| 中華民國 Jhōnghuá Mínguó |
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| Amtssprache | Hochchinesisch | ||||
| Hauptstadt | Taipeh | ||||
| Staatsform | semipräsidiale Republik | ||||
| Staatsoberhaupt | Präsident Ma Ying-jeou | ||||
| Regierungschef | Premierminister Liu Chao-shiuan | ||||
| Fläche | 36.179 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 22.832.173 (Stand: Ende August 2006) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 631 Einwohner pro km² | ||||
| Währung | Neuer Taiwan-Dollar NT$ | ||||
| Gründung | 1. Januar 1912 | ||||
| Nationalhymne | San Min Chu-i inoffiziell auch: Flaggenlied |
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| Nationalfeiertag | 10. Oktober, Aufstand von Wuchang | ||||
| Zeitzone | UTC + 8 = MEZ + 7 (keine Sommerzeit) | ||||
| Kfz-Kennzeichen | RC | ||||
| Internet-TLD | .tw | ||||
| Telefonvorwahl | +886 | ||||
Die Republik China (chin. 中華民國 / 中华民国, Zhōnghuá Mínguó, IPA (hochchin.) d̥ʐ̥ʊŋ.χu̯ɑ min.ɡ̊u̯ɔ, Tongyong Pinyin Jhōnghuá Mínguó, Zhuyin ㄓㄨㄥ ㄏㄨㄚˊ ㄇㄧㄣˊ ㄍㄨㄛˊ), gemeinhin Taiwan und früher auch Nationalchina genannt, ist ein ostasiatischer Staat auf der Insel Taiwan und umliegenden Inseln, der im Zuge des Taiwan-Konflikts um seine Eigenstaatlichkeit kämpft und aufgrund der Ein-China-Politik der Volksrepublik China nur von wenigen Staaten offiziell als Staat anerkannt wird.
Gegründet wurde die Republik China auf dem Festland am 1. Januar 1912 nach dem Sturz des letzten Kaisers Pu Yi. Ihr Territorium umfasste mehr oder weniger das gesamte chinesische Staatsgebiet, nicht jedoch die Insel Taiwan, welche japanische Kolonie war und erst 1945 an China zurückgegeben wurde. Seit der Gründung der Volksrepublik China 1949 und dem Ende des Chinesischen Bürgerkriegs 1950 beschränkt sich das effektive Staatsgebiet der Republik China nur noch auf die Provinz Taiwan sowie die zur Provinz Fujian gehörenden, dem Festland vorgelagerten Inselgruppen Kinmen und Matsu.
Das politische und staatsrechtliche Verhältnis der Republik China zur Volksrepublik China ist bis dato heikel. Die meisten Staaten haben seit 1971 die Volksrepublik China anstelle der Republik China diplomatisch anerkannt. Gründe für die Nichtanerkennung sind zumeist politischer oder wirtschaftlicher Natur. So führt die weltweit überwiegend akzeptierte Ein-China-Politik der Volksrepublik China dazu, dass der Republik China die Anerkennung seit 1971 aberkannt wurde, obwohl diese de facto weitgehend ein eigenständiger Staat ist, von der sich aus Sicht der Republik China Festlandchina durch die Gründung der Volksrepublik China 1949 "abgespalten" hat. Der Status Taiwans blieb bis heute ungeklärt und spiegelt sich im Taiwan-Konflikt wider.
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Geographie
Die Republik China erstreckt sich seit 1949 über eine Gesamtfläche von 36.179 km². Den Hauptteil stellt die Insel Taiwan mit einer Fläche von 35.801 km². An der längsten Stelle ist die Insel 394 km lang, die maximale Breite beträgt 144 km. Die pazifische Insel wird im Westen durch die Straße von Taiwan vom chinesischen Festland und im Süden durch die Straße von Luzon von den Philippinen getrennt. Östlich begrenzt das Philippinenbecken Taiwan. Im Nordosten grenzt Taiwan an die zu Japan gehörende Ryūkyū Inselkette. Im Norden liegt das Ostchinesische Meer, welchem Japan und Südkorea angrenzen.
Die Republik China auf Taiwan umfasst außerdem noch die Pescadoren (Penghu), die vorgelagerten Matsu-Inseln und Quemoy zwischen dem Festland und der Insel in der Taiwanstraße sowie einige weitere kleine Inseln, unter anderem im Südchinesischen Meer. Die Insel wird ähnlich wie Japan häufig von Erdbeben und Taifunen heimgesucht, was besondere Sicherheitsstandards bei Gebäuden und Infrastruktur erfordert.
Bearbeiten Bevölkerung
In der heutigen Republik China leben ungefähr 23 Mio. Menschen. Die größte Bevölkerungsgruppe stellen mit 84 Prozent die „Taiwaner“ (70 Prozent Hoklos, 15 Prozent Hakkas). Dabei handelt es sich um Nachkommen von Einwanderern, die vorwiegend zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert vom chinesischen Festland nach Taiwan gekommen sind und sich mit der Urbevölkerung teilweise vermischt haben. Die ca. 1,5 bis 2 Millionen Flüchtlinge, die 1949 mit Chiang Kai-shek aus allen Teilen Chinas nach Taiwan übergesiedelt sind sowie deren Nachkommen werden im Gegensatz dazu als „Festlandchinesen“ bezeichnet und stellen heute etwa 14 Prozent der Einwohner der Republik China. Neben diesen Gruppen mit Wurzeln auf dem chinesischen Festland leben vor allem in abgelegenen Regionen noch Angehörige der Ureinwohner-Völker, die ihre kulturell-differenzierte Identität wahren konnten. Diese Indigenen Völker Taiwans machen heute etwa 2 % der Gesamtbevölkerung aus. Als ethnische Minderheiten offiziell anerkannt sind die Völker der Amis, Atayal, Bunun, Kavalan, Paiwan, Puyuma, Rukai, Saisiyat, Sakizaya, Tao, Thao, Tsou und Truku.
Taiwan weist mit mehr als 625 Einwohnern pro Quadratkilometer nach Bangladesch die zweithöchste Einwohnerdichte aller Flächenstaaten der Welt auf. Auch infolge des hohen Gebirgsanteils der Insel konzentriert sich die städtische Bevölkerung in der westlichen Ebene des Landes. Entsprechend hoch ist dort die Verstädterungsrate mit einer zunehmenden Konzentration auf die Agglomeration der Hauptstadt Taipeh im Norden der Insel. In Städten leben um die 75 Prozent der Bevölkerung. 22 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahren. Weitere Siedlungsschwerpunkte finden sich um Taichung und Tainan entlang der Westküste bis zur südlichen Hafenstadt und zweitgrößten Metropole Kaoshiung.
