normativen Charakter.

In Verbindung mit der Ewigkeitsgarantie aus Artikel 79 Absatz 3 des Grundgesetzes ist die Monarchie auf Dauer ausgeschlossen. Auch ist eine Monarchie in den BundeslÀndern durch Artikel 28 Absatz 1 GG ausgeschlossen.

Bearbeiten Volksrepublik

Eine Volksrepublik ist ein Staat mit einer (nach dem VerstĂ€ndnis der entsprechenden Regierungen) sozialistischen oder kommunistischen Regierungsform. Die Mitglieder der Regierung werden in der Regel nach bĂŒrokratischem Schema ausgewĂ€hlt. Ein meist unverzichtbares Kriterium ist die Angehörigkeit zur Gesellschaftsschicht der WerktĂ€tigen beziehungsweise Proletarier. Das heißt, Mitgliedern eines Adelsstandes, des Klerus oder eines wohlhabenden BĂŒrgertums, die sogenannte Bourgeoisie, ist normalerweise der Zugang zu politischen Ämtern verwehrt. Kommunistische Ein-Parteien-Staaten mit dieser Regierungsform bezeichnen ihr Herrschaftsmodell selbst hĂ€ufig als Diktatur des Proletariats.

Bearbeiten RĂ€terepublik

Eine RĂ€terepublik bezeichnet allgemein ein Herrschaftssystem, bei dem die Herrschaft vom Volk ĂŒber direkt gewĂ€hlte RĂ€te ausgeĂŒbt wird.

Bearbeiten Sozialistische Republik

Einige kommunistisch-sozialistisch regierte LÀnder bezeichnen bzw. bezeichneten sich auch als Sozialistische Republik, dazu zÀhlten die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien und die Sozialistische Föderative Republik Birma sowie heute noch die Sozialistische Republik Vietnam, die Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka und die Sozialistische Republik Kuba.

Bearbeiten Aristokratische Republik

In einer aristokratischen Republik, einer durch den Adel (Adelsrepublik), das wohlhabende BĂŒrgertum (Patrizier) oder bestimmte StĂ€nde (StĂ€ndeordnung) getragenen Regierungsform, wĂ€hlt eine privilegierte Minderheit die Regierung. Fast alle heute in Europa anzutreffenden demokratischen Regierungsformen basieren auf landesspezifischen aristokratischen VorlĂ€ufermodellen, bei denen Adel, wohlhabendes BĂŒrgertum oder Kirchenvertreter ein Mitbestimmungsrecht bei der Steuererhebung, Fragen der Gewaltenteilung oder Herrscherwahl hatten. Der Übergang von aristokratischen zu demokratischen Regierungsformen vollzog sich meist in der Form, dass zunĂ€chst allen BĂŒrgern ein Wahlrecht zugestanden wurde, spĂ€ter dann Unterschiede in der Stimmgewichtung (Zensuswahlrecht), oder AusschlĂŒsse von BĂŒrgerrechten fĂŒr einzelne Bevölkerungsgruppen (Sklaven, Frauen, Angehörige ethnischer, sprachlicher oder religiöser MinoritĂ€ten) aufgehoben wurden.

Bearbeiten Diktatorische Republik

Die Regierungsform einer Republik wird Diktatur genannt, wenn das Staatsoberhaupt faktisch auf Lebenszeit regiert und die Regierung auf einer Zwangsherrschaft beruht. HĂ€ufig werden auch Volksrepubliken zu den diktatorisch regierten Republiken gezĂ€hlt. Die Abgrenzung der Diktatur zur Demokratischen Republik ist oft mit noch grĂ¶ĂŸeren Schwierigkeiten verbunden, da nahezu alle Diktatoren vorgeben, im Namen des Volkes zu handeln oder von ihm dazu legitimiert worden zu sein. Es ist – außer in einigen Volksrepubliken – bisher keine Staatsverfassung bekannt, die sich selbst offen als diktatorisch bezeichnet. Die Frage danach, ob ein Staat diktatorisch regiert wird, lĂ€sst sich daher nur aus den tatsĂ€chlichen UmstĂ€nden herleiten. Da sich diese UmstĂ€nde meist nur subjektiv beurteilen lassen, gehen die Meinungen ĂŒber das Vorliegen einer Diktatur teilweise stark auseinander.

