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Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit dem World Trade Center in New York City; zu weiteren Bedeutungen siehe World Trade Center (BegriffsklÀrung) und WTC (BegriffsklÀrung)
World Trade Center
World Trade Center
Blick von SĂŒdwest auf den Komplex im FrĂŒhjahr 2001
Basisdaten
Ort: New York, USA
Bauzeit: 1966–1973
Eröffnung: 4. April 1973
Status: am 11. September 2001 durch Terroranschlag zerstört
Baustil: Moderne
Architekt: Minoru Yamasaki
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: BĂŒros, Observation, Telekommunikation, Restaurant
EigentĂŒmer: Port Authority of New York and New Jersey
Technische Daten
Höhe: WTC 1: 417 m, WTC 2: 415 m
Höhe bis zur Spitze: WTC 1: 527 m
Höhe bis zum Dach: WTC 1 : 417 m, WTC 2: 415 m
Höhe der höchsten Etage: 413[1] m
Tiefe: 63,4 m
Rang (Höhe): -
Etagen: jeweils 110
AufzĂŒge: jeweils 99
NutzflĂ€che: jeweils Turm 400.000 mÂČ
Baustoff: Stahl, Beton, Glas, Aluminium
Baukosten: 280mio. US-$ (unter BerĂŒcksichtigung der Inflation entspricht dies heute ca. 1.394.700.000 $)[2]

Das World Trade Center wɝːldˈtÉčeÉȘdˌsɛntɚ (deutsch Welthandelszentrum), abgekĂŒrzt WTC, war ein GebĂ€udekomplex aus sieben GebĂ€uden in New York City.

Die beiden bekanntesten GebĂ€ude des Komplexes, die beiden 110 Stockwerke umfasseden ZwillingstĂŒrme (Nord- und SĂŒdturm) wurden 1972 und 1973 vollendet und waren die beiden höchsten GebĂ€ude New Yorks bei einer Höhe von 417 Metern (Nordturm, WTC 1; einschließlich Mast sogar 527 Meter) und 415 Metern (SĂŒdturm, WTC 2). Des weitern bestand der in Lower Manhattan befindliche Komplex aus fĂŒnf weiteren GebĂ€uden. Diese wurden 1977 vollendet (mit Ausnahme von GebĂ€ude 7 das 1987 fertig wurde und dem Marriott Hotel (WTC 3), welches 1981 fertig wurde).

Beide TĂŒrme wurden bei den koordinierten TerroranschlĂ€gen am 11. September 2001 mit zwei entfĂŒhrten Passagierflugzeugen zerstört. Beim Einsturz begruben die TrĂŒmmer WTC 3 (Marriott Hotel) unter sich. World Trade Center Nr. 7 stĂŒrzte acht Stunden spĂ€ter ebenfalls ein, nachdem es durch den Zusammenbruch von WTC 1 beschĂ€digt wurde und danach an mehreren Stellen kleinere BrĂ€nde aufgetreten waren[3]. WTC 4, WTC 5 und WTC 6 wurden so schwer beschĂ€digt, dass sie spĂ€ter abgerissen werden mussten.

Es starben 2.602 Menschen, die sich im WTC aufhielten, weitere, die in den beiden Flugzeugen saßen (AA 11 und UA 175), die die AttentĂ€ter in die ZwillingstĂŒrme steuerten. Ebenfalls starben 343 Feuerwehrleute und zahlreiche Polizisten bei den folgenden RettungseinsĂ€tzen.

Derzeit wird der Komplex in anderem Design wieder aufgebaut. Neben einem Memorial soll das neue One World Trade Center (bis MĂ€rz 2009 als Freedom Tower bezeichnet) entstehen, das 541 Meter hoch werden soll.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Das WTC wurde von dem japanisch-amerikanischen Architekten Minoru Yamasaki entworfen und zwischen 1966 und 1973 gebaut. David Rockefeller war Chairman der Chase Manhattan Bank und unterstĂŒtzte die Finanzierung der Twin Towers. Die TĂŒrme wurden auch David und Nelson (Rockefeller) genannt. Die Tishman Construction Corporation errichtete die TĂŒrme. Der Nordturm war bei seiner Vollendung 1972 das höchste GebĂ€ude der Erde (417 m) und löste das Empire State Building mit 381 m nach 41 Jahren ab. Bereits 1974 musste der Titel wieder an den Willis Tower in Chicago (vormals Sears Tower) abgegeben werden. Bis 2001 war der Nordturm das höchste GebĂ€ude nach totaler Höhe, mit dem 527 m hoch aufragenden Mast. Ebenso hatte der mit 413 m das höchste Stockwerke der Erde (es war nur etwa einen halben Meter höher als das höchste Stockwerk des Willis Towers).