Bearbeiten Sprachen
Als Verkehrs- und Amtssprache dient das Hochchinesisch, die Mehrheit der Bevölkerung Taiwans spricht zudem Taiwanisch. Eine weitere bedeutende Sprachgruppe mit vielen Sprechern stellen die Hakka-Dialekte dar. Mit den festlandchinesischen Flüchtlingen sind darüber hinaus beinahe alle chinesischen Dialekte nach Taiwan gekommen. In der U-Bahn (MRT) in Taipeh werden die Stationen auf Hochchinesisch, Taiwanisch, Hakka und Englisch angesagt.
Anders als in der Volksrepublik China werden in Taiwan weiterhin die traditionellen chinesischen Schriftzeichen, die Langzeichen, verwendet. Die lateinische Schrift, die von Missionaren eingeführt wurde, diente in einigen Fällen zur Verschriftung der Sprachen der Ureinwohner, welche der austronesischen Sprachfamilie angehören. Um den Status dieser Sprachen zu verbessern, wurden die Ureinwohnersprachen neben Hochchinesisch, Taiwanisch und Hakka zu Nationalsprachen erklärt. Auch ein eigener Fernsehkanal für die Ureinwohner, auf dem Beiträge in verschiedenen Ureinwohnersprachen gesendet werden, wurde eingerichtet.
Bearbeiten Politik
Die Republik China ist im Gegensatz zur Volksrepublik China seit einigen Jahren eine Demokratie, der Präsident und die Abgeordneten des Einkammer-Parlaments werden seit den 1990er-Jahren in freien, gleichen und geheimen Wahlen gewählt. Vor der Demokratisierung regierte die 1947 noch gesamtchinesisch (jedoch ohne Mitbestimmung der Taiwaner) gebildete Nationalversammlung. Mit der Begründung, dass gesamtchinesiche Neuwahlen nicht möglich waren und um den gesamtchinesischen Vertretungsanspruch nicht aufzugeben, wurde ihre ursprünglich auf sieben Jahre angelegte Amtszeit auf unbestimmte Zeit verlängert, was ihr auch die Bezeichnung „Langes Parlament“ einbrachte.
Bis 1992 regierte die Kuomintang, welche die Nationalversammlung kontrollierte, praktisch als alleinige Partei. Im Zuge der Demokratisierung gab die Nationalversammlung ihre Kompetenzen schrittweise an den 1992 erstmals frei gewählten Legislativ-Yuan ab, bis sie sich 2005 endgültig auflöste.
Die heutige Parteienlandschaft der Republik China ist hauptsächlich von zwei politischen Blöcken geprägt; der pan-grünen Koalition (chin. 泛綠聯盟 / 泛绿联盟, Fànlǜ liánméng) bestehend aus der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP), der Taiwans Solidaritäts Union (TSU) und der kleineren Taiwans Unabhängigkeitspartei (TAIP) und der pan-blauen Koalition (chin. 泛藍聯盟 / 泛蓝联盟, Fànlán Liánméng) bestehend aus der Kuomintang (KMT), der Volkspartei (PFP) und der kleineren Neuen Partei (CNP). Dabei stammen die farbliche Bezeichnungen von den Parteiflaggen der beiden großen Volksparteien DPP und KMT. Im Verhältnis zur Volksrepublik China strebt das grüne Lager eine „formelle Unabhängigkeit“ Taiwans an, während das blaue Lager die Beibehaltung des status quo befürwortet. Langfristig wird von Teilen des blauen Lagers eine Wiedervereinigung Chinas unter demokratischen Voraussetzungen angestrebt.
Bis 1992 wählte die Nationalversammlung den Staatspräsidenten, 1996 wurde er erstmals direkt vom Volk gewählt. Von 2000 bis 2008 regierte mit Chen Shui-bian (DPP) der erste Präsident, der nicht der Koumintang angehörte. Die Parlamentswahlen am 12. Januar 2008 und die Präsidentschaftswahlen am 22. März 2008 brachten die Kuomintang zurück an die Macht. Präsident ist seit dem 20. Mai 2008 Ma Ying-jeou.
Bearbeiten Das Regierungssystem
Bearbeiten Verfassung
Die Verfassung der Republik China basiert auf den politischen Lehren Sun Yat-sens und wurde noch 1946 auf dem Festland entwickelt. Sie trat am 25. Dezember 1947 in Kraft und verlangt eine Teilung in fünf Gewalten, die von je einem Yuan (Staatsrat) ausgeübt werden: Legislative, Exekutive, Judikative, Prüfung und Kontrolle. Bis zu ihrer Auflösung 2005 hatte die Nationalversammlung das alleinige Recht, Verfassungsänderungen vorzunehmen. Seitdem müssen vom Parlament gebilligte Verfassungsänderungen in Referenden mit über 50 Prozent der wahlberechtigten Stimmen bestätigt werden.
Staatsoberhaupt ist der auf vier Jahre direkt gewählte Präsident, der ebenfalls Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist und nur einmal wiedergewählt werden darf.
siehe auch: Liste der Präsidenten der Republik China
Bearbeiten Yuans (Staatsräte)
Der Exekutiv-Yuan ist die Regierung beziehungsweise das Kabinett der Republik China, dessen Vorsitz der Ministerpräsident ausübt. Er wird vom Präsidenten im Einvernehmen mit dem Legislativ-Yuan ernannt.
Der vom Volk gewählte Legislativ-Yuan besteht seit 2008 aus 113 Abgeordneten und ist das Parlament Taiwans, welches mit der Gesetzgebungskompetenz ausgestattet ist und die Arbeit des Exekutiv-Yuans überwacht.
Der Judikativ-Yuan besteht aus 15 Richtern und ist die höchste gerichtliche Instanz des Staates. Er bildet außerdem das Verfassungsgericht des Landes.
Der Prüfungs-Yuan ist für die Beamtenauswahl verantwortlich.
Der Kontroll-Yuan nimmt die Funktion eines Rechnungshofes wahr und kann Disziplinarverfahren gegen Beamte durchführen.