Bearbeiten Weitere Republikbegriffe

Im Laufe der europÀischen Geschichte hat der Republikbegriff viele Wandlungen durchgemacht, die stets einem politischen Einfluss unterworfen waren:

Bearbeiten Islamische Republik

Staaten mit hohem islamischen Bevölkerungsanteil nennen die Staatsform ihres Politischen Systems oft Islamische Republik, wodurch eine RĂŒcksichtnahme auf islamische traditionelle religiöse Wertvorstellungen ausgedrĂŒckt werden soll. Eine islamische Republik wird nach islamischen Prinzipien regiert, etwa gemĂ€ĂŸ der Scharia.

Bearbeiten Bundesrepublik

Eine Bundesrepublik (Bundesstaat) ist eine föderale Republik, ein Zusammenschluss (Bund) mehrerer teilsouverĂ€ner Gliedstaaten. Das heißt aber nicht, dass es einem der Gliedstaaten ohne weiteres erlaubt wĂ€re, aus einer Bundesrepublik auszutreten, was eine Bundesrepublik beziehungsweise einen föderativen Gesamtstaat von einem Staatenbund (auch Konföderation genannt) unterscheidet.

Bearbeiten Bedeutung in der Russischen Föderation

In der Russischen Föderation bezeichnet man mit Republik diejenigen Mitgliedstaaten, die ein höchstmögliches Maß an Autonomie genießen (siehe auch: Verwaltungsgliederung Russlands).

Bearbeiten Abgrenzung Republik / Demokratie

Die Begriffe Republik und Demokratie werden hĂ€ufig synonym verwendet, strenggenommen beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Sachverhalte. Republik bezeichnet als Gegensatz zur Monarchie eine Staatsform, in der das Staatsoberhaupt nicht dynastisch, sondern ĂŒber das Staatsvolk legitimiert ist; dagegen bezeichnet eine Demokratie als Gegensatz zur Diktatur ein System, in dem auch die tatsĂ€chliche Staatsgewalt vom Volk ausgeht und politische Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip getroffen werden.

Es lassen sich somit verschiedene Kombinationen von Republik und Demokratie unterscheiden:

Über diese Unterscheidung hinaus wird hĂ€ufig noch ein erweiterter Demokratiebegriff gebraucht, in dem auch Aspekte wie individuelle Grundrechte, die freie Marktwirtschaft oder eine offene Gesellschaft einbezogen werden. HierfĂŒr wird hĂ€ufig der Begriff westliche oder liberale Demokratie (ursprĂŒnglich in Abgrenzung zu den sozialistischen „Volksdemokratien“) verwendet. Zugleich spricht man in diesem Zusammenhang aufgrund der bĂŒrgerlich-antiaristokratischen Tradition dieser Werte auch von republikanischen Prinzipien, obwohl auch die genannten parlamentarischen Monarchien sich an ihnen orientieren.

Eine andere Unterscheidung zwischen den Begriffen Demokratie und Republik fand sich in der FrĂŒhphase der USA. Die damaligen Demokraten wollten in möglichst kleinen Wahlkreisen ihre Geschicke weitgehend selbst bestimmen. Sie hielten die direkte Demokratie der griechischen polis fĂŒr ideal. Daher strebten sie an, möglichst alle Macht bei den Staaten zu lassen und den Bund damit eher schwach und lose zu halten. Die Föderalisten, aus denen die Republikanische Partei entstand, befĂŒrworteten hingegen einen starken Bundesstaat. Ihr Hauptargument gegen die direkte Demokratie war die Gefahr der Bildung von Kleingruppen, die ihre eigenen kurzfristigen Interessen ĂŒber die des langfristigen Gemeinwohls stellten. Die Gefahr, dass solch eine Gruppe sich durchsetzte, war nach Ansicht der Föderalisten bei einer nur kleinen WĂ€hlerschaft erheblich grĂ¶ĂŸer (vgl. Federalist Paper No. 10). Im Sezessionskrieg verteidigten die Republikaner unter Lincoln daher die Union gegen die Konföderierten der SĂŒdstaaten, wo vor allem Demokraten an der Macht waren. Heute allerdings unterscheiden sich die Positionen der Demokratischen und der Republikanischen Partei der USA zum VerhĂ€ltnis zwischen Zentralstaat und Gliedstaaten nicht mehr.