Auch wenn der Komplex aus sieben GebĂ€uden bestand, waren eigentlich nur die beiden ZwillingstĂŒrme bekannt geworden, von denen die Faszination ausging. Etwa 50.000 Menschen arbeiteten in diesen GebĂ€uden, hinzu kamen tĂ€glich 80.000 Besucher.

Die TĂŒrme besaßen eine eigene Postleitzahl (10048 New York) und weitgehend autonome Infrastruktureinrichtungen.

Das World Trade Center im Bau, 1970
Beide TĂŒrme, gesehen vom Hudson River

Baugeschichte

→ Hauptartikel: Bau des World Trade Centers

Bauherr war die New Yorker Hafenbehörde, die Port Authority of New York and New Jersey, hinter der vor allem die beiden Rockefeller-BrĂŒder Nelson und David standen, die bereits 1960 mit einem entsprechenden Plan auftraten. 1962 kauften die Hafenbehörden von New York und New Jersey das GelĂ€nde. FĂŒr das Projekt musste ein ganzes Viertel der Lower West Side von Manhattan, welches das Radio Row mit vielen ElektrogeschĂ€ften und ungefĂ€hr hundert Anwohnern beherbergte, abgerissen werden.

Als leitender Architekt wurde am 20. September 1962 Minoru Yamasaki eingesetzt, der zusammen mit dem ArchitekturbĂŒro Emery Roth & Sons arbeitete. Die Idee der beiden ZwillingstĂŒrme wird Yamasaki zugeschrieben, der am 18. Januar 1964 zudem seinen Entwurf der Öffentlichkeit vorstellte. Insgesamt bestand das WTC aus sieben GebĂ€uden. Die damals geplante Bausumme belief sich auf 280 Millionen US-Dollar. Die TĂŒrme hatten eine Höhe von 417 und 415 Metern und hatten damit nach 42 Jahren das Empire State Building ĂŒberflĂŒgelt.

Nachdem am 21. MĂ€rz 1966 die Ajax Wrecking and Lumber Corporation mit den Abbrucharbeiten begonnen hatte, wurde am 5. August 1966 der Grundstein gelegt. FĂŒr das Datum der Fertigstellung gibt es verschiedene Angaben: Am 23. Dezember 1970 wurde der letzte TrĂ€ger des Nordturms hochgehievt, am 19. Juli 1971 beim SĂŒdturm. Bereits im Dezember 1970 zogen die ersten Mieter in den Nordturm ein, in den SĂŒdturm erst im Januar 1972. Am 4. April 1973 wurde es eingeweiht, obwohl es erst 1977 vollstĂ€ndig fertig wurde. Beim Bau des WTC sind insgesamt 60 Arbeiter ums Leben gekommen. [4]

Es gab 99 AufzĂŒge pro Turm. Nur 30 Prozent der Fassade der zwei TĂŒrme nahmen die 43.600 Fenster ein. Die SĂ€ulen dazwischen besaßen eine Aluminiumlegierung und sollten das World Trade Center wĂ€rmer erscheinen lassen. DafĂŒr wurden 200.000 Tonnen Stahl und 325.000 mÂł Beton verarbeitet.[5]

Der Baugrund, auf dem das World Trade Center stand, war nicht naturgegeben, sondern das Ergebnis von AufschĂŒttungen frĂŒherer Generationen. Festen Grund fand man erst in ca. 20 Metern Tiefe. Außerdem war der Boden feucht. Das ganze GelĂ€nde musste also eigens gegen eindringendes Hudson-Wasser geschĂŒtzt werden. Das geschah mit einer riesigen Betonwanne, fĂŒr deren Bau 14 Monate benötigt wurden. Mit dem immensen, ungefĂ€hr eine Million Kubikmeter umfassenden Aushub fĂŒr die sechsgeschossige Sockelzone – das entspricht 100.000 LKW-Ladungen â€“ wurde das veraltete westliche HafengelĂ€nde zugeschĂŒttet; dadurch erweiterte man die BauflĂ€che um 9,2 ha, wonach das viertĂŒrmige World Financial Center zu FĂŒĂŸen des World Trade Centers errichtet werden konnte.