Bearbeiten Verhältnis zur Volksrepublik China
→ Hauptartikel: Taiwan-Konflikt
Das Verhältnis Taiwans zur Volksrepublik China (VRC) ist recht kompliziert. Aus Sicht der Volksrepublik ist Taiwan eine abtrünnige Provinz und gehört gemäß ihrer Ein-China-Politik zur VRC. Am 14. März 2005 hat der Nationale Volkskongress Chinas fast einstimmig das umstrittene Anti-Abspaltungsgesetz abgesegnet, welches militärische Schritte gegen Taiwan vorsieht, sollte dieses sich formell unabhängig erklären. Die pan-grüne Koalition, die zu jener Zeit den Präsidenten und die Regierung in Taiwan stellte, strebt die Anerkennung Taiwans als selbstständigen Staat an, vermied jedoch bislang eine offizielle Unabhängigkeitserklärung. Ungeachtet dessen ist Taiwan de facto völlig unabhängig von der Volksrepublik und verfügt über eine selbständige Regierung, die die volle Souveränität über Taiwan hat.
Als Versprechen Amerika gegenüber und zur Beruhigung der Volksrepublik China definierte der damalige Präsident Chen Shui-bian die Politik der fünf Neins (chin. 四不一沒有, sì bù yī méi yǒu „vier Nein und ein Ohne/four nos and one without“). Solange Taiwan nicht akut militärisch von China bedroht wird, wird Taiwan:
- keine Unabhängigkeit erklären
- nicht den Namen des Staates ändern
- keinen Artikel in die Verfassung aufnehmen, der die Beziehungen zur VRC als „zwischenstaatliche Beziehungen“ bezeichnet
- kein Referendum über die Änderung des Status quo in der Frage Unabhängigkeit oder Wiedervereinigung abhalten
- die bestehenden taiwanischen Richtlinien für die „Nationale Wiedervereinigung“ nicht ändern (sprich: Wiedervereinigung nur durch Verhandlungen mit der Volksrepublik China und unter demokratischen Voraussetzungen auf dem chinesischen Festland).
Bearbeiten Internationale Anerkennung
Bis 1971 stellte die Republik China, einst Gründungsmitglied der UNO, die alleinige chinesische Vertretung bei den UN und hatte einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen inne. 1971 verlor sie durch die Resolution 2758 der UN-Generalversammlung die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen an die Volksrepublik China. In der Folge nahmen die meisten Mitgliedsstaaten der UNO diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf und brachen im Gegenzug die Beziehungen zur Republik China ab. Das liegt hauptsächlich daran, dass jeder Staat, der bilaterale Beziehungen mit der VRC unterhalten will, deren Ein-China-Politik offiziell anerkennen muss. Sogar die Schutzmacht USA erkennt Taiwan offiziell nicht an und handelt moderat in Angelegenheiten, welche direkte Streitpunkte zwischen den beiden Kontrahenten sind, wie zum Beispiel Taiwans Beitritt als Beobachter in die Weltgesundheitsorganisation.
Aktuell pflegen folgende 23 Staaten offizielle diplomatische Beziehungen mit der Republik China:
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Am 21. Juli 2002 brach Nauru, das bislang die Republik China offiziell anerkannt hatte, seine diplomatischen Beziehungen ab und stellte sich auf die Seite der Volksrepublik China. Der damalige Präsident René Harris unterzeichnete in Hongkong eine gemeinsame Erklärung mit Chinas damaligem Vizeaußenminister Zhou Wenzhong. Nauru erhielt dafür von China finanzielle Unterstützung in zweifacher Millionenhöhe. Im Jahre 2003 erklärte sich China bereit, nauruische Schulden (Kauf einer Boeing 737) bei der Export-Import Bank of the United States in Höhe von 2,7 Mio. Dollar zu zahlen.
Im März 2005 sprach sich der amtierende chinesische Vize-Außenminister Yang Jiechi nach einem Treffen mit Präsident Ludwig Scotty für weitergehende diplomatische Beziehungen zwischen China und Nauru aus. Gleichzeitig erklärte Scotty, Nauru unterstütze das (VR-)chinesische Programm, die Republik China mit der Volksrepublik China wieder zusammenzuschließen. Am 9. Mai 2005 jedoch trafen sich Scotty und der Präsident der Republik China, Chen Shui-bian, kurz in Majuro, worauf am 14. Mai offiziell die diplomatischen Beziehungen zwischen Nauru und der Republik China wiederaufgenommen wurden. Scotty begründete den Entscheid damit, dass der damalige Abbruch der Beziehungen mit der Republik China durch René Harris falsch war und er stets dagegen war. Es ist zu vermuten, dass wieder zur Republik China gewechselt wurde, weil die Volksrepublik China ihr Versprechen, die Schulden für das Boeing-Flugzeug zu bezahlen, niemals eingelöst hatte. Zudem versprach die Republik China, Entwicklungshilfe in den Bereichen Erziehung, Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus zu leisten; im Gegenzug wird Taiwan von Nauru bei Beitrittsgesuchen in internationale Organisationen wie die WHO und die UNO unterstützt.
Am 20. Januar 2005 nahm Grenada seine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China wieder auf und brach die seit 1989 bestehenden diplomatischen Beziehungen zur Republik China ab.
Auch Senegal brach am 26. Oktober 2005 seine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab und nahm nach zehnjähriger Unterbrechung seine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China wieder auf.
Weiterhin beendete am 5. August 2006 Tschad seine seit 1997 bestehenden diplomatischen Beziehungen zur Republik China. Nach Angaben der Regierung bestanden Interessenskonflikte. Man wolle sich in Folge dessen der Volksrepublik China zuwenden.[2] Die Regierung in N'Djamena hatte jahrelang von der finanziellen Unterstützung Taiwans für Projekte im Gesundheits-, Landwirtschafts- und Infrastrukturbereich profitiert.
Der Vatikanstaat hingegen widerstand mehreren Versuchen der Regierung der VRC seit den 80er Jahren, die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan zu torpedieren. Offiziell erkennt der Vatikan auch noch im Jahr 2007 die Republik China als einzigen legitimen chinesischen Staat an.
Am 1. Mai 2007 nahm St. Lucia – nach einer Unterbrechung von 10 Jahren – offiziell wieder seine diplomatischen Beziehungen zur Republik China auf.[3] Dagegen brach Costa Rica am 7. Juni 2007 die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab. Begründet wurde dieser Schritt mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten, die engere Kontakte zur Volksrepublik China bedingen.[4] Die Anzahl der Länder, welche diplomatische Beziehungen zur Republik China pflegen, reduzierte sich mit dem Schritt Costa Ricas und seit Januar 2008 Malawis[5][6] auf 23.
Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo wird über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Republik China und dem Kosovo spekuliert. Die Republik China erkennt das Kosovo an und bot diesem auch finanzielle Unterstützung an. Ein weiterer Grund für die Aufnahme diplomatischer Kontakte des Kosovo mit der Republik könnte sein, dass die Volksrepublik China eine Anerkennung ablehnt.[7]
Die anderen Staaten haben offiziell keine diplomatischen Beziehungen, trotzdem wird der Kontakt durch sogenannte Taipei Wirtschafts- und Kulturbüros aufrechterhalten, ohne diesen Einrichtungen (mit Rücksicht auf den Taiwan-China-Konflikt) den Status einer Botschaft zuzuordnen.
Bearbeiten Verwaltungsgliederung
→ Hauptartikel: Administrative Gliederung der Republik China
Die offizielle Verwaltungsgliederung stammt aus der Zeit, als die Republik China noch das ganze Festland regiert hat. Obwohl die Republik China das Festland nicht mehr verwaltet, hat sie auf dieses Recht verfassungsmäßig niemals verzichtet. Der vom Festland stammenden Verfassung von 1947 nach erhebt die fortbestehende Republik China offiziell bis dato Anspruch auf ganz China in den Grenzen von 1911, am Ende des Chinesischen Kaiserreiches beziehungsweise Anfang der chinesischen Republik. Diese Gebiete umfassen neben Festlandchina auch die Mongolei, die autonome Republik Tuva in der Russischen Föderation, die Verwaltungseinheit Kachin-Staat in Myanmar sowie Teile Kirgisistans.
Jedoch wurden seit der beginnenden Demokratisierung Taiwans in den 1990er Jahren (Souveränitäts-)Ansprüche auf Festlandchina faktisch nicht mehr erhoben und der kommunistische Souveränitätsanspruch auf das Festland, jedoch nicht auf das Territorium der Republik China inoffiziell anerkannt. Die Ansprüche wurden 1991 von dem nationalchinesischen Präsidenten Lee Teng-hui aufgegeben, was jedoch nicht von der Nationalversammlung der Republik China ratifiziert wurde. Im Jahr 1999 prägte der scheidende Präsident die Zwei-China-Theorie, die von der Nachfolgeregierung unter Chen Shui-bian weiter verfolgt wurde. Ansprüche auf ehemals chinesische Gebiete auf dem Festland, die unter der Kontrolle anderer Staaten stehen, werden ebenfalls faktisch nicht mehr erhoben, beispielsweise auf das Gebiet der Mongolei. Anders als 1997 wurde der Dalai Lama beim erneuten Besuch 2001 in Taiwan als „ausländischer Staatsgast“ bezeichnet.
Die Volksrepublik China erhält dagegen den Anspruch auf Taiwan mit der Ein-China-Politik aufrecht. Im Jahr 2006 wurden zuletzt Änderungen an der republikanischen Verfassung vorgenommen. Ursprünglich sollten dabei auch die Staatsgrenze und Souveränitätsansprüche der heutigen Republik China auf Taiwan neu geregelt und den tatsächlichen Bedingungen angepasst werden. Aufgrund internationalen, vor allem US-amerikanischen und westlichen Druckes wurde jedoch auf diese Anpassung verzichtet, da sie als Schritt zur formellen „Unabhängigkeit“ beziehungsweise Eigenstaatlichkeit Taiwans angesehen wird und von der Volksrepublik China als Provokation aufgefasst worden wäre.
Neben den „ruhenden“ Ansprüchen auf Gebiete auf dem Festland existieren weitere, aktive Territorialstreitigkeiten über Inseln und Inselgruppen. So beansprucht heute die Republik China auch das von den Philippinen verwaltete Scarborough-Riff, die von Japan verwalteten Senkaku-Inseln, den von Südkorea verwalteten Socotra-Fels sowie die Spratly-Inseln, von denen einige jeweils von Malaysia, den Philippinen, der Republik China, Vietnam und der Volksrepublik China verwaltet werden.
Bei ihrer Gründung 1912 übernahm die Republik China die Verwaltungsgliederung der Qing-Dynastie, bei der es zu jener Zeit die 22 Provinven Jiangsu, Anhui, Jiangxi, Hubei, Hunan, Sichuan, Yunnan, Guizhou, Guangdong, Guangxi, Fujian, Zhejiang, Shandong, Shanxi, Henan, Hebei, Shaanxi, Gansu, Xinjiang, Liaoning, Jilin, Heilongjiang gab. Neben den 22 Provinzen hatte die Beiyang-Regierung 4 besondere Zonen aufgestellt. Die heutige offizielle Gliederung basiert auf dem Stand von 1949 und umfasst 35 Provinzen, 14 Städte, zwei Regionen (地方, Dìfāng, „Orte“) und eine Sonderzone. Sie weicht von der nach 1949 mehrfach modifizierten administrativen Gliederung der Volksrepublik China ab.
| Zonen | Abkürzung | Hauptstadt | 14 Städte1 |
| Provinzen | |||
| Suiyuan | Sui | Guisui (Hohhot) | - |
| Rehe | Re | Chengde | - |
| Liaobei | Chao | Liaoyuan | - |
| Andong | An | Tonghua | - |
| Songjiang | Song | Mudanjiang | Harbin |
| Hejiang | Hr | Jiamusi | - |
| Liaoning | Liao | Shenyang | Shenyang, Dalian |
| Jilin | Ji | Jilin (Stadt) | - |
| Chahaer | Cha | Zhanghuan (Zhangjiakou) | - |
| Hebei | Ji | Qingyuan (Baoding) | Beiping, Tianjin |
| Shanxi | Jin | Yangqu (Taiyuan) | - |
| Heilongjiang | Hei | Beian | - |
| Nenjiang | Nen | Qiqihar | - |
| Xingan | Hailar | - | |
| Jiangsu | Su | Zhenjiang | Shanghai, Hauptstadt Nanjing |
| Anhui | Wan | Hefei | - |
| Zhejiang | Zhe | Hangzhou | - |
| Fujian | Min | Fuzhou | - |
| Jiangxi | Gan | Nanchang | - |
| Shandong | Lu | Jinan | Qingdao |
| Henan | Yu | Kaifeng | - |
| Hubei | E | Wuchang | Hankou |
| Hunan | Xiang | Changsha | - |
| Guangdong | Yue | Guangzhou | Guangzhou |
| Guangxi | Gui | Guilin | - |
| Sichuan | Chuan | Chengdu | Chongqing |
| Guizhou | Qian | Guiyang | - |
| Yunnan | Dian | Kunming | - |
| Xikang | Kang | Kangding | - |
| Shaanxi | Shaan | Xi'an | Xi'an |
| Gansu | Long | Lanzhou | - |
| Qinghai | Qing | Xining | - |
| Ningxia | Ning | Yinchuan | - |
| Xinjiang | Xin | Dihua (Urumqi) | - |
| Taiwan | Tai | Taipeh | Taipeh, Kaohsiung |
| Sonderzone | |||
| Hainan | Qiong | Haikou | - |
| Regionen | |||
| Tibet | Zang | Lhasa | - |
| Menggu (Mongolei)2 | Meng | Kunlun (Ulaanbaatar) | - |
| Bemerkung 1: Nach dem Wechsel der Regierung der Republik China nach Taiwan gab es insgesamt 35 Provinzen (ohne Mongolei), eine Sonderzone und zwölf Städte (ohne Taipeh und Kaohsiung). Bemerkung 2: Nach dem Wechsel der Regierung der Republik China nach Taiwan erkannte sie die Unabhängigkeit der Mongolei von China lange nicht an. |
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Bearbeiten Die gegenwärtig tatsächlich kontrollierten Gebiete
Seit dem Rückzug der Koumintang nach Taiwan 1949 und der Eroberung von Hainan durch die Kommunisten 1950 beschränkt sich das von der Republik China kontrollierte Staatsgebiet auf die Provinz Taiwan und einen kleinen Teil der Provinz Fujian. Die Provinz Taiwan umfasst die Insel Taiwan, einige vorgelagerte kleinere Inseln sowie die in der Taiwan-Straße gelegene Inselgruppe der Pescadoren. Der von der Republik China kontrollierte Teil der Provinz Fujian besteht aus den vor der Küste des chinesischen Festlands gelegnene Inselgruppen Jinmen (Quemoy) und Mazu.