Bearbeiten Freistaat

In Deutschland ist auch der Begriff Freistaat als Synonym fĂŒr Republik gebrĂ€uchlich. Die deutschen LĂ€nder Bayern, Sachsen und ThĂŒringen fĂŒhren diese Bezeichnung als offiziellen Namensbestandteil, um damit auf ihre republikanische Tradition (seit 1918/19) hinzuweisen. WĂ€hrend der Zeit der Weimarer Republik war „Freistaat“ eine ĂŒbliche Bezeichnung der LĂ€nder.

Bearbeiten Parteienbezeichnungen

Es gibt die deutsche Partei der Republikaner, die sich selbst als konservativ bezeichnet. Im Verfassungsschutzbericht 2006 werden die Republikaner nicht mehr unter den rechtsextremistischen Parteien aufgefĂŒhrt. In den USA findet sich die Republikanische Partei. Sie wird als rechtsgerichtet und konservativ bewertet – sie bezieht historisch durch ihren Namen fĂŒr bĂŒrgerliche Tugenden und gegen die Aristokratie Stellung. Auch der mit der Republik zentral verknĂŒpfte Freiheitsbegriff wird in Zusammenhang mit der Namensgebung von Parteien durchaus divergierend eingesetzt. So treten die Freien Demokraten Deutschlands (FDP) gerne öffentlich mehr oder weniger fĂŒr eine Beschneidung der staatlichen Eingriffsrechte zu Gunsten von freiem Handel, Markt und Wettbewerb ein. Als Freiheitlich bezeichnet sich ebenso die FPÖ und das BZÖ in Österreich, die nach EinschĂ€tzung von Experten als rechtspopulistisch eingestuft wird. Auch Gruppen des politisch linken Spektrums benutzen den Freiheitsbegriff. Alles in allem ist der Gebrauch der Begriffe „Republik“ und „Freiheit“ kein sicherer Indikator fĂŒr die politische Ausrichtung einer Partei und variiert in seiner Bedeutung manchmal betrĂ€chtlich.

Bearbeiten Siehe auch

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. ↑ Friedrich Schlegel, Versuch ĂŒber den Begriff des Republikanismus, 1796.
  2. ↑ Rousseau, Du contrat social, Livre II, chap. 6

Bearbeiten Literatur

  • Willi Paul Adams: Republicanism in Political Rhetoric before 1776, in Political Science Quarterly, 85(1970)
  • William R. Everdell: The End of Kings. A History of Republics and Republicans (1983), rev. ed., University of Chicago Press, Chicago 2000
  • William R. Everdell: From „State“ to „Free-State“. The Meaning of the Word „Republic“ from Jean Bodin to John Adams, 7th ISECS, Budapest 1987; in Valley Forge Journal, Juni 1991
  • JĂŒrgen Habermas: Drei normative Modelle der Demokratie. In: JĂŒrgen Habermas: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1996
  • Wolfgang Mager, Artikel Republik, in Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politischen-sozialen Sprache in Deutschland, 5. Auflage, E. Klett, Stuttgart 1972
  • Philip Pettit: Republicanism. A Theory of Freedom and Government, Oxford University Press, 1997
  • Jean-Michel Ducomte: La RĂ©publique, Les Essentiels, Mailand 2002

Bearbeiten Weblinks

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