Lage des GebÀudekomplexes

Das WTC – Lage der GebĂ€ude, Nachbarschaft

Im Straßenraster Manhattans waren die GebĂ€ude um einen fast quadratischen freien Innenhof gruppiert, die World Trade Center Plaza. Die FlĂ€che umfasst in der Nord-SĂŒd-Richtung vier und in der Ost-West-Richtung drei StraßenzĂŒge. Darunter waren und sind wieder U-Bahn-Stationen, etwa in der Tiefe des 4. bis 6. Untergeschosses. Diese Straßen umschließen das GelĂ€nde: West Street (Highway), Liberty Street, Church Street, Vesey Street.

In der Mitte der Westfront stand der Nordturm (WTC 1 oder 1 World Trade) mit der Autoauffahrt von der West Street Ave. DarĂŒber ging vom WTC 6 eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke zum gegenĂŒberliegenden World Financial Center (WFC) mit seinem vorgelagerten „Wintergarden“. Diese 2001 zum Teil massiv beschĂ€digten GebĂ€ude jenseits der West Street sind inzwischen wieder saniert.

SĂŒdlich davon befand sich das GebĂ€ude WTC 3, das Marriott Hotel. Mit seiner schmal wirkenden Silhouette verdeckte es von Westen den Blick auf die unteren Etagen des SĂŒdturms. Teilweise der West Street Ave. folgend beschrieb sein Grundriss einem leichten Winkel. In seiner NĂ€he ĂŒberquerte eine weitere FußgĂ€ngerbrĂŒcke die West Street Richtung St. Niklas.

Östlich daneben stand der SĂŒdturm (WTC 2 oder 2 World Trade). An dieser Straßenfront war die Zufahrt zu den Tiefgaragen (Liberty Street).

Die GebĂ€ude WTC 4, WTC 5 und WTC 6 schlossen das Quadrat nach Osten. Sie entsprachen in der Höhenentwicklung mit 7 Stockwerken etwa der in Manhattan ĂŒblichen Straßenrandbebauung.

Nur das GebĂ€ude WTC 7, 1987 gebaut, inzwischen 2006 wieder neu errichtet, war außerhalb des Quadrats jenseits der Vesey Street, etwa mittig zu der Nordfront, mit 47 Stockwerken erbaut worden. Eine StraßenĂŒberfĂŒhrung verband dieses GebĂ€ude mit der Plaza, auf der u. a. der Globus The Sphere von Fritz Koenig (1971) aufgestellt worden war.

Der Verlust an BĂŒroflĂ€chen in Downtown Manhattan durch die AnschlĂ€ge war enorm. Damit war auch ein (vorĂŒbergehender?) Abfluss an Kaufkraft aus dem Financial District in der SĂŒdspitze Manhattans verbunden. Listen der frĂŒheren Mieter in diesen GebĂ€uden sind unter den Weblinks (engl.sprachige WP) verfĂŒgbar.

Nord- und SĂŒdturm

One World Trade Center – Nordturm

Die Antenne des Nordturms

Der Nordturm (seine ausfĂŒhrliche offizielle Bezeichnung auf Englisch ist One World Trade Center, auch WTC1, die Unterscheidung in Nord- und SĂŒd- bezieht sich ausschließlich auf die Lage der beiden TĂŒrme zueinander), war 417 Meter hoch und hatte auf dem Dach eine Fernsehsendeantenne (engl. 360-foot high TV antenna; gebaut 1978). Dadurch kommt die Gesamthöhe des nördlichen GebĂ€udes von 527 Meter zustande. Beide HĂ€user hatten Grundabmessungen von 63,4 × 63,4 Meter (208 × 208 Fuß). Jeder der TĂŒrme stand auf 21 Meter tiefen Fundamenten und hatte eine vermietbare BĂŒroflĂ€che von ĂŒber 400.000 mÂČ, die sich auf die 110 Stockwerke verteilten. Die Etagen 7 und 8 bzw. 41, 42 und 45 bzw. 75, 76 und 78, bzw. 108 und 109 waren nur fĂŒr GebĂ€udetechnik und z. T. fĂŒr die Umsteigefunktion der Skylobbies (s. u.) reserviert.

In der 110. Etage des Nordturms waren Sendeeinrichtungen vieler TV-Anstalten untergebracht, in der 107. und 106. verschiedene Gastronomiebetriebe, u. a. Windows on the World.

Two World Trade Center – SĂŒdturm

Der SĂŒdturm, offiziell Two World Trade Center, kurz auch WTC2, war 415 Meter hoch (1,362 Fuß). In der 110. Etage des SĂŒdturms war die öffentlich zugĂ€ngliche und weltweit höchstgelegene Dachterrasse und in der 107. eine innen liegende Aussichtsplattform. Sonst zu den Geschossen siehe WTC 1.