Bearbeiten Regierungsunmittelbare Städte
Die Städte Taipeh und Kaohsiung wurden 1967 bzw. 1979 aus der Provinz Taiwan ausgegliedert und nehmen seither als unmittelbar der Zentralregierung unterstellte Städte eine provinzähnliche Sonderstellung ein. Die im Norden Taiwans am Fluss Danshui gelegene Hauptstadt Taipeh (台北市, Táiběi Shì) ist mit 2.621.000 Einwohnern in zwölf Stadtteilen größte Stadt der Republik China. Kaohsiung (高雄市, Gāoxióng Shì) ist mit 1.511.224 Einwohnern in elf Stadtteilen die zweitgrößte Stadt und gleichzeitig der größte Hafen Taiwans, über den der größte Teil der Ölimporte abgewickelt und industriell verarbeitet werden. Die im südchinesischen Meer gelegenen von der Republik China kontrollierten Dongsha-Inseln sind administrativ dem Distrikt Cijin der Stadt Kaohsiung zugeordnet.
Bearbeiten Landkreise und kreisfreie Städte
Die heutige Republik China ist neben den beiden regierungsunmittelbaren Städten in 18 Landkreise und fünf kreisfreie Städte untergliedert, welche seit einer Verwaltungsreform im Jahr 1998 die wichtigsten Verwaltungseinheiten darstellen.
Die Provinz Taiwan besteht aus fünf kreisfreien Städten und 16 Landkreisen. Taichung (台中市, Táizhōng Shì), die mit 1.114.000 Einwohnern drittgrößte Stadt, liegt an der mittleren Westküste Taiwans. Die Stadt, die sich über Siedlungsresten aus der Zeit 2.000 v. Chr. erstreckt, hat zur Zeit 8 Stadtteile und angeblich das beste Klima in Taiwan. Die viertgrößte Stadt ist Tainan (台南市, Táinán Shì) mit 751.000 Einwohnern. Sie liegt im Südwesten Taiwans und wurde ab 1621 wegen der günstigen Hafenlage als niederländische Kolonialstadt errichtet, lange Zeit war sie die Hauptstadt der Provinz Taiwan. Weitere kreisfreie Städte sind die im Nordosten gelegene Hafenstadt Keelung (chin. 基隆市, Jīlóng Shì) mit 392.000 Einwohnern und Hsinchu (新竹市, Xīnzhú Shì) im Nordwesten mit 384.000 Einwohnern. Wegen des starken Windes aus der Taiwanstraße wird die für die hohe Konzentration an Halbleiterfirmen bekannte Stadt Hsinchu auch die „windige Stadt“ (風城 / 风城, Fēngchéng) genannt. Chiayi in Westtaiwan (嘉義市, Jiāyì Shì) ist mit 270.000 Einwohnern die kleinste kreisfreie Stadt Taiwans.
Die 16 Landkreise (Stand: 2004) der Provinz Taiwan sind Folgende.
| Name | chinesisch | Pinyin | Einwohner |
|---|---|---|---|
| Taipeh | 台北縣 | Táiběi Xiàn |
3.694.608
|
| Taoyuan | 桃園縣 | Táoyuán Xiàn |
1.834.045
|
| Yilan | 宜蘭縣 | Yílán Xiàn |
462.614
|
| Hsinchu | 新竹縣 | Xīnzhú Xiàn |
461.566
|
| Miaoli | 苗栗縣 | Miáolì Xiàn |
560.597
|
| Taichung | 台中縣 | Táizhōng Xiàn |
1.522.986
|
| Changhua | 彰化縣 | Zhānghuà Xiàn |
1.316.321
|
| Nantou | 南投縣 | Nántóu Xiàn |
539.721
|
| Yunlin | 雲林縣 | Yúnlín Xiàn |
738.158
|
| Chiayi | 嘉義縣 | Jiāyì Xiàn |
559.329
|
| Tainan | 台南縣 | Táinán Xiàn |
1.105.983
|
| Kaohsiung | 高雄縣 | Gāoxióng Xiàn |
1.237.501
|
| Pingtung | 屏東縣 | Píngdōng Xiàn |
902.639
|
| Taitung | 台東縣 | Táidōng Xiàn |
241.676
|
| Hualien | 花蓮縣 | Huālián Xiàn |
350.468
|
| Penghu | 澎湖縣 | Pénghú Xiàn |
91.840
|
Der von der Republik China kontrollierte Teil der Provinz Fujian umfasst den Landkreis Kinmen (金門縣, Jīnmén Xiàn) mit einer Fläche von 150,46 km² und 61.614 Einwohnern sowie die Gemeinde Mazu mit einer Fläche von 29,6 km² und 11.002 Einwohnern, welche zum ansonsten unter der Kontrolle der Volksrepublik China stehenden Kreis Lienchiang gehört.