Konstruktion

Aussichtsplattform auf den SĂŒdturm (Nordturm vorne erkennbar), Blick nach Nordwesten
Die Aussichtsetage im 107. Stock des SĂŒdturms
Die Lobby von World Trade Center 1
Blick von unten auf die TĂŒrme

Das WTC wurde als eines der ersten HochhĂ€user seiner Zeit als „Tube-in-Tube“-System (Röhre-in-Röhre) ausgefĂŒhrt. Die innere Röhre wurde durch den Kern mit den AufzugsschĂ€chten gebildet, wĂ€hrend sich die Äußere gut sichtbar als Fassade darstellte. Durch die Verbindung dieser beiden „Tubes“ mittels ca. 80 cm hoher StahltrĂ€ger wurde eine sehr hohe StabilitĂ€t des GebĂ€udes erreicht. Diese TrĂ€ger fungierten ebenfalls als Auflager fĂŒr die Geschossdecken.

Bei der Planung wurde berechnet, dass die GebĂ€ude einer Kollision einer Boeing 707 widerstehen könnten, einem erheblich kleinerem Flugzeugtyp als der Boeing 767, von dem WTC 1 und 2 schließlich getroffen wurden. Außerdem wird bezweifelt, dass eine solche AbschĂ€tzung in den 1960er Jahren ĂŒberhaupt aussagekrĂ€ftig durchgefĂŒhrt wurden konnte.[6]

Der GebĂ€udekomplex bestand neben den beiden TĂŒrmen aus fĂŒnf weiteren GebĂ€uden (WTC3 bis WTC7) sowie einer unterirdischen Einkaufspassage, die GeschĂ€fte und Restaurants beherbergte. Der Bahnhof mehrerer U-Bahn-Linien sowie einer Linie der PATH nach New Jersey war im Untergeschoss untergebracht.

Ein Turm bestand aus drei Modulen, getrennt durch zwei sogenannte Sky Lobbies in der 44. und 78. Etage. Hier musste man in die lokalen AufzĂŒge umsteigen, um die gewĂŒnschte Etage des Moduls zu erreichen. Durchgehend fuhren die AufzĂŒge vom Erdgeschoss nur zu den Sky Lobbies und zur Besucherterrasse des SĂŒdturms (WTC2) bzw. dem Restaurant im Nordturm (WTC1). Jeder der beiden TĂŒrme hatte insgesamt 104 AufzĂŒge, 23 davon sogenannte Shuttle-Express-AufzĂŒge, die eine Geschwindigkeit von bis zu 8 m/s (28,8 km/h) erreichten.[7]

In den Geschossen 106 und 107 des Nordturms war das Restaurant Windows on the World der Öffentlichkeit zugĂ€nglich, von dem man bis nach Queens, New Jersey, Brooklyn und den John-F.-Kennedy-Flughafen sehen konnte (an klaren Tagen war eine Sicht bis zu 80 Kilometern möglich). Im 110. Stock hatten TV- und Radiostationen ihre Sendeanlagen.

In den beiden Geschossen 108 und 109 (beider TĂŒrme) befand sich das sogenannte „hat truss”, eine den Wolkenkratzer stabilisierende StahltrĂ€gerfachwerkkonstruktion, die am 11. September 2001 wesentlich dazu beigetragen hatte, dass der Nordturm trotz der zerstörten AußenstĂŒtzen der Nordfassade noch 102 Minuten nach dem Aufprall des ersten Flugzeugs stehen blieb.[8]

3 World Trade Center, Marriott Hotel

Am sĂŒdwestlichen Eck des StraßencarrĂ©s stand das 22-stöckige GebĂ€ude Marriott World Trade Center, auch kurz WTC 3, das Marriott Hotel. Es hatte einen schmalen, der West-Street folgenden Grundriss. In seiner NĂ€he ĂŒberquerte eine weitere FußgĂ€ngerbrĂŒcke die West Street - in Richtung St. Niklas. Sein Entwurf stammte von Skidmore, Owings & Merrill . Das ehemalige Vista-Hotel ging 1995 an die Marriott-Gruppe, die es nach den AAA-Kategorien als „4-diamond hotel“ fĂŒhrte. Als Shops gab es in der Passage zu den beiden TĂŒrmen ein Greenhouse Cafe, den Tall Ships Bar & Grill, Times Square Gifts, von der Grayline New York Tours Bus Verkaufscenter und Olga's Friseursalon. Neben Restaurants gab es 2400 mÂČ fĂŒr GeschĂ€ftstreffen. Das GebĂ€ude wurde zunĂ€chst durch herabfallende TrĂŒmmer des brennenden SĂŒdturms beschĂ€digt und schließlich durch dessen Einsturz zerstört. In der Halle des Hotels war nach 9 Uhr eine weitere mobile Einsatzleitung (Incident Point) der Feuerwehr errichtet worden. Alle GĂ€ste/Bewohner und das Personal wurden evakuiert.