Bearbeiten Geschichte
→ Hauptartikel: Chinesische Geschichte
Bearbeiten Der Sturz der Qing-Dynastie
Seit Ende des 19. Jahrhunderts gab es in China revolutionäre Bestrebungen, die Mandschudynastie zu stürzen. Die treibende Kraft dieser Bestrebung kam vor allem aus den westlich erzogenen Intellektuellenschichten in den kolonialisierten Gebieten wie zum Beispiel Hongkong, Kanton und Shanghai.
Dazu gesellte sich noch eine nationalistische Strömung, welche die Qing-Dynastie als Fremdherrschaft ansah und eine von Han-Chinesen etablierte Herrschaftsform sehen wollte. Vor allem in der sogenannten „neuen Armee“ fanden die revolutionären Ideen großen Anklang; hier konnten die Revolutionäre die meisten Anhänger rekrutieren. Die Neue Armee wurde ironischerweise von den Qing-Herrschern ins Leben gerufen, um eine nach westlichem Vorbild organisierte Armee zu errichten, als besonders während des ersten chinesisch-japanischen Kriegs die Unzulänglichkeit der traditionellen chinesischen Armee sichtbar wurde. Unter anderen hatte Sun Yatsen, der seine Ausbildung in Japan genossen hatte und bekennender Christ war, bereits vor 1911 mehrere Umsturzversuche, hauptsächlich in den Südprovinzen organisiert.
Der Sturz der Qing-Dynastie erfolgte, als am 10. Oktober 1911 in Wu-chang die dort stationierten Neuen Armeen revoltierten. Der Gouverneur floh Hals über Kopf und gab so den Revolutionären die Gelegenheit, ihre Stellung zu festigen. Die Revolution in Wu-chang fand bald großen Anklang im gesamten Bereich des Yangtse-Laufs, es kam zur massiven Verfolgung der Mandschu. Der Prinzregent Tschün II. (vgl. Pu Yi) sah sich gezwungen, den 1908 verbannten Yuan Shikai zurückzurufen und als obersten Militärmachthaber einzusetzen. Yuan hatte bereits vor seiner Verbannung diese Stellung eingenommen. Seine Beiyang-Armee war die einzige Armee, auf die sich die Qing-Regierung noch stützen konnte. Sie war die erste Neue Armee und Yuan Shikai war der Mann, der diese Armee gegründet, trainiert und aufgebaut hatte. Selbst in seiner Verbannung besaß er die volle Kontrolle über diese Armee.
Yuan Shikai setzte nach seiner Rückkehr sofort seine Armee in Bewegung. Er fuhr eine Doppelstrategie: Einerseits setzte er die Revolutionäre am Yangtse stark unter Druck, andererseits verhandelte er mit Sun Yatsen über eine „friedliche Lösung“.
Am 1. Januar 1912 wurde unter Sun Yat-sen die Republik mit einer provisorischen Verfassung und einem Ministerium aus Jungchinesen ausgerufen. Um einen Bürgerkrieg Süd gegen Nord zu vermeiden, willigte Sun unter den folgenden Bedingungen in einen Frieden ein:
- Die Dynastie wird abgeschafft, China wird eine Republik.
- Das alte Kaiserhaus erhält eine Vorzugsbehandlung.
- Yuan Shikai erkennt die provisorische Verfassung an und
- Sun Yatsen verzichtet zugunsten von Yuan Shikai.
- Die Hauptstadt der Republik, Sitz der Regierung und des Parlaments soll Nanjing werden.
Am 14. Februar 1912 wurde Yuan Shikai neuer Präsident.
Bearbeiten Die Beiyang-Zeit
Yuan Shikai war kein Republikaner, und er verachtete Begriffe wie Demokratie. Er verkannte, dass die Zeit der Kaiserhäuser vorbei war. Für ihn war die Revolution die Gelegenheit, seine eigene Dynastie zu gründen.
Kurz nach seinem Amtsantritt ließ er seine eigene Beiyang-Armee in Peking revoltieren. Unter dem Vorwand, dass er in dieser brenzligen Situation Beijing nicht verlassen konnte, um die Situation nicht außer Kontrolle geraten zu lassen, begann er seine Abmachung mit Sun Yatsen zu revidieren. Denn Peking war seine Machtbasis, hier stand die Armee, die ihm loyal ergeben war, während er in Nanjing auf fremdem Terrain gestanden hätte. Er köderte die Führer der Revolution mit Ämtern wie Vizepräsident, Minister etc. nach Peking und setzte sie so fest. Als Sun Yatsen Mitte 1913 erkannte, dass er von Yuan hintergangen wurde, gründete er Juli 1914 die Chinesische Revolutionspartei (中華革命黨) als eine politische Kraft und initiierte eine zweite Revolution (1919 wurde diese Partei in Kuomintang umbenannt). Yuan setzte sofort seine Beiyang-Armee in Bewegung und eroberte alsbald bis auf wenige Provinzen im äußersten Süden fast das gesamte China. Sun Yatsen musste ins Exil gehen.
Yuan glaubte, die Zeit sei reif und ließ sich am 11. Dezember 1915 zum Kaiser einer konstitutionellen Monarchie proklamieren. Sofort rebellierten die wenigen Südprovinzen außerhalb seiner Kontrolle (die 3. Revolution). Doch noch schwerwiegender war, dass seine eigene Beiyang-Armee ihm die Treue versagte. Alle seine ranghohen Generäle gaben bekannt, dass sie gegen die Wiedereinführung der Monarchie seien. Im März 1916 musste Yuan abdanken.
Sofort nach Yuans Tod brach ein Machtkampf innerhalb der Beiyang-Armee aus. Die Beiyang-Armee spaltete sich in vier größere Gruppen, die miteinander in wechselnden Konstellationen Bündnisse schlossen oder einander bekämpften. Je nach der Lage auf dem Schlachtfeld wechselte die Regierung in Peking. In diesen 10 bis 15 Jahren, in denen die Beiyang-Warlords („Nördliche Militaristen“) das Sagen hatten, wechselte der Ministerpräsident in Beijing nicht selten fünf Mal pro Jahr.
Zugleich versuchte Sun Yatsen in seiner Heimat Kanton, zum Teil gestützt auf opportunistische Warlords, eine Basis für eine demokratische Republik aufzubauen. Seine Vorstellungen ruhten auf seinen „Drei Prinzipien des Volkes“: Nationalismus, Demokratie und Volkswohl. Er sammelte die öffentliche Meinung auf Seiten der Demokratie, gegen Despotie und Korruption und behielt eine makellose Reputation. Als Regierungschef Chinas wurde er aber nie erprobt.