Die Einkaufsmeile − The Mall

Der FußgĂ€ngerbereich, genannt the Mall, direkt unter der Plaza war die grĂ¶ĂŸte Einkaufspassage / Einkaufsmeile − Shopping Mall in Lower Manhattan. Zugleich war es die Ebene, auf der die FußgĂ€nger zwischen den verschiedenen New-Yorker U-Bahn-Linien trockenen Fußes umsteigen konnten (IRT, IND, BMT).

Darunter lagen weitere Stockwerke mit ParkplÀtzen und technischen RÀumen sowie die Fundamente.

7 World Trade Center

→ Hauptartikel: 7 World Trade Center (alt)

7 World Trade Center (abgekĂŒrzt engl. 7 WTC, auch WTC 7, auf Deutsch Welthandelszentrum – GebĂ€ude 7) bezeichnet ein historisches und ein bestehendes BĂŒrogebĂ€ude in New York City. Es stand bzw. steht außerhalb des eigentlichen World-Trade-Center-Quadrats nördlich der Vesey Street. Das erste (eröffnet 1987) wurde bei den TerroranschlĂ€gen 2001 zerstört. Es hatte 47 Stockwerke bei einer Höhe von 174 m und war ĂŒber eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke mit dem Hauptkomplex verbunden. Auf der ersten Abbildung, oben, ist es links hinter dem Nordturm zu sehen (rote Fassade).

Als Einsturzursache wird vermutet, dass es aufgrund von ĂŒber Stunden dauernden BrandschĂ€den eingestĂŒrzt ist. Das zweite GebĂ€ude ist ein Neubau, der an gleicher Stelle vom Besitzer ab 2002 errichtet und 2006 eröffnet wurde. Dieses neue GebĂ€ude war das erste vollendete BĂŒrohaus in der seit 2002 geplanten Wiederbebauung des ganzen Areals (siehe 7 World Trade Center).

Ungewöhnliche Aktionen

  • Am Morgen des 7. August 1974 wanderte der französische Hochseilartist Philippe Petit auf einem zwischen die ZwillingstĂŒrme selbst gespannten Stahlseil insgesamt acht Mal – ohne Sicherung und in 417 Metern Höhe – von Dach zu Dach. Nach der Aktion wurde er festgenommen. Aufgrund der ausfĂŒhrlichen Berichterstattung und der weltweiten Anerkennung seiner Leistung wurden sĂ€mtliche Anklagepunkte fallen gelassen.
  • Der Bauarbeiter Owen J. Quinn, selbst am Bau der TĂŒrme beteiligt, fĂŒhrte am 22. Juli 1975 vom Dach des Nordturms einen Basejump aus und landete auf der Plaza.
  • Die Vorrichtungen der Fensterputzanlage nutzte die selbsternannte „Menschliche Fliege” George Willig am 26. Mai 1977, um in 3,5 Stunden die Außenfassade des Nordturms vom Erdgeschoss bis zum Dach zu erklettern. Er wurde von Polizisten in Empfang genommen und zu einer (symbolischen) Geldstrafe von 1,10 Dollar verurteilt – 1 Cent pro Stockwerk.
  • Im Mai 1983 kletterte Daniel Goodwin mit SaugnĂ€pfen ausgestattet den Nordturm empor. Sein Vorbild sei, sagte er, George Willig.

TerroranschlÀge 1993 und 2001

Bombenanschlag von 1993

→ Hauptartikel: Bombenanschlag auf das World Trade Center 1993

Der GebĂ€udekomplex war erstmals am 26. Februar 1993 Ziel eines Bombenanschlags islamistischer Terroristen. Damals hatten Terroristen einen gemieteten Ryder-Van auf der Ebene B2 der Tiefgarage des Nordturms des World Trade Centers abgestellt. In ihm hatten sich etwa 700 kg des Sprengstoffs TNT befunden sowie etliche DruckgasbehĂ€lter mit Wasserstoff, die die Wucht bei der Explosion des Fahrzeugs noch verstĂ€rken sollten. Die Explosion riss ein 30 Meter großes Loch in vier der sechs Untergeschosse (in Betonbauweise).

Sieben Stockwerke wurden besonders schwer beschĂ€digt, sechs davon unter der Erde. Dem Anschlag fielen sechs Menschen zum Opfer, ĂŒber tausend weitere wurden verletzt. Daraus resultierte einer der grĂ¶ĂŸten RettungseinsĂ€tze in der Stadt New York, wobei etwa 45 % des diensthabenden Personals der Feuerwehr zu diesem Schadensereignis gerufen wurden. Sechs islamistische Terroristen wurden 1997 bzw. 1998 dieses Attentats fĂŒr schuldig befunden und zu je 240 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.[9][10][11]

Nach seiner Verhaftung gestand einer der HauptattentĂ€ter, der Kuwaiti Ramzi Ahmed Yousef, dass es eigentlich der Plan der Terroristen gewesen sei, mit einer noch grĂ¶ĂŸeren Menge Sprengstoff den Nordturm zum Einsturz zu bringen und diesen auf den SĂŒdturm stĂŒrzen zu lassen. Hierzu standen aber nicht genĂŒgend Explosivmittel zur VerfĂŒgung. Die nachfolgende Zerstörung hĂ€tte enorme Ausmaße angenommen, weite Teile des Bereichs um die ZwillingstĂŒrme wĂ€ren zerstört worden. WĂ€re dieser Plan erfolgreich in die Tat umgesetzt worden, so wurde damals eine sehr hohe Opferzahl von bis zu 100.000 Toten vermutet.

Anschlag vom 11. September 2001

→ Hauptartikel: TerroranschlĂ€ge am 11. September 2001

Der zweite Terroranschlag wurde am 11. September 2001 von islamistischen Terroristen verĂŒbt. An diesem Tag wurden vier große Passagierflugzeuge in den USA entfĂŒhrt, wobei zwei davon – Typ Boeing 767 – durch die EntfĂŒhrer in je einen der TĂŒrme des World Trade Centers gesteuert wurden.

Einschlag des zweiten Flugzeugs in WTC 2 gesehen von Greenwich Street
Grundriss zu den Zerstörungen durch den Einschlag in 1 und 2 WTC, durch Gutachter nach GebÀudefotografien ungefÀhr rekonstruiert

Bei den TerroranschlĂ€gen am 11. September 2001 wurde das Stahlkorsett der Konstruktion nach dem Anschlag durch die enorme Hitze von wahrscheinlich ĂŒber 1.000 Â°C, verursacht durch das brennende Kerosin der eingeschlagenen Flugzeuge sowie brennende Kunststoffe und Einrichtungen, so stark geschwĂ€cht, dass das gesamte Bauwerk unter der eigenen Last einstĂŒrzte (Reißverschlusstheorie – Eagar). Dies geschah, rĂŒckblickend, nicht vollstĂ€ndig unerwartet, denn Eingeschlossene berichteten laufend von TeilzusammenbrĂŒchen von Geschossen der TĂŒrme. Der SĂŒdturm knickte dabei an den beschĂ€digten Stellen ein und fiel dann nach unten. Beim Nordturm gab die Struktur an den zuerst brennenden Stockwerken nach und fiel nach unten, wobei die darunterliegenden Stockwerke mitgerissen wurden. Die TĂŒrme fielen dann nahezu senkrecht in sich zusammen und begruben fast 2.800 Menschen unter ihren TrĂŒmmern. 343 New Yorker Feuerwehrleute verloren wĂ€hrend des Rettungseinsatzes ihr Leben. Die meisten der rund 18.000 Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Angriffe in den GebĂ€uden befanden, konnten auch ohne funktionierende AufzĂŒge das GebĂ€ude verlassen. Dass der Nordturm lĂ€ngere Zeit als der SĂŒdturm stehen blieb, wird folgenden Faktoren zugeschrieben: Durch die höhere Einschlagzone lastete weniger Gewicht auf der geschwĂ€chten Struktur. Der SĂŒdturm wurde beim Einschlag mehr asymmetrisch zerstört, das erklĂ€rt evtl. auch die leichte Rotationsbewegung beim Beginn des Einsturzes.