Seit dem Boxeraufstand waren alle Westmächte in China vertreten und versuchten, auch hier ihre Privilegien, aber auch die Balance untereinander zu erhalten. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges jedoch änderte sich die Lage. Die europäischen und amerikanischen Mächte konzentrierten ihre Ressourcen und Aufmerksamkeit auf Europa, so dass Japan sich bei dieser Gelegenheit in China einmischen konnte. So übernahm Japan die deutsche Kolonie in Qingdao und zwang die chinesische Regierung in einem geheimen Abkommen dies anzuerkennen.
Die Offenbarung dieses Geheimdokuments am Ende des Ersten Weltkrieges führte zu der ersten großen Studentenbewegung in der chinesischen Geschichte, der Bewegung des vierten Mai. Als Folge dieser Bewegung verweigerte die chinesische Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 die Unterzeichnung des Versailler Vertrags, in dem die Okkupation Shandongs durch Japan festgeschrieben wurde.
In dieser Zeit änderte sich das Gesicht des Landes. Die Intellektuellen Chinas wurden zu radikalen Denkern, welche den Konfuzianismus und die chinesische Schrift als Mittel der Kaiserherrschaft ablehnten und stattdessen Werte wie Wissenschaft und Demokratie, aber auch Körperertüchtigung und Individualismus propagierten. Allerdings bestanden zwischen den Intellektuellen und den armen, meist schriftunkundigen Bauern sowie den Industriearbeitern unüberbrückbare Gegensätze.
An dieser Stelle hakte das kommunistische Gedankengut ein, das mit der Russischen Revolution von 1917 herüberschwappte und einen weiteren Weg aufzeigte, mit dem die außerordentlichen wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in China überwunden werden konnten. Im Juli 1921 wurde die Kommunistische Partei Chinas gegründet.
Bearbeiten Der Nordfeldzug
Nach dem Tode Sun Yatsens am 12. März 1925 begann Chiang Kai-shek im Sommer 1926 den Nordfeldzug gegen die Beiyang-Warlords. Dieser Feldzug war lange von Sun geplant, jedoch nie verwirklicht worden, weil sich die Warlords, auf die er sich bislang gestützt hatte, als unzuverlässig herausstellten. Chiang baute in der Whampoa-Militärakademie eine eigene Armee nach Suns Ideologie auf.
Chiangs Nordfeldzug erwies sich als großer Erfolg. Binnen eines halben Jahres konnte er bereits bis zum Huangho vorstoßen und dabei mehrere, als Eliteeinheiten angesehene Beiyang-Truppen zerschlagen.
Innerhalb der Kuomintang gab es schon seit langem unterschiedliche Meinungen, wie mit den Kommunisten umgegangen werden sollte. Der linke Flügel, als dessen prominenteste Vertreterin die Witwe von Sun Sun Qinling zu nennen war, wollte mit den Kommunisten und damit auch mit der Sowjetunion zusammenarbeiten, während der rechte Flügel den Kommunisten eher ablehnend gegenüber stand und eher den Amerikanern und Engländern zugeneigt war. Der große Erfolg des Nordfeldzuges stärkte Chiangs Stellung in der Kuomintang, und so konnte sich der rechte Flügel durchsetzen. Als im Mai/Juni 1925 die Briten mit der blutigen Niederschlagung von zwei antiimperialistischen Demonstrationen eine gewaltige Streik- und Boykottbewegung provozierten, setzten sich die Kommunisten an die Spitze dieser Bewegung.
Am 20. März 1926 ergriff Chiang Kai-shek die Initiative, entmachtete die Kommunisten in Kanton und begrenzte den Einfluss der sowjetischen Berater. 1927 begann Chiang, die Kommunisten offen zu verfolgen. Als Reaktion darauf richteten die Kommunisten Widerstandsbasen in den ländlichen Gebieten ein. Dieser Strategiewechsel markierte zugleich den Führungswechsel bei den Kommunisten von den eher westlich-theoretisch angehauchten Führern zu den pragmatischen, chinesisch-bäuerlichen Führern wie Mao Zedong.
Währenddessen konnte Chiang 1928 das Riesenreich China zumindest formal unter der Flagge der Republik einen. Gegen den letzten Warlord musste er nicht antreten. Der Herrscher der Mandschurei, der junge Zhang Xueliang schwor der Nationalregierung die Treue und ließ die Flagge der Republik vor seinem Hauptquartier hissen. Allerdings wich Chiangs Republik stark vom Ideal Suns ab und glich mehr einer Militärdiktatur. Nachdem er einige opponierende Generäle ins Exil schicken konnte, begann er seinen Feldzug gegen die Basen der Kommunisten. 1934 sahen sich die Kommunisten in den Südprovinzen gezwungen, ihre Basen zu verlassen. In einem „Langen Marsch“, welcher innerhalb eines Jahres 1934/35 elf Provinzen durchquerte, konnte sich der „Kern“ der Kommunistischen Partei Chinas nach Yan'an in der Provinz Shaanxi retten.
Bearbeiten Der Japanisch-Chinesische Krieg
Bereits nach dem Russisch-Japanischen Krieg wähnte Japan China als seine Machtsphäre. Durch mehrere Abkommen hatte sich Japan beträchtliche Privilegien (inklusive der Stationierung von Armeen und der Alleinherrschaft über wichtige Eisenbahnlinien) in der Mandschurei gesichert. Als Zhang Xueliang kampflos in das republikanische Lager wechselte, musste Japan um Machtverlust fürchten. Im September 1931 gab es eine militärische Konfrontation mit den dortigen chinesischen Truppen. Chiang, der seinen Einigungsprozess noch nicht gefestigt sah, befahl Zhang, freiwillig aus der Mandschurei abzuziehen. Ein Jahr darauf setzten die Japaner den letzten Qing-Kaiser Pu Yi als ihre Marionette und Kaiser Mandschukuos ein.
Chiang war fest davon überzeugt, dass er sich keine Konfrontation mit den Japanern leisten konnte, bevor er absolute Macht erlangt und jeden Widerstand innerhalb Chinas gebrochen hatte. Doch seine Rückzugspolitik und die erneute Provokation Japans erregten immer größeren Widerstand in China. Auch dies konnten die mittlerweile nach Nordchina exilierten Kommunisten bestens propagandistisch ausschlachten. Als Chiang 1936 Zhang in Xi’an besuchte, setzte Zhang ihn fest und erzwang von ihm das Versprechen, mit den Kommunisten zusammenzuarbeiten und gegen die Japaner vorzugehen. Am 7. Juli 1937 provozierte die japanische Armee vor Beijing (Peking) den Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke, wodurch der Japanisch-Chinesische Krieg ausbrach.
Der Krieg verlief für die Chinesen katastrophal. Innerhalb eines Jahres verloren sie die Kontrolle in fast sämtlichen Küstengebieten. Die Nationalregierung musste ins Landesinnere flüchten. Obwohl japanische Flugzeuge zahlreiche Städte im Binnenland bombardierten, konnten sie die dortige Nationalregierung nicht zur Aufgabe zwingen. Auch war die Kopfstärke der japanischen Armee zu gering, um das gesamte Land zu besetzen. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und vor allem nach dem Angriff auf Pearl Harbor erhielt die Nationalregierung zunehmend materielle und militärische Hilfe aus den USA. Mehrere Versuche Japans, die Materiallieferung über Birma und Indien zu unterbinden, schlugen fehl. Bis zum Kriegsende herrschte eine Pattsituation an der chinesischen Front.
Die Japaner machten sich dabei zahlreicher Kriegsverbrechen schuldig, insbesondere bei der Eroberung der damaligen Hauptstadt Nanjing im Dezember 1937, die sechs Wochen lang erbarmungslos terrorisiert wurde, was als Massaker von Nanjing in die Geschichtsbücher einging. Der Krieg forderte von China über 19 Millionen Tote. Am Tag ihrer Kapitulation (14. August 1945) verließen die Japaner Nanjing.
Bearbeiten Der Bürgerkrieg
Trotz mehrfacher Versuche der USA, einen Waffenstillstand in China zu verwirklichen, brach letztlich doch der Bürgerkrieg erneut aus. Obwohl anfangs die republikanische Armee Erfolge verbuchen und kurzfristig Yanan besetzen konnte, überschätzte Chiang seinen Rückhalt im Land. Die Kommunisten waren weniger korrupt und freundlicher zu den Bauern, so dass sie ihr Vertrauen gewinnen konnten. Während Chiang Kai-shek nach schnellen Erfolgen große Teile seiner Truppen zur Absicherung in den Garnisonen zurücklassen musste, konzentrierten sich Mao und seine Militärs auf die Vernichtung seiner kämpfenden Kräfte, nicht auf die Behauptung bestimmter Orte. In mehreren großen Feldzügen und mit stillschweigender Hilfe der Sowjetunion erlangten die Kommunisten zuerst die Kontrolle über die Mandschurei und darauf über Nordchina. Selbst der Jangtsekiang als natürliches Hindernis konnte sie nicht aufhalten.
Am 1. Oktober 1949 wurde von Mao Zedong in Peking die Volksrepublik China ausgerufen. International, besonders von den westlichen Ländern, wurde sie erst in den 1970er Jahren anerkannt.
Bearbeiten Außenpolitik
Die Außenpolitik der Republik China wurde durch das Fehlen innerer Einigkeit erschwert, da verschiedene konkurrierende Zentren die Legimitation beanspruchten. Dies wurde durch äußere Einflüsse verstärkt, da Japan, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Italien, Deutschland, Russland sowie weitere Großmächte Anspruch auf Teile Chinas erhoben. Während der Gründungszeit der Republik erkannten alle übrigen Großmächte die „Warlord-Regierung“ von Yuan Shi-kai in Beijing an. Hierfür gab die Republik gezwungenermaßen ihre Ansprüche auf die äußere Mongolei und Tibet auf. Die Republik war weiterhin Oberherr dieser Gebiete, jedoch wurden Russland in der Mongolei und dem Vereinigten Königreich in Tibet weitestgehend freie Hand gelassen. Auch entsandte die Republik Repräsentanten für die Unterzeichnung des Friedensvertrag von Versailles, welche von der studentischen Bevölkerung mit der Bewegung des vierten Mai beantwortet wurde.
Nach dem Sieg der nationalistischen Kuomintang über die Beiyang Regierung in Beijing und durch die anti-kommunistischen Säuberungsaktionen erreichte die nationalistische Regierung in Nanjing weltweite Anerkennung. Diese Anerkennung blieb bis zum chinesischen Bürgerkrieg beziehungsweise dem Zweiten Weltkrieg erhalten, die einzige Ausnahme bildete die japanische Marionettenregierung, die von den Achsenmächten anerkannt wurde. In diesem Zuge kämpfte die Republik zusammen mit den Alliierten und wurde Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und Ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.
Unter der Führung Chiang Kai-sheks verbesserten sich die Beziehungen zu Japan und zur sowjetischen Schutzpatronats-Macht wesentlich. Gleich nach Ende des Zweiten Weltkrieges handelte er mit den USA die Unterstützung durch Leih-Pacht-Hilfsstoffe aus. Enorme Mengen an Waffenhilfen, militärischer Ausrüstung und administrativer Hilfe wurden geleistet sowie Geld, das noch nach der Flucht nach Taiwan geflossen ist.[8]
Bearbeiten Republik China auf Taiwan
1949 bildete Taiwan den Rückzugsort für 2 Millionen Anhänger der Kuomintang unter Generalissimo Chiang Kai-shek nach der Niederlage im Chinesischen Bürgerkrieg gegen die Kommunisten unter Führung Mao Zedongs, der infolgedessen die Volksrepublik China ausrief. Taiwan wurde somit, neben zahlreichen kleineren Inseln, zum alleinigen Hoheitsgebiet der Republik China. 1950 wurde Hainan von den Kommunisten erobert. Die Republik China wird seitdem oft als Republik China auf Taiwan oder eben Nationalchina bezeichnet.
Die Kuomintang beherrschte das Land, bedingt durch die besondere Konstruktion des Parlaments, bis 1992 praktisch wie eine undemokratische Einheitspartei (Siehe Kuomintang), da sie sich als einzig legimierte Regierung ganz Chinas sah und nur Wahlen von den Bürgern ganz Chinas akzeptieren wollten. Gegen Ende der 1980er Jahre begann in Taiwan eine Demokratisierung. Die bis dahin geltenden Notstandsklauseln wurden aus der Verfassung entfernt und neue Parteien neben der Kuomintang zugelassen. 1992 wurde die Verfassung nach einer freien Parlamentswahl geändert; zugunsten einer Direktwahl durch das Volk verzichtete die Nationalversammlung auf das Recht der Präsidentenwahl. 1996 wurden erstmals direkte Präsidentschaftswahlen durchgeführt, welche der seit 1988 amtierende Präsident Lee Teng-hui von der Koumintang gewann.
Die Republik China wird als Folge der Resolution 2758 der UN-Generalversammlung international nur noch vo