Einsturz des SĂŒdturms WTC 2 am 11. September 2001 gesehen vom West Broadway

DarĂŒber hinaus stĂŒrzte am selben Tag um 17 Uhr noch das daneben stehende GebĂ€ude WTC 7 ein, nachdem es mechanisch durch TrĂŒmmerteile beschĂ€digt worden war und dann stundenlang zuvor in einigen Geschossen brannte (die Bedeutung der dort vorhandenen Heizöltanks dafĂŒr ist noch nicht geklĂ€rt).

Die Urheberschaft der AnschlĂ€ge und der Hergang der Tragödie wurden auf ĂŒber 580 Seiten ausfĂŒhrlich im offiziellen 9/11 Commission Report dokumentiert. Diese Untersuchung wurde vom Kongress und von der amerikanischen Regierung in Auftrag gegeben.

Nach der Zerstörung der GebĂ€ude wurde das Gebiet oft auch Ground Zero genannt. Das Wort erinnert im Anklang an die Explosionsstelle einer Bombe ĂŒber dem Boden. Mit der Wortwahl wurde das Empfinden beim Betrachten der TrĂŒmmerlandschaft ausgedrĂŒckt. An der Stelle, an der das WTC stand, fand am 4. Juli 2004 die Grundsteinlegung fĂŒr den Wolkenkratzer One World Trade Center (frĂŒherer Name: Freedom Tower) statt. Seine Fertigstellung ist fĂŒr 2013 geplant.

Das GelÀnde und der Aushub, ein Grab

Im Mai 2002 wurden die AufrĂ€umarbeiten an der UnglĂŒcksstelle beendet. Die meisten TrĂŒmmer und der Aushub kamen auf die Bauschuttdeponie Fresh Kills in Staten Island, N.Y.

Bei der RĂ€umung der Schuttmassen und des Aushubs wurde versucht, die Leichenteile von Opfern des Anschlags durch Heraussieben aus den Schuttmassen zu bergen und einer gentechnischen Identifizierung zuzufĂŒhren.

In der Folge gab es in den USA eine öffentliche Debatte um die Bedeutung beider Orte (das WTC-GelĂ€nde, die Deponie): Sind sie Gedenkorte wie ein Mahnmal oder sind sie GrabflĂ€che fĂŒr viele der nicht identifizierten bzw. nicht identifizierbaren Opfer des Anschlags von 2001?

Aus symbolischen GrĂŒnden wurden 7,5 Tonnen Stahl aus den TrĂŒmmern separat eingeschmolzen und fĂŒr den Bau des Kriegsschiffs USS New York der US Navy verwendet (Indienststellung 7. November 2009 in New York City).

Wiederaufbau

Seit dem Jahr 2006 steht das finale Design des neuen World Trade Center Komplexes fest. Gebaut werden vier neue TĂŒrme mit Höhen von 541 m, 411 m, 383 m und 297 m (WTC 1-4). Das GebĂ€ude 7 World Trade Center wurde bereits 2006 eröffnet. Des Weiteren wird das World Trade Center Memorial entstehen. Es besteht aus den „FußabdrĂŒcken“ der Twin Towers und einem Gedenkpavillon. Begonnen wurde am ersten Turm mit dem Bau 2006, bei den restlichen fing man 2008 an. FĂŒr den Wiederaufbau ist die New Yorker Hafenbehörde gemeinsam mit Silverstein Properties verantwortlich. Der Komplex soll zwischen 2012 und 2013 fertiggestellt sein.

Neue GebÀude am World Trade Center (Links):

→siehe auch: Liste der höchsten GebĂ€ude in New York

Ansichten

Filme

  • 11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center - amerikanisch/französischer Dokumentarfilm (USA 2001) der BrĂŒder Jules und GĂ©dĂ©on Naudet ĂŒber den Terroranschlag auf das World Trade Center in New York. UrsprĂŒnglich hatten die französischen Filmemacher einen Film ĂŒber einen „Feuerwehrmann in Ausbildung“ in New York geplant. Dabei gerieten sie am 11. September 2001 in die Rettungsaktion der Feuerwehr in New York und es gelangen ihnen dramatische und einzigartige Bilder der Katastrophe und des Umgangs der Menschen mit ihr.
  • 9/11 – Die letzten Minuten im World Trade Center – Doku-Drama, USA u. GB 2006 (Rekonstruktion des Infernos, basiert auch auf Aussagen Überlebender, Polizeiberichten, Aufzeichnungen von Telefonaten. Regie: Richard Dale; Originaltitel: 9/11: The Twin Towers)
  • Bombenattentat auf das World Trade Center (Path to Paradise: The Untold Story of the World Trade Center) - (Fernsehthriller, USA 1997; Rekonstruktion der Fahndungsmaßnahmen nach dem Bombenattentat auf das World Trade Center am 26. Februar 1993)
  • Die einsamen SchĂŒtzen – Pilot-Episode, USA MĂ€rz 2001, Ein Flugzeuganschlag auf das World Trade Center wird verhindert.
  • In einer Folge der Simpsons namens Homer und New York muss Homer entdecken, dass sein Auto zwischen den beiden TĂŒrmen geparkt wurde. Die TĂŒrme spielen eine große Rolle, als Homer auf die Toilette muss. Nach den TerroranschlĂ€gen vom 11. September wurde die Folge in den USA fĂŒr lĂ€ngere Zeit nicht mehr gesendet. Inzwischen ist sie jedoch wieder zu sehen.
  • Man on Wire ist ein Dokumentarfilm (GB, 2008), der von einem Hochseil-Lauf zwischen den Twin Towers im MĂ€rz 2001 berichtet (Buch und Hauptdarsteller: Philippe Petit. 2009 Oscar als bester Dokumentarfilm)
  • World Trade Center (Film) – Spielfilm, USA 2006 (mit Nicolas Cage; Regie: Oliver Stone)

Literatur

  • Angus Kress Gillespie: Twin Towers: The Life of New York City's World Trade Center. New Brunswick (USA), Rutgers University Press, 1999, Neuaufl. 2002. 263 S. ISBN 0813527422 (engl.)
  • James Glanz, Eric Lipton: City in the Sky. Times Books, 2003. ISBN 0805074287 (engl.)
  • Dirk Stichweh: New York Skyscrapers. Prestel Verlag, MĂŒnchen 2009, ISBN 3791340549

Einzelnachweise

  1. ↑ CTBUH WTC 1
  2. ↑ Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 100000 US$ gerundet und bezieht sich auf den zurĂŒckliegenden Monat Januar
  3. ↑ Offizieller Zwischenbericht zum Zusammenbruch von WTC 7
  4. ↑ pbs.org
  5. ↑ MSN Encarta
  6. ↑ NIST & The World Trade Center Fact Sheet. NIST, abgerufen am 13.02.
  7. ↑ Otis History: The World Trade Center. Otis Elevator Company, abgerufen am 7. Dezember 2006 (Produzent fĂŒr Aufzugsanlagen).
  8. ↑ Mittels dieser Dachkonstruktion in der 108. und 109. Etage wurden die auf die Nordfassade senkrecht wirkenden KrĂ€fte auf die drei verbliebenen StĂŒtzwĂ€nde „umgeleitet”. Eine wesentliche StĂŒtze dieser Theorie kann in den AusfĂŒhrungen von Thomas W. Eagar, gesehen werden: Die AußenhĂŒlle stand noch, als die innere Konstruktion durch Weichwerden des StahlgerĂŒstes in sich zusammenbrach. Das zum Boden ungebremst fallende Etagenplattenpaket ist gut auf zahlreichen Filmen zu erkennen, wĂ€hrend die hauptsĂ€chlich tragende HĂŒlle noch steht. Die Theorie von Thomas W. Eagar wird gerne angegriffen, da sie sehr schwerwiegende Folgen fĂŒr die Beurteilung der Brandsicherheit von HochhĂ€usern nach sich ziehen wĂŒrde. Die Mehrzahl der hohen GebĂ€ude wird heute in der Bauweise des WTCs gefertigt. Bereits 1998 bearbeitete eine Gruppe arabischer Architekturstudenten in DĂŒsseldorf Skizzen des Ablaufs von BrĂ€nden bei verschiedenen Hochhausbauweisen. Sie nahmen, im Gegensatz zu westlichen Stellen, die Theorie nach Thomas W. Eagar ohne Widerspruch an und verifizierten sie schließlich.
  9. ↑ Fried, Joseph P.. Sheik Sentenced to Life in Prison in Bombing Plot , The New York Times, 18. Januar 1996. Abgerufen am 20. November 2008. 
  10. ↑ Jury convicts 2 in Trade Center blast , CNN, 12. November 1997. Abgerufen am 20. November 2008. 
  11. ↑ Hays, Tom and Larry Neumeister. In Sentencing Bombers, Judge Takes Hard Line , Seattle Times / AP, 25. Mai 1994. Abgerufen am 20. November 2008. 

Weblinks

Commons Commons: World Trade Center (New York) â€“ Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Die Skyline von Manhattan in der DĂ€mmerung um 1991; Blick von SĂŒdwest


